Tüftler wollen Sicherheitssystem durch "Reset-Glitch-Hack" unwiderruflich ausgehebelt haben
Zwei Hacker, GliGli und Tyros, wollen einen Weg gefunden haben, um die Xbox 360 zur Bespielung unautorisierter Software nutzen zu können. In einem Youtube-Video beschreiben sie den Vorgang, der sich grundlegend von bisherigen Methoden unterscheide.
Tief im System
Im Gegensatz zu vorangegangenen Hacks, die sich Schwachstellen bei Spiele-Software oder dem DVD-Laufwerk zunutze machten, tricksen die Tüftler ihren Aussagen nach die Signaturprüfung des Bootloaders beim Startvorgang aus, indem sie kurzfristig den CPU-Takt ändern und einen 20 Nanosekunden dauernden Impuls auf der Reset-Leitung senden. Dafür seien Lötarbeiten wie spezielle Werkzeuge nötig. Auch benötige es etwas Geduld: Bis die gewünschte Manipulation über die Reset-Leitung erfolgt, brauche es im Schnitt vier Versuche.
Eigene Software
Durch diese Manipulation sei es letztendlich möglich, einen eigenen Bootloader und damit beliebige Software mit der Konsole zu starten. Als Beispiel fahren die Hacker einen Linux Loader (Xell) und einen N64-Emulator auf der Xbox 360. Laut GliGli und Tyros sei das Schutzsystem nicht in der Lage, diese Manipulation zu verhindern, da die Sicherheitsprüfungen beim eigens eingespielten Bootloader nicht richtig einsetzen. Somit könne auch kein Systemupdate den Hack verhindern.
Verstoß
Microsoft hat sich bislang noch nicht zu dem konkreten Hack geäußert. Auf Anfrage des WebStandards heißt es allerdings, dass "die Modifizierung der Xbox 360 Konsole einen Verstoß gegen die Xbox LIVE
Nutzungsbedingungen darstellt". Dadurch erlische "die Garantie
auf die Konsole und die Konsole wird von Xbox LIVE gebannt". (zw)