KaZaA-Nachfolger zur großen Attacke bereit

27. Mai 2003, 13:54
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Die Film- und Musik-Industrie darf sich schon jetzt auf neue Clients - wie etwa BitTorrent und eDonkey - "freuen"

Während die Interessensverbände der Film- und Musik-Industrie gerade erst die rechtlichen Gefechte gegen Tauschbörsen-Clients wie etwa KaZaA starten, wartet schon die nächste Generation von P2P-Clients auf neue User.

eDonkey

Am Anfang der neuen Welle von P2P-Clients steht eDonkey. eDonkey ist eine Entwicklung des Programmierers Jed McCaleb. Dieser wollte mit seiner Software sowohl die Suche nach Dateien wie auch deren Verbreitung effizienter machen und dennoch die Vorzüge von Napster beibehalten. Im Vergleich zu früheren P2P-Clients weist eDonkey zwei elementare Unterschiede auf. Einerseits die dezentrale Suche, diese wird ermöglicht, da jede Datei eine eindeutige Identifikationsmarke erhält und so jeder Computer, der sich im Netzwerk einloggt, zu einem Index wird. Der zweite und wichtigereUnterschied ist jedoch die Fähigkeit von eDonkey jedes File in kleine Stücke zerlegen und diese dann unabhängig voneinander verbreiten zu können. Diese Fähigkeit erlaubt es, dass Dateien nicht komplett heruntergeladen werden müssen, bevor sie anderen Usern zum Tausch angeboten werden.

BitTorrent

Ein weiterer neuer P2P-Client wurde von Bram Cohen, einem Programmierer aus San Francisco, geschrieben und nennt sich BitTorrent. Auch dieses Tool wurde zur Effizienzsteigerung der Tauschvorgänge konzipiert. BitTorrent legt daher den Schwerpunkt auf den Tausch und weniger auf die Suche nach Dateien. Das Tool arbeitet im Hintergrund eines Web Browsers und kümmert sich um den UP- und Download der Dateien. Wer immer seine Daten tauschen will, muss eine so genannte "Tracker"-Webseite errichten. Ein "Tracker" ist im weitesten Sinne ein low-level-Server, der die Anfragen für eine bestimmte Datei entgegen nimmt und die Anfragen an den User, der die gesuchte Datei anbietet, weiterleitet.

Je mehr User, desto schneller

Wie auch eDonkey spaltet BitTorrent größere Datei in kleine Happen auf steigert so die Download-Effizienz. Sobald ein User einen Download gestartet hat, informiert dessen Rechner, der nun als Server fungiert, andere User, die ebenfalls diese Datei suchen. Laut Cohen sorgt das Tool automatisch für eine ausgeglichene Up- und Download-Geschwindigkeit. Im Unterschied zu anderen Tauschbörsen-Clients bedeuten mehr User, die die selbe Datei suchen, bei BitTorrent schnellere Downloads.(red)

  • Das BitTorrent-Prinzip

    Das BitTorrent-Prinzip

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    foto: epa/pa/johnny green/jrg-hh
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