Ex-Vorstand Fischer bietet Provisions-Rückzahlung an
In die Telekom-Affäre rund um dubiose Zahlungen an und von Lobbyist Peter Hochegger wurde am Mittwoch auch Ex-FPÖ-Infrastrukturminister Reichhold hineingezoge. Dieser habe 72.000 Euro von Hochegger erhalten, die Zahlung im Jahr 2005 sei unter Telekom-Beratung verbucht, berichtet "News". Reichhold erklärte, dabei handle es sich um Beratung für Hochegger im Zusammenhang mit der EU-Präsidentschaft.
Dubiose Zahlungen
Reichhold war der Vorgänger von Hubert Gorbach in der Regierung von Ex-ÖVP-Bundeskanzler Schüssel. Neben Reichhold sind auch Gorbach, Ex-Innenminister Strasser und Ex-Finanzminister Grasser in Affären rund um Hochegger bzw. dubiose Zahlungen verwickelt. Gegen Strasser, Grasser und Gorbach wird derzeit von der Staatsanwaltschaft ermittelt. Ob gegen Reichhold auch ermittelt wird, war bei der Justiz nicht zu erfahren.
Die Staatsanwaltschaft Wien gab auf Anfrage der APA keinen Kommentar ab. Insider meinen, die Justiz sei über die immer neuen Veröffentlichungen gar nicht glücklich und sehe ihre laufende Arbeit dadurch sogar behindert. Hochegger selber attackiert nun Ex-Telekom-Manager Schieszler, der sich der Justiz als Kronzeuge angeboten hat. Schieszler sage nicht die Wahrheit, wird Hochegger in "Österreich" zitiert.
Auch an ÖVP-nahe Gruppen floss Geld
Laut "News" hat im Jahr 2005 auch der ehemalige Kärntner FPÖ-Politiker Gaugg gemäß der Hochegger-Unterlagen 30.000 Euro erhalten. Auch an ÖVP-nahe Gruppen floss Geld: Demnach habe auch die Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) Wien im Jahr 2007 65.000 Euro und im Jahr 2006 15.000 Euro erhalten, insgesamt also 80.000 Euro. Alle Empfänger seien in der Hochegger-Buchhaltung als "Lieferanten" angeführt, die Auswertung Hunderter weiterer "Lieferantenkonten" dauere noch an, so das Magazin.
Der ÖAAB soll im Jahr 2007 ebenfalls 15.000 Euro erhalten haben. Die ÖVP-Teilorganisation verwehrt sich jedoch gegen Verdächtigungen: "Wir lassen uns nicht in die Nähe auch nur fragwürdiger Machenschaften rücken. Unsere Geschäfte beruhen auf Leistungen und Gegenleistungen", erklärte Pressesprecherin König.
Rückzahlung von einer halben Million Euro
Der frühere Telekom Austria-Vorstand Rudolf Fischer, der vor der Staatsanwaltschaft ein Geständnis über seine Beteiligung an der Kursmanipulation für Managerboni abgelegt hat, bietet der Telekom unterdessen die Rückzahlung von einer halben Million Euro an. Die 500.000 Euro Provision für den Broker von der Euro-Invest, die aus dem Telekom-Budget genommen wurde, würde er gerne der Telekom rückerstatten, so Fischer im Gespräch mit "News". Die Telekom habe ihm aber bisher keine Kontonummer mitgeteilt, auf die er das Geld überweisen könne. (APA)