Junge Politik

Der Fleischliebhaber und Menschenfeind

30. August 2011, 17:34
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    foto: privat

    Student Kevin Walkner (21) spendet einen Teil seines Budgets.

Kevin Walkner ist fleischliebender Vegetarier, Mitglied in sechs Hilfsorganisationen und Misanthrop

Er habe sich im letzten Brief rührend für das Verpackungsmaterial bedankt, der Fußball sei aber auch ganz in Ordnung gewesen - sein afrikanisches Patenkind lehrt ihn, in anderen Wertekategorien zu denken, sagt Kevin Walkner. Seit er 16 Jahre alt ist, unterstützt Walkner mit seinem Taschengeld die Kindernothilfe. Heute, fünf Jahre später, überweist er auch monatlich kleine Beiträge an Greenpeace, WWF, Global 2000, Amnesty International, die Gemeinwohl-Ökonomie und Attac - aber nicht gern.

Aktives Mitglied sei er "nur" in zwei Organisationen. "Die anderen Vereine unterstütze ich, weil es notwendig ist, aber langfristig gedacht bieten Attac und die Gemeinwohl-Ökonomie die effizientesten Möglichkeiten", sagt er. Die beiden Organisationen würden "an der Wurzel greifen", während die meisten Hilfsprojekte Symptombekämpfer seien.

Das Projekt Gemeinwohl-Ökonomie wurde von Attac-Österreich-Gründer Christian Felber ins Leben gerufen und stellt, einfach gesprochen, ein Konzept für ein alternatives Wirtschaftssystem dar. "Es zeigt, wie das Wirtschaften idealerweise aussehen sollte", sagt Walkner. In seiner Heimatstadt Salzburg ist er ein Mitbegründer des dortigen "Energiefelds Gemeinwohl-Ökonomie". Der esoterisch anmutende Name ist aber irreführend: Denn das "Herrliche" ist für den Philosophie- und Mathematikstudenten, dass das Modell rational und plausibel durchargumentiert und der Naturwissenschaft zugänglich sei.

Die Idee: Mit Anreizstrukturen in Form von Besteuerungen die Menschen dazu veranlassen, dass sie gerecht, umweltfreundlich und sozial agieren. "Das halte ich für so attraktiv, weil der Versuch aufgegeben wird, mit blindem Aktionismus die Welt zu verbessern." Die aufklärerische Maxime, dass der Mensch nicht anders könne, als richtig zu handeln, sei dadurch überwunden. "Alle würden ohne nachzudenken zum fairen und nachhaltigen Produkt greifen, weil es auch ökonomisch am attraktivsten wäre."

Neben seinem Einsatz für die Gemeinwohl-Ökonomie besucht Walkner alle zwei Wochen die Attac-Treffen in Salzburg. Dort befasse man sich mit sofort greifbaren Problemen wie Finanztransaktions- und Vermögenssteuer, bedingungslosem Grundeinkommen und geschlechtergerechter Entlohnung. "Ich habe das Gefühl, dass ich von denen mehr profitiere als sie von mir. Ich lerne dort, die Wirtschaft zu verstehen."

Kevin Walkner hat zerzaustes lockiges Haar und trägt "fair gehandelte" Kleidung. Seit über einem Jahr ist er Vegetarier, obwohl er liebend gern Fleisch esse. Seine Spenden, sein Patenkind, sein Engagement, der Verzicht - all das tue er nicht aus Gutmenschentum oder Selbstlosigkeit: "Ich habe mich dazu entschlossen, mein Leben einer rationalen Ethik zu unterstellen und versuche, konsequent zu sein."

Er setze sich nicht gerne mit hungernden Kindern in Afrika, mit leidenden Menschen, mit unserer Wirtschaft auseinander, aber er tue es, weil er sich einer gewissen Verhaltensweise verpflichtet hat und das tun müsse, auch wenn es ihm manchmal nicht passe. Seine Motivation schöpfe er aus dem Hass auf diejenigen, die sich "einen Dreck" um andere scheren. "Ich bin leidenschaftlicher Misanthrop." (Katharina Mittelstaedt, STANDARD-Printausgabe, 31.8.2011)

Die Gemeinwohl- Ökonomie

Gründer: Christian Felber

Mitglieder: etwas mehr als 1000

Selbstverständnis: sozial gerechtes, ökologisches und nachhaltiges Wirtschaftssystem, höhere Besteuerung von nicht fair gehandelten Produkten

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 95
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kiter
00
14.10.2011, 14:23

...every day, thousands of innocent plants are killed by vegetarians. help end the violence! ;-)

Papa Radzy
02
15.9.2011, 14:09

das macht er doch nur weil er kevin heißt.

Mister Magister
 
74

Eine "rationale Ethik"
Sorry, aber was für ein Bull*shit.

Wir sind biologische Omnivoren (Allesfresser), der Genuss von Fleisch liegt uns in den Genen. So funktioniert die Natur, die grossen fressen die kleinen, Punkt. Das hat nichts mit Ethik zu tun, das ist ein simpler biologischer Fakt.
Klar kann man darüber monieren wie grausam Tiere in Schlachthöfen sterben. Schonmal einem Löwen zugesehn, der eine Antilope am Maul packt und ersticken lässt während er ihr Gesicht zerfetzt? Da ist der Schuss in den Kopf wesentlich humaner.

Hilfsorgas zu unterstützen beruhigt maximal das eigene Gewissen...bedeutende Änderungen kann langfristig nur politische, soziale und technische Entwicklung bringen.
Ein Schicksal < Milliarden Schicksale

Johnny Brainstorm
12
14.10.2011, 16:54

Haha, das gute alte rote Tuch: der Fleischesser liest "Vegetarier" und rattert wie programmiert seine Binsenweisheiten und Rechtfertigungen herunter, immer wieder schön ^^

Mister Magister
 
11
14.10.2011, 19:23

wow...antworten auf einen 13 tage alten post, da hat aber jemand ein aufmerksamkeitsdefizit zu füllen =)

Heavyweather
00
16.10.2011, 01:03

Tja...den Schass den du im Internet schreibst kann man halt auch noch nach über einem Monat hier lesen ;)

damon
02
14.9.2011, 13:15
denke nicht, dass es per se um die Tiere geht ;)

wenn man über gemeinwohlökonomie spricht, geht es auch um Ressourceneffizienz.. es ist nun mal eine Tatsache, dass das Züchten von Tieren zur Fleischproduktion enorme Mengen an Getreide und anderer Futtermittel verschlingt. Somit ist es aus Sicht der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung "sinnvoller" eine vegetarische Ernährung anzustreben.. das ist eine ähnliche Thematik wie mit dem Biosprit.. da wird auch kritisiert, dass Nahrung (Getreide) in Sprit umgewandelt wird, damit weniger Nahrung zur Verfügung steht und dadurch die Preise am Weltmarkt steigen.. angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung ist also eine gewisse Reduktion de Fleischkonsums sinnvoll

martiniblanco
12

Ich glaube NICHT, dass der Genuss von Fleisch in unseren Genen liegt. Wenn dem so wäre, würde wir tatsächlich die selben Techniken wie der von ihnen beschriebene Löwe anwenden. Können wir jedoch nicht oder liegt uns fern...der Mensch benutzt stattdessen sein "gereiftes" Gehirn um Tiere für seine Zwecke zu entfremden. Die menschliche Anatomie ist zudem nicht für den Fleischverzehr ausgerichtet, kann diesen jedoch durchaus vertragen (in Maßen).

Ich gebe ihnen Recht bei ihrem letzten statement und denke deswegen ist es gut Organisationen wie die GWÖ oder attac zu unterstützen, weil diese konkrete, profunde und umsetzbare Änderungen für unser Gesellschaftsystem vorschlagen.

Mister Magister
 
42

Biologisch gesehn ist dein Post falsch.
Wenn wir nicht auf Fleischkonsum ausgelegt sind, warum haben wir dann Eckzähne, bzw. generell ein Allesfressergebiss?

Warum ist unser Darm dann kürzer als der eines reinen Pflanzenfressers?

Warum fehlen uns gastrointestinale Bakterien um Zellulose abzubauen?

Schau dir die Natur an...der Löwe ist nicht der einzige Fleischfresser, und seine Techniken nicht die einzigen. Und was hat es mit "entfremden" zu tun, wenn wir unseren körperlichen Nachteil über unseren Intellekt wettmachen um eigene Fang und Jagdmethoden zu verwenden?

Heavyweather
00
16.10.2011, 01:13

Das hat mit dem Nahrungsangebot zu tun. Für den Menschen und auch z.B. für den Hund ist es kein Problem sich vegetarisch zu ernähren.
Mein Hund war auch Vegetarier.

Natürlich wird zuerst das gegessen was am einfachsten zu bekommen ist. Wenn die leicht verfügbare Nahrung (Pflanzen und alles das nicht davon läuft) nur eingeschränkt verfügbar muss der Mensch auf die Jagt gehen um überleben zu können.
Nachdem das heute nicht mehr notwendig ist besteht auch kein Grund Fleisch zu sich zu nehmen.
Der hohe Fleischkonsum ist auch ein signifikantes gesundheitspolitisches Problem.
Vom Ressourcenproblem reden wir noch gar nicht.

Johnny Brainstorm
00
14.10.2011, 16:55

Haha, ich schau mir an, wie du mit deinen Eckzähnen eine Kuh reißt, das wird sicher spannend :D

martiniblanco
01

Der Mensch besitzt keine Verdauungsenzyme für den Abbau von Cellulose. Mit Hilfe anaerober Bakterien im ersten Teil des Dickdarms, dem Blinddarm und dem aufsteigenden Colon wird nur ein Teil der Cellulose aus der Nahrung zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut. Über die Colonschleimhaut werden sie resorbiert und vom Stoffwechsel verwertet. Cellulose ist, neben Hemicellulosen, Pektin und Lignin, ein wichtiger pflanzlicher Ballaststoff in der menschlichen Nahrung.

Mister Magister
 
21

genau das hab ich geschrieben. Wir haben keine Enzyme, oder Mikroorganismen, die Zellulose in für uns verwertbare Stoffe umwandeln. Aber danke dass du mich wiederholst.

Und "Ballaststoffe" sind keine Nährstoffe...

martiniblanco
11

Da ich kein Biologe bin und ich annehme sie auch nicht, hab ich mir den Erkenntnisse von einigen berühmten Naturforschern zur Hilfe genommen: Nachzulesen auf folgender Seite: http://www.euroveg.eu/evu/germa... ivore.html

Die einhellige Meinung ist bestätigt meine oben getätigte Aussage!

Sie können gern mal versuchen mit ihren Eckzähnen wie der Löwe eine Antilope zu reißen und mir dann von ihrem Gelingen berichten. Unser Darm ist wesentlich länger als der von Fleischfressern und hat größe Mühe Fleisch zu verdauen. Desweiteren ist ja nun hinlänglich bekannt, dass der Verzehr von tierischen Produkten zu einer Vielzahl von Krankheiten beim Mensschen führt!

Mister Magister
 
21

Ich bin Molekularbiologe, herzlichen Dank. Zwar noch im Studium, aber ich glaube es zählt trotzdem.

Die Aussagen auf der Website sind grösstenteils mehrere hundert Jahre alt, und zum grössten Teil schlicht und ergreifend falsch. Nur weil jemand einen grossen Beitrag zur Taxonomie geleistet hat (Linne) heisst das nicht dass er die Weisheit der Biologie der nächsten Jahrhunderte für sich gepachtet hat.

Beispiele:
Gorillas und Schimpansen fressen beide neben Pflanzen auch Insekten und Anneliden.

Der menschl. Körper ist NICHT "bis ins kleinste Detail" vegetarisch (Cuvier)...warum haben wir Eckzähne und einen relativ kurzen Darm?

Man könnte noch weitere Fehler suchen, vllt. mach ichs nacher. Auch Celebs. schreiben hin und wieder Quatsch.

Erstversuch
32
Alles kein problem würden Sie sich Ihre "Ökonomie" nicht

von den Verhassten subventionieren lassen.

martiniblanco
03

Ich würde gern von Ihnen wissen, wer wen und wie genau subventioniert? Haben sie da Informationen?

Turbinenreiter
20

mit dem 'leidenschaftlicher Misanthrop' disqualifiziert er sich.
wenn er die menschen hasst kann er auch nicht für ihr wohl arbeiten.

martiniblanco
02

Ich empfinde eine misanthropische Lebensweise als zu radikal, jedoch kann ich einer Disqualifikation wie sie nicht beipflichten. Er beschreibt sie als seine Motivation und das ist für mich ok. Sie haben glaub ich nicht aufmerksam gelesen, denn er hasst nicht ALLE Menschen, sondern nur die, die sich nicht um andere scheren. Diese sind also seine Motivation, für die restlichen Menschen Gutes zu wollen.

Chris Quast
51
31.8.2011, 23:04

lieber felber and frends.
vielleicht sollten wir ja mal zuerst den kommunismus versuchen, den hats ja noch nirgends gegeben, lese ich hier immer.

"Die Gemeinwohl-Ökonomie ist weder das beste aller Wirtschaftsmodelle noch das Ende der Geschichte, nur ein nächster Schritt nach den Extremen Kapitalismus und Kommunismus."
aus der 17-Punkte zusammenfassung, dieser kasperliade.

martiniblanco
01

Ich kann ihren Ansatz nicht recht nachvollziehen. Was genau sind ihre Kritikpunkte an Christian Felber und der GWÖ?

noexist
 
02

Gibts auch konkrete Kritikpunkte?

Chris Quast
41
31.8.2011, 20:32

drückt ein photo diese gemeinwohl-öko besser aus als dieses photo vom felber ;-).
http://de.wikipedia.org/wiki/Geme... %96konomie

herrlich lachhaftes kerlchen !!

martiniblanco
03

Dieses Foto drückt Christians Felbers Leidenschaft für zeitgenössischen Tanz aus. Hat jedoch in meinen Augen nichts mit den Inhalten der GWÖ zu tun. Hätten sie sich ernsthaft mit dem Thema und den Zuständen in unserer Welt beschäftigt, würden sie, so hoffe ich zumindest, fundiertere Argumente und Kritiken bringen, als nur eine klischeehafte Abstempelung auf Bild-Zeitung Niveau.

gemeiner steuerzahler
41
31.8.2011, 18:55

Bin auch für ein bedingungloses Grundeinkommen, zahlen das dann die gehassten Arbeitstiere, die die Welt zugrunde richten?

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