Gemeinsame Öl-Exploration

Rosneft und ExxonMobil gehen in die Arktis

31. August 2011, 13:39

Die historische Partnerschaft zwi­schen Amerikanern und Russen verspricht gewaltige Gewinne, Putin spricht von "neuen Horizonten"

Sotschi/San Francisco - Der US-Energieriese Exxon Mobil und die russische Rosneft haben ein milliardenschweres Abkommen zur gemeinsamen Erschließung neuer Öl- und Erdgasvorkommen in der russischen Arktis geschlossen. Damit erhält das US-Unternehmen Zugang zu einigen der letzten unerschlossenen Regionen der Welt und sticht den britischen Rivalen BP aus, dessen Kooperation mit Rosneft für dieselbe Region im Mai gescheitert war. "Es tun sich neue Horizonte auf", sagte Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin am Dienstag bei der Vertragsunterzeichnung in Sotschi, an der auch Exxon-Chef Rex Tillerson teilnahm.

Das Abkommen hat ein Volumen von 3,2 Mrd. Dollar (2,22 Mrd. Euro) und sieht die Erschließung von Vorkommen in der Karasee - einem Teil der Arktis - sowie im Schwarzen Meer vor. Zugleich werden Rosneft Beteiligungen an Projekten von Exxon angeboten, darunter im Golf von Mexiko und Texas. Im Gegensatz zu der gescheiterten Allianz mit BP sieht die Vereinbarung keinen Aktientausch vor, was Experten zufolge angesichts der Größe von Exxon Mobil nicht nötig ist.

Politische Bedeutung

Damit erhält nun Exxon Mobil als weltgrößtes Energieunternehmen Zugang zu russischen Gas- und Ölvorkommen. Die Vereinbarung ist daher auch politisch von Bedeutung und gilt als Beleg für einen erfolgreichen Neustart der Beziehungen zwischen den USA und Russland. Vor wenigen Jahren noch wurden amerikanische Firmen mehr oder weniger ausgeschlossen, sagte Cliff Kupchan von Eurasian Practice bei der Eurasia Group. US-Präsident Barack Obama hat sich explizit zum Ziel gesetzt, die Beziehungen zu verbessern. Allerdings scheiterte zuletzt ein Rosneft-Abkommen mit dem US-Energiekonzern Chevron. Für BP dürfte die Hoffnung auf eine Wiederbelebung der geplatzten Verhandlungen über einen Einstieg in der russischen Arktis nun endgültig gestorben sein.

Rosneft wird der Vereinbarung zufolge 66,7 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten, Exxon den Rest. Exxon teilte mit, die Reserven zählten zu den vielversprechendsten und am wenigsten entdeckten auf offener See weltweit. Analysten werteten das Abkommen als fair. "Es ist ein gerechtes Geschäft", sagte Brian Youngberg von Edward Jones in St. Louis.

Nach Angaben von Rosneft umfassen die Fördermöglichkeiten in der Karasee nördlich von Sibirien schätzungsweise 36 Milliarden Barrel Öl. Insgesamt werden dort Schätze im Volumen von 110 Milliarden Barrel an Öläquivalenten vermutet. Das wäre mehr als das Vierfache der nachweislichen Reserven von Exxon weltweit. Die Vorkommen im Schwarzen Meer werden auf neun Milliarden Barrel Öl geschätzt. Die ersten Bohrungen sollen 2015 beginnen. Exxon wird dabei den Großteil der Kosten tragen.

Hausdurchsuchungen bei unterlegenem Wettbewerber BP

Die russische Justiz hat am Mittwoch die Büros des britischen Ölkonzerns BP in Moskau durchsuchen lassen. Es gehe darum, Dokumente für ein Gerichtsverfahren gegen das Unternehmen in Sibirien sicherzustellen, teilte die Justiz laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti mit. Im sibirischen Tjumen verhandelt ein Schiedsgericht ab Mitte Oktober über die geplatzte Zusammenarbeit zwischen BP und dem russischen Ölriesen Rosneft bei der Erkundung von Ölvorkommen in der Arktis. Für dieses Vorhaben wählte Rosneft inzwischen den US-Konzern ExxonMobil als Partner, wie Regierungschef Wladimir Putin am Dienstag mitgeteilt hatte. (APA/Reuters)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
1 2
greenling
01
31.8.2011, 16:57
Wann legt man diesen Konzernen endlich das Handwerk?

Wie kann es sein, dass alle Regierungen tatenlos zusehen, wenn die ohnehin schon gebeutelte Umwelt noch weiter ausgebeutet wird, und noch dazu für Rohstoffe, die die nicht auf die nötige Energiewende hindeuten?
Ein Hoch auf Greenpeace und ähnliche Organisationen, die für eine bessere und sauberere Zukunft für uns und unsere Kinder kämpfen, obwohl die meisten von uns davon eh nix wissen wollen!

tramezzino
20
31.8.2011, 17:03

wer soll denn sonst die rohstoffe fördern?
eine greisler kooperative vielleicht?

NONE
10
31.8.2011, 17:29

LOL

Du verdienst dir dein rot redlich.

WAKU
11
31.8.2011, 17:12
Die faulste Antwort

die man geben kann...
...gratulation.

irgendein poster
 
00
31.8.2011, 16:05
naja

ein schmarrn

amused8
00
31.8.2011, 15:09
Zwei Bedraengte kooperieren

Vor einigen Jahren hat das US-Wirtschaftsblatt Forbes Peak Oil noch als Humbug abgetan.Heute wird getitelt "Has Peak Oil Come To The Non-Opec World? Maybe". Zitat: "Im 2 Quartal verringerte sich die Oelproduktion der 16 groessten westlichen Oelkonzerne um 12% mit Lybien, um 8% ohne Lybien". Das sind die Signale und Umstaende, unter denen sich zwei Bedraengte, Exxon und Russland (Rosneft) gefunden haben, um der Erde unter grossen Kosten die letzten Oeltropfen abzuringen. Die russsische Erdoelfoerderung wird wohl in den naechsten Jahren zu sinken beginnen. Da brauchts Kompensation. Es wird wohl an die 10 Jahre dauern bis signifikanter Produktion einsetzt. Die Produktionsrate wird aber angesichts der Umstaende gering bleiben.

Logyal
00
31.8.2011, 14:21
Spekulanten und korrupte Regierungen geben dem Planeten den Rest

Die Arktis ist nur ein Mosaikstein.
Worüber hier nicht berichtet wird, ist das haarsträubende Komplott zwischen Regierungen, "Umweltministern", und der Halliburton-Kumpanei welches beginnt, die EU Landschaften und Grundwasserreserven in schnelles Geld zu verwandeln. Absolut sehenswerte Doku:
http://www.dailymotion.com/video/xhf... from=embed
oder:
http://latelelibre.fr/libre-pos... z-schiste/

barry mccoist
01
31.8.2011, 14:00

als kleinen appetithappen über die umweltauswirkungen darf man auf das kanadische fort mcmurray verweisen - auch wenn die abbaumethode divergiert...

http://www.zdf.de/ZDFmediat... ckiges-Oel

masse statt klasse
00
31.8.2011, 13:48
Auge
00
31.8.2011, 12:53
So wird man über unsere Zeit sprechen:

Als das Eis in der Arktis noch weiß war...,
da gab es ein paar weiße Eisbären, die litten unter Heißhunger..

Peter_23
71
31.8.2011, 12:41
Das sind erfreuliche Nachrichten

Nicht nur, dass wenn Öl dort gefunden wird und das ist durchaus wahrscheinlich, damit dieser peakoil wohl wieder einige Jahre, Jahrzehnte oder gar sehr optimistisch Jahrhunderte (?) hinausgeschoben wird.

Besteht dann doch auch die Option Agrarflächen statt für Biosprit wieder mehr für die Produktion von Lebensmittel zu verwenden. Dann müssen weniger Leute verhungern damit Autos mit Biosprit herumfahren können.

Leider bringen die ganzen erneuerbaren Energieträger, ausser Subventionen zu beziehen, nichts wirklich zusammen. Und wir sind energetisch noch immer zu rund 75% von fossilen Energieträgern abhängig.

robert rittersmann
12
31.8.2011, 13:29

Sind Sie noch ganz dicht?
Bitte Hirn einschalten!
Wir müssen nicht die gesamte Erde zerstören, damit die Leute mit dem Auto spazieren fahren!!!

tramezzino
00
31.8.2011, 17:06

was soll da zerstört werden, wenn man mit dem auto fährt? zuviel spatzenpost gelesen?

Isabella Conceicao
10
31.8.2011, 17:40

also hirn dürften SIE wirklich nicht viel haben, da hat der vorposter schon recht!

Sebastian Jacobs
00
31.8.2011, 12:58

Nein. Diese Vorkommen decken den weltweiten Bedarf nur einige wenige Jährchen. Dividieren sie einfach das Vorkommen durch den weltweiten jährlichen Ölverbrauch.

L. Bob Rife
00
31.8.2011, 14:18
119 000 / 84 = 3,88 Jahre

Gesamte in dem Artikel erwähnte Ölmenge: 119 Mrd. Barrel

Weltjahresverbrauch 2009: 84 Mio. Barrel/Tag
(BP Statistical Review of World Energy 2010)

Spigola
00
31.8.2011, 15:23
Ihre Rechnung ist noch viel zu simpel und viel zu optimistisch:

Sie haben vergessen, die jährlichen Zuwachsraten beim globalen Ölverbrauch einzurechnen. der Ölverbrauch dürfte ab 2015 noch um Einiges höher liegen als in den Referenzzahlen von 2010.

Sebastian Jacobs
00
31.8.2011, 14:21

yup...und dies bei einem höheren Durchschnittsverbrauch da ja erst ab 2015 gefördert werden kann.

convespasipuo
 
03
31.8.2011, 12:51

"Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann"

opti
00
31.8.2011, 12:26
die kapitalisten und die sogenannten sozialisten

sind sich in der ralen welt mit den faschisten einig, wenn es um materielle gewinne ohne rücksicht auf die nachwelt geht

die sozialen träumer und umweltschützer gibt es nur ein enem ganz kleinen zeitlichen und geographischem fenster

wenn die menschen sich um das wasser und das brot für morgen sorgen machen müssen, (die meisten auf dieser welt) haben sie nicht die kraft, an langfristige entwicklungen zu denken

dann gibt es sehr wenige, die es sich leisten können und die genügend bildung haben um an morgen zu denken aber die sind auf kleine minderheiten in entwickelten ländern beschränkt

und es gibt die "reichen und mächtigen" für die langfristigkeit über die wahlperiode oder die eigene lebenserwartung hinaus nicht relevant ist

guesman curd
02
31.8.2011, 12:45
Geh bitte, nicht die Maslowsche Bedürfnispyramide

Natürlich wird uns das Fürchten gelehrt, es ist das beste Mittel zur Verteidigung der Verhältnisse. Aber machen Sie sich keine Sorgen, das wird sich alles von alleine regeln -
Ein Baum der umfällt ist schließlich lauter als ein Wald der wächst : )
<3lichst, Ihr Sozialer Träumer

Lady Liberty
21
31.8.2011, 12:02
Hoffentlich ist die Sache bald erfolgreich,

damit am Agrarsektor wertvolle Anbauflächen, die jetzt für die Herstellung von Biosprit missbraucht werden, wieder für den Anbau von Lebensmitteln verwendet werden können.

Horusauge
01
31.8.2011, 12:29

Das Eine hat doch mit dem Anderen nichts zu tun, zumindest nicht bei Ölpreisen, wie wir sie kennen - und diese werden sich nie unter ein gewisses Niveau begeben, dafür wird gesorgt.

Lady Liberty
00
31.8.2011, 14:22
Sie verwechseln wohl Öl mit Sprit?

Vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise hatte WTI einen Preis von über 150.-USD, dann fiel er auf etwa 35.-USD und jetzt steht der Preis bei etwa 100.-USD.

Was konstant bleibt, ist der Spritpreis, sonst nichts

Horusauge
00
31.8.2011, 22:40

Nein.
Der Rohölpreis von 35 $ war nur ein zeitlich sehr begrenzter, ansonsten sorgen die diversen globalen Kartelle dafür, daß der Ölpreis ein gewisses NIveau nicht unterschreitet (Fördermengen, Börsenwetten ect.).
Der depppensteuerbedingte Spritpreis tut hier nichts zur Sache.
Vor diesem Hintergrund und dem geförderter Agrospritpreise wird sich der Anbau von Lebensmitteln für "Biosprit" immer rentieren - leider.
Ohne Systemwechsel im Bereich des Geldes/Finanzsystems wird sich daran nichts ändern.

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