EZB

Traditionelle Wachstumsmodelle tragen nicht

1. September 2011, 13:43
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    Einer von 29 EZB-Rats- und sechs EZB-Direktoriumsmitgliedern schwört bereits dem "nicht tragfähigen" Wachstumsmodell ab

EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark: Krise weder in den USA noch in Europa vorbei - "Die Regierungslösung für ein Problem ist oft so schlimm wie das Problem selbst"

Alpbach - EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark lehnt das bis vor der Krise eingeschlagene Wachstumsmodell als "nicht tragfähig" ab. "Dieses Modell ist gescheitert, wir hatten über lange Zeit hohes Wachstum getrieben durch hohe Verschuldung", sagte Stark in Alpbach.

Die Krise sei weder in Europa noch in den USA vorbei, viele Staaten hätten lange Zeit über ihre Verhältnisse gelebt, sagte Stark. Es gebe heute keine andere Option als die Haushalte zu konsolidieren.

"Diese Krise hat mittel- und langfristige Auswirkungen und wird globale Trends verstärken, die sich schon vor der Krise gezeigt haben. Es gibt nicht nur Aufstieg, sondern auch Abstieg von Nationen."

Mit einer Wiedereinführung der Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken sei es nicht getan. Eine wesentliche Schwierigkeit sei aber "die Konzentration auf kurzfristige Lösungen", statt einer langfristigen makroökonomischen Wirtschaftspolitik. Dessen machten sich die Regierungen schuldig: "Die Regierungslösung für ein Problem ist oft genauso schlimm wie das Problem selbst."

Was die Finanzindustrie betrifft, so habe es 2008 nach dem Fall von Lehman vonseiten der G-8 den Vorsatz gegeben, kein Finanzinstitut, kein Produkt und keinen Markt unbeaufsichtigt zu lassen - mit dem Nachsatz "soweit angemessen". Dass es global nicht so weit kam, lag an unterschiedlichen Interessen auch der einzelnen Finanzzentren. Es gebe zwei Optionen: Entwicklungen zuzulassen wie in der Vergangenheit und dann die Scherben aufzulesen, wenn wieder eine Blase explodiert sei. Oder Prävention, die er, Stark, bevorzuge. Letztlich sei es eine politische Entscheidung, welches Geschäftsmodell von Banken verfolgt werde.

Der österreichische Vizekanzler Michael Spindelegger (V) lehnt die Zerlegung der Banken in Geschäfts- und Investmentbanken eher ab, weil die Banken auf die Investmenterträge angewiesen seien und ohne diese den Sparern nur geringe Zinsen zahlen könnten. EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla trat für das Verbot schädlicher Finanzprodukte ein. Man verbiete den Einsatz von Asbest als Baumaterial ja auch.

Auf Fragen nach den Gefahren, die mit dem Aufkauf von Staatspapieren südeuropäischer hochverschuldeter Staaten durch die EZB verbunden sind, meinte Stark, es gebe weltweit keine Zentralbank, die Papiere als Sicherheiten des jeweiligen Souveräns ablehne. Die EZB sei die Zentralbank von 17 Staaten und damit die von Griechenland genauso wie die von Österreich oder Frankreich. (APA)

Arno Niesner
 
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Schulden selbst sind nicht das Problem ...

... es sind die Verhältnisse zur Wertschöpfung. Wer sich die Grafik im Standard-Artikel http://bit.ly/n6JMKf genauer ansieht, wird erkennen, dass genau dieses Verhältnis zwischen Schulden und der Wirtschaftsleistung im Vergleich zu den bisherigen Krisen in den letzten 110 Jahren derzeit ein besorgniserregendes Ausmaß angenommen hat. Da ist für erprobte Maßnahmen kein Platz mehr. Und auf die vorausschauende Kreativität in der Politik war ja schon bisher kein Verlass, denn sonst wären die Industrieländer ja nicht ins aktuelle Schlamassel geraten.

Und damit liegt das eigentliche Problem beim mangelnden politischen Gestaltungswillen. Ein fortgesetztes Betoniererverhalten kann uns alle in einen Abwärtsstrudel reißen. Eliten inklusive!

Sidlo
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Von wegen: Das traditionelle neoklassische Wachstumsmodell

macht eine ganz klare Aussage, nämlich dass das einzige was langfristig das Wachstum ermöglicht der Technologische Fortschritt ist. Wachstum aufgrund von Schuldenmachen kann daher natürlich niemals nachhaltig sein: Irgendwann sind die Schulden so groß, dass keine neuen Schulden mehr gemacht werden können und dann bricht, wie momentan, das Kartenhaus in sich zusammen. Aber Schulden machen ist halt viel bequemer als technologischen Fortschritt zu fördern, Hauptsache man kann nach vorgegebenen Mustern weiterwursteln, altbekannte Lobbies bedienen und die
Schulden auf die nächste Generation verschieben, nach dem Motto: 'Nach mir die Sinnflut.'

z1302a
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10.9.2011, 11:00
technologischen Fortschritt gab doch!

aber die Umverteilung zu den Reichen hat die Lohnentwicklung real stagnieren lassen, die aktuelle private Nachfrage in den Industrieländern eingebremst (=Wettbewerbsfähigkeit erhöht) und die Sozialausgaben erhöht. Die Infrastrukturinvestitionen sind natürlich real gleich geblieben/gestiegen.
Zusätzlich sind die Investitionen über 10 Jahre in DE, US u AT gefallen, mE auch weil das Geld der Reichen in die Finanzmärkte geflossen ist. Dh weder in den Konsum noch in die Investitionen!

Da kommt man nur durch ein Gesamt-Paket heraus. Starks Position als CHEF-ÖKONOM bringt nicht mehr alsdie reduktionistische Mickey-Mouse Ökonomie eines Friedman.

Jake Gittes
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"Der österreichische Vizekanzler Michael Spindelegger (V) lehnt die Zerlegung der Banken in Geschäfts- und Investmentbanken eher ab, weil die Banken auf die Investmenterträge angewiesen seien und ohne diese den Sparern nur geringe Zinsen zahlen könnten."

Derzeit zahlens ja soviel Zinsen, gell.

Hätt mich auch gewundert, wenn von dieser Seite einmal kein Blödsinn kommen würde.

O5
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Die Schlagzeile sollte vielleicht eher lauten "Schuldenmache funktioniert nicht". Darum gehts nämlich, nicht um Wachstum per se (wie uns ein paar Wirtschaftsesoteriker sicher bald einzureden versuchen werden).

amber103
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Fehlerhafte überschrift: unseriöse Wachstumsmodelle tragen nicht.

Die Politik der letzten Jahre hatte folgende Eigenschaften:
* Steigende Staatschulden
* Steigender Staatsanteil am BIP.
* Stark fallende öffentliche Investionen
* Absenkung der Sparquote

Alles zusammen führt zu einem starken Anwachsen des staatlichen Konsums, und da lt. vw Grundregeln die Sparquote gleich der Investitionsquote ist, wurde das Potentialwachstum stark abgesenkt.

Dass insbesondere Österreichische Politiker nichts begriffen haben, merkt am an der unsehligen Steuerdiskussion und der absurden AktienKEST mit der man das Risikokapital für Investitionen massiv verteuert hat.
Man kann es sich aussuchen: Entweder hohe Löhne oder hohe Kapitalsteuern, beides zusammen geht nicht, denn erstere brauchen hohe Investitionen.

Gundel von Gundelsfeld
04
Spindelegger und die ÖVP agieren eben

als verlässliche Lobbyisten der Banken. Ebenso wie bei der Besteuerung von extrem hohen Vermögen, wo in Österreich 10% der Bevölkerung über 2/3 aller Vermögenswerte verfügen. Da ist auf die ÖVP Verlass!

gas karl
04
realitätsfern?

"Der österreichische Vizekanzler Michael Spindelegger (V) lehnt die Zerlegung der Banken in Geschäfts- und Investmentbanken eher ab, weil ........geringe Zinsen zahlen könnten"

Arno Niesner
 
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Realitätsfern?

Ein Kreuzritter doch nicht!

Er ist nur besser vernetzt und argumentiert deshalb bei seinem Vergleich von einem höheren Niveau aus.

Wie sonst ist diese Aussage zu erklären?

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