Neues Schuljahr: Ausbau der Tagesbetreuung beginnt

2. September 2011, 10:10
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    apa-foto: barbara gindl

    Die Ausbildung der Freizeitpädagogen startet mit Fragezeichen.

Bis 2015 soll es 210.000 Betreuungsplätze geben - Bund unterstützt mit jährlich 80 Millionen Euro bis 2014

Wien - Mehr Betreuung für Schulkinder am Nachmittag soll es durch den in diesem Schuljahr startenden Ausbau der Nachmittagsbetreuung geben. Bis 2015 soll an jeder zweiten Schule ein solches Angebot geschaffen werden, die derzeitige Anzahl von 105.000 Betreuungsplätzen soll - inklusive Hortplätze - auf 210.000 verdoppelt werden, darunter 160.000 Plätze an Schulen. Bis 2014 stellt der Bund dafür pro Jahr 80 Mio. Euro Anschubfinanzierung zur Verfügung, aus denen das Betreuungspersonal, Infrastruktur sowie die Ausbildung der neuen Berufsgruppe der Freizeitpädagogen finanziert werden.

Mehr Gruppen

Ab dem neuen Schuljahr können an Volks- und Hauptschulen schon ab zwölf Kindern Gruppen eröffnet werden (bisher: ab 15), an AHS-Unterstufen ist das weiterhin ab zehn Kindern möglich. Außerdem können künftig nicht nur Schüler aus verschiedenen Schulen, sondern auch Schultypen zusammengefasst werden. Dadurch sollen auch Schulen, an denen sich nur wenige Schüler für die Nachmittagsbetreuung anmelden, ein Betreuung anbieten können. Die Zahl der möglichen Gruppen von derzeit rund 1.600 könnte dadurch um 500 steigen. Wie viele zusätzliche Plätze es mit diesem Herbst geben wird, kann das Unterrichtsministerium allerdings noch nicht sagen, da Länder bzw. Gemeinden dafür zuständig sind und bis November Zeit haben, die endgültigen Zahlen zu melden.

Die Länder verpflichten sich dazu, mindestens bis 16 Uhr Betreuung zur Verfügung zu stellen und müssen "gewisse qualitative organisatorische und pädagogische Voraussetzungen" erfüllen, wie es in den Erläuterungen zur entsprechenden 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern heißt. Gefördert werden sowohl Schulen mit klassischer Nachmittagsbetreuung wie auch solche mit verschränkter Form, in denen sich Lernen und Freizeit über den ganzen Tag abwechseln.

Qualität der Betreuung

Neben der Zahl der Plätze soll auch die Qualität der Betreuung verbessert werden. Die Regierung will dafür Kooperationen von Schulen mit Kultur-, Musik- oder Sportvereinen forcieren. Außerdem wurde mit den akademischen Freizeitpädagogen eine neue Berufsgruppe geschaffen, durch die trotz des Ausbaus die Betreuung der Schüler im Freizeitteil sichergestellt werden soll. Die Ausbildung an den Pädagogischen Hochschulen (PH) ist berufsbegleitend und dauert ein Jahr, Start des ersten Jahrgangs ist diesen Herbst. Laut Ministerium ist sie vor allem für Sportler, Trainer, Musiker und Künstler etc. interessant, da ihnen Teile der Ausbildung angerechnet werden. Doch obwohl schon im Herbst die ersten Interessenten die Ausbildung starten sollen, gibt es noch einige Fragezeichen.

So ist noch nicht klar, an wie vielen PH die neue Ausbildung angeboten und wie viele Plätze es dafür geben wird. Fix ist der Lehrgang an der PH Wien und der PH Niederösterreich, dort sind auch die Lehrpläne, die einem vom Unterrichtsministerium vorgegebenen Rahmen entsprechen müssen, praktisch fertig. Auch alle anderen PH haben laut Unterrichtsministerium Interesse signalisiert und könnten die Ausbildung also ebenfalls noch anbieten. Das Ministerium geht davon aus, dass es in jedem Bundesland Lehrgänge ab dem Studienjahr 2011/12 geben wird.

Bedarf unklar

Auch der Bedarf an Freizeitpädagogen kann nicht beziffert werden. Das Ministerium verweist auf die Planungshoheit der Länder und Gemeinden, die selbst entscheiden können, ob sie im Freizeitteil der Tagesbetreuung Freizeitpädagogen oder aber Lehrer, Hortpädagogen und Erzieher einsetzen. Im Gegensatz zu den bereits existierenden Erziehern ist ein Freizeitpädagoge laut Gesetz nur für "verschiedene Arten einer sinnvollen Freizeitgestaltung (sportlich, musikalisch, künstlerisch usw.)" zuständig. In der individuellen Lernzeit, in der die Schüler unter fachlicher Hilfestellung ihre Hausaufgaben erledigen, können weiterhin nur Erzieher oder Lehrer, für das Wiederholen von Lernstoff ausschließlich Lehrer eingesetzt werden.

Einen Vollzeitposten werden Freizeitpädagogen laut Ministerium nur an größeren Schulen finden, v.a. an solchen mit verschränktem ganztägigem Unterricht, wo sich Lern- und Freizeiteinheiten abwechseln. Realistischerweise werde es aber ein Teilzeitjob für Sportler, Trainer, Musiker, Künstler, usw. Gerade für diese Berufsgruppen ist der Lehrgang aus Sicht des Ministeriums auch interessant, weil ihnen Ausbildungen angerechnet werden.

Prinzipiell soll aber jede Person ab 18 Jahren zum Freizeitpädagogen ausgebildet werden können, wobei "Interesse und Eignung" von der Hochschule im Rahmen von Informations- und Orientierungsworkshops sowie bei Hospitationen an mindestens zwei Schularten abgetestet werden. Die Matura ist keine Voraussetzung, allerdings muss eine erfolgreich absolvierte berufliche oder außerberufliche Vorbildung vorhanden sein. Als "öffentlich-rechtliches Qualifizierungsangebot" ist der Lehrgang kostenlos.

"Erzieher-Gehalt"

Das Gehalt für Freizeitpädagogen soll an Bundesschulen dem "Erzieher-Gehalt" von Hortpädagogen entsprechen. Diese unterscheidet sich allerdings je nach Land, in Wien liegt das Einkommen am Anfang etwa bei rund 1.900 Euro brutto. An Landesschulen legt die Gemeinde als Schulerhalter das Gehalt fest. Nur die Lehrer-Personalkosten werden vom Bund übernommen. (APA)

inge77
21
in der schule gibts eigentlich nur freizeitjobs

warum heißts bei den freizeitpädagogen teilzeitjob, wo doch die lehrer auch nicht mehr arbeiten und vollzeit bezahlt bekommen.
warum zusätzliche finanzierung und wann arbeiten lehrer endlich für das geld, dass sie bekommen?

haben die gewerkschaften wieder gewonnen? noch mehr geld für die lehrer ohne gegenleistung?

inge77
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warum muss ich lehrer werden, wenn ich die bezahlung nicht gerechtfertigt finde?
abgesehen davon, sollte man ja nicht des geldes wegen sondern wegen der berufung lehrer werden und auch talent dazu haben. so kommt es, dass leute lehrer werden, obwohl sie nicht dazu taugen ;-)

Heavyweather
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Ich finde auch die Einstiegsgehälter sind viel zu niedrig. Supplierstunden werden nichr bezahlt...
Man könnte Lehrer echt besser bezahlen.

inge77
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schauen sie sich mal die einstiegsgehälter in der wirtschaft an, bitte. und überstunden werden seltenst bezahlt. wenn einem was nicht passt, kann man ja gehen.

Heavyweather
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HAHAHAAA

Werd doch Lehrer ;)

inge77
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antwort oben!

La Balance
01

Ist ja toll, dass die Tagesbetreuung gesponsert wird! Anscheinend ist es wirklich nicht so wichtig Qualtitätsstandards zu überprüfen, zu fördern und auch zu leben. Geringere Schülerzahl in den Klassen, mehr Lehrer wäre ja nicht so quotenreich! Da schon lieber mehr Betreuungsstätten, die rund um die Uhr offen haben!

soisteshalt
02
Tagesbetreuung nicht optimal

Tagesbetreuung=Kinderaufbewahrung in der (junge) Lehrerinnen verheizt werden, denn sie wurden nicht ausgebildet um mit den Kindern zu spielen, Essen gehen, ... Die Lernzeiten - wo der Einsatz der Lehrer sinnvoll ist - halten sich in Grenzen, auch wenn meiner Erfahrung nach eh viel mehr Lernzeit durchgeführt wird als wirklich angedacht und bezahlt pro Gruppe!

Es gehört für das Ganztagesangebot einfach eine wirkliche Ganztagsschule her, wo es ein verschränktes Angebot gibt und auch Erzieher und örtliche Vereine mit eingebunden werden.
Gibt es in einer Stadt 2 Schulen gleichen Typs (HS/NMS oder AHS) sollte eine Ganztages und eine Normalschule sein.
Reine Ganztagsschulen sind sicher nicht durchbringbar.

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