Schreiben macht Schülern zu schaffen

Interview | Eva Tinsobin
5. September 2011, 15:54
  • Susanne Körner ist Pädagogin, Sonder- und Heilpädagogin. Seit 15 Jahren 
arbeitet sie in ihrer Praxis in Wien Hietzing mit Kleinkindern, Kindern,
 Jugendlichen und deren Eltern. Bei Kindern, die Probleme haben, den Schreibdruck richtig zu 
dosieren, greift sie unter anderem auf "Tooties" zurück: kleine, 
unterschiedlich gefüllte Baumwollbeutel...
    foto:derstandard.at/tinsobin

    Susanne Körner ist Pädagogin, Sonder- und Heilpädagogin. Seit 15 Jahren arbeitet sie in ihrer Praxis in Wien Hietzing mit Kleinkindern, Kindern, Jugendlichen und deren Eltern. Bei Kindern, die Probleme haben, den Schreibdruck richtig zu dosieren, greift sie unter anderem auf "Tooties" zurück: kleine, unterschiedlich gefüllte Baumwollbeutel...

  • ... oder auf die Arbeit mit besonders weichen bunten Kreiden. "In meiner 
Praxis setze ich dort an, wo das Kind etwas gut kann. Übungen in 
vertrauten Bereichen mit winzigen, für das Kind spannenden Variationen, 
sind sinnvoll."
    foto:derstandard.at/tinsobin

    ... oder auf die Arbeit mit besonders weichen bunten Kreiden. "In meiner Praxis setze ich dort an, wo das Kind etwas gut kann. Übungen in vertrauten Bereichen mit winzigen, für das Kind spannenden Variationen, sind sinnvoll."

  • "Der Wunsch der Gesellschaft ist, dass Kinder gerade am Tisch sitzen, wie wir Erwachsenen es meist auch tun. Wir
 können uns darauf verlassen, dass ein Kind spürt, was ihm gut tut. Es 
gibt Gründe, wenn ein sechsjähriger Bub beim Schreiben auch gerne mal 
wippt oder flach am Boden liegen möchte." (Susanne Körner)
    foto: apa/felix heyder

    "Der Wunsch der Gesellschaft ist, dass Kinder gerade am Tisch sitzen, wie wir Erwachsenen es meist auch tun. Wir können uns darauf verlassen, dass ein Kind spürt, was ihm gut tut. Es gibt Gründe, wenn ein sechsjähriger Bub beim Schreiben auch gerne mal wippt oder flach am Boden liegen möchte." (Susanne Körner)

Verkrampfte Körperhaltung, unleserliche Schrift – Liegt die Lösung des Problems in der Übung? Ein Gespräch mit der Pädagogin Susanne Körner

Schulbeginn. Für Kinder und Eltern eine aufregende Zeit - sei es nun in positiver oder in negativer Hinsicht. Laut Forschungsergebnissen des Institutes Dialego AG von Jänner 2010 macht handschriftliches Schreiben rund 80 Prozent der Schüler und Studenten europaweit zumindest einmal in ihrem Leben zu schaffen. Manche Eltern und Pädagogen setzen auf Üben, andere auf ergonomische Tische, Sessel und Schreiblernstifte. Wie zielführend ist das? Wir haben Susanne Körner, Sonder- und Heilpädagogin für Kinder und Jugendliche mit Praxis in Wien, gefragt.

derStandard.at: Was sind häufige Probleme beim Schreiben lernen, mit denen Sie konfrontiert werden?

Susanne Körner: Oftmals gelingen Schreibanfängern trotz viel Übung die Formen der Buchstaben nicht so gut wie sie selbst und ihr Umfeld - sprich Pädagogen und Eltern - sich das wünschen. Auch die Orientierung am Papier kann für ein Kind schwierig sein. Prinzipiell spielen beim Schreiben die Haltung des Körpers, der Schulter, der Hand im Speziellen sowie die Dosierung des Drucks eine große Rolle.

derStandard.at: Was ist notwendig um Schreiben zu lernen?

Körner: Das Schreiben als Kulturtechnik hat sich über lange Zeit der Menschheitsgeschichte entwickelt und macht uns zu dem, was wir sind: Menschen, die sich nicht nur verbal und grafisch, sondern auch mittels des geschriebenen Wortes ausdrücken können. Durch die Schrift teilen wir uns mit und drücken Gefühle aus.

Eine Vielzahl an Entwicklungsprozessen, die schon in den ersten Lebensjahren gelaufen sind, stellt die Basis für den Schreibprozess dar. Unter anderem ist eine gut ausgereifte Motorik Voraussetzung für das Erlernen des Schreibens. Die ersten motorischen Fähigkeiten legen außerdem die Basis zur Konzentration.

derStandard.at: Wie lernen Kinder schreiben?

Körner: Das Erlernen des Schreibens ist ein komplexer Prozess. Schauen wir uns das an einem Beispiel an: Ein kleines Kind kuschelt mit seinem geliebten Stoffhasen. Es ist emotional motiviert und will jetzt das Wort "Hase" zu schreiben versuchen. Dafür muss es schon sehr viel können und auch aktiv tun: Es muss "Hase" definieren können, also eine Vorstellung haben, was ein Hase ist. Es muss wissen wie das Wort "Hase" klingt. Das bedeutet, dass diesem jungen Menschen von vier, fünf oder sechs Jahren bereits bewusst sein muss, dass jedes Wort, das wir sprechen aus einzelnen Lauten besteht. Das ist ein hohes Wissen!

Was geschieht jetzt? Das Kind spricht sich das Wort "Hase" innerlich Laut für Laut vor. Das ist das Schwierigste am Schreiben! Das Kind denkt oder spricht also leise "H", dann versucht es den nächsten Laut des Wortes herauszuhören. Bis dieser Prozess gelingt, sind unzählige Versuche notwendig. Das dauert ganz lange und fordert höchste Konzentration.

Das Gehörte wird dem Gehirn kommuniziert und schließlich dem Auge mitgeteilt. Das Kind muss nun auch die grafische Form für den Laut kennen. Es muss wissen, dass wir für einen Laut ein bestimmtes schriftliches Zeichen verwenden. Nun muss diese Form von Auge und Hand auf das Papier gebracht werden. Wenn jetzt auch noch eine bestimmte Position am Papier für dieses bestimmte Wort gewünscht wird, erhöht sich die Schwierigkeit für die Zusammenarbeit von Auge und Hand enorm.

derStandard.at: Wann müssen Kinder schreiben können?

Körner: Jedes Kind hat seinen eigenen inneren Entwicklungszeitplan. Manche beginnen mit vier Jahren zu schreiben, andere beginnen mit sieben Jahren. Ein Kind beobachtet seine Umwelt und imitiert sie. Jedes Kind möchte schreiben können, wenn es diese Tätigkeit in seiner Umgebung als etwas Wertvolles und Wichtiges miterlebt. Es beginnt damit, wenn seine Zeit dafür reif ist.

Hier gilt es als Erwachsener respektvoll zu sein und warten zu können. Eine sensible Begleitung ist da notwendig, besonders, wenn sich ein Kind sehr schwer tut; beispielsweise beim Nachschreiben der exakten Formen. Es ist wichtig hier Raum und Zeit für Entwicklung zu lassen und nicht korrigierend auf das Kind einzuwirken.

derStandard.at: Handy, Gameboy, Computer... Viele Kinder sind bereits sehr früh mit Tastaturen konfrontiert, oft schon bevor sie das handschriftliche Schreiben erlernen...

Körner: Meiner Meinung und langjährigen Erfahrung nach ist es zu hinterfragen, ob Kinder bereits in einem sehr frühen Alter diesen umfassenden medialen Zugang brauchen. Mediale Apparate stimulieren meist nur einen Sinneskanal. Ich plädiere dafür, Kinder im Vorschulalter aktiv vielfältige sinnliche Erfahrungen machen zu lassen. Diese hängen mit körperlicher Wahrnehmung und Bewegung zusammen.

derStandard.at: Studienergebnisse amerikanischer Neurologen sprechen für das handschriftliche Schreiben und münden in der Erkenntnis: Die Motorik regt Denkprozesse an. Können Sie das bestätigen?

Körner: Diese Aussage kann ich klar unterstreichen. Das Gehirn reift umso mehr, je mehr ich ein Kind seine Umgebung sinnlich erfahren lasse. Das geschieht im Alltag auf natürliche Art und Weise. Dafür genügt es, in den Hof oder den Grätzelpark zu gehen und das Kind sich mit den Dingen vor Ort beschäftigen zu lassen. So ist es beispielsweise eine lustbetonte und ganzheitliche Tätigkeit mit einem Ast in Sand oder Erde zu malen. Auch Bewegungen, das Schaukeln, Dreirad- oder Rollerfahren wirken sich auf den Schreibprozess aus: Wenn ein Kind aktiv lebt, verfügt es über die besten Voraussetzungen für späteres Lernen, und auch das Schreiben lernen.

derStandard.at: Gibt es eine optimale Schreibhaltung?

Körner: Nein, für jeden Menschen ist die Haltung, die er von sich aus augenblicklich einnimmt, die beste. Der Wunsch der Gesellschaft ist, dass Kinder gerade am Tisch sitzen, wie wir Erwachsenen es meist auch tun.
Wir können uns darauf verlassen, dass ein Kind spürt, was ihm gut tut. Es gibt Gründe, wenn ein sechsjähriger Bub beim Schreiben auch gerne mal wippt oder flach am Boden liegen möchte. In eine gute Konzentration hinein zu finden, ist für Schulkinder ganz viel Arbeit. Nicht immer ist das Kind in allen Entwicklungsbereichen gut ausgereift. Es hat aber Kompensationstechniken entwickelt, die ihm helfen sich bei dieser schweren Arbeit des Schreibens besser konzentrieren zu können. Winzige motorische Ausgleichsbewegung wie Wippen helfen dabei, konzentriert zu bleiben und erfolgen unbewusst. Hier gilt es als Erwachsener tolerant zu sein und die großartige "Selbsthilfe", die diese Kinder sich instinktiv leisten, so gut es geht, zuzulassen.

derStandard.at: Wie gehen Sie vor, wenn ein Kind mit einer Schreibstörung zu Ihnen in die Praxis kommt?

Körner: Wenn ein Kind bereits mit Leidensdruck kommt, ist immer große Sensibilität von Nöten. Hier ist Vertrauensaufbau und wertschätzende vorbehaltlose Annahme wichtig. Zwei kleine Beispiele: tropfenartig geformte Kreiden sind gut geeignet, wenn ein Kind mit der Handhaltung der Schreibhand Schwierigkeiten hat. Oder bei Problemen den Schreibdruck mit dem Schreibgerät richtig zu dosieren, sind Tooties ein gutes Material. Mit diesen kleinen, unterschiedlich gefüllten Baumwollbeuteln können feine Gewichtsunterschiede gut gespürt werden.

derStandard.at: Viele Eltern und Pädagogen setzen nach wie vor auf Üben, Üben, Üben...

Körner: Grundsätzlich gilt: Ich kann nichts üben, was ich nicht kann. In meiner Praxis setze ich dort an, wo das Kind etwas gut kann. Übungen in vertrauten Bereichen mit winzigen, für das Kind spannenden Variationen, sind sinnvoll. Üben bedeutet Wiederholung um sich weiterzuentwickeln. Üben heißt aber vor allem Tätigkeiten zu wiederholen, die ich in diesem Moment sinnvoll und wichtig finde. Um sinnvoll für die Entwicklung zu bleiben, ist Übung immer von dem jeweiligen Menschen aus zu sehen und kann nicht von außen fremdbestimmt sein.

derStandard.at: Montessorischulen, die Walz, kreativer Förderunterricht... Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann seinem Kind die feinsten pädagogischen Angebote eröffnen. Ist es einer Elite vorbehalten, sein Kind der Praxis der Sonder- und Heilpädagogin Susanne Körner anzuvertrauen?

Körner: Ich versuche, meine Tarife so zu gestalten, dass es für jeden erschwinglich ist, zu mir zu kommen. Oft genügt es, Gespräche mit den Eltern zu führen. Auf gravierende Änderungsmaßnahmen setze ich nur dann, wenn viel Leid beim Kind da ist. Wenn es aber nur die Umgebung ist, die sich durch ein Kind gestört fühlt, rate ich ihr zu mehr Toleranz. 

derStandard.at: Ihre Wünsche an das Schulsystem?

Körner: Viele Pädagogen wissen zum Glück heute, dass kein Kind böswillig oder absichtlich unkonzentriert ist. Ideal wäre, wenn von Seite der Schule der individuellen Schreibposition jedes Kindes entsprochen werden könnte und jedem Kind ausreichend Zeit für seine Schreibentwicklung gelassen würde.

Ich wünsche mir mehr reformpädagogische Philosophie an den Regelschulen. Damit meine ich nicht unbedingt den Einsatz von klassischem Montessori-Material, sondern vielmehr die Haltung dem Kind gegenüber: eine wertschätzende respektvolle Position. Jedem Kind soll das Vertrauen entgegengebracht werden, selber zu wissen was es wann braucht. Es sollte liebevoll, konsequent und kompetent in seinem Lernprozess begleitet werden. Und zwar nicht nur ein langsames, sondern auch ein schnelles Kind! Weiters wünsche ich mir eine Selektion der Schulform in einem fortgeschritteneren Alter. (Eva Tinsobin, derStandard.at, 06.09.2011)

Was können Eltern zuhause tun, um ihr Kind fit für das Schreiben zu machen?

Tipps von Susanne Körner, für die man oft nicht einmal das Haus verlassen muss.

  • Eine simple Idee: eine Rolle Papier mit Kreppband über den ganzen Boden kleben und das Kind mit Kreiden und dem ganzen Einsatz seines Körpers darauf malen lassen.
  • Kinder beim Kochen mithelfen lassen. Wenn ich mein Kind Karotten schneiden lasse, ist das sinnvoll für seine Entwicklung. Das Schälen von Obst oder Gemüse entspricht etwa dem vertikalen Strich beim Schreiben, das Schneiden mit dem Messer trainiert das Gefühl für die Dosierung von Druck und für Exaktheit. 
  • Ein eigenes kleines Gartenset besorgen um das Kind ein kleines Fleckchen Erde bearbeiten zu lassen. Wichtig ist, dass es sich um eine Metallschaufel handelt, damit Erde ausgestochen werden kann. Die Bewegung des Grabens in der Erde trainiert das Handgelenk und das Gefühl für Druck. 
  • Wäsche mit Wäscheklammern aufhängen trainiert ebenfalls die Dosierung des Drucks und das Positionieren.

"Darüber hinaus setze ich mit all diesen Beschäftigungen mein Vertrauen in das Kind und vermittle ihm aktiv das Leben mitzugestalten", sagt Susanne Körner.

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"Gibt es eine optimale Schreibhaltung" - "Nein"

Hurra! :D

Noch so eine Sache: Ich hab mir erst vor Kurzem angewöhnt meine Stifte anders zu halten. Grund dafür war eigentlich, dass ich, wenn ich mehr schreiben musste, mit meiner ersten Haltung gar nicht lange schreiben konnte, ohne einen Krampf zu kriegen.
Ich hab meine Kolleginnen, die Kinder haben, befragt, wie die Kinder in der Schule lernen ihre Stifte richtig zu halten und hab daraufhin gleich mehrere Varianten bekommen. Schon lustig.
Mittlerweile hab ichs für mich selbst rausgefunden. :) Jetzt bekomm ich keinen Krampf mehr. Dafür ist meine Schrift jetzt wieder ein bisschen unleserlich geworden, aber das pendelt sich schon wieder ein.

Handy, Gameboy, Computer...

und wenn der strom weg ist ist es auch mit dem smssen vorbei. ist so wie kopfrechnen - wer kannd as von den jungen nochwirklich - gibt ja eh den taschenrechner - sorry ist veraltet - das macht ja das supertolle "multimediamobipchandy" möglicherweise mit sprachsteuerung. wozu also noch rechnen lernen - ist ja uuuurööööd...?

Das hätte man mir früher sagen müssen: ich hätte die Putzfrau gespart, die Kinder Gemüse schnibbeln und Wäsche aufhängen lassen und mich dabei noch gut gefühlt, weil ich ihnen ja etwas Gutes tue.

Meine Schrift ist auch super unordentlich, dafür doppelt so schnell wie die Schnörkelschrift meiner Sitznachbarin.

es hat schon was für sich gehabt, 100mal

Du darfst nicht den Vormann ärgern, oder du musst die Schuhe ausziehen oder so was zu schreiben.
Oder einfach aus einem Buch ein Gedicht oder einen Absatz des Lernstoffes abschreiben, bis man in der lage ist, selbst was zu erfinden, das hat man dann Aufsatz genannt.

Oder Zapfenrechnen

Das habe ich zwar gehasst, aber bedingt durch die Häufigkeit mit der ich das tun mußte kann ich noch heute sehr gut Kopfrechnen...

Mich hat schreiben immer nur abelenkt

Hab mich verkrampft und zu langsam war ich sowieso. Hab dann immer beim Sitznachbarn abschreiben müssen. Außer ich habs so schnell geschrieben, dass ichs nachher nicht mehr lesen konnte.

Spätestens in den HTL hab ichs aufgegeben mit mitschreiben und mir alles kopiert. Gibt immer welche die wie gedruckt schreiben.
Da konnt ich mich dann auf das konzentrieren, was der Lehrer gesagt hat.

Eigentlich ist es ganz einfach

Unsere Kids haben bereits mit 4 Jahren zuerst Lesen und dann Schreiben gelernt.
Das war ganz einfach, wir haben nur die Neugier der beiden genutzt.
Wenn sie wissen wollten wie eine Geschichte weitergeht, dann haben wir sie dazu motiviert diese selbst zu lesen.
Wenn sie etwas wollten haben wir sie dazu motiviert diese Wünsche als Brief zu verfassen und dann, bei Erfüllung, auch abzuzeichnen.
Damit haben beide binnen weniger Monate Lesen und Schreiben gelernt.
Allerdings bedarf das einer "Kleinigkeit", der intensiven Beschäftigung der Eltern mit den Kindern.
Das gibt es weder im Kindergarten, noch in der Schule, ganz bestimmt nicht in der Gesamtschule und nicht vor dem Fernseher.
Dort liegt das eigentliche Problem.
Schreiben war leicht.

Unsere Kids haben bereits mit 4 Jahren zuerst Lesen und dann Schreiben gelernt.

und mit 16 haben sie das doktorat geschrieben...?

"ganz bestimmt nicht in der gesamtschule"
immer auch ein bisschen reaktionäre ideologie verbreiten gell?

"... reaktionäre Ideologie ..."

Wenn Sie der Meinung sind, daß elterliche Hinwendung zum eigenen Nachwuchs und dessen unbedingte Förderung als "reaktionäre Ideologie" anzusehen sind, dann ja und mit Stolz.
Mit den totalitären Ansichten der linken Schulgestalter, nicht nur in der Gesamtschule - vulgo B-Minus Hauptschule, konnte ich noch nie etwas anfangen.
Das Einzige, das ich meinen Kindern geben kann ist die bestmögliche Unterstützung beim Start ins Leben.
Das schließt das Konzept der Schmidtschen Gesamtschule aus.
Ich nehme meine Aufgabe als Vater ernst und werde meine Kinder daher nicht einer dummen Gleichmacherschule überlassen.

DANKE!
Mehr gibts dazu nicht zu sagen!
Und sobald die Kids aus der Pubertät draußen sind (und somit wieder zu klardenkenden Menschen werden... [in der Pubertät waren wir doch alle kleine Monster ;-) ]) und die Schule hinter sich haben werden die euch danken!

Hehehe, genau das denken sich die allermeisten anderen ach so egalitären Eltern auch, wenn es ans Eingemachte (die Schulwahl für die Sprösslinge) geht. Und der Staat will auch kein Geld in die Hand nehmen.
Das wird wohl nichts mit einer vernünftigen Schulreform.

Schreiben & Schaffen

Auch wir haben einst schreiben gelernt, uns dabei geplagt, und zeitweise herumgeschmiert wie der Hahn am Mist. Heutzutage muss das Ganze natürlich, wie fast alles, zu einem pädagogisch-psychologischen Problem aufgeblasen werden, damit sebsternannte "ExpertInnen" ihre Existenzberechtigung rechtfertigen können.

Wenn man in der Schule mit dem Schreiben beginnt, sollte man doch im Normalfall sowieso schon geübt sein im Umgang mit Schreibwerkzeugen, nämlich schlicht durch das Zeichnen. Da kann schon viel Vorarbeit geleistet werden und ich kann mich auch noch an meine eigenen Kindergartenzeit erinnern, wo immer wieder mal speziell Zeichenübungen gemacht wurden, die einen auf das Schreiben vorbereiten sollten, einfach indem man zB gezielt Kreise zeichnete etc. Dadurch bekommt man schon ein Gefühl dafür und gewöhnt sich an die grundlegenden Bewegungsabläufe.

Ein köstlicher Satz...

... "ich kann nichts üben, was ich nicht kann"...mag schon sein, dass sie das nicht kann, aber generell kann ich nichts können, was ich nicht übe! Das gilt sowohl für das Schreiben. als auch für viele andere Tätigkeiten und Kenntnisse, die man im Lauf der Zeit erwirbt. Es fällt auf, dass sich immer mehr "Experten" über die Kinder hermachen und die Ergebnisse immer schlechter werden.

dann müssen die halt a "wii- Füllfeder" erfinden ;D

Achso jetzt könnens schreiben auch nicht mehr die Bangert. Was kommt als nächstes? Sitzen? Stehen, Essen, Laufen? (ok, mit dem Laufen tun sich auch schon viele schwer.)
Ich frag mich wie aus allen vorangegangenen Generationen ohne Frau Körner etwas werden konnte.

Es gibt einen hohen Prozentsatz in unterschiedlichen Bereichen ziemlich depperter Menschen.

Nur weil ein paar durchgekommen sind wie geplant, heißt das nicht, dass man nichts verbessern kann.
Es geht auch um Entfrustung, es geht drum, zufriedene Menschen aus zufriedenen Kindern zu machen.

Wie viele zufriedene Menschen kennen Sie?

Naja....

......ob es das lesen/schreiben lernen ist und war welches Leute unzufrieden macht? Etwas einfache uns sozialromantische Sicht der Dinge.

Das wäre tatsächlich eine Sichtweise, die viele Faktoren unbeachtet ließe, die man immer beim jeweiligen betrachteten Individuum, dessen Grund fürs Unglücklichsein man finden möchte, betrachten muss.
Zum Glück habe ich sie nicht.

Ich verstehe nicht genau, worauf Sie hinauswollen.

Es geht auch um Entfrustung, es geht drum, zufriedene Menschen aus zufriedenen Kindern zu machen.

Dann ist der Weg, die motivierten zu demotivieren, aber der falsche Weg.
Nur ist das leider der Weg der Schmidtschen Gesamtschule.

Na schauen Sie sich die vorangegangenen Generationen einmal an.

Mit den durchschnittlichen Schreib und Lesefähigkeiten unserer Großelterngeneration wäre man im heutigen beruflichen Alltag wahrscheinlich dem Untergang geweiht. Frau Körner repariert nur Schäden, die Handy, Tastatur und Vernachlässigung an der Schreibfähigkeit der Kinder verursachen.

Es ist viel, viel einfacher.

Schreiben muss in der Schule zu etwas gemacht werden, das wie "Atmen" ist: nicht etwas gestelzt zu Erlernendes, sondern etwas Natürliches. Etwas, womit das Kind groß wird. Etwas, das zu seinem Erfahren der (schriftlichen) Umwelt dazu gehört. Der Computer gehört nicht dazu - deshalb gehört er auch in den ersten Klassen nicht in den Unterricht -, ebenso nicht der Taschenrechner.

Schreiben muss sinnlich erfahren werden, und das in der ersten Schulstunde. Einen Stift in die Hand nehmen und einen "Spazierstock" malen: damit beginnt das Schreiben. Alles Herumgerede ist nutzlos und führt zu gar nichts.

Deshalb muss der Lehrplan auf Schreiben, Lesen, Rechnen ausgerichtet sein - und nicht auf Spielen in der 1. Klasse. Schule ist kein Spiel.

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