Junge Politik

"Was die machen, betrifft mich einfach nicht"

31. August 2011, 16:50
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    foto: privat

    Student Stefan Andreutz: lieber Party als Politik.

Stefan Andreutz bezeichnet sich als unpolitisch, weil er andere Dinge für wichtiger hält - damit ist er nicht allein

Weder die rote, die grüne, die orange, die schwarze noch die gelbe und nicht einmal die blaue Jugend hat, was Stefan Andreutz von sich behaupten kann: die Mehrheit hinter sich. Gerade einmal fünf Prozent der österreichischen Jugendlichen engagieren sich in den Vorfeldorganisationen der Parteien, der Rest - so wie Andreutz - nicht.

"Ich bin unpolitisch", sagt er offen über sich. Und damit ist er nicht allein: Auch die meisten seiner Freunde seien ähnlich eingestellt. Lediglich auf der Uni kenne er ein paar Leute, die sich für Politik interessieren. Stefan Andreutz studiert im fünften Semester Rechtswissenschaften an der Universität Salzburg. Er ist ein fleißiger, ehrgeiziger Student und befindet sich noch in der Mindeststudienzeit. Seine Matura hat er mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden - als einer der Besten seiner Klasse.

Warum ihn das politische Geschehen so kalt lässt? "Ich halte andere Sachen wie Freizeit, Lernen und Sport zum Beispiel für wichtiger." Der einzige Verein, in dem sich Andreutz engagiert, ist der Fußballklub. Da kann er sich mit Leidenschaft beteiligen. Außerdem spielt er Golf und Tennis. Der 21-jährige Mann ist groß, athletisch gebaut und braungebrannt. Nach der Arbeit, seinem Sommerjob bei den Salzburger Festspielen, fahre er oft noch an den Fuschlsee zum Sonnen und Baden. Ansonsten nütze er seine Freizeit zum "Abschalten", Freundetreffen und natürlich "Partymachen". "Was man als junger Mensch halt so tut", fühlt sich Andreutz in der Gruppe gut aufgehoben.

Vermutlich spricht er auch vielen Altersgenossen aus der Seele, wenn er seine Ziele definiert: "Ich will meine Ausbildung erfolgreich abschließen und ein Leben auf die Beine stellen, in dem ich für mich und meine zukünftige Familie sorgen kann."

Er sehe nicht, welche Rolle die Politik in diesen Plänen spielen soll. "Was die machen, betrifft mich einfach nicht", sagt er. Das liege jedoch nicht an den politischen Persönlichkeiten, denn es sei ihm "hübsch wurscht", wer da gerade oben sitzt.

Mit seinen Freunden spreche er fast nie über Politik, nur mit seinen Eltern gebe es manchmal ein politisches "Tischgespräch", die Regel sei das jedoch auch nicht. Ab und zu lese er die Schlagzeilen im Politikteil, aber zumeist fühle er sich von den Themen nicht genug angesprochen, als dass er sich länger damit beschäftigen wolle.

Zur Wahl ist Stefan Andreutz bis jetzt aber immer gegangen. "Natürlich mache ich mein Kreuzerl trotzdem nicht nach Lust und Gaudi", sagt er. Direkt vor Wahlen mache er sich sehr wohl Gedanken und wäge ab. Die Entscheidung falle ihm danach nicht schwer: "Bisher habe ich immer dieselbe Partei gewählt."

Wie groß die Wahlbeteiligung junger Menschen bei den letzten Nationalratswahlen im Jahr 2008 war, wurde nicht erhoben. Aus Stichproben ist aber bekannt, dass 33 Prozent der Österreicher unter 30 Jahren die FPÖ gewählt haben, die damit unter den Jungwählern die stimmenstärkste Partei war. Ob Stefan Andreutz auch den Blauen oder doch den Roten, Schwarzen, Grünen oder gar den Orangen sein sicheres Kreuzerl gibt, bleibt sein Geheimnis. (Katharina Mittelstaedt, STANDARD-Printausgabe, 1.9.2011)

Die Unpolitischen

95 Prozent der jungen Österreicher engagieren sich in keiner politischen Vorfeldorganisation.

Eine Million Jugendliche sind in einer Jugendorganisation aktiv.

EU-weit stellen 15 bis 29-Jährige fast 20 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 69
1 2
-....
00
14.10.2011, 16:33

Das Hauptproblem ist, dass es keine Partei gibt die die Jugendlichen wirklich anspricht.. (Außer man fühlt sich von der FPÖ angesprochen..)

Magnus13
21
Diese Postings hier interessieren ihn auch nicht!

ER weiß, dass er immer bei derselben partei wie der Papa das Kreuzerl macht.

Alles andere ist ihm schnurzegal. Typischer Jurist. Politik wird ihn dann interessieren, wenn es für ihn aus beruflichen Gründen notwendig ist.

Nachdem ich eine Juristin im Hause habe, weiß ich, wie die ticken.

Lernen, Strebern und Entspannung.

Lord Lurch
04
Typischer Streber

Immer alles brav (auswendig) gelernt, aber nix hinterfragt geschweige denn kapiert.

Der Wicht
 
12

Mich würde jetzt echt interessieren, ob der Herr untauglich fürs Bundesheer ist/war.

MASCH49
 
02
"Was die machen, betrifft mich einfach nicht"

Kann man daraus schließen, daß er vorhat mit
seinem Dr. Titel als in einen Großkonzern ein-
zutreten und sich sein Geld so besorgen will ?
Denn wenn er was mit ehrlicher Arbeit am Hut
hat, wird er bald aufwachen und sich sehr wohl
für Politik interessieren.

johannes mayer1
01
nein, das ist genau einer, der weiss und damit rechnet,

dass man Politiker kaufen kann! Das wird er auch machen, deswegen ist ihm die Politik auch wurscht!!!! Politik ist einem nur aus zwei Dingen egal: Entweder man ist Sandler/Unterschichtler und ist froh den nächsten Morgen erleben zu dürfen oder man ist stinkreich wie dieser Knabe mir scheint und kauf die Politiker, damit sie die Gesetze so machen, das sein Status Quo gesichert ist!!!

Lichtfreak
01
In dem Alter

haben mich Frauen, der Job und der Ausgang interessiert. Ich verstehs....

Selbständiger
02
Er sehe nicht, welche Rolle die Politik in diesen Plänen spielen soll. "Was die machen, betrifft mich einfach nicht", sagt er

Also wenn unsere Politverbrecher sein Geld stehlen, veruntreuen und es griechischen Verbrechern überweisen betrifft es ihn einfach nicht. Wenn das politische Gesindel Kredite aufnimmt die er mit Zins und Zinseszins zurückzahlen muss, um damit im Namen der Kunst Steine auf den Dachstein fliegen lässt, dann betrifft ihn das nicht?

Muss man heutzutage eigentlich besonders dämlich sein, um studieren zu dürfen? Unglaublich, so eine Aussage.

Hoi S.
 
02
Dass man sich nicht für (Partei-)Politik interessiert,

kann ich sogar gut verstehen. Dass man sich hingegen als angehender Jurist offenbar so gar nicht mit der Politik als solcher und ihren zugrunde liegenden verschiedenen ideologischen Ansätzen als entscheidendem Weichensteller für die Gesetzgebung auseinandersetzt, halte ich (Politologe und Jurist) für äusserst problematisch. Recht ist nicht einfach gegeben, sondern es wird gesetzt und da sind die - politisch formulierten - Zweckbestimmungen von Erlassen schon juristisch ganz wesentlich für die Auslegung von Rechtsnormen. Aber vermutlich versagt hier weniger der einzelne Student, sondern vielmehr die Studienpläne, die nicht nur verfassungsrechtlichne, sondern auch gesellschaftspolitischen Grundlagen von Recht nicht zur Debatte stellen.

Minister für Verwaltungsreformen
00
mit anderen worten

die restlichen 5% haben sonst eher keine freunde.

wiiha
00

-5% interessieren sich für Politik
-95% gehen demonstrieren, wenn ihnen was nicht passt

na Bravo

schneebrunzer
 
015
"Er sehe nicht, welche Rolle die Politik in diesen Plänen spielen soll. "Was die machen, betrifft mich einfach nicht""

Was zur Hölle??????
Wie konnte der die Matura mit Auszeichnung machen und nun Jus studieren, wenn er soooo wenig in der Birne hat??? Noten sagen nix, aber auch gar nix, über Intelligenz aus!!!

"....betrifft mich nicht" --> Lieber Stefan, in welchem Land lebst du? Ist da noch Platz? Ich würde auch gerne in einem Land leben, wo mich die Handlungen der Politiker nicht interessieren müssen, weil sie mich nicht betreffen! Nicht, dass ich dein politisches Desinteresse nicht nachempfinden kann, aber deine Aussagen in obigem Interview sind dumm, peinlich und einem Jus-Studenten unwürdig!
mfg,
Schneebrunzer (Nudlaug)

Wyle E. Koyote
00
lieb

da glaubt wirklich noch wer das parlament kann über was anderes als rauchverbot und homo-ehe entscheiden

schneebrunzer
 
00
lieb...

...da glaubt wirklich einer, dass es einen Staat weiterbringt, wenn seine Bürger die Politik belächeln und blöd daherreden. Es ist aber nachwievor so, dass die Politik die Rahmenbedingungen vorgibt, in denen wir als Bürger zu leben haben. Von wem die Politik beeinflusst wird, ist eine andere Geschichte. Fakt ist, dass die Politiker Gesetze verabschieden, die jeden von uns angehen und Politikverdrossenheit zwar verständlich ist, aber nichts zur Verbesserung oder Veränderung der Situation beiträgt! Nur Partizipation bringt Veränderung und Interesse und Wissen sind die Grundvoraussetzung dafür!
mfg,
ein ebenfalls von der Politik enttäuschter, aber dennoch interessierter Schneebrunzer

hefalump
00
kann nur sagen wie es bei uns in graz abläuft

aber ein sehr beträchtlicher anteil der jusstudentInnen hat nicht mehr als braun werden, abercrombie parfum, trash tv, den letzten absturz und das geld vom papi als gesprächsthema und noch ein bissl uni vl...

schneebrunzer
 
00
is leider eh so...

...soll aber nicht bedeuten, dass es so sein soll!

Der Wicht
 
00

Also ich finde, die Aussagen sind einem Jus-Studenten durchaus würdig.
Würde mich interessieren, ob und was der Herr bisher gearbeitet hat. Mit 21 im 5. Semester Rechtswissenschaften - war er untauglich fürs Bundesheer?

wirsinddiezukunft
 
02
Traurig

ists schon wenn man bedenkt, dass bei studenten zumindest ein wenig hausverstand vorhanden sein sollte. leider gibts in meiner genereation viel zu viele auswendiglerner die nicht verstehen, dass besonders wir uns für unsere rechte engagieren müssen und nicht nur stumpf "irgendeine" partei um des wählens willen wählen... -.-

mesche
03
Jurist

Und gerade bei den Juristen gehört politisches Grundinteresse zu den Voraussetzungen für den Erfolg. Jedes Gesetz hat ja eine Entstehungsgeschichte. Wie will jemand den Telos des Gesetzes korrekt verstehen und wiedergeben, wenn nicht an politischen Prozessen interessiert ist? Deswegen muss man ja noch lange nicht politisch aktiv oder parteilich deklariert sein.

Poldi Fesch
00
:) denkste

um das zu verhindern bzw. zu beenden habens ja vor ca 30 Jahren das Diplomstudiem eingefuehrt u. roem. Recht sowie Rechtsgeschichte weitgehend eliminiert. Der typ ist studienpolitisch gewollt

meinrad
01
ja wo kämen wir denn da hin, wenn auf einmal jeder gesetze nach ihrer sinnhaftigkeit hinterfragt?

die gehören selbst mit den absurdesten konsequenzen ohne wenn und aber ausgeführt, recht muss recht bleiben und punkt. da könnt ja jeder kommen!

Poldi Fesch
00
jo

eh

Buck Rodgers
111
Ein weiterer Beweis dafür, dass Note nichts über Intelligenz aussagen...

... und deswegen endlich abgeschafft gehören.

Ein Jurist der sich nicht für Politik interessiert...
Woher glaubt er denn das die Gesetze kommen? Aus den dicken Büchern mit den roten Umschlägen?

Poldi Fesch
00
ja, das wird

ihnen mit viel Muehe eingetrichtert. Deshalb wurde ja auch vor 30 Jahren das Diplomstudium eingefuehrt

henning2
01

Der Bursch ist halt ein Spätzünder, aber welchen Politiker soll man als junger Mensch ernst nehmen? Mir fällt niemand ein.

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