Knapp die Hälfte nützt Facebook als politisches Sprachrohr
Am 26. Oktober 2011 betritt Bundeskanzler Werner Faymann (S) die Welt von Facebook, Twitter und Co., rund die Hälfte seiner Amtskollegen in der EU nützen schon das Web 2.0. So werden tagesaktuelle und politische Meinungen regelmäßig von den Staats- und Regierungschefs gepostet - oft mit Hilfe von redaktionellen Teams.
Frankreichs konservativer Staatschef Nicolas Sarkozy und Italiens rechtskonservativer Ministerratspräsident Silvio Berlusconi etwa verzeichnen auf ihren Facebook-Profilen die größten Fanzahlen unter den dort präsenten Regierungschefs. Die Auftritte bringen rege Aufmerksamkeit, denn nicht selten werden beispielsweise Kommentare von Sarkozy über 10.000 Mal beantwortet. Zusätzlich zu den Facebook-Profilen gibt es, wie auch bei Faymann vorgesehen, Apps für das Smartphone und eigene Twitter-Accounts.
Hochwertig
Der dänische rechtsliberale Staatsminister Lars Lokke Rasmussen präsentiert sich mit einer grafisch hochwertig gestalteten Oberfläche und füllt sein Facebook-Profil mehrmals täglich mit tagesaktuellen Beiträgen. Weiters nützt Rasmussen die Plattform aktiv für den aktuellen Wahlkampf: So erstellt er etwa Veranstaltungen, greift politische Gegner an und legt seine politischen Positionen dar. Zudem verweist er Besucher seiner Seite auf einen eigens erstellten Verhaltenskodex, der politische Beschimpfungen oder unmoralische Kommentare verbietet.
Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nützt bereits jetzt das soziale Netzwerk. So stehen neben einer Youtube-Box mit einer Interviewsammlung auch Kommentare zu aktuellen Themen zur Verfügung. Zuletzt nahm sie Stellung zu Eurobonds oder kommunizierte ihr Beileid zum Tod von Künstler Loriot. Auffallend ist die klare Trennung der Schreibperspektive zwischen der Kanzlerin aus der "Ich-Perspektive" und ihrem Team in der dritten Person. "Ich schaffe es zwar nicht jeden Tag, auf meine Seite zu schauen, aber mein Team hält mich über die Diskussionen informiert", schreibt Merkel auf ihrer Seite. Die CDU-Parteichefin ist neben Facebook auch auf MeinVZ vertreten, für Twitter fehle ihr aber die Zeit, gab sie schon Vorjahr zu Protokoll. (APA)