Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Belhaj im Interview. Screenshot Al Jazeera.
Sirte, Bani Walid, Sabha? Die Welt fragt, wo Gaddafi steckt und Abdel Hakim Belhaj meint, die Antwort zu wissen. Der Chef des Militärrats der libyschen Rebellen, Abdelhakim Belhaj, sagt, ihm liegen Anhaltspunkte über den Aufenthaltsort des ehemaligen Machthabers vor. Und dass es im Grunde nur mehr eine Frage der Zeit sei, "ohne Zweifel, wir werden ihn kriegen." Außerdem stehe er mit dem jüngsten Sohn Gaddafis, Saadi in Kontakt. Saadi wolle sich im Gegensatz zu seinem Bruder, Saif al-Islam, der Revolution anschließen und bald nach Tripolis kommen und die Bedingungen seiner Kapitulation verhandeln, verkündet er.
Abdelhakim Belhaj, der neue Militärchef, hat sich einen Namen bei der Befreiung der Hauptstadt Tripolis gemacht. Aber Belhaj ist schon viel länger bekannt, etwa unter dem Namen Abu Abdullah Assadaq. Denn der libysche Revolutionsheld, der heute an der Seite der Rebellen und der NATO gegen Gaddafi kämpft, diente zuvor als Befehlshaber, als "Emir" der von ihm in den Neunzigern mitgegründeten "Libyschen Islamischen Kampfgruppe" (LIFG).
Libysche Islamische Kampfgruppe
Einer Organisation, die in den 1990er Jahren von libyschen Mujaheddin gegründet wurde, die in Afghanistan gekämpft und mit einem Plan in ihr Land zurückgekehrt waren. Ziel war der Sturz Gaddafis und die Errichtung eines islamistischen Staats in Libyen. Die Gruppe soll früher von Abu Laith al-Libi kommandiert worden sein, einem hochrangigen Al-Kaida-Führer in Afghanistan. Er soll ein Trainingslager für Terroristen geleitet haben und ein wichtiges Bindeglied zwischen Al-Kaida und den Taliban gewesen sein. Al-Libi wurde 2008 durch eine US-Drohne getötet. Die USA setzte die LIFG nach den Anschlägen vom 11. September 2001 als Teil der Al Kaida auf die Liste internationaler Terrororganisationen.
Von der Kampftruppe zur Bewegung für Veränderung
Laut der arabischen Zeitung "Al-Sharq al-Awsat" ("Mittlerer Osten") kämpfte Belhaj 1988 in Afghanistan gegen sowjetische Truppen und lebte anschließend in Pakistan, der Türkei, dem Sudan und in Asien. 2004 soll er in Malaysia festgenommen, von der CIA in Thailand verhört und anschließend in ein Gefängnis zurück nach Libyen ausgeliefert worden sein. Wo er genau gefangen und wie er nach Libyen gebracht worden ist, ist allerdings nicht näher geklärt.
Gaddafi, auf Kriegsfuß mit den traditionellen islamischen Institutionen und Bewegungen des Landes, hatte nach einem Aufstand der "Libyschen Islamischen Kampfgruppe" 1996 in Bengasi 1800 Mitglieder hinter Gitter bringen lassen. 2007/2008 entließ er einen Großteil wieder, nachdem sie ihrer Ideologie abgeschworen hatten.
Die weiter inhaftierten LIFG-Führer arbeiteten fortan mit Teilen der Regierung an einer neuen Ideologie. Unter dem Versöhnungsprogramm des Gaddafi-Sohns Saif al-Islam handelte Belhaj, "Emir" der Bewegung, im Gefängnis die Freilassung von verhafteten Gesinnungsgenossen aus und wurde selber im März 2010 aus der Haft entlassen. Mit Ausbruch des Bürgerkriegs in Libyen schloss sich die LIFG dem Übergangsrat der Rebellen an und verpasst sich einen neuen Namen, "Islamische Bewegung Libyens für Veränderung". Heute hat sich die Bewegung organisatorisch von der Al Kaida getrennt.
Reaktionen
Laut "Al-Sharq al-Awsat" spielte die LIFG eine Schlüsselrolle beim Sturz des Gaddafi-Regimes. Etwa 800 Mitglieder der Gruppe sollen sich auf Seiten der Rebellen unter Führung von Belhaj an den Kämpfen beteiligt haben.
Anna Murison, Islamismus-Expertin des Think-Tanks Exclusive Analysis in London, sagte gegenüber Reuters, dass das nicht als Signal für eine Öffnung gegenüber der Al Kaida in Libyen zu werten sei. Noman Benotman, Mitarbeiter des Quilliam-Think Tanks, sieht das ähnlich. Noman Benotman war selbst einer der Köpfe der militanten Libysch-Islamischen Kampfgruppe und schwor nach den Anschlägen vom 11. September dem Terror ab. Er distanzierte sich fortan in mehreren öffentlichen Briefen an die Al-Qaida-Führer von deren Zielen. Heute gilt er als einer ihrer prominentesten Kritiker und renommierter Libyen-Kenner.
Es fänden sich zwar "al Qaeda-style-Gotteskrieger" unter den Rebellen, sie stellten aber die Minderheit dar, so Benotman. "Im Gegenteil, Belhajis ‚Islamische Bewegung Libyens für Veränderung‘ haben die Idee eines neuen demokratischen Libyens akzeptiert und wollen sich im weiteren politischen Prozess in der Zeit nach Gaddafi engagieren und daran teilnehmen." Eben weil sie das demokratische System akzeptiert haben und sich heute abgrenzen von extremen Gotteskriegern wie jenen der Al Kaida, könnten sie nicht mehr als "Gotteskrieger" bezeichnet werden, sagte Benotman.
Vom Terroristen zum Demokratie-Aktivisten
US-Außenministerin Hillary Clinton erinnerte den Nationalen Übergangsrat der Aufständischen derweil daran, dass eines ihrer Bekenntnisse ein klares Ablehnen jeder extremistischen Gewalt sei. Die Rebellen selbst haben die ehemaligen LIFG-Mitglieder schon länger nicht mehr als Terroristen eingestuft. Jeder, der sich für die politische Neugestaltung des Landes einsetze, sei ein "Demokratie-Aktivist".
Der ehemalige Afghanistan-Kämpfer Abdel Hakim Belhaj selbst versucht sich in milden Tönen: "Alle, die sich jetzt ergeben, erhalten einen fairen Prozess nach internationalen Normen", sagt er über loyale Gaddafi-Anhänger. Er glaubt, einige wichtige Köpfe der ehemaligen Regierung würden sich bald ergeben. Und Gaddafi? Unwahrscheinlich, meint Belhaj, aber würde er aufgeben, würde auch er fair behandelt werden. (fin, derStandard.at, 1.9.2011)
Proteste nach Bombenanschlag in Bengasi – Premier Zidan warnt vor Destabilisierung
Spindelegger-Sprecher: Im Ministerrat bereits beschlossen
Außen- und Justizministerium blockiert
Autobombe explodierte nahe Spital
US-Botschafter und drei weitere Amerikaner starben im September bei Angriff auf Botschaft
Vorübergehende Maßnahme wegen Belagerung von zwei libyschen Ministerien
Milizen fordern schon seit Sonntag die Entlassung von Gaddafi-Anhängern aus dem Staatsdienst
Regierungschef Zeidan bat Al-Barghati im Amt zu bleiben
Erste Attacke auf diplomatische Vertretung in Libyens Hauptstadt - Mehrere Verletzte
Proteste gegen bewaffnete Belagerer und Gaddafi-Getreue eskalieren
Mindestens zwei Verletzte - Behörden gehen von Autobombe aus
"Hürriyet": Genug Waffen, "um einen Krieg zu beginnen"
Ägypten und Marokko liefern verhaftete Mitglieder des alten Regimes an Libyen aus
Libysche Armee berichtet von zwei Toten
Großbritannien, Deutschland, die Niederlande und Kanada fordern ihre Bürger zum Verlassen der Stadt auf
Al-Magariefs Wagen nach einer Sitzung des Parlaments unter Beschuss geraten
Diplomat übersteht Angriff in libyscher Hafenstadt unverletzt
Libyens Außenminister in Wien - Sorge über Sicherheitslage im Osten des Landes
Aufruf zur "Revolution" - Ehrgeiziger Zeitplan für den politischen Prozess wird nicht eingehalten
Ehemalige Milizsoldaten fordern Pilgerfahrt und Häuser, Regierung bietet Autos und Wohnungen
US-Präsident sagt Umsetzung aller Verbesserungsvorschläge zu
Früherer Gaddafi-Gegner Belhadj: Briten sollen an Auslieferung an Libyen beteiligt gewesen sein
Zwei weitere Ägypter bei Vorfall in Provinz Misrata verletzt
Miliz-Kämpfe rund um Gasförderanlage im Nordwesten
Bei dem Angriff auf das Konsulat starben Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Bürger
Kommt man sich nicht unglaublich dumm vor, solche Sachen den Menschen verkaufen zu wollen?
Man kennt sich nicht mehr aus: Al Quaida in Afghanistan = böse
im Irak = böse
in Libyen = Demokratie-Aktivisten?
Diesen Sulz können wirklich nur mehr Minderbemittelte glauben. Aber man sieht: Politiker und Medien sind sich für nichts zu blöd. Auch eine Erkenntnis, wie die, dass es immer ein Paar geben wird, die einfach alles glauben:
Terrorist = Demokratie-Aktivist
Töten schafft Gerechtigkeit
Bomben und Krieg schützt Zivilisten
Überwachung schützt den Bürger
...
ein neuer Duden ist gefragt, bei so vielen neuen Bedeutungen von Worten: Terrorist = Demokratie-Aktivist, aber gut, Obama als Kriegshetzer und somit Massenmörder ist auch FNPT;(
Der "SPIEGEL" hat die "Stasi"-Zentrale Ghadaffis ausgemacht, recht lustige Fotos, z.B. der vom "Operation Room", in dem maximal 6 Menschen arbeiten und sich anschauen können. Die "Spiegel-Journalisten" haben da noch schnell leere Kartons und Mäuse raufgestapelt, aber leider die Stromversorgungen und die Netzwerktechnik vergessen, so dass Ghadaffis Stasi-Schnüffler nur Mäuse zur Überwachung hatten.
Eine ziemlich perfide Überwachungsmethode!
http://www.spiegel.de/fotostrec... 72398.html
das, worüber andere Medien schon seit einer Woche berichten, nachzuplappern. Allerdings wird der gute Mann, ja jetzt als Nationalheld dargestellt. Frankreich und seinem CIA Agenten Sarkozy ist nichts zu dreist, um an 35% des lybischen Öl´s zu kommen. Sogar die Bewaffnung und wirtschaftl. Hilfe von Söldnern u. Terroristen, die vor Monaten noch gesucht wurden, wird uns als Kampf gegen Gadaffi verkauft. Daß der zum Großteil noch immer unbekannte "Rat", ebenfalls zu großen Teilen aus Al Quaeda Persönlichkeiten besteht und dieser "Rat" nicht mal in Lybien ist (Jalil wird tägl. trotz Flugverbotszone aus der Türkei eingeflogen), weil er dort keine Unterstützung hat, und die Mitglieder um ihr Leben fürchten müssen, wird hier verschwiegen.
etwas abgemildert zwar aber immerhin.
vor nicht allzulanger zeit hat man gadaffis warnungen als propaganda abgeschmettert - nun plötzlich sind diese radikalisten die "guten" daran sieht man wie heuchlerisch die ganze sache mit revolution aufgezogen ist.
Wenn die Amis schon bei UN und NATO das Sagen haben, dann werden sie wohl auch den CIA kräftig einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen.
Wenn der CIA sich schon in Modriach um das Sichtgerät der Freiwilligen Feuerwehr kümmert, um wie viel mehr wird er wohl dann investieren, um Lybien zum IWF zu bringen und die Multis an die Ölquellen?
http://www.thenewamerican.com/world-mai... over-libya
Egon Matzner hat schon 2000 die Misere gesehen:
http://www.renner-institut.at/download/... atzner.pdf
Unter der Regie von Gaddafi-Sohn Saif al-Islam hatte Tripolis ein Resozialisierungsprogramm für Militante geschaffen. Der LIFG-Chef und andere Dschihadis wie Vordenker Abu Mundhir al-Saadi oder Militärfachmann Khalid al-Scharif kamen frei. Belhadsch und viele andere der 1800 inhaftierten LIFG-Militanten distanzierten sich zuvor vom bewaffneten Kampf. Zum Beleg veröffentlichten sie ein "Korrektur-Dokument" für einen Dschihad mit friedlichen Mitteln.
http://www.sueddeutsche.de/politik/n... -1.1138024
#Libya FF RADIO: MUTASSIM GADDAFI HAS EXECUTED 11 PEOPLE IN SIRTE THIS EVENING WHO ATTEMPTED TO NEGOTIATE SURREN...
http://thelibyanrevolution.tumblr.com/post/9707... -people-in
Im Moment ist interessanter was sich auf der Nehmer Konferenz der 60 in Paris abspielt,
aber unsere Medien erachten dies wohl als dem Volk nicht zumutbar, dabei ist absolut klar dass dort gerade jetzt alle Nachrichtenagenturen vertreten sind.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.