Einkaufsstraßen

"Magnet bringt mehr Publikum in die Innenstadt"

Interview | Wojciech Czaja, 30. August 2011, 07:00

Wirtschaftskammer-Chefin Brigitte Jank über "grundsätzlich nicht so negative" Trends in den Wiener Einkaufsstraßen

STANDARD: Ein neues Kaufhaus mit 12.000 Quadratmetern Verkaufsfläche: Welche Auswirkungen hat das auf die Wiener Innenstadt?

Jank: Auch wenn das auf den ersten Blick verwundern mag: Durch den neuen Peek & Cloppenburg erwarten wir uns eine deutliche Attraktivitätssteigerung, die auch den umliegenden Geschäften zugute kommen wird. Dank so eines großen Magneten kommt zusätzliches Publikum in die Innenstadt.

STANDARD: Wie hat sich die Gewerbestruktur in der Innenstadt in den letzten Jahren verändert?

Jank: Die Verkaufsfläche in der Innenstadt ist seit 2004 um 6,9 Prozent gestiegen. Wir haben heute rund 165.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, davon entfallen rund 43.000 Quadratmeter auf das so genannte "Goldene U".

STANDARD: Das "Goldene U" hat sich stark verändert. Die für Wien typischen kleinen Traditionsunternehmen werden mehr und mehr verdrängt.

Jank: Das "Goldene U" ist die beste Lage in der Stadt. Viele große Unternehmungen wollen hier aus Marketinggründen einen Standort haben. Das ist verständlich. Ich sehe diese Entwicklung grundsätzlich nicht so negativ.

STANDARD: Welche Möglichkeiten gibt es, kleinere Gewerbestrukturen zu fördern?

Jank: In den Bezirkseinkaufsstraßen, wo wir schon seit 20 Jahren tätig sind, könnte ich mir eine Förderung für die Sanierung der bestehenden Geschäftsflächen, die oft im baulich schlechten Zustand sind, durchaus vorstellen. In den Eins-a-Lagen in der Innenstadt gelten aber andere Spielregeln. (Wojciech Czaja, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27./28.8.2011)

BRIGITTE JANK (60), Sachverständige für Immobilien, ist Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes und seit 2004 Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien.

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werwolfi
10
30.8.2011, 13:42

ja klar gelten “andere spielregeln “, weil auch hier dort politik versagt und vor dem ungebremsten marktliberalismus w.o.gibt (und das nicht mal immer ohne absicht...)

politisch verfolgt
21
30.8.2011, 11:16
aber sicher

ein hässlicher bunker, in dem exakt derselbe internationale markenquatsch angeboten wird wie überall sonst auch, wird die massen in die innenstadt bringen.

Empf
10
30.8.2011, 09:59
SUPER IDEE

die idiotenrennbahn wird um ein EINKAUSZENTRUM erweitert.

Schick ich gleich alle meinen freunden.

Das wird ein Freudengeschrei bis am Hof hinein

LiTaiPe
12
30.8.2011, 07:39
"gelten andere spielregeln"

spielregeln werden von der politik und vom gesetzgeber gemacht, also letztendlich vom bürger/in

das "gelten andere spielregeln" reflektiert die immobiliensachverständige wider, wo man offensichtlich rein an wertsteigerungen von immobilien bzw immobilienentwicklungen interessiert ist, und dadurch etwas verblendet

dass sie gleichzeitig die präsidentin und obfrau der wichtigsten wiener kammern ist, ist höchst bedauerlich. sollte man sich hier nicht auch bzw. vorallem um gewerbetreibende einsetzen??

es gibt modelle um auch toplagen für privatunternehmer zugänglich zu machen. bitte dafür einsetzen anstatt monotonen weltmarken die alles konformieren und kaum arbeitsplätze schaffen den hof zu machen und die schuhe zu putzen..

traurig !

Ender Wiggin
00
30.8.2011, 17:23
und wenn Sie ein Haus am Graben hätten

würden Sie das Geschäftslokal natürlich selbstlos zu geringer Miete einem kleinen österreichischen Traditionsunternehmen überlassen und die zigfach höhere Miete, die eine internationale Kette zu zahlen bereit ist, links liegen lassen?

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