Regierung spart

Österreich fällt bei Entwicklungshilfe international zurück

1. September 2011, 12:33
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    Außenminister Spindelegger beim Besuch eines Entwicklungshilfeprojekts in Uganda vor zwei Jahren. Nach einem kurzen Anstieg 2010 dürfte die österreichische Regierung die Entwicklungsausgaben heuer wieder auf den Wert von 2009 herunterschrauben.

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    Viele Länder liegen unter dem Uno-Ziel, Österreich erreicht nicht einmal die Hälfte des Werts.

Vor allem bei direkten Geldern für betroffene Staaten - Ausgaben für Entwicklung sollen weiter sinken

Wien - Durch die Einsparungen Österreichs bei der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) ist das Land im internationalen Vergleich zurückgefallen. Gab die Regierung im Jahr 2010 laut offiziellen Zahlen noch 0,32 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Entwicklung aus, könnten die Ausgaben nach Einschätzung von Experten der OECD (Organisation für ökonomische Zusammenarbeit und Entwicklung) heuer auf 0,30 Prozent (und damit den Stand von 2009) fallen. Österreich entfernt sich somit weiter von dem gemeinsamen Ziel der UNO-Staaten, rund 0,7 Prozent des BIP für EZA auszugeben.

Österreich liegt mit seinen Leistungen für die EZA ähnlich wie andere Industriestaaten, darunter Deutschland (0,38 Prozent des BIP), Kanada (0,33) und Australien (0,32). Im Spitzenfeld hingegen lagen 2010 - wie auch in den Jahren davor - Luxemburg (1,09), Schweden (0,97) und Dänemark (0,9). Viele Staaten wollen wegen der Wirtschaftskrise ihre Leistungen abbauen, darum dürfte 2015 als Ziel für das Erreichen des bereits 1970 vereinbarten Ziels, 0,7 Prozent des BIP für EZA auszugeben, verfehlt werden.

Österreich bei direkten Zahlungen abgeschlagen

In den Leistungen der Industriestaaten gibt es zudem große Qualitätsunterschiede. Während in das Volumen der Entwicklungszahlungen Entschuldung von Entwicklungsländern, Betreuung von Asylwerbern und nicht voraussehbare Notfall-Hilfe hineinfällt, messen die OECD und viele Nichtregierungsorganisationen daneben auch die "reine" Entwicklungshilfe, die direkt in Projekte in Entwicklungsländern fließt. Diese wird von der OECD als "Country Programmable Aid" (CPA) bezeichnet.

Bei den direkten Zahlungen liegt Österreich weit hinter anderen Staaten, die ähnlich viel für EZA ausgeben. So wurden nur 21 Prozent des heimischen EZA-Budgets 2009 von der OECD als CPA eingestuft. Dabei handelt es sich ausschließlich um Gelder, die über die Austrian Development Agency (ADA) abgewickelt werden. In Deutschland belief sich der CPA-Anteil hingegen auf 56 Prozent, in Kanada auf 38 Prozent und in Australien auf 70 Prozent. Auch die Staaten im Spitzenfeld der OECD-Wertung zahlten einen größeren Anteil ihrer Gelder direkt in die betroffenen Staaten: Luxemburg zu 68 Prozent, Schweden zu 46 Prozent und Dänemark zu 69 Prozent. (APA)

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22 Postings
thinkonyourfeet
05
Es ist merkwürdig, dass uns irgendwer vorwirft,

wir würden zu wenig freiwillig spenden. Wie spenden genau so viel, wie wir eben spenden. Sonst wäre es ja keine Spende und auch nicht freiwillig...

Trevor Goodchild
04
Österreich kann sich entwicklungsmässig...

...ja nicht einmal selber helfen, wie dann auch anderen?
Bevor man grosspurig Entwicklungshilfe leistet, sollte man einmal sicherstellen, dass Armut im eigenen Land nicht mehr existiert.

Herzerzog Johann
00

EZA bringt in Österreich keine Stimmen ein. Warum also sollte sich da etwas ändern?

van.der.stiege
05
ist wohl eh besser so

solange man nicht genau sagen kann wer wofuer wieviel geld bekommen hat und wofuer es TATSÄCHLICH eingesetzt wurde.

und gibts auch statistiken dazu wie sehr die entwicklungshilfe auch zur 'entwicklung' einzelner länder beigetragen hat?
oder fuehrt dies nicht ohnehin dazu, dass die, die ohnehin schon bekommen, immer mehr und mehr brauchen??
erfolgreich ist die entwicklungshilfe wohl nur dann, wenn die, die bekommen, trotz jährlich rueckläufigen hilfsbeiträgen ein mehr an 'entwicklung' vorweisen können.

HansPeter10
03

Wer sagt, dass wir überall Musterschüler sein müssen.

Wir geben unser Geld halt für CO2-Zertifikate aus, weil irgendein unwissender Dodl was unterschrieben hat.

GevatterTod
05
wenn man Entwicklungslaender und Oesterreich vergleicht

muessten wir, gemessen an den Korruptionsfaellen auch Entwicklungshilfe bekommen!

GevatterTod
03
wenn man vergleicht -nach unseren Korruptionsfaellen

muestten wir ja Entwicklungshilfe bekommen!

Gilgamesh
37

Ist Entwicklungshilfe, also Spenden nun ein Muss, oder ist es doch wie bisher eine freiwillige Abgabe?

painful
 
00

Hängt davon ab wen du danach fragst...

Gilgamesh
00

Ach so?
Wer könnte so dumm sein eine Spende zum Muss zu erklären, außer Politiker bei der Telekom.. ^^

Erasmus von Mises
37
positiv zu werten

Entwicklungshilfe hat nachweislich mehr Schaden angerichtet als Gutes vollbracht und ist ein Paradebeispiel für die Wahrheit des Novalis'schen Aphorismus, dass eben jene die Welt zur Hölle machen, die nur Gutes im Schilde führten. Entwicklungshilfe verhindert eigenständige Entwicklung, schürt Konflikte/heizt sie zusätzlich an und führt geradewegs in die Abhängigkeit. Somit handelt es sich auch nicht um Hilfe. Literaturempfehlungen: "Dead Aid", "The Road to Hell" und "the White Man's Burden". Vorsicht, könnte Augen öffnen.

Johannes Benn
00
.

einerseits stimmt das, andererseits waeren wohl hunderte von mllionen von hunger bedroht wenn man die entwiclunsghilfe von heute auf morgen einstellen wuerde. nichts desto trotz hat entwicklungshilfe kein zukunft, und es ist gut wenn sich oesterreich dort langsam aber sicher ausklinkt

Gilgamesh
21

Besonders, wenn die NGOs ihre Hilfsgüter in den Nachbarstaaten kaufen und somit die Lebensmittelpreise steigen lassen...

icybobo
16
Vollkommen richtig!

Entwicklungshilfe hat noch kein einziges Land auf der Welt "entwickelt".

Dazu ein sehr gutes Interview des Afrikanischen Ökonomen James Shikwati: http://www.spiegel.de/internati... 63,00.html

Montgomery McFerryn
22

Warum müssen wir uns immer an anderen Ländern orientieren ?
Und natürlich jammert die UNO rum, mit den Geldern wird ja der aufgeblähte Veraltungsappartat bezahlt. Seit die UNO Entwicklungshilfe in Afrika macht geht es dem Kontinent ja auch merklich besser.

Renegade Hardware Ltd.
13

Hier sieht man es wieder deutlich: Bereiche, die keine starke Lobby haben werden schlichtweg übergangen und für dumm verkauft.

icybobo
65
Entwicklungshilfe EINSTELLEN!

Kein Land wurde jemals mit Entwicklungshilfe aus seiner Misere befreit! Man täte gut daran diese gänzlich einzustellen und die Länder stattdessen am Welthandel partizipieren zu lassen indem man aufhört die Nahrungsmittelproduktion in der EU so zu subventionieren, dass der Afrikanische Bauer nicht konkurrenzfähig ist.

Auch wenn die Standardposter das idR nicht gerne hören: aber Länder aus der Armut zu führen, das hat bis jetzt nur der Kapitalismus geschafft.

Der nächste Bundeskanzler
00

Teilweise stimmt das schon. Dabei darf man halt nicht Entwicklungshilfe und Nothilfe verwechseln.

Wenn die Leut wirklich von einer Katastrophe betroffen sind, dann bringt Hilfe natürlich schon etwas.

Ich kenne die Situation in Kambodscha ein bisschen.
Die meisten NGOs sind für die Katz. In den letzen Jahren wurden auch sehr viele einheimische NGO Mitarbeiter auf die Straße gesetzt weil kein Geld mehr kommt.

Einzelne Projekte sind natürlich schon sinnvoll.

In Bildung und Krankenhäuser zu investieren ist aber nicht verkehrt. Wenn totkranke Kinder aus dem Krankenhaus geworfen werden weil das Geld nicht reicht, dann ist das nicht ok (gesehen in Laos).

Krankheit ist auch eine extreme Armutsfall. Die Leut verkaufen alles für Operationen.

RegallageR
23

lernens geschichte -

österreich hatte diese hilfe genauso nötig

kamo1
12
einfach traurig!

Dingsbums1
04
Das muss man verstehen,

denn wir brauchen das Geld für die Banken!

Nicht auszudenken, wenn die mal ihre Provisionen 2 Jahre lang nicht bekommen. Wir würden ja diese Spitzenkräfte verlieren und Österreich würde als Bankenplatz in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

living reef
16
dabei schicken wir eh so viel geld nach kärnten :-)

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