Korruptionsstaatsanwaltschaft

"50.000 Seiten wollen einmal durchgearbeitet werden"

Interview | Rosa Winkler-Hermaden, 1. September 2011, 15:22
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    foto: apa/markus leodolter

    "Das konzentrierte Know-How wird dazu führen, dass diese Fälle wesentlich konzentrierter bearbeitet werden können."

Projektleiter Georg Stawa über die Arbeit der neuen Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft

Mit 1. September nimmt die neue Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ihre Tätigkeit auf. Mehr Personal, aber auch das "Stopfen der Lücken" im Gesetz sei nötig, um Korruption in Österreich effizient bekämpfen zu können, sagte Walter Geyer, der Leiter der neuen Staatsanwaltschaft, bei der Eröffnung. Justizministerin Beatrix Karl nannte die Korruptionsbekämpfung als ihr "erklärtes Ziel", die neue Staatsanwaltschaft solle die "Speerspitze" dafür sein.

Warum die neue Staatsanwaltschaft mit nur 15 statt 40 Staatsanwälten startet, welche Neuerungen es im IT-Bereich gibt, und ob die Verfahrensdauer tatsächlich verkürzt werden kann, sagt Georg Stawa, Projektleiter bei der Umsetzung der neuen Staatsanwaltschaft, im Interview mit derStandard.at.

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derStandard.at: Die neue zentrale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen und Korruption wurde eröffnet. Wie lange haben Sie an der Umsetzung gearbeitet?

Stawa: Vom Gesetzesbeschluss im Herbst vorigen Jahres bis zur Eröffnung hat es gut acht Monate gedauert. Aber das Projekt ist noch nicht abgeschlossen, die Behörde wird weiter ausgebaut. Aus den Modellen, die wir für die neue Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft entwickelt haben, wollen wir außerdem standardisierte Modelle für alle anderen Strafverfolgungsbehörden ableiten.

derStandard.at: Was waren die größten Herausforderungen?

Stawa: Die größte Herausforderung bestand in der Erarbeitung von Standardabläufen zur Bewältigung von umfangreichen und komplexen Verfahren. Im Bereich der IT wollten wir dazu neue Lösungen finden. Wir haben mit sehr komplexen Fällen umzugehen, müssen sehr große Datenmengen sehr rasch untersuchen und verknüpfen können. Wir wollten den Staatsanwälten ermöglichen, sich in wirklich großen und umfangreichen Verfahren sehr rasch einen Überblick verschaffen zu können. Dafür haben wir neue Standardabläufe entwickelt und verwenden ganz neue Softwaretools.

derStandard.at: Was können die Tools?

Stawa: Man muss davon ausgehen, dass alle Informationen, die die Polizei sammelt, in klassischer Papierform zur Verfügung stehen - etwa in Form von Einvernahmen, oder elektronisch - zum Beispiel im Fall gesamter Buchhaltungen. Das Problem ist, dass Akten Umfänge von 50.000 Seiten haben. Trotzdem muss man A mit B verknüpfen können. Genau dort setzt diese Software an, dass man während des Durcharbeitens des Inhalts Verknüpfungen nach Personen, Fakten, Zeitschienen vornehmen kann. Diese Verknüpfungen kann man dann auswerten lassen. Das nimmt einem das Programm ab. Man kann wesentlich schneller Sachverhalte identifizieren und je nach strafrechtlicher Relevanz zur Anklage bringen oder einstellen.

derStandard.at: Bisher wurden diese Akten händisch durchgearbeitet?

Stawa: Ja, im Prinzip schon. Natürlich gab es Unterstützung durch Software, aber da reden wir von normalen Office-Anwendungen, in Einzelfällen gab es gesonderte Unterstützung. Jetzt ist es möglich, umfangreiche Datenmengen zu strukturieren . Ich kann auf den Inhalt durch einen Filter, durch eine Lupe sehen.

derStandard.at: Die Korruptionsstaatsanwaltschaft startet mit 15 Personen, ursprünglich hieß es, benötigt würden 40. Warum diese Personalknappheit?

Stawa: Der Gesetzesbeschluss zur Einrichtung der Behörde stammt vom Oktober 2010. Die Ausbildung von Staatsanwälten dauert mindestens vier Jahre. Dazu kommt, dass wir den Staatsanwälten bei der WKStA einer Spezialausbildung in Form von zertifizierten Lehrgängen in Zusammenarbeit mit Universitäten ermöglichen. Daher benötigt man eine gewisse Vorlaufzeit.

Wir haben jetzt bereits 15 gut ausgebildete und hoch motivierte Spezialisten zur Verfügung, deren Zahl laufend angehoben werden wird.

derStandard.at: Was unterscheidet die Arbeit in der WKStA von anderen Staatsanwaltschaften?

Stawa: Die Fälle sind sehr komplex und umfangreich bzw. politisch sensibel. Daher auch von besonderem Interesse für die Öffentlichkeit. Die Fälle sind langwieriger in der Bearbeitung, dauern naturgemäß länger. Man ist auch nicht von ständigen Erfolgserlebnissen gekrönt. Man muss damit leben können, monatelang einen Fall zu bearbeiten bis über eine Anklage oder Einstellung entschieden werden kann.

derStandard.at: Welchen Anreiz gibt es, um sich hier zu engagieren?

Stawa: Die Fälle der WKStA sind sehr interessant und vielschichtig. Zusätzlich haben wir ein neues System bei der Unterstützung eingerichtet, die sogenannten Team-Assistenten. Sie sollen für eine größere Flexibilität bei der Unterstützung eines Staatsanwaltes sorgen. Ein Staatsanwalt arbeitet nicht alleine, sondern ist in der Lage Teams zu bilden, die sich auf ganz bestimmte Aufgaben konzentrieren. Wir können hier zum ersten Mal Finanzexperten einsetzen - direkt in der Behörde, die Vorerfahrungen im Bereich Großbetriebsprüfung haben.

Sie stehen uns als Haussachverständige zur Verfügung. Wir müssen Akten zur Analyse nicht mehr in jedem Fall außer Haus geben und monatelang darauf warten. Der Staatsanwalt kann mit den Experten im Haus gleich parallel daran arbeiten.

derStandard.at: Die Erwartung ist jetzt, die Verfahrensdauer zu verkürzen?

Stawa: Das konzentrierte Know-How wird dazu führen, dass diese Fälle wesentlich konzentrierter bearbeitet werden können - mit noch besserem Sachverstand und Experten Know-How, als das in der Vergangenheit der Fall war, daher auch effizienter und kürzer. Das bedeutet aber nicht, dass jedes Großverfahren in zwei Monaten erledigt ist. 50.000 Seiten wollen vom Staatsanwalt einmal durchgearbeitet werden. (rwh, derStandard.at, 1.9.2011)

GEORG STAWA ist Leitender Staatsanwalt und Abteilungsleiter in der Präsidialsektion im Justizministerium.

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Österreichische Verbrecher Partei !
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Die Italiener wissen, dass es eine Mafia gibt, wir Österreicher vertrauen immer noch "der Insel der Seeligen" Schüssel hat DIE MAFIA installiert, und wir wollen das nicht wahrhaben!

Jeder ist jedem dienstbar, ein dichtes mafioses Netz verhindert Aufklärung!! Proksch war ein Verbrecher der ein System nutzte. Jetzt haben wir eine MAFIA die die Politik korrumpiert und ERPRESST! Wichtige Teile der Bürokratie sind gemeinsam mit hohen Politikern in einem bisher unbekannten Ausmaß bereit, die Aufklärung dieser Verbrechen zu behindern und die Verantwortlichen zu schützen. Von den Spitzen der Polizei bis zur Oberstaatsanwaltschaft existiert ein dichtes Netz aus Beziehungen. Der Oberstaatsanwalt ist dem Minister, der Minister dem Polizisten und der Polizist dem Polit- Verbrecher dienstbar. Österreich ist im Würgegriff einer offensichtlichen Mafia und da waren schwarze und blaue Mafiosi beteiligt. DAS MUSS MAN STOPPEN SOFORT KStA

Gerhard Kreuzer1
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Willi Molterer soll für einen oberösterreichischen Fußballverein bei der Telekom einen niedrigen fünfstelligen Werbungs-Auftrag,

also Sponsoring im Gegenzug für Werbung erbeten haben. Wenn das rechtswidrig ist (was es nicht ist), dann ist das um ein Vielfaches größere Sponsoring der Verbund-Gesellschaft bei der Wiener Austria um ein Vielfaches schlimmer. Denn die größte österreichische Stromfirma wirbt ausgerechnet bei jenem Verein, bei dem der Abgeordnete, Gewerkschafts-Boss und vor allem SPÖ-Energiesprecher Wolfgang Katzian Präsident ist. Aber über die Werbung auf den Dressen von Sierning wird geschrieben, über jene der Austria nicht. Noch größer ist der Betrag, den Wiener Gemeindebetriebe Rapid an Geldern zuschieben. Und Präsident von Rapid ist.....

Der Kluge
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50.000 Seiten?
Meine Güte, könnt ihr euch nicht kürzer fassen?

Meine klugen Beiträge sind in wenigen Zeilen auf den Punkt gebracht! Für was brauchen die 50.000 Seiten?

Plato
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Man muss auch einmal etwas Positives ueber Oesterreich sagen:

Die Leute duerfen bei uns immerhin arbeiten und Beweise sammeln, bevor dann die Verfahren verschleppt oder niedergeschlagen werden.
In Mexiko werden unerwuenschte Aufdecker sofort ermordet !

Kritiker1A
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"Man muss damit leben können, monatelang einen Fall zu bearbeiten bis über eine Anklage oder Einstellung entschieden werden kann."

"Die Fälle sind sehr komplex und umfangreich bzw. politisch sensibel. "

Bis die Politik Halt schreit ist wohl eher gemeint.

aktuelle Epoche: DesInformationszeitalter
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Eurofighter: 100 Mio. Euro Schmiergeld?

jetzt wird es heiß:

http://kurier.at/nachricht... 147719.php

Trollblume
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Vielleicht kommt ja bald noch was dazu:

http://reimon.net/2011/09/0... h-gedeckt/

verleih nix
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bei der aktuellen unzahl an övp-skandalen in diesem bereich wird das weisungsformular für die frau minister hoffentlich in angemessener auflage vorbereitet

Kritiker1A
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Das Problem ist ja es Bedarf da gar keiner Weisungen, weil die parteisoldaten ja in allen Behörden vertreten sind, also die Parteischergen auch in der Korruptionsstaatsanwaltschaft sitzen!

Vieles geschieht auch im sog. vorauseilendem Gehorsam!

Wieviele Leute sind schon bereit gegen echten (auch unsichtbarem) Widerstand etwas zu machen, da kassiert man leiber sein Gehalt und macht wie erwartet oder gewünscht. Das Gehalt ist ja nicht Erfolgsabhängig!

Ahnungs Loser
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Stawa ist mal ein guter name für einen STaatsAnWAlt

system1
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50.000 Seiten wollen einmal durchgearbeitet werden"...

sie meinen: ein einziger 1gb-usb stick.... in sekunden durchsuchbar.....

Effektiv vorlaut
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Einer, der gar nicht weiss, was sinnerfassendes Lesen ist,

hat auch keine Probleme damit, gell ?

edurkheim
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Das Problem sind nicht die dicken Akten

Wenn ein Hundstorfe meint er habe eine Anwesenheitsliste unterschrieben wo er eine Millardenhaftung unterschrieben hat dann ist alles ok.

Aber wenn eine Billa-Kasierein sagt, sie habe gemeint eine Anwesentheitslist unterschrieben zu haben, obwohl sie eine €100-Auszahlung ungerechtfertigt unterschreiben hat dann kriegt sie gleich noch einmal 2 Monaten drauf wegen mangelnder Schuldeinsicht.

Selbständiger
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Das Problem ist, dass Akten Umfänge von 50.000 Seiten haben

Nein, dass Poblem ist, egal wie viele Beamte diese Witzabteilung haben wird, dass wegen politischer Einflussnahme, zum Beispiel ein Dieb und Betrüger straffrei bleibt weil er erklärt, dass sein PC nach einem Absturz alle Daten verloren hätte.

Wie viele Beamte würde es brauchen, dass einer die Sicherungsstände sicherstellen lässt und auswertet?

So geschehen im BAWAG-Fall, wo mit dem veruntreutem Geld, die SPÖ ihre Wahlkampfschulden zurückgezahlt hat. Ob das politische Diebsgesindel einer Behörde mit fünf oder fünfzig abhängigen und ebenfalls korrupten Beamten sagt, was diese zu tun und vor allem zu unterlassen hat, kommt auf das Selbe hinaus.

Eine Parteienfeigenblattbehörde, bei der die Verbrecherparteien das Weisungsrecht haben.

Politiker sind Gauner!!
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?????

mich laust der affe... ne behörde die arbeiten will.... das in österreich..... mit schwarzen parteisoldaten pffff wie soll das gehen

sawi48
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Der Name Geyer bürgt

für Qualität. Zu AKH-Zeiten auch noch Partik-Pablé, was sich zwischenzeitlich ziemlich geändert hat.

thequickbrownfox
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"neues System bei der Unterstützung..."

"...die sogenannten Team-Assistenten"
gratuliere!

Michail Bakunin
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Och, die über 200.000 (!) Aktenseiten gegen die TierschützerInnen waren ja auch kein Problem...

. Kramar
 
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Naja, irgendwie schon. Der ganze Prozess hat ewig gedauert, und letztlich zu Freisprüchen geführt - also nicht zum Erfolg für die Staatsanwaltschaft.

##V+##
04
Genau darauf setzen die Banditen in den obersten Politetagen:

Auf die Unmöglichkeit, allein die Aktenlage ihrer dokumentierten Verbrechen den rechtsstaatlichen Kriterien gemäß aufzubereiten.

Der Erfolg gibt ihr recht, dieser großkotzigen Schweinebande.

p1234
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Immer dieses Gelabere von den achsovielen Seiten an Akten die man durcharbeiten müsste. Bullshit.

Wenn diese Akten ordentlich organisiert sind (und davon gehe ich aus), muss man sie nicht von vorne nach hinten durchlesen um sich einen Überblick zu verschaffen. Urteile werden nicht auf Basis von Details gefällt, sondern auf Basis von Gesamteindrücken.

Es braucht z.B. bestimmt keine 50,000 Seiten um zu entscheiden ob Walter Meischberger etwas angestellt hat. Dazu braucht es saubere Ermittlungsarbeit und den Mut nicht wegzusehen. Daran mangelt es in Österreich leider schwer.

Es kotzt mich an wenn sich Staatsanwälte ständig hinter dieser "es ist doch alles so kompliziert" und "aber die Akten sind doch sooo lang" Ausrede verbarrikadieren.

Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein!
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"Wenn diese Akten ordentlich organisiert sind (und davon gehe ich aus), muss man sie nicht von vorne nach hinten durchlesen um sich einen Überblick zu verschaffen."

Auweia, was manche Leute so alles glauben...

misch
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die Seiten müssen bis ins letzte Detail studiert werden um eine solide Anklage aufzustellen.

Nur weil ein paar "schwarze" und andersfärbige Schafe die Unschuldsvermutung ausnutzen heist das nicht das sie schlecht ist. Es gehören nur drastisch härtere Strafen für Korruption her, vieleicht nicht so krass wie in China mit Todesstrafe aber lebenslänglich wär ein Anfang damit diese Leute mal kapieren das es sich nicht lohnt einen ganzen Staat und damit sein Volk zu bestehlen, denn nichts anderes ist das hier.

Dyl. Dog
 
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Wenn Sie das können, warum bewerben Sie sich dann nicht?
Es werden eh dauernd neue, gute Leute gesucht.

sloatvie
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Sie sind wohl JuristIN um das wirklich beurteilen zu können?

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