High strain jobs

Wenig Kontrolle über die eigene Arbeit macht krank

1. September 2011, 12:00

Arbeitsbelastung und Überstunden sind Prediktoren für die Herzgesundheit

Paris - Hohe berufliche Anforderungen in Kombination mit niedriger Kontrolle über die eigene Arbeit sind schädlich fürs Herz. Solche sehr stark belastenden Tätigkeiten ("High strain jobs") können höheres Herzrisiko und erhöhte Sterblichkeit bedeuten, heißt es in einer Studie der Universität Helsinki (Finnland), die auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Paris vorgestellt wurde. Lange Arbeitszeiten mit vielen Überstunden, analysieren die Studienautoren, stehen der Gesundheit entgegen und gehen einher mit abnehmenden kognitiven Funktionen, mehr Herzkrankheiten und höherer Mortalität.

Die Arbeitsgesundheit, so Studienautorin Tea Lallukka, spielt eine Schlüsselrolle im Gesundheitsstatus einer Gesellschaft. Das psychosoziale Arbeitsumfeld und die Stunden, die mit stressender Arbeit verbracht werden, sind wichtige Prediktoren für die Gesundheit und das Wohlbefinden in Arbeitsumfeldern. Stress und Überstunden sind außerdem assoziiert mit ungesundem Verhalten, Gewichtszunahme und Fettleibigkeit. Allerdings, so Lallukka, seien "die Zusammenhänge nicht immer eindeutig."

Körperlich anstrengende Arbeitsplätze sind zwar in den vergangenen Jahrzehnten in der europäischen Arbeitsrealität seltener geworden, heute sei die moderne Arbeitswelt charakterisiert durch hohe Arbeitslast, Jobunsicherheit und andere psychosoziale Stressoren. Erforderlich seien deshalb organisatorische Interventionen zur Verbesserung der Arbeitssituation, zum Beispiel Rotation bei Schichtarbeit und Verringerung von Überstunden. Aber auch Interventionen auf der individuellen Ebene. "Denn", so Lallukka, "persönliche Eigenschaften beeinflussen die Art und Weise, wie Menschen ihr Arbeitsumfeld sehen." (red, derStandard.at, 1.9.2011)

Harry Y.
 
20

Rein ausführende Tätigkeiten ohne die Möglichkeit zur Mitgestaltung und Selbstbestimmung machen manche andere krank, ob nur psychisch oder auch körperlich. (Aber nicht alle: AMS-Beamte scheinen ganz zufrieden damit zu sein, sie sind wohl mit den Maßnahmen einverstanden.)

Ohnmacht und Wut sind andere Streßfaktoren.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.