Die liebevolle Leichtigkeit des Steins

Harald Fidler, 27. September 2011, 15:53
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    Das fängt ja schön an im Freyenstein, Menü zu zwein mit wenig Wein: 97,50 (gar nicht so schlecht erinnert), je 37 für das Menü, je 3,50 für das Gedeck. Bevor Sie jetzt losstürmen ins Freyenstein - es hat ab 27. September geschlossen und sperrt am 7. Oktober wieder auf.

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    Kohlrabibeignet mit Erdnuss-Mayo, wenn mich jetzt nicht alles täuscht, eine Freude jedenfalls

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    Geschmorter Paradeiser, geht ja auch ohne Fleisch gut

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    Südost-Tagetes, quasi, in der Krebsensuppe

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    Waldpilzragout - führt fast zwingend zum Heiratsantrag

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    Rilette von der Forelle

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    Regenbogenforelle - fürs Maishendl und den Tafelspitz und das iPhone wars dann leider schon zu finster

Bevor das Freyenstein schloss, und das eh nur kurz, warf es Fidler noch die Blumen des Inders in den Kopf

Indisch isst sie gern, die Psychiaterin meines Vertrauens, und war doch, wiewohl aus Linz, noch nie im userInnenseitig viel gelobten Bombay Palace. Da stört wohl auch nicht weiter, dass sie eigentlich indisch Essen gut gefunden hätte, und ich sie doch ins Freyenstein verschleppte. Sie wirkte jedenfalls nicht gänzlich unzufrieden an einem der letzten lauen Prachtabende dieses viel zu unlauen Sommers in diesem wunderbaren Hofgarten. Und der jedenfalls nicht weniger wunderbare Meinrad Neunkirchner kam uns ohnehin auch indisch, irgendwie.

Südost-Tagetes

Tagetes, erklärt die weit Gereiste dem flach, aber eben doch wurzelnden Universaldilettanten, heißt das. Da hatte uns der sympathische Kellner die Begleitung der Krustentiere gerade als etwas vorgestellt, das schwer Hörigen nach Tangentis klang. Südosttangentis, denke ich bei mir, lustige Blume, natürlich wieder einmal keinen Tau, dass Tagetes jene orangen Wuschel sind, die der Inder gerne als Willkommensgruß oder als Zeichen von Zuneigung oder bestenfalls als beides gleichermaßen anderen Menschen über und nicht an den Kopf wirft. Aber für das Wissen gibt es ja Ärzte. In der Karte stand übrigens Tangetis, eine kluge Zwischenlösung. Ob Tagetes in der Suppe, also quasi in den Kopf zu werfende Blumen, als liebevolles Zeichen zu werten sind?

Mein Rad

Meine Liebe zu Herrn Meinrads Schaumsüppchen war da aber ohnehin schon entbrannt. Wer die Krusten der Tiere so verflüssigt, dass nicht der ganze Abendgeschmack dauerverschalt ist, der oder die ist mein Freund. Und wenn dann noch Paprika, hier roter Spitzpaprika, nicht ewig papriziös aufstößt, würde ich auch vor Heiratsanträgen an Koch oder Köchin nicht zurückschrecken.

Kein Mühlviertler Schweinsohr

Die drohen dann ohnehin, wenn man mir a) ein herrliches Waldpilzragout mit cremigem Polentalaibchen vorsetzt. Eierschwammerl, zum Beispiel, und Totentrompeten. Ich hätte halt gerne noch Schweinsohren gesehen und geschmeckt, aber von denen erzählte nur die schwammerlsuchende und angeblich auch -findende Linzerin. b) verstärkt diesen Drang, den Koch zu ehelichen, wenn er ein supersaftiges Maishendl auf Steinpilzragout bettet, auf roten Reis und Pilzkraut gerne auch.

Vegetarismus stört nicht weiter

Ein bisschen Vegetarismus (jenseits des Pilzragouts) trübt die Zuneigung da nicht, au contraire: Nach dem Küchengruß ein geschmorter Paradeiser (Green Pepper, wenn mich nicht alles täuscht, aber ich sollte mir vielleicht doch den passenden Paradeiserprachtband zulegen) mit Strauchbasilikum und Olivenvinaigrette. Und parallel ein Kohlrabibeignet mit Weinraute, Gemüsechutney und einer doch recht faszinierenden Erdnussmayonnaise.

Schalotte roch

Ein bisschen Fisch verbreitert sie, die Zuneigung. - Mit einer wirklich, wirklich schönen Lachsforelle samt Wildkräutern (der Linzerin: zuviel Petersil), rot geädertem Mangold und Schalottenbutter. Die Rilette von der Räucherforelle mit Gurken, Saft von roten Rüben und Kren fein. Kurz musste ich meckern, als mir ein bisschen zuviel Essig in den ein bisschen zu unkontrollierten Redeschwall diffundierte, luftröhrenseits. Wenn du isst, dann iss, rät uns ja schon Shunryū Suzuki, und quatsch dabei nicht.

Slivovitz stört Freyung

Aber a propos (Essig, nicht Anfängergeist): Die Linzerin (und ich) sind ein bisschen überrascht, dass die schwarzen Nüsse zum jungen, aber durchaus anständigen Bergkäse am Schluss in Essig eingelegt sind. Sie greift da doch lieber zu Slivovitz, monierte sie (und liefert Kostproben nach, die das untermauern). Aber mit diesem ebenso kleinlichen wie unromantischen Einwand haben wir natürlich die Freyungs-Systematik, das Heiratskonzept empfindlich gestört. Zurück zum Glück.

Ein bisschen Fleisch (mehr, neben dem Maishuhn) befeuert sie, die Zuneigung, zum Koch: sehr feines Schulterscherzl vom Kalb, entstiegen einem Gemüse-Kräuterfond, mit Spitzkraut "Linzer Delikatesse". Da strahlt es lächelnd auch von Gegenüber. Woher wusste das bloß der Herr Neunkirchner?

Und wenn wir schon beim Fleisch sind, beim Glück, und ich mich zurückerinnere an meinen ersten Besuch im Freyenstein: War damals, im Oktober 2008, ein wunderbarer Abend. Sollte ich vielleicht häufiger machen als alle drei Jahre.

Die Leichtigkeit mit zwei PS

PS: Womöglich fragen Sie sich nun, was die Leichtigkeit im Titel sollte. Nach, mit Grüßen, elf Speisen plus ordentlich Brot von Kasses völlig unbeschwert weiter zu ziehen, halte ich für ausgesprochen erfreulich. Kommt natürlich auch darauf an, was man noch vorhat. Wer nach einem an Geschmack vollem Abend nur schlecht träumen will, kann ja noch beim Würstelstand vorbeischauen. Wobei letztens die späte Waldviertler auf dem Hohen Markt, gar nicht schlecht. Aber das war ein anders angenehmer Abend.

PPS: Verdammt, Neunkirchners Wildkräuterkochbuch wollt ich noch mitnehmen.

PPPS: Und nach Linz, ins Bombay Palace, schaffen wir's auch noch.

Schmeck's ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 40
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MASCH49
 
00
8.11.2011, 18:08
Die Bilder haben mir Appetit gemacht

auf richtiges Essen. Ich geh' jetzt fein speisen.

Aung San Suu Tschi
 
00
1.10.2011, 17:15
Sehr geehrter Herr Fidler !

Ich habe Sie mit meinem Posting also verärgert, so verärgert, dass Sie meine satirsichen Zeilen wieder verschwinden ließen (selbstverständlich entsprachen Sie den Forum-Regeln und waren in keiner Weise ehrenrührig).

Damit haben wir beide einen Beweis dafür, was klare Sprache erreicht: Sie ruft eindeutige Reaktionen hervor.

Wollen Sie nicht auch, dass IHRE Texte in Zukunft diese Wirkung haben?

Sie sind wirklich ein Experte in Sachen ORF-Interna, Privatmedien und Entwicklung des Audiovisuellen in unserem Land. Sie können etwas Wertvolles BEITRAGEN. Wenn Sie das in klarerer Sprache als bisher tun wollen, werden Sie von noch mehr Leuten als bisher gelesen.

Ist das eine Überlegung und ein zukünftiges Redigieren Ihrer Texte wert?

MFG, A/UK

Aung San Suu Tschi
 
00
1.10.2011, 17:18
Korrigiere: "satirisch"

Chat long
00
28.9.2011, 23:15
Verhackerts

"Rilette" von der Forelle sind wahrscheinlich "Rillettes" von der Forelle...

der Ringe
20
28.9.2011, 15:55

früher war das mal ein gutes, nettes Wirtshaus mit Tradition

Thun23
 
01
30.9.2011, 11:14
Ja früher........da war alles besser, selbst das

schlechte

der Ringe
00
30.9.2011, 15:14

warens leicht mal dort ?

Robert Meiersfelder
 
00
3.10.2011, 14:13
Wird an Grund geben das es nicht mehr gibt

Charles Milton Ling
01
28.9.2011, 14:01
"Schwer Hörige"

Sind wohl besonders Hörige.

Gemma Preciosa Balanzoni di Palermo
42
27.9.2011, 22:01

Schaut nach den Photos so aus, als wäre da im Essen teilweise Milch bzw. Süßrahm enthalten - pfui gaxi.

Dhimmi
12
28.9.2011, 10:30
Macht das post einen Sinn?

Deß Dr. Gonzo Merck=Wuerdige Meynungen & Merckungen
 
05
27.9.2011, 19:31

ist die größe des geschirrs großzügig bemessen oder sind die portionsgrößen an amuse gueule orientiert?

Erisian Liberation Front
02
28.9.2011, 13:25
Das dient der Orientierung des Essers

"Wie fanden Sie die Forelle?"
"Eher zufällig unter einem Reiskorn"

Bon Scott
21
27.9.2011, 18:48

wieso wird mein kommentar nicht gepostet? oder werden nur positive kommentare freigeschalten?? :(

Bon Scott
21
27.9.2011, 18:44
wahnsinn ...

ich finds eigentlich eine frechheit das zugelassen wird in einem bericht über essen fürs iphone so unterschwellig werbung zu machen. abgesehen davon das der redakteur ein ... ist weil er sich keine richtige kamera mitgenommen hat und deshalb sein altes iphone das nichtmal ein licht drauf hat verwenden musste. :\ wie unglaublich unprofessionell ist denn das bitte?? oder ist das jetzt "standard"ausrüstung für redakteure :D

hmm..
13
28.9.2011, 13:12
Sinnieren Sie doch lieber mal darüber..

..was könnt das bedeuten:
"Schmeck's ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt."

pardon!
22
28.9.2011, 08:18

haben sie keine anderen sorgen? falls nicht, gratuliere. ansonsten, wenn sie eine größere sorge haben wollen: es wäre wegen der mutterprache - es heißt "freigeschaltet" und nicht "geschalten".

Lappe ohne Rentier
02
28.9.2011, 10:27
Das heißt "geschaltenet"!

Genauso wie

Herzelichst
Ihr Lappe

The Argonaut
02
27.9.2011, 21:30

Falls ihr Post darrüber sich über das nicht freischalten dieses Post beschwert - wär nicht schlimm wenn dieses Post nicht gekommen wär. Ich versteh ja die Aufgeregtheit verschiedener Religionsgemeinschaften bei Erwähnung der anderen, aber bitte lassen sie mich (und ich denke im Schmeck's Eck uns) mit diesem Schas iPhone/Android/Nokia/SetzenSieIhreGlaubensgemeinschaftEin herumgeschreie auf. Es nervt (mich zumindest).

P.S. Unterschwellige Werbung schaut anders aus, der Autor berichtet sogar über Mängel (schlechte Bilder bei wenig Licht) und verweist auf nicht adequate Ausrüstung.

Bon Scott
00
27.9.2011, 18:38
Wahnsinn

ich finds eigentlich eine frechheit das der standard es zulässt das in einem bericht über essen fürs iphone so unterschwellig werbung gemacht wird. abgesehen davon das der redakteur ein ... ist weil er sich keine richtige kamera mitgenommen hat und deshalb sein altes iphone das nichtmal ein licht drauf hat verwenden musste. :\ wie unglaublich unprofessionell ist denn das bitte?? oder ist das jetzt "standard"ausrüstung für redakteure :D

ps: ich bin kein apple hasser, ich hab selbst ein ipad ;)

florian holzer2
03
28.9.2011, 10:43

bitte wo anders spielen. danke.

docw
12
28.9.2011, 09:20

es gehört nicht zum thema, ich bin kein lehrer, sie sind nicht der einzige, aber mich treibt es schön langsam zum wahnsinn - die mangelnde rechtschreibung. lesen sie sich doch bitte ihre erste zeile "ich finds eigentlich eine frechheit das der standard es zulässt das in einem..." genau und langsam durch. es fehlen zwei beistriche, die das lesen leichter gestalten, und der zweimalige (einmal kann ein vertipper sein) das-dasS- fehler tut richtig weh. ich halte diese art von posten für die größere frechheit als eine kamera zu erwähnen oder das blitzlicht zu vergessen.
nicht böse sein, aber dieses geschreibsel tut dem sohn eines germanisten weh.

Charles Milton Ling
03
28.9.2011, 14:03
Und mich schmerzt

durchgehende Kleinschreibung, die das Lesen auch erschwert.

alla riscossa
00
28.9.2011, 21:52
was machst du dann erst mit fremdsprachen?

Charles Milton Ling
04
28.9.2011, 22:07
Übersetze sie,

bekomme Geld dafür.

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