Lauda: Landebahn "logisch"

Dritte Flughafen-Piste nützt Kongressen und erzürnt Bürger

30. August 2011, 18:15
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    foto: regine hendrich

    Für die dritte Piste: Niki Lauda

Für Niki Lauda ist zusätzliche Start- und Landebahn "logisch", aber "bis die kommt, bin ich schon tot"

Die geplante dritte Piste am Wiener Flughafen sei eine "Lebensader für den Erfolg der Tourismus- und Kongressdestination Wien", ist der Wiener Tourismusdirektor Norbert Kettner überzeugt. Und er steht mit dieser Ansicht nicht alleine da.

Niki Lauda, Besitzer der Fluglinie Fly Niki, versteht nicht, warum sich die Politik nicht auf eine Lärmschutzregelung einigen könne. "Mir ist die dritte Piste wurscht, bis die kommt, bin ich schon tot. Aber es ist doch logisch, dass, wenn ich einen Flughafen habe und mehr Passagiere nach Wien bringen will, ich irgendwann eine dritte Piste brauche" , sagt er zum STANDARD.

Wie berichtet, läuft derzeit in Schwechat die mündliche Verhandlung gemäß Paragraf 16 UVP-G 2000 (Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz. Die dritte Piste ist heiß umstritten, viele Bürger - auch aus Wien - sind dagegen. Viktor Horak von der aus 15 Bürgerinitiativen bestehenden und im "Dialogforum Flughafen Wien" vertretenen "ARGE gegen Fluglärm" hofft, "dass nicht schon alles fixiert und die Verhandlung nicht nur ein Formalismus ist" . Er kritisierte, dass An- und Abflugrouten nicht Bestandteil des UVP-Verfahrens seien. Gerade diese stellten die "Hauptursache für die Lärm- und Umweltbelastung der überflogenen Gebiete" dar.

Diskussion

Die Diskussion gibt es seit mehreren Jahren, und hat einen Prozess hinter sich, über den sich Lauda wundert: "Zu Beginn gab es ein Mediationsverfahren. Das Resultat: Es mussten Verbesserungen her, wie etwa andere Fenster für die Betroffenen, dass die Flugzeuge nicht mehr zu hören sind. Insgesamt kosten alle Verbesserungen 23 Millionen. Und viel wichtiger: Wenn die dritte Piste kommt, soll wegen des Lärms ab 21 Uhr nur mehr eine Piste verwendet werden." Ein Punkt, der Lauda unverständlich erscheint: "Meine Kinder sind um 21 Uhr noch auf. Wenn man sagt, ab halb elf nachts reduziere ich auf die geringste Belastung, würde ich das ja verstehen. Aber warum ab 21 Uhr? Damit ist mehr Verkehr in der Luft, alles stockt."

Im Rahmen der UVP-Verhandlung sind 144 Wortmeldungen angekündigt. Die Verhandlung wird von Juristen der Abteilung Umweltrecht beim Amt der NÖ Landesregierung geleitet. Ebenfalls auf dem Podium sitzen 36 Sachverständige, die das 2300 Seiten starke Umweltverträglichkeitsgutachten erstellt haben. Demnach gilt die "Parallelpiste 11R/29L" als umweltverträglich.

Tourismusdirektor Kettner will mit der dritten Piste vor allem den Weg für mehr Kongresse ebnen. 2010 seien dadurch Steuereinnahmen von 213,8 Millionen Euro hereingekommen. (nik, simo/DER STANDARD-Printausgabe, 31.8.2011)

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Resteverwerter
11
18.11.2011, 14:33
Flugzeuge über Wohngebiete zu schicken und dort kreisen zu lassen ist Schwachsinn

Die Lärmbelästigung kommt noch dazu. Aber man kann das gerne so belassen, wenn eine saftige Steuer für den Spaß eingehoben wird, die der Gefährung und Umweltbelastung Rechnung trägt. Anders verstehen es solche Leute wohl nicht, dass hier ihr Profit gegen die Lebensqualität Anderer steht und Letztere nicht wertlos ist.

Von mir aus kann Fliegen dadurch gerne 3x so teuer werden, oder der Anfahrtsweg zum Flughafen statt 30 Min. im Stau dann 1 Stunde mit der Bahn betragen.

fasziniert
01
Wien hat gar nicht genug Hotels für große Kongresse

Beispielsweise beim letzten Kardiologenkongress 2008 in Wien war nicht der Transport der über 30.000 Teilnehmer das Problem sondern die Unterkunft - trotz langfristiger Vorbuchung!

Wien ist für solche Großkongresse zu klein, die Teilnehmer mussten dann irgendwo zwischen Amstetten, Bratislava und Graz untergebracht werden und vermutlich wird der Kardiologen-Kongress nie wieder in Wien stattfinden!

Wien ist einfach zu klein für eine 3. Piste!

Javert
00

man kann wien ja vieles vorwerfen, aber nach ihrem maßstab ist dieser kongress in europa undurchführbar

ich wüßte nicht, in welcher europäischen stadt wesentlich mehr verfügbarkeiten wären - berlin, paris, london, madrid, moskau haben auch keine wesentlich besseren verfügbarkeiten als wien

im übrigen ist es hoteliers prinzipiell vollkommen egal, WELCHER gast (ihrer zielgruppe) kommt - gebucht ist gebucht, und wenn ausgebucht ist, ist es eben voll

in nürnberg z.b. bekommen sie bereits ein halbes jahr vor einer spielzeugmesse kein zimmer mehr unter 400 euro

HLAB27
00

wie kann man bewusst solche falschinformationen verbreiten? der kardiologenkongress 2007 war ein voller erfolg. wien ist weltweit gesehen eine der führenden kongressstädte und hat mittlerweile über 40.000 (zum vergleich: berlin hat genausoviel) hotelbetten. auch der europäische radiologenkongress findet regelmäßig in wien statt. und das nicht deshalb weil die stadt mit der abwicklung solcher monsterkongresse probleme gehabt hätte. wenn man natürlich zu blöd ist rechtzeitig zu buchen gibts überall probleme......

fasziniert
00
Und sie glauben alle Wiener Hoteliers sperren dann sämtliche anderen Gäste aus?

nur wegen eines Kongresses? Nicht einmal wenn Sie ein Jahr im Voraus buchen, können Sie die notwendige Bettenanzahl reservieren.

Ein einfacher Vergleich der Zahlen belegt, dass der Flughafen nicht der Kapazitätsengpass ist:
40.000 Betten = max. 14,6 Millionen Nächtigungen pro Jahr, während 20 oder 30 Millionen Passagiere pro Jahr problemlos mit 2 Pisten bewältigt werden können. (Natürlich wird nicht nur zu Kongressen geflogen aber genauso selbstverständlich kommen viele Gäste nicht mit dem Flugzeug).

Sie haben aber in einem Punkt recht, der letzte Kongress war sogar schon 2007.

http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oest... 0/index.do

HLAB27
00

absurd was sie da verzapfen :-))

Querulant1951
02
was für Lauda gut ist muß nicht auch für uns gut sein

diese grauenhafte Billigfliegerei geht auf seine Kappe und ist nur scheinbar billig.

MusaSikkimensis
03
Zu diesem Herrn

empfehle ich zu googlen.
Mit folgende vier Wörtern in der Suchzeile:
Lauda Air Nepal Korruption.

Ein Schicki Micki Österreicher wie er leibt und lebt und ein Liebling der Medien, ein typischer obere tausend Österreicher.

thomas rath1
11
31.8.2011, 18:08

Niki Lauda weiss immer bestens Bescheid.

Derzeit gibt er in München ein Interview.

http://www.youtube.com/watch?v=3TeJewSIjhA

:)

HLAB27
00
31.8.2011, 17:52

in solchen fällen wünscht man sich die monarchie zurück. dieses ewige blabla führt ja ohnehin zu nichts. die dritte piste kommt sowieso weil sie kommen MUSS. diese ganzen anhörungsverfahren sollte man sich sparen.

paul_vie
27
31.8.2011, 17:49
ich bin in 1040

und höre keinen Fluglärm, obwohl ich die Maschinen permanent über den Naschmarkt fliegen sehe: kein Wunder, denn der brüllende Motor des Autobusses, die knatternden und röhrenden Mopeds, die LKW's die sich die Wienzeile hinenin stauen, die Geschäftsläute, die irgend welche Wagerln durch die Gegend schieben, die Postler, die mit ihren Gebinden umhauen, der Gastrobetrieb, der 10x am Tag seinen Mist im Hof lautstark entsorgt, die entnervten Rotkreutfahrer der Blutspendezentrale, die Polizisten, die sich lautstark durch den Verkehr quälen ... DAS ist Lärm! Schön für alle, die ein überfliegendes Flugzeug überhaupt noch hören können! Aber ich beklage mich nicht, schließlich habe ich mir dieses urbane Leben selbst ausgesucht. Und zahle auch noch o

Ingo Lantschner
 
01
Schon klar ...

... wer an der Wienzeile, am Gürtel, einer Bundesstraße oder einer der anderen viel befahrenen Straßen wohnt wird vom Fluglärm nichts mitbekommen. Daher gibt es auch Bemühungen den Lärm einzudämmen, den urbanen Raum (Verkehrs-)zu-beruhigen und Menschen zahlen gerne für eine ruhige Wohnung in einem Hinterhof.

Wenig sinnvoll ist es diese Maßnahmen und Bemühungen durch zunehmendes Flugaufkommen wieder zunichte zu machen. Zumal das Überfliegen von Ballungsräumen auch aus Gründen der Sicherheit noch problematisch ist.

fasziniert
13
31.8.2011, 23:16
solche Postings kenne ich zur Genüge

meist von Flugverkehrslobbyisten
In einem anderen Forum hat einer erzählt, er kenne 100 Leute in Liesing, die alle der Fluglärm nicht störe und dann die Poster, die sich über den Fluglärm beschwert haben beschimpft, bis ihn der Admin an Hand seiner IP als Flughafenmitarbeiter entlarvt hat.

Ingo Lantschner
 
15
31.8.2011, 17:48
Links zu Bürgerinitiativen ...

... für alle die sich organisiert wehren wollen.

http://www.14gegenflieger.at/

http://www.fluglaerm.at/

kiloi
01
und wo bleibt

www.vielzulaut.at/?

Roderic Schuchart
20
31.8.2011, 23:40

Die scheinen alle gegen die 3. Piste zu sein. Ein wenig einseitig, eure Links.

fasziniert
02
schon eigenartig

dass die jetzt schon von umzumutbaren Fluglärm Betroffenen im Süden und Westen Wiens gegen die 3. Piste sind - warum wohl?

Vielleicht weil diese genau in diese Richtung geht und volkswirtschaftlich damit ähnlich grenzdebil ist, wie eine durch nichts ausser Profitgier begründbare Flugrouteverlegung nach Liesing?

Im übrigen kritisieren inzwischen auch Teilnehmer am Dialogforum das Projekt 3. Piste heftig.

Podolski36
33
31.8.2011, 17:47
Ich mag die Flieger

Irgendwie kann ich ueber diese hysterischen Anti-Fluglaerm-Tiraden nur staunen. Ich hab's gern, wenn ich von meinem Balkon im 13. den jets zuschauen kann, wenn sie der Reihe nach wie aufgefaedelt nach Schwechat einschweben. Gesundheitsgefaehrdung? Da kann ich nur lachen: Das ist ein Hauch von Fernweh und weiter Welt. Natuerlich hoert man die Flieger, aber das ist kein Vergleich zu den Zeiten vor 10 oder 15 Jahren, als noch die Tupolews, die Boeing 727 und die DC-9 mit ihren bruellenden Motoren herandonnerten. Der Laerm? Der Sechziger der Wiener Linien auf der Strasse ist definitiv lauter. Und die Gueterzuege, die (auch in der Nach!) ueber die Verbindungsbahn rattern, sind es auch.

grünzeug
26
31.8.2011, 17:33

1.) Ich würde gerne Hr. Lauda einladen, bei mir nur eine halbe Stunde zu wohnen. Im Minutentakt, auch nachts, setzen die Maschinen zur Landung an. Ich kann dem Piloten beim Nase bohren zuschauen.
2.) Neue Fenster, ja die habe ich auch bekommen. Nur was mache ich im Sommer? Auf der Terrasse? Wir haben einen Video-Film gedreht, bei einem besonderen Anlass: kein Wort ist zu verstehen.
3.) Die Flieger lassen alles da, was sie nicht brauchen, Dreck, Staub, CO2 und weils lustig ist, Kerosin.
3. Piste: nein danke!

pix hier
31
31.8.2011, 18:46
und

jetzt sagen Sie uns noch wie lange Sie dort schon wohnen,
ob der Flughafen VORHIn schon bestanden hat und ob Sie sich wahnsinnig darüber gefreut haben dass der Baugrund so billig war.

Bitte

grünzeug
01

Ich habe nicht gebaut, sondern vor 30 Jahren erworben. Flieger waren eine Sensation (Jö, schau!).

pix hier
10
vor 30 Jahren

also so um 1980.
Und da wollen Sie uns weissmachen dass Flieger eine Sensation waren? und die Pisten am Flughafen nicht gegeben hat?
Und Sie natürlich, wenn auch vor 30 Jahren drauf vertraut haben dass die Welt eine Scheibe ist und sich nicht weiter entwickelt?

tschuldigung, aber, selber schuld, kein mittleid

eze eze
 
00

Ist doch logisch, wenn Flugrouten geändert werden bzw. verstärkt genutzt, dass es dann immer wieder Gebiete gibt, die plötzlich massiv betroffen sind, wo es vorher halbwegs ruhig war, noch dazu, wenn die so dermaßen blöd gelegt werden, dass ausgerechnet über dichtest besiedeltes Gebiet wie die betroffenen Teile Liesings geflogen wird.

paul_vie
21
31.8.2011, 18:04
Wann wurde der Flughafen Wien Schwechat eigentlich gebau?

1938 war er als Militärflughafen konzipiert, ab 1954 wurde er anstelle von Aspern zum Zivilflughafen ausgebaut. Ob die Lage seinerzeit ideal gewählt wurde, kann ich kaum beurteilen, aber damals waren Hauptwindrichtung und topografische Lage noch viel wichtiger als heute. leider geht im norden/westen Wiens wenig, einzige Ausweichsituation wäre halt Wr. Neustadt, aber da hat sich jetzt unsere Luftwaffe niedergelassen.
Und wenn man den Piloten beim Nasenbohren zusehen kann, müßten Sie sich in einem Begleitflugzeug bei einem Überstellflug über dem Pazifik befinden: das ist wirklich langweilig. Ein Landeanflug, wo auch immer, steigert die Adrenalinausschüttung selbst beim routiniertesten Piloten. Kein Nasenbohren.

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