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vergrößern 625x454Suche nach Antworten bei der Kinderuni im AKH-Campus (2010)
Quo vadis, universitas? - das fragen sich die Akteure an den vielen Fronten der akademischen Praxis nicht erst, seit mein altphilologischer Exkollege Karlheinz Töchterle das herausfordernde Amt des Wissenschaftsministers geschultert hat. Die Zukunft unserer Hohen Schulen - eine nationale Schlüsselfrage für ein kleines Land, dessen wichtigster Rohstoff neben Wiesengrün und Pulverschnee die Bildung und Kultur seiner Bürgerinnen und Bürger ist - befindet sich nicht auf jenem Niveau internationaler Wettbewerbsfähigkeit, das wir brauchen. Natürlich geht es trotz der Budget- und Sparzwänge um mehr Geld für mehr Studierende (von der Regierung bisher bloß unverbindlich in Aussicht gestellt), aber es geht auch um neue Ideen und neue Wege abseits der argumentativen Trampelpfade unserer Bildungsdebatte.
Die Fragen lauten: Was ist uns die Wissensgesellschaft wert, wie kommen wir aus der Pattsituation zwischen freiem Universitätszugang und beschränkten Ressourcen heraus, wie schaffen wir einen Anreiz für die Universitäten zur Verbesserung der Studienbedingungen und wie finden wir alternative Zugänge zur Mittelaufbringung?
Mein Vorschlag lautet: der Studienscheck. Der Studienscheck ist ein Gutschein für ein Studium an einer österreichischen Universität in der Regelstudienzeit, den österreichische Maturanten und Maturantinnen direkt vom Staat erhalten. Bei der Inskription bezahlen Studierende mit diesem Studienscheck der Universität ihrer Wahl deren personellen und organisatorischen Aufwand für jenes Studium, das sie sich ausgesucht haben. Der Staat finanziert also nicht direkt die Unis, sondern er finanziert den Studierenden die Kosten jener Ausbildung, die die auserwählte Hochschule den Studenten bereitstellt. Unabhängig davon stellt der Bund wie bisher die notwendige Infrastruktur für Forschung und Lehre zur Verfügung wie Gebäude, Hörsäle, Labors.
Was wären die Vorteile eines solchen Systems? Ich sehe Vorteile für alle Beteiligten:
Das Wissenschaftsministerium könnte auch im Rahmen der Leistungsvereinbarungen herausragenden Unis oder exzellenten Studienangeboten höhere "Schecks" zumessen, also Mehreinnahmen.
Das Modell wäre rasch umsetzbar, da die Kosten pro Studienplatz an sich für die geplante Studienplatzfinanzierung schon berechnet sind. Es müsste lediglich der Weg der Finanzierung geändert werden.
Den Unis sind in einem solchen Modell Darlehens- und Rückzahlungsmodelle kein Anliegen. Das sind politische, staatliche Entscheidungen. Unis sind Science-Provider, sind die Qualitäts-Schmiede der Nation - das ist anspruchsvoll genug.
Ich hoffe, dass mir jetzt niemand "Si tacuisses ..." entgegenschleudert. Denn das hieße, dass wir mit unserem hochschulpolitischen Latein am Ende wären. Dem ist keineswegs so. Quod erat demonstrandum. (Herbert Lochs, DER STANDARD; Printausgabe, 2.9.2011)
Autor
Herbert Lochs ist Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck.
Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!auweh, ich sehs vor mir:
töchterle: "geh, lochs, oida fux, schreib ma a bissal wos positives, oba mochs ned zu auffällig gö? vagölts gott, i werd di ned vagessn, wenns ums göld geht!"
der dialekt paßt wohl nichtganz, aber was solls. es paßt vieles nicht in den hirnen dieser leute.
Die von Rektor Lochs vorgeschlagenen Steuerungsmöglichkeiten durch einen Studienscheck wären zu begrüßen.
Allerdings würde ein neues Schecksystem neue Bürokratie verursachen.
Viel einfacher ginge es über die Auszahlung der Familienbeihilfe. Studierende an Unis und FHs erhalten eine entsprechend hohe Beihilfe mit der dann Studiengebühren finanziert werden.
Man mag zu Studiengebühren stehen wie man mag. Ich bin Verfechterin eines absolut freien Hochschulzuganges. Wenn unsere Unis aber von Studierenden "gestürmt" werden, ist diese Steuerungsmethoden überlegenswert. Die Kosten der Studienplätze werden abgedeckt, bessere und mehr Lehrende können von den Unis finanziert werden, etc.
Österreich bekennt sich zu mehr Bildung und besserer Durchmischung von Arm u. Reich. Zugangsbeschränkungen sind tatsächlich erforderlich, da die finanziellen Kapazitäten durch das Finanzministerium abgewürgt wurden, um den Leuten die Studiengebühren als einzig vernünftige Lösung darzulegen und somit dem politischen Gegner (der SP) eins auszuwischen.
Um nichts anderes geht es.
In Anbetracht von 12 Mrd Koralm (7 versandet), 2 Mrd Schwechat (1.2 versandet), 2 Mrd Eurofighter, 3.8 Mrd GRhilfe und 5 Mrd Bankenrettung sind Studiengebühren ein verpuffender Politikerwitz.
1-2 Mrd für Bildung lockermachen. Jetzt. Das Geld ist da, allein der Wille und der Lobbyist fehlen.
Adieu Zukunft.
Auch die jetzigen 50 jährigen werden noch darunter leiden.
Dort steuert dann die Marktaufsicht alle Studierenden, die sich durch Arbeit während des Studiums ihr Leben selbst finanzieren müssen, hinaus. Die Unis werden entlang ihrer "Marktfähigkeit" mit Geldmitteln ausgestattet, oder kriegen die auch einen "erfolgsabhängigen" Scheck? Lauter Schecks, die womit gedeckt sind?
was heißt nicht aktiv? ist man nicht aktiv wenn man arbeitet, alle prüfungen gemacht hat und nur mehr die diplomarbeit/prüfung aussteht? neben einer vollzeit arbeit dauert das dann gerne mal ein jahr oder länger...
was wäre mit diesem studenten? kapazitäten werden von ihm keine mehr verbraucht, kosten sind minimal. er"sie bezahlt dafür steuern. und bitte nicht von einzelfällen sprechen, das betrifft sehr viele studenten.
die Idee mit dem Scheck hat er sich von George W. Bush abgeschaut, der wollte das sogar für die Volksschule einführen, damit es auch dort mehr Wettbewerb gibt. Indirekt ist es eine Methode, wie man Geld von den staatlichen Schulen und Unis hin zu den privaten umlenkt, mehr nicht.
macht ja auch ein paar tausender im jahr,
wenn man jetzt nach der regelstudienzeit aus dem modell rausfällt oder das studium wechselt,
muss man ordentlich ins börserl greifen.
das macht das studium zu einem unwägbaren risiko für jeden der die scheine nicht so rumliegen hat.
die rechtliche sicht, planbarkeit/verwaltung sind ja auch nicht so klar, oder vielleicht eh klare hinderungsgründe.
hier gibt es einen ähnlichen vorschlag, aber auf ECT-punkten basierend und damit den unterschiedlichen kostenberechnungen je studium rechnung tragend:
http://diepresse.com/home/bild... Profiteure
> Um gewisse Fehlentwicklungen in der Studienwahl zu korrigieren, kann man etwa Mint-Fächer [...]
Wer bewertet diese "Fehlentwicklungen"?
Warum sind Nicht-Mint-Fächer weniger erstrebenswert?
Weil es vielleicht schwieriger ist den "direkten Nutzen" (für die Wirtschaft => lol) zu sehen?
Nicht einmal 1% machen die Ausgaben für die Universitäten von der gesamten Wirtschaftsleistung Österreichs aus. Und dafür werden seit Jahren Berge an grauen Gehirnzellen bewegt. Wirklich zu blöd, sich mit all diesen Vorschlägen noch auseinanderzusetzen, während die Hypo-Alpe-Adria, gerade mal wieder 1,5 Mrd. braucht (Uni-Budget zum Vergleich: rund 2,7 Mrd.). Schluss mit dieser Debatte. Lässt dieses Land einfach weiter vertrotteln.
äh, ja.
also nach dem motto: liebeR herr/frau XY, dieses jahr haben sich leider 17 studenten zuwenig für ein studium an dieser universität entsdchieden. ich weiss, sie stehen forschungstechnisch vor dem durchbruch und ihre geräte haben ja auch einiges gekostet.. das is natürlich blöd, aber sie werden bis nächstes jahr warten müssen. heuer passen sie leider einfach nicht ins budget.
Aufgelegt EU-rechtswidrig. Ich frage mich warum es offenbar auch für Rektoren nicht möglich ist, sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen.
Eventuell wäre es möglich, Studienschecks als Stipendien für Lebenshaltungskosten aufzulegen und durch Studiengebühren teilweise zu finanzieren. Für solche Stipendien kann man eine vorherige Mindestaufenthaltszeit in Östereich fordern.
Jeder Staat hat Interesse seine eigenen Mitglieder (=Bewohner seines Gebietes) zu fördern.
Natürlich sollten alle Leute, die in Österreich die Schule abgeschlossen haben und/oder Staatsbürger sind, diesen Scheck in Anspruch nehmen dürfen - alles andere wäre diskriminierend (ich denke, der Autor hat das auch so gemeint).
Für Leute, die aus anderen Bildungssystemen kommen, muss das nicht unbedingt gelten.
Warum sollte ein Staat Leute noch zusätzlich fördern, die nur hier studieren wollen, aber weder hier aufgewachsen sind, noch vorhaben hier zu bleiben?
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