63-Jährige nach 37 Jahren mit Zeitverträgen zu Tränen gerührt
Rom - Zwei Jahre vor ihrer Pensionierung hat eine italienische Kunstlehrerin endlich einen festen Arbeitsvertrag erhalten. Die Nachricht, dass sie nun in einer Schule im sizilianischen Caltanissetta fest angestellt sei, habe sie zu Tränen gerührt, sagte Vincenza D'Amico am Freitag der italienischen Presse.
37 Jahre lang hatte die inzwischen 63-Jährige so gut wie an allen Schulen in Sizilien, die überhaupt Kunstlehrerinnen suchten, ausgeholfen. "Besser spät als nie. Ich denke an all diejenigen, denen das niemals passiert", freute sie sich nun.
Dass D'Amico im Laufe der Zeit einen befristeten Arbeitsvertrag nach dem anderen ansammelte, hängt auch mit ihrem Privatleben zusammen: Da ihr Mann mehrmals beruflich versetzt wurde und sie ihm folgte, fing sie bei den Beförderungen jedes Mal wieder von vorne an. Doch spiegelt ihr Schicksal auch die dramatische Lage im sizilianischen Bildungswesen wider, wo eine Rekordzahl an Lehrern nur befristet Anstellung findet: Von 232.000 italienischen Lehrern mit Zeitverträgen arbeiten 38.000 auf der Insel. (APA)