Spitzensport-Studie

Profiausdauersportler entwickeln häufiger Herzrhythmusstörungen

1. September 2011, 11:54

Risiko steigt mit Häufigkeit der Teilnahme an Ausdauer-Wettbewerben - Kein signifikanter Anstieg gefährlicher ventrikulärer Arrhythmien

Salzburg/Paris - Ski-Langläufer auf Spitzen-Niveau haben ein höheres Risiko für Herzrhythmus-Störungen. Dieses Risiko steigt mit der Häufigkeit der Teilnahme an Ausdauer-Wettbewerben und mit der Intensität des körperlichen Einsatzes, berichtet Kasper Andersen, von der medizinischen Universität in Uppsala, Schweden. Er und sein Team untersuchten insgesamt rund 47.500 Spitzensportler, die zwischen 1989 und 1998 am 90 Kilometer-Langlauf-Wettbewerb „Vasaloppet" teilgenommen hatten. Die Studie wurde auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Paris vorgestellt.

Athleten, die bereits sieben Mal oder öfter an diesem strapaziösen Wettkampf teilgenommen hatten, hatten ein um 29 Prozent höheres Risiko von Herzrhythmusstörungen nach dem Wettkampf als jene, die das erste Mal mitgemacht hatten. Spitzensportler, die die 90 Kilometer-Strecke in 100 bis 160 Prozent der Siegerzeit zurückgelegt hatten, wiesen ein um 37 Prozent höheres Risiko auf als Teilnehmer, die mehr als 241 Prozent der Siegerzeit benötigt hatten. Am häufigsten wurden die verbreitetsten Formen von Rhythmusstörungen festgestellt, Vorhofflimmern und Bradyarrhythmien. Die Forscher fanden keinen signifikanten Anstieg der potenziell tödlichen Formen von Herzrhythmusstörungen (ventrikuläre Arrhythmien).

Prophylaxe Ausdauertraining

„Was wirkt hat auch Nebenwirkungen. Dennoch, trotz aller möglicher Nebenwirkungen ist körperliches Ausdauertraining die beste Vorbeugungsmaßnahme gegen Erkrankungen und nahezu ein Garant für eine bessere Lebensqualität und Lebenserwartung", kommentiert Josef Niebauer, vom Universitätsinstitut für präventive und rehabilitative Sportmedizin der
Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg. „Insgesamt müssen solche Studien mit Bedacht publiziert und kommentiert werden, denn sie sind völlig zu Unrecht Wasser auf die Mühlen derer, die nach Ausreden suchen, um keinen Sport treiben zu müssen. Dazu können diese Studien aber nicht dienen, weil Ausdauertraining und eine gute körperliche Leistungsfähigkeit eindeutig mit einer besseren Lebensqualität und Lebenserwartung assoziiert sind."

Die schwedische Studie, so Niebauer, schließt an andere Studien an, die zu demselben Ergebnis kommen: langjährig ausgeübter Ausdauersport ist mit einer erhöhten Inzidenz von Vorhofflimmern assoziiert, wobei die Wahrscheinlichkeit des Auftretens mit der Intensität steigt und auch ein langjähriges Ausdauertraining auf hohem Niveau hierzu anscheinend prädisponiert. Die Ursache davon ist nicht geklärt, wird aber derzeit auf die erhöhte Volumenbelastung und der physiologischen Anpassung der Herzhöhlen durch Erweiterung (Dilatation) zurückgeführt. Da beim Sportherz des Ausdauersportlers alle Herzhöhlen harmonisch erweitert sind, kommt es auch zu einer Erweiterung des linken Vorhofs und so wird spekuliert, dass die erhöhte Dehnung des Vorhofmyokards ein Trigger für Vorhofflimmern darstellen könnte.

Sportkardiologische Untersuchung

„Da in diesen Studien jedoch Vorhofflimmern vor allem bei Männern im fortgeschrittenen Alter auftrat und die Hauptursachen von Vorhofflimmern in diesem Kreis die koronare Herzkrankheit und ein hoher Blutdruck sind, sollten auch Freizeitsportler, die einen Trainingsumfang wie Hochleistungssportler absolvieren, sich entsprechend professionell und vorbeugend sportkardiologisch untersuchen lassen", empfiehlt Niebauer.

Tatsächlich sei Vorhofflimmern insofern ein Problem, als dass die Leistungsfähigkeit insgesamt abnimmt und vermehrt mit Schlaganfällen einhergeht. „Eine konsequente Verdünnung des Blutes wird notwendig, was im Falle von Verletzungen mit vermehrtem Bluten einhergeht", so Niebauer. „Moderne Ablationsverfahren und auch moderne Blutverdünnungsmittel haben hier große Fortschritte erzielt, ändern aber für die überwiegende Mehrzahl der Patienten derzeit nur wenig." (red)

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16 Postings
Radlerwahn68
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bin zwar weder arzt noch profisportler, aber habe hierzu einiges an erfahrung gesammelt. hatte vor geraumer zeit herzrythmusstörungen nach einem wettkampf. nach intensiver kardiologischer untersuchung stellte der arzt fest, daß eine verschleppte verkühlung der grund dafür war. habe diese nicht ernst genommen und training und wettkampf trotzdem bestritten. laut kardiologe ist dies der häufigste grund wenn sportler zu ihm mit herzrythmusstörungen kommen! bei profis ist der druck natürlich ein großer, wettkämpfe zu absolvieren. aber im amateurbereich sollte der hausverstand schon eingesetzt werden: wer krank ist krank!daher sofort training einstellen und erholen. ich selbst hatte noch glück und beherzige diesen ratschlag!

God_of_the_Wind
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"sollten auch Freizeitsportler, die einen Trainingsumfang wie Hochleistungssportler absolvieren"

bin ich der einzige der sich denkt "des geht si nie aus"

linuxforeverlinux
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möglich ist es schon, aber den burn-out was sie dabei bekommen ist nicht ohne!
hatte selbst einen trainingsumfang von täglich mindestens 3 stunden , mindestens 6mal die woche, manchmal auch splittraining, dann warens gelegentlich 8mal die woche.
ergebnis: unglaublich was man erreichen kann, negative folgen: man funktioniert nur mehr, arbeiten, trainieren, schlafen - das war alles!

molekühl
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Das gibts schon auch. Die üben dann allerdings vorwiegend Tätigkeiten im "öffentlichen Sektor" aus, wie Lehrer und so, mit entsprechendem zeitlichen Spielraum.

CGLFP2001
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Haben die Verfasser der Studie den Faktor Doping auch miteinbezogen? Sicher nicht irrelevant in dem Bereich...

greenling
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lol.

erzählen sie das mal meinem herrn papa -
der ist zwar nicht "profiausdauersportler" in dem sinn gewesen, hat aber einige marathons und andere noch übertriebenere ausdauerwettkämpfe bestritten (12 Stunden-Langläufe) und sich immer intensiv vorbereitet - hat aber garantiert nie gedopt...

und hatte eben auch herzrhythmusstörungen, wo ihm ein arzt schon vor einigen jahren gesagt hat, dass das bei ausdauersportlern häufiger vorkommt!

linuxforeverlinux
40

nachdem was ich so aus dem artikel herausgelesen habe die studie sich nach einem bestimmten wettbewerb gerichtet hat, nämlich nach dem 90 kilometer ultramarathon wird dort ein doping eher weniger anzutreffen sein. natürlich darf man es nicht ausschliessen, aber bei ultramarathons und ultratriathlons erreichen sie mit doping nur das genaue gegenteil, da hilft nicht einmal epo oder sonstwas.
diese sportarten sind eher dopingfrei anzusehen weil man mit doping hier nicht wirklich was weiterbringt.
doping hilft bei sportarten wo man kraft, kraftausdauer benötigt, aber bei solchen extremdistanzen ist doping eher kontraproduktiv!
der trainingsumfang ist dort auch ein ganz ein anderer!

skitourenphilosoph
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vasalauf ohne doping? pfff...

F.S.K
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wie kommt man zu der grotesken ansicht, dass dort doping nichts nützt?
hier ein klage dass gegen doping bei u-marathons zu wenig gemacht wird.:
http://www.vfum.de/index.php?id=896
oder tips: http://www.bbszene.de/bodybuild... athon.html

IncontinentIceweasel
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und nur, weil es nix helfen soll...

...werfen sich die Leute nix ein? Selten so gelacht. Es muss nicht immer EPO sein, Schmerzmittel und Aufputschmittel sind bei den "Ultra" Distanzen verbreitet, wie das indische Springkraut auf einer Moorwiese: Nicht flächendeckend, aber häufig und wild wuchernd anzutreffen.

linuxforeverlinux
10

was haben sie an meinem text nicht verstanden?
ich habe niemals davon geschrieben, dass sie nichts nehmen, nein, im gegenteil, ich habe sogar geschrieben, dass es gut sein kann, nur bringt es eben nichts!
soll ich es ihnen vll nochmals erkären, wenn sie probleme mit sinnerfassendem lesen haben?

linuxforeverlinux
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äh, es ist mir schon klar, dass sie meinen text nicht überrissen haben, obwohl er eigentlich gar nicht so schwer zu verstehen ist, relativ einfach gehalten, damit auch sie ihn verstehen sollten, aber so kann man sich irren!
ich habe niemals davon geschrieben, dass man in ultralangdistanzen nicht dopt ( nein, im gegenteil, ich habe es sogar erwähnt, dass es dort vorkommen kann ), ich habe nur gesagt, dass es in diesen bereichen nichts mehr bringt!
also was war an dem text für sie so schwer zu verstehen?

zweite meinung
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Kein Doping bei Ausdauersport,

dachte man bei Radfahrer auch.

linuxforeverlinux
10

es gibt aber einen signifikanten unterschied zwischen ausdauersport und ultramarathons/ultratriahtlons.
das eine ist mehr eine kraftausdauer angelegenheit, das andere eine reine ausdauersportart!
versuchen sie einmal einen ultramarathon von 50km zu bestreiten.
doping hilft hier überhaupt nicht mehr, weil 1) die faktoren, die sie nicht kontrollieren können mit jedem kilometer höher werden: blasen an den zehen, magenprobleme, gelenksschmerzen, etc
2) doping mit epo zwar für mehr ausdauer sorgt, aber nur auf eine bestimmte eng eingegrenzte zeit u nicht auf einen marathon der 8 stunden dauern könnte u länger!

skitourenphilosoph
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vasalauf ist kein ultramarathon, sondern ein anerkannter skilanglaufwettbewerb an dem unzählige olympiasieger und weltmeister teilgenommen haben; der rekord liegt weit unter 4 std.!!!!

Peter Heinz
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Und hier helfen nun zum Beispiel Schmerzmittel...

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