Umgangsformen

HP: PC-Chef erfuhr von "Post-PC-Ära" aus Zeitung

Kolumne | 1. September 2011, 08:08

Für Léo Apotheker sieht PCs, Handys und Tablets nur als Klotz am Bein

Fast ein Jahrzehnt lang hat Hewlett-Packard daran gewerkt, der größte PC-Hersteller der Welt zu werden. Fusionierte mit Compaq, plagte sich ein paar Jahre lang mit den Folgen der Übernahme, schaffte es letztlich, die PC-Sparte wieder profitabel zu gestalten, an den Börsen wieder zu punkten.

Klotz am Bein

Dann stolperte der erfolgreiche Sanierer Mark Hurd über eine amouröse Spesenabrechnung (bei der es vermutlich nicht einmal zu Amore kam). Auftritt Léo Apotheker, der bei SAP unfreiwillig zurückgetretene Kurzzeit-Chef, der in seiner beruflichen Laufbahn bisher alles mit Unternehmenssoftware, aber nichts mit PCs, Handys oder Tablets zu tun hatte. Weil für einen Mann mit einem Hammer jedes Problem wie ein Nagel aussieht, sieht Apotheker bei Hewlett-Packard die größte Sparte - PCs, Handys und Tablets - nur als Klotz am Bein. Software und Services, was der Chef von SAP gut kennt, sei die Zukunft.

99 Dollar

Also beendet Apotheker mit einem Strich den Milliarden-Ausflug mit WebOS ins Handy- und Tabletgeschäft, verramscht 400.000 TouchPads für 99 statt 499 Dollar und kündigt den Abschied vom PC an. Hatte nicht schon Steve Jobs von der Post-PC-Ära gesprochen? Der Preis für solche Visionen: HP verlor an einem einzigen Tag ein Fünftel seines Wertes und ist wieder dort, wo Hurd begonnen hat.

Solch harsche Reaktion kann selbst einem Revoluzzer an der Konzernspitze nicht ganz gleichgültig sein, also begann vor kurzem das Manöver: War alles nicht ganz so gemeint. Ein "Spinoff", nicht ein Verkauf, sei die wahrscheinlich beste Lösung für Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter heißt es jetzt in einer "internen Studie".

Aus der Zeitung erfahren

Weit weg vom Hauptquartier in Palo Alto, von einer Konferenz in Peking, kommt auch der Dissens von der Konzernspitze. Todd Bradley, der die PC-Sparte von HP als deren Chef in den vergangenen Jahren wieder profitabel gemacht hat, will gleichfalls von einem Verkauf nichts wissen. Kein Wunder, denn wie erst später bekannt wurde, hat der eigene PC-Chef von der neuen Ausrichtung des Unternehmens für die Post-PC-Ära auch erst aus der Zeitung erfahren.

Tatsächlich sind die Zeiten für PC-Hersteller schwierig geworden: Smartphones und Tablets stehlen ihnen die Show und Wachstum. Microsoft und Intel kassieren den Großteil der Gewinne, während für Hersteller wie Hewlett-Packard nur schmale Margen bleiben.

Apple

Die HP-Strategie, vor Apotheker, war logisch: Mach es wie Apple - entwickle Geräte mit Mehrwert, investiere in ein eigenes Betriebssystem, statt anderen fette Lizenzen zu zahlen. Das hätte das jetzt ins Abseits gestellte WebOS leisten sollen. Apotheker hat diesen Weg versperrt, und das selbst dann, wenn die PC-Sparte ein eigenes Unternehmen wird. Bis dahin ist viel Zeit verloren, sind die besten Leute von der Konkurrenz mit offenen Armen aufgenommen worden (wie Mark Hurd von Oracle, mit der sich HP matchen will). Und ist erst einmal die PC-Sparte weg, wird sich im Softwarekonzern auch die (gewinnbringende) Druckersparte schwer tun.

Sieht so aus, als ob für HP vor der Post-PC-Ära noch eine andere kommen könnte: die Post-Apotheker-Ära.(helmut.spudich@derStandard.at)

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Posting 1 bis 25 von 49
1 2
Bill Wumsen
00
20.9.2011, 17:56
hmm....

schade... wollte mein 5 jähriges thinkpad t43 durch ein kleines elitebook ersetzen... wird wohl nix aus meinem plan....

Nitram1988
00
HP könnte auch wieder Messgeräte bauen.

mond / möndin
01
Da ist der Profit sicher höher als 5%

mond / möndin
03
den Hurd als einen der Besten zu nennen ist - gelinde gesagt - verwegen.

macstar
00
herr apotheker sollte es in der pharmabranche versuchen

weil: apotheker! haha :D

Elef
01

lol, das wär mir gar nicht eingefallen, genial!

Peter W1
 
31

Guter Hemlut,

auch wenn Unfug ewig wiederholt wird, wird er nicht weniger Unsinn. Es gibt keine Post-PC-Ära. PCs verkaufen sich so gut wie nie und der PC-Markt wächst unverändert. In Stücjzahen schneller als er Nischenmarkt Tablets. Tablets, aufgrund ihres fehlenden Einsatzgebietes, auf der anderen Seite, sind unerändert nichts als ein Nischenmarkt von ein paar Apple-Nerds. Daher verkauft sich unverändert selbst der Nischenmarkt Netbook besser. Weil die weit einfacher zu bedienen sind und du bestimmst was du machst.

Aber ich will deine Träumereien nicht länger unterbrechen :) .

Gizmoo
12
für diese Behauptungen hätt' ich gern die Quelle

Klar, es wird noch lange PC's geben aber die Behauptung der PC Markt und Netbooks wachsen schneller als Tablets ist einfach unfug.

Netbooks sind praktisch tot, abgelöst von Tablets. PC stagniert.

Kaffeeschlürfer
00
16.9.2011, 10:59
PC Geschäft stagniert im Westen ...

warum wohl? Weil jeder schon einen Rechner hat und die Entwicklungen im Moment nicht so schnellläufig sind dass man alle 2 Jahre einen Neuen braucht! Da reicht ein Gerät leich einmal bis zu 5 Jahre ...
Die Chinesen und die Inder werden in Zukunft auch Rechner kaufen sofern sie leistbar für diese Zielgruppen werden ... bei uns werden sich immer mehr und mehr Multimediageräte absetzen lassen (was anderes ist ein Netbook mit abgespecktem Betriebssystem nämlich nicht ... ) oder wer würde jemals wirklich produktiv auf einem Tablet arbeiten?? Niemand ... und 500€ als Block oder Papierersatz ... bamm da kann man viel Drucken um die Kohle ... also ...

Mathias Steinlaus
 
11
Netbooks sind praktisch tot, abgelöst von Tablets.

Netbook oder Tablets waren schon immer nur Spielzeuge.

Asus zeigt, wie man diese beiden Geräte sinnvoll kombinieren kann!

( http://derstandard.at/131465273... en-Netbook )

SO sieht die Zukunft aus ..

Nikolai Shostakovich
00
der apotheker? edlinger?

der ist doch aus willokommen österreich...

rolin
02
“…der in seiner beruflichen Laufbahn bisher alles mit Unternehmenssoftware, aber nichts mit PCs, Handys oder Tablets zu tun hatte.”

Sacht mal is bei euch wer betrunken?

Nikolai Shostakovich
01
... die in ihrer beruflichen Laufbahn alles mit Berichterstattung, aber nichts mit dem echten Leben zu tun hatten...

wozu auskennen, wenn ma darüber schreibt?

markusM.
00

kann man diesen typen nicht einfach zwangspensionieren? der ruiniert eine firma nach der anderen und denkt wahrscheinlich noch, dass er alles richtig gemacht hat.

BlackAdder
00

Ach, solche typen fallen doch immer nur nach oben, von einer demolierten firma zum nächsten kandidaten.

Ich frage mich eher aus der sicht der unternehmen warum man sich so jemanden freiwillig eintritt.

adventurer
04
wundert mich nicht im geringsten

Apotheker hat schon bei SAP alle Mitarbeiter demotiviert und den Aktienkurs gedrittelt.
Dessen Arroganz wird halt nur von seiner Inkompetenz übertroffen. Sollte in die Politik gehen da wäre er unter seinesgleichen.

Herzerzog Johann
01
Schade.

Mir wäre eine "Post-HC-Ära" viel lieber.

Irgendein Jürgen
05

Möchte Apotheker Chef einer kleinen Tischlerei werden, dann würde er einen Befähigungsnachweis brauchen (zumindest in Österreich). Einen Weltkonzern kann man aber ohne jegliche Erfahrung gegen die Wand fahren. Bei Nokia passiert genau das gleiche.

Und auch in unserer Politik läuft's nach dem selben Prinzip. Ein Zivi als Verteidigungsminister, eine Zahnarzthelferin als Verkehrsministerin, usw... Erfahrung ist unerwünscht, es genügt einen Namen zu haben und im richtigen Verein Mitglied zu sein. Dass dabei nichts gescheites rauskommen kann ist eigentlich klar. Manchmal greift man sich echt an den Kopf.

Kaffeeschlürfer
00
16.9.2011, 11:02
du kannst dumm wie Brot sein ...

wenn du die richtigen Leute kennst ... dann kannst sogar einen Konzern komplett umbringen und dich damit rechtfertigen dass dies ohnehin geschehen wäre ... nur du und allein du hättest eine vielleicht 5% Chance gehabt das Projekt zu retten ... aber es ist von Aussen (Investoren/Kunden/ ...) gesperrt worden ... obwohl die besten am Markt muss der Konzern nun zusperren oder verkauft werden ... *hahaha* -> dafür dann noch fett Provision kassieren und mit mitte 40 in Pension gehen und von den Zinsen leben ... das ist Managerziel Nr. 1!!!

Jeffrey Lebowski
 
06
zuerst Fiorina und jetzt der Apotheker ...

irgendwie hat HP das nicht verdient...

Kelumat Kuscher
 
00
23.9.2011, 08:33

vergiss nicht den Hurd dazwischen

Kaffeeschlürfer
00
16.9.2011, 11:02
...

tja ... somit hat vielleicht eine neue Firma die Gelegenheit am Markt Fuß zu fassen ...

flo2526
01

Wann gibt's denn diese Geräte um 99€? Ich würde da gerne zuschlagen! Auf Amazon kostet das Zeug noch 300-500€ und ist nicht mehr verfügbar...

Nitram1988
00
Ob es sich rechnen würde 10 Millionen herzustellen und um nen 100er zu verkaufen?

Würde sicher ein Erfolg werden.

STiAT
00

Das war schon, war binnen stunden ausverkauft und die hp seite immer wieder down wegen überlastung :D.

Angeblich kommt noch einmal ein produktionszyklus so billig in den Verkauf. Datum dazu ist keines bekannt.

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