Italienische Lehrerin wird zwei Jahre vor Pension fest angestellt

2. September 2011, 13:10

63-Jährige nach 37 Jahren mit Zeitverträgen zu Tränen gerührt

Rom - Zwei Jahre vor ihrer Pensionierung hat eine italienische Kunstlehrerin endlich einen festen Arbeitsvertrag erhalten. Die Nachricht, dass sie nun in einer Schule im sizilianischen Caltanissetta fest angestellt sei, habe sie zu Tränen gerührt, sagte Vincenza D'Amico am Freitag der italienischen Presse.

37 Jahre lang hatte die inzwischen 63-Jährige so gut wie an allen Schulen in Sizilien, die überhaupt Kunstlehrerinnen suchten, ausgeholfen. "Besser spät als nie. Ich denke an all diejenigen, denen das niemals passiert", freute sie sich nun.

Dass D'Amico im Laufe der Zeit einen befristeten Arbeitsvertrag nach dem anderen ansammelte, hängt auch mit ihrem Privatleben zusammen: Da ihr Mann mehrmals beruflich versetzt wurde und sie ihm folgte, fing sie bei den Beförderungen jedes Mal wieder von vorne an. Doch spiegelt ihr Schicksal auch die dramatische Lage im sizilianischen Bildungswesen wider, wo eine Rekordzahl an Lehrern nur befristet Anstellung findet: Von 232.000 italienischen Lehrern mit Zeitverträgen arbeiten 38.000 auf der Insel. (APA)

Kommentar posten
13 Postings
ehschowissn2
00
eigentlich nicht zum freuen, sondern eher traurig...

dass sie 37 jahre warten musste. wäre interessant, ob eine andere private situation etwas geändert hätte.

Denker9
00

Es heißt natürlich Mitte 50!

Denker9
71

Ich finde es schlimm, dass über 60 Jährige noch als Lehrerinnen tätig sein müssen. Sicher gibt es einige sportliche- aber wie machen das die anderen im Turnsaal? Können die noch Übungen vorzeigen?
Mit spätestens Mitte 55 müssten alle Lehrer in Pension geschickt werden!

Helmut Hagen Plakolmer
01
ich finde es schlimm ...

wenn einer der sich selbst denker nennt (auf welcher basis?), so einen stuss verzapft. es gibt genung menschen, die auch nach 55 noch lust an der arbewit empfinden, meist weil sie etwas zu geben haben. ganz besonders im paedagogischen bereich.
wenn man die europaeischen fruehpensionsstatistiken durcharbeitet, stoesst man in Oe auf viele leute wie sie, die eine existenz als sozialparasit (alle wirklichen schwer-und schwerstarbeiter sind ausgenommen) anstreben. après nous la deluge......

f l o
 
07

meinen Sie das ernst, oder ist das schlechte ironie??

ich weiß ja, dass in österreich die höchst problematische, gesellschaftsschädliche meinung recht verbreitet ist, ab mitte fünfzig müsse man nicht mehr arbeiten, und könne sich plötzlich von der allgemeinheit einen dauerurlaub finanzieren lassen. dass diese sichtweise aber sogar als forderung formuliert wird, erschüttert mich jetzt doch etwas.

Trapos Volando
00

und mein posting erscheint nicht.

Trapos Volando
02

@denker: ich hoffe, sie müssen nie über 55 irgendwo arbeiten und sich dafür botox reinspritzen, haare einpflanzen lassen oder gar blond färben.

@flo: teile deine meinung.

es mag schwarze schafe geben - in WELCHEM beruf nicht... - aber solange mann/frau bis 60 oder 65 oder, wie geplant, noch länger arbeiten muss, bleibt mensch nichts anderes übrig.

im übrigen wird und wurde in hochzivilisierten gesellschaften das alter geschätzt und geehrt. in der regel ist auch so, dass ein mensch mit 30 nicht die lebenserfahrung und weisheit ausstrahlen kann, die ein weiser oder eine weise mit 70 hat.

alter ist wertvoll.

und persönlich betrachte ich jeden neuen geburtstag als gewinn und nicht als verlust.

Aristokrates
00

Der Unterschied ist nur, dass in den früheren Zivilisationen wohl ein 40-Jähriger alt und weise war, bevor er dann mit Anfang 50 gestorben ist. In keiner Kultur wurden senile Greise jenseits der 90 verehrt.

soisteshalt
02

Bundesbereich: Wer ohne Abschläge gehen will der arbeitet bis 65 (und zwar männlich wie weiblich).
Ich klammere die ganz alten pragmatisierten Veträge aus, aber diese Lehrer sind alle schon 50+ und wohl schon in der Minderzahl.

Noch dazu werden derzeit beamtete Lehrer aus dem Ruhestand zurückgeholt, damit manche Klassen nicht in Selbstbeschäftigung versinken!

O5
314

Eine Lehrerin die mit 63 noch arbeitet? Das rührt die österreichische Lehrergewerkschafter wohl auch zu Tränen ;-)))

Murmelchen1
08
An meiner Schule gibt es 3 Lehrerinnen, die über 60 sind.

Von den über 55 jährigen spricht noch keine von Pension - werden also sicher auch deutlich über 60 bleiben.
Es war bei uns noch kein Gewerkschafter zum Weinen da.

mountaineer
22

wahrscheinlich wird man dort wirklich bezahlt.

Sambapati
10

na klar, sizilien ist doch so reich hahaha

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.