Apple-Zulieferer in China wegen Umweltverschmutzung am Pranger

1. September 2011, 14:01

Vorwurf: Konzern kümmert sich nicht um die Folgen

Zulieferer des US-Technologiekonzerns Apple in China verschmutzen dem Bericht mehrerer Umweltschutzgruppen zufolge sehr stark die Umgebung und gefährden damit die Gesundheit der dort lebenden Menschen. Apple wisse, dass bei der Herstellung seiner iPhones und iPads "enorme Mengen" von giftigen Abfällen anfielen, kümmere sich aber nicht um die Folgen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

"Mehr oder weniger stark"

Demnach suchten die Umweltschutzgruppen fünf Monate lang nach Beweisen und fanden 27 "mutmaßliche" Zulieferer des Konzerns, die sich die laxen Regeln in der Volksrepublik zunutze machten und die Umwelt "mehr oder weniger stark" verschmutzten. Apple selbst gibt die Namen seiner Zulieferer nicht preis, wie eine Sprecherin sagte.

Geschlossene Fenster

In dem Bericht wird etwa die Firma Meiko Electronics in Wuhan im Zentrum des Landes genannt, die Apple vermutlich mit Leiterplatten beliefert. Der See Nantaizi in der Nähe der Fabrik sei stark mit Schwermetallen verseucht. Ein weiteres Beispiel ist ein Werk des Apple-Zulieferers Foxconn in der nördlichen Provinz Shanxi, wo die Anrainer wegen der Abgase oft ihre Fenster geschlossen halten müssten. Auch die Firma Win Technology wird aufgeführt, die für Apple die berührungsempfindlichen Bildschirme für das iPhone4 liefert.

Einer der Verfasser des Berichts ist das Institut für Umweltfragen (IPE), gegründet vom Umweltschutzaktivisten Ma Jun, der 2006 vom "Time"-Magazin zu den hundert einflussreichsten Persönlichkeiten gewählt worden war. Ma sagte AFP, vielen Chinesen sei gar nicht bewusst, dass die Fabrik, neben der sie wohnten, für Apple produziere. Apple habe nie versucht, mit den Betroffenen zu reden. Nun habe der Konzern aber in Gespräche mit dem IPE eingewilligt. Die Apple-Sprecherin sagte, der Konzern verlange von seinen Zulieferern sichere Arbeitsbedingungen, eine respektvolle Behandlung der Beschäftigten und die Berücksichtigung des Umweltschutzes. (APA)

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Apple

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Posting 1 bis 25 von 39
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Dekkard
35
Ich bin mir ziemlich sicher...

...den Apple Usern ist das scheissegal. Hauptsache die Produkte schauen stylisch aus, und sind billig. Achso, billig sind die ja nicht, trotz "Made in China"...

anbax
01

Woher willst du denn wissen, ob dein Handy nicht auch Beiteile von diesem Zulieferer (Meiko Electronics) eingebaut hat? Meinst du, die produzieren nur für Apple exklusiv? Im Untersuchungsbericht wurden 22 Zulieferer (!) erwähnt, die die Umwelt schwer belasten. Man kann sich also ausrechnen, wie "sauber" Gadgets anderer Hersteller hergestellt werden. Apple wird nur deswegen hervorgehoben, weil das Medieninteresse halt sehr groß ist. Die anderen Firmen haben genau so Dreck am Stecken, was natürlich keine Entschuldigung sein darf. Irgendwann rächt sich unsere Erde schon und der Mensch mit seinen $$$ ist nur noch Teil der Geschichte.

Beiddenker
12
Apple wird deswegen hervor gehoben, weil Apple immer ...

... auf "Saubermann-Image" macht. Aber wie Sie richtig erkannt haben, unterscheidet sich Apple mit nichts von anderen Elektronik-Unternehmen, naja, außer halt dem "Saubermann-Image"-Marketing.

Peter G
12
"Die anderen Firmen haben genau so Dreck am Stecken"

Stimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Aber worüber regen Sie sich eigentlich auf ?

Dass dieser Bericht das "auch-so-saubere, blütenweisse" Image von Apple ankratzt ?

Geben Sie sich keiner Illusion hin !
Es gibt keinen rationalen Grund anzunehmen, dass die Produktionsbedingungen von Apple-Geräten besser sein sollten als die anderer IT-Produkte.

Damit müssen Apple-User halt genauso leben, wie alle anderen Handy-User .......

Mac1984
01

grundsätzlich würde ich es für angebracht halten, wenn der Abnehmer seine Lieferanten zu korrekten Arbeitsbedingungen und Umweltmaßnahmen auffordert. Da aber die meisten Konsumenten auf das Geld schauen, sind den Herstellern die Hände in der Auswahl ihrer Lieferanten gebunden. Dass solche Umstände ausschließlich toleriert werden, glaube ich nur bedingt. Was ich aber meine ist, dass sich in erster Linie die Gesetzgebung des jeweiligen Landes um die Abstellung der Mißstände kümmern muß, da es nicht Aufgabe des Abnehmers ist, dafür zu sorgen. In unseren Breiten kommen solche Dinge deshalb nicht vor (abgesehen von mafiosen Unternehmen), weil wir strenge Gesetze und Kontrollen für deren Einhaltung haben. Der Abnehmer eines in Europa hergestellt

Mac1984
00

Fortsetzung:

...hergestellten Teiles, braucht hier keine Anstrengungen zu unternehmen, wie es von Apple oder anderen Markenherstellern verlangt wird.

Es kann nicht Aufgabe eines Abnehmers sein, sich um die Einhaltung von Gesetzen eines in einem fremden Land angesiedelten Zulieferers zu kümmern. Außer: der Endverbraucher legt großen Wert darauf und bezahlt dafür einen Mehrpreis. Spätestens hier kommen alle wieder auf die Welt.

Gefährliches Halbwissen
01

Zitat: "Es kann nicht Aufgabe eines Abnehmers sein, sich um die Einhaltung von Gesetzen eines in einem fremden Land angesiedelten Zulieferers zu kümmern."

.. jo mei, a wos kümmert mi Kinderoabeit. Soll'n si de Chines'n um des scher'n. Mi geht des nix au. Hauptsoch i kau mit mein Eifon einedrahn.
<Ironie Ende>

Mac1984
12

Du machst Deinem Nick alle Ehre!

Gefährliches Halbwissen
12

Sie aber auch, mein lieber Apple-Kerzlschlucker ;-)

opryde
31

na dann kübel einmal schön deine fetzen von h&m, esprit & co!

Beiddenker
12
Wer kauft denn dort ein?! - Naja, wenn man in so eine Filiale hinein schaut ...

... sieht man es eh gleich: 20 jährige denen weiße kabel aus den Ohren hängen.

Peter G
04
"Es kann nicht Aufgabe eines Abnehmers sein, sich um die Einhaltung von Gesetzen eines in einem fremden Land angesiedelten Zulieferers zu kümmern."

Das ist der Freibrief auf den Addidas, Nike, H&M, Puma, und viele andere Unternehmen sehnlichst gewartet haben.

Bei denen kommen Sie jetzt sicher auf die Ehrentafel, an erster Stelle versteht sich.

Mac1984
00

dumme Sprüche helfen hier auch nicht weiter...

Ich habe mich nicht hinter die Produzenten gestellt, sondern bin lediglich der Meinung, dass in den jeweiligen Ländern die Gesetzgebung in erster Linie die Verantwortung trägt und für Veränderung der Situation zuständig ist.

Sind Sie sicher, dass alle Produkte die Sie kaufen oder in Verwendung haben Ihren Grundsätzen bez. Arbeitssituation und Umwelt gerecht werden? Gehen Sie mal in sich und Sie werden sehen, dass Sie zum Durchschnitts-Konsumenten gehören, dem das eigentlich egal ist, wenn nur seine Bedürfnisse befriedigt sind.

Sollten Sie aber nur Produkte in Verwendung haben, welched nachweislich nach bestem Wissen und Gewissen produziert wurden, dann Hut ab!

Peter G
12
Themenverfehlung & naiv !

1) Schulmeisterei ist auch fehl am Platz ("Gehen Sie mal in sich ...."), wenn auch Ihre Sorge um meine geistige und seelische Verfassung rührend ist.

Aber jetzt mal ernstlich:

2) Wie naiv sind Sie ?
Diese asiatischen Billigprodukte gibt es, weil sie von uns (Sie, ich, ...) nachgefragt werden und weil Unternehmen wie Apple (und viele andere) clever genug sind, daraus sehr großen Profit zu ziehen.
Jetzt her zugehen und einfach so zu tun, als gingen uns die Produktionsbedingungen nichts an, ist entweder furchtbar naiv oder einfach ignorant !

Und daran ändert auch nichts, dass wir in vielen Fällen keine realistischen Möglichkeiten haben, diese asiatischen Billigprodukte aus unserem Leben zu verbannen (ok, ein iPhone MUSS nicht sein .....)

Mac1984
00

ich habe nicht behauptet, dass uns die Produktionsbedingungen nichts angehen, sondern lediglich gemeint, dass zur Verbesserung der Situation auch das Produktionsland an seiner Gesetzgebung und Kontrolle etwas machen muss. Das bedeutet doch nicht, dass die anderen die Hände in den Schoß legen sollen und die Konsumenten weiter nach dem Motto "Geiz ist geil" leben!

Gefährliches Halbwissen
01
Themenverfehlung

Im gegenständlichen Artikel geht es um *Produzentenverantwortung*, nicht um Konsumentenverantwortung.

Ein Konsument weiß in der Regel *nicht* woher die Rohstoffe des Produktes stammen. Die Produzenten aber sehr wohl. Die Verantwortung auf die Konsumenten und Lieferantenländer abzuwälzen ist billig.

Produzenten können durch freiwillige Selbstverpflichtungen sehr viel bewirken. Das Programm ÖkoKauf Wien der Stadt Wien hat tiefgreifende ökologische Veränderungen in der europäischen Papierindustrie bewirkt.

Mac1984
01

"Ein Konsument weiß in der Regel *nicht* woher die Rohstoffe des Produktes stammen. Die Produzenten aber sehr wohl. Die Verantwortung auf die Konsumenten und Lieferantenländer abzuwälzen ist billig."

Es ist genau so billig, sich aus der Verantwortung stehlen zu wollen und den schwarzen Peter jedem anderen in die Schuhe zu schieben. Der Preisdruck geht auch vom Konsumenten aus und was er damit bewirkt, weiß er im Allgemeinen, wenn er nicht ganz hinter dem Mond lebt.

Ich bin gegen Kinderarbeit, Menschenausbeutung und Umweltverschmutzung und um dies in der Griff zu bekommen, sind ALLE gefordert also die Gesetzgebung des einzelnen Erzeugerlandes.

Beiddenker
11
Der Konsument hat de facto nur ein Mittel, kaufen oder nicht kaufen ...

... und solange genug Leute - im aktuellen Artikelbeispiel - Apple-Produkte kaufen, wird sich auch nichts ändern.

Gefährliches Halbwissen
00

Zitat: "...sind ALLE gefordert ..."
Da bin ich jetzt auch ganz Ihrer Meinung. :-))

Nur liest sich Ihr letztes Posting halt schon ein bisschen anders als Teile Ihres ersten Postings, wo Sie noch behaupteten: "Es kann nicht Aufgabe eines Abnehmers sein, sich um die Einhaltung von Gesetzen eines in einem fremden Land angesiedelten Zulieferers zu kümmern."

Mac1984
00

"Nur liest sich Ihr letztes Posting halt schon ein bisschen anders als Teile Ihres ersten Postings..."

Wenn man eine Meinung nicht immer gleich isoliert und einseitig interpretieren würde und den Verfasser damit katalogisiert und gleich mal zum Angriff geht, dann wäre vieles einfacher ;-)

Ich habe bei meinem ersten Posting schon darauf hingewiesen: "grundsätzlich würde ich es für angebracht halten, wenn der Abnehmer seine Lieferanten zu korrekten Arbeitsbedingungen und Umweltmaßnahmen auffordert.". Aber scheinbar war das nicht stark genug, um die Reizschwelle für das Verständnis meiner anderen Bedenken zu erreichen.

Mathias Steinlaus
 
12
... sind ALLE gefordert also die Gesetzgebung des einzelnen Erzeugerlandes.

Auch die Abnehmerländer wären gefordert, auf solch produzierten Produkte Strafzölle einzuheben.

Das einzige was mit der Auslagerung in Billiglohnländer passiert ist, ist die Steigerung des Konzernprofits. Die Produkte sind ja nicht automatisch um 50% günstiger geworden, nur weil die Produktion ausgelagert wurde.

Vergleichen wir die Lohnkosten in Europa mit zB China, dann muß man sich schon fragen, wieso die Konsumpreise dann doch noch so hoch bleiben.

Mehr Gewinnmaximierung für Konzern und Aktionäre.

anbax
11
Das ist China mehr oder weniger normal.

Ich durfte einmal auf einem Seminar erfahren, wie Energiesparlampen in China hergestellt werden bzw. wie dort mit den Giftstoffen umgegangen wird.... Ist wie in einem schlechten Film. Geiz ist eben nicht geil. Würde Apple das iPad "sauber" in der EU oder USA herstellen, müsste man wahrscheinlich den dreifachen Kaufpreis verlangen, aber die Leute meinen ja, es sei bereits mit 500 Euro überteuert.

Gefährliches Halbwissen
10

Und wie kommen dann Apple's Gewinnzahlen zu Stande, wenn die Gewinnspanne so gering sei und die Produkte ja überhaupt nicht überteuert??

voice, of the voiceless
00
Aja?

Kennst du den reellen (Zulieferer)-Preis eines iPhone's ?

Wohl eher nicht, denn sonst wüsstest du das die größte Spanne zwischen Produktion und Endverbraucher bei Apple liegt!

Derzeit kosten die Teile für ein iPhone4 um die 100€, wo der Rest hinwandert kannst du dir denken...

Denn selbst wenn der Zulieferer umweltschonen produzieren würde und dadurch die Produktion das doppelte kosten würde, (lächerliche 200€ für so ein Ding) würde man die Mehrkosten einfach an den Endkunden aufschlagen.

Die großen Konzerne sind einfach Profitgeil hoch 10 und da spreche ich nicht nur von Apple.

Die Gier und der fehlende Wille ist das Problem und nicht das solche Umstände einfach woanders "normal" sind.

Armin Bierbauer
00

1) Um die 100 Euro ist nicht richtig, ca. 135 Euro, und das ist lt. "Analysten". Darauf kann man nicht allzu viel geben. Wahrscheinlicher ist wohl "um die 200".
2) Der Grund wieso Apple die Teile so günstig kommen liegt an den Mengen die sie kaufen. Viel höher als bei anderen Firmen mit ungleich mehr verschiedenen Produkten.
3) Produktion, Verpackung und Transport kommt in der Gleichung mit den "um die 100" nicht vor. Auch wenn Arbeiter in China nicht viel verdienen, einen Anteil macht es aus.

Dass die Gewinnspannen bei Apple höher sind, halte ich nicht für verwerflich. Ist in vielen anderen Branchen auch so bei den Premium-Marken. Es steht ja auch jedem frei diese Produkte nicht zu kaufen. Apple geht's jedenfalls gut, anders als zB HP...

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