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"Es ist das Gebot der Stunde, unsere Lebensmittel des täglichen Gebrauchs nicht immer sofort wegzuwerfen, nur weil sie nicht mehr gemocht werden oder man sich schon gestern daran satt gegessen hat", sagt Tom Riederer.

Thomas Riederer
Nur der Idiot wirft´s weg!
208 Seiten, € 24,95
Pichler Verlag
Ein Viertel des Wiener Restmülls besteht aus Lebensmitteln. Täglich werden allein bis zu 40 Tonnen frisches Brot und Gebäck weggeworfen. Eine Menge, die dem Tagesbedarf von Graz entspricht.
Alte Äpfel, hartes Brot, ungeliebte Innereien, Krautstrunke, Marmeladereste, verschrumpelte Karotten... "Es ist das Gebot der Stunde, unsere Lebensmittel des täglichen Gebrauchs nicht immer sofort wegzuwerfen, nur weil sie nicht mehr gemocht werden oder man sich schon gestern daran satt gegessen hat", betont Haubenkoch Tom Riederer, der seine individuelle Küche "T.O.M. am Kochen" in Leutschach in der Südsteiermark pflegt. Sein Grundsatz - der richtige Umgang mit Lebensmitteln - beinhaltet eine effiziente Verarbeitung und Zubereitung von Speisen ohne Verschwendung wertvoller Rohstoffe.
Motivation und Mahnung
Sein Kochbuch mit dem harschen Titel "Nur der Idiot wirft's weg" ist Motivation und Mahnung zugleich. Riederer zaubert aus Resten, die wir meist gedankenlos im Abfalleimer verschwinden lassen, schmackhafte Kreationen: Brotschmarren, Zwiebelpolenta, Obstler-Semifreddo mit Roten Rüben oder schlicht und einfach Salat mit Herz. Überbleibsel stellen für den Haubenkoch eine kreative Herausforderung dar, denn gerade die sogenannten "Abfallprodukte" enthalten oft besonders viel Geschmack - wie etwa Apfelschalen in Kombination mit Innereien.
Kaffeesud und Himbeerkerne
Mit seinem Buch liegt Riederer voll im Trend. Was es von anderen Restlverwertungs-Publikationen unterscheidet? Vor allem der Ideenreichtum der Rezepte. Der Koch macht weder vor Himbeerkernen noch vor dem Saurüssel Halt. Kaffeesud verlkocht er mit Läuterzucker zu Bröseln, die bestens mit Vanilleeis harmonieren. Das Ei von der Panier kommt in der Eintropfsuppe zum Zug. Himbeerkerne als Rückstand eines Fruchtpürees werden getrocknet, vermahlen, mit Salz gemischt und für das Würzen von Fisch verwendet.
Popcorn-Schaumsuppe und Fischbeuschleintopf
Darüber hinaus gibt Riederer brauchbare Tipps, etwa für das Abbraten von bereits gekochtem Fisch oder Fleisch unter Erzielung des optimalen Geschmacksergebnisses. Die Kapitel gliedern sich nicht nach Speisefolge, sondern alphabetisch nach den jeweiligen Resten: Apfel, Birne, Bohnen, Brot...
Die Rezepte sind gut nachkochbar und tragen klingende Namen wie "Fortschrittliches Filet á la Wellington", "Popcorn-Schaumsuppe", "Falafel Austrian Style"oder "Falsche Schildkröteneier". In Szene gesetzt hat die Ergebnisse des Resteverwertens der Fotograf Michael Gries. (Eva Tinsobin, derStandard.at)
Zum Autor:
Tom Riederer, Jahrgang 1973, kocht in seinem Lokal "T.O.M. am Kochen" in Leutschach in der Südsteiermark. Seine Philosophie: Eine gute Küche benötigt drei Ingredienzien - ein gutes Produkt, eine gute Idee und vor allem Liebe zum Kochen. Für seine kreative, regional inspirierte Küche wurde er vielfach ausgezeichnet.
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Die Idee klingt ja gut, aber die Rezepte unterscheiden sich nur sehr geringfügig von einem völlig "normalen" Kochbuch.
Bis auf ein paar Tipps wie Apfelschalen trocknen und die zitierten Himbeerkerne (die man im Normalfall ja nicht besonders oft als Abfall in der Küche hat) sowie dem Hinweis, sich doch zu überlegen, was man einkauft ist es nicht mal ein empfehlenswertes Kochbuch.
Es gibt schon sehr viele Tricks und Methoden von früher ... im 19.Jh. allerdings haben viele Leute noch Mehl, Hülsenfrüchte, also Rohmaterialien gekauft.
--- und nicht wie heute ein Styroportray "Hackfleisch" und ein Sackerl Giftchemie -- also die Standardzutaten vieler, die eigentlich gar nicht kochen können.
Meine Urgroßmütter zB mischten gern Brösel in ALLES rein ... Brösel sind früher halt, wo eine Brotrinde was wertvolles war und man die dann halt getrocknet und gerieben hat, in größeren Mengen übrig geblieben. Daher: Spaghetti mit Paradeis und geschmalzenen Bröseln drauf, Fisolen mit geschmalzenen Bröseln drauf, Karfiol mit geschmalzenen Bröseln drauf, Erdäpfelpürree ditto, danach eine Mehlspeis. Mit geschmalzenen Bröseln drauf :-)
Zwei Zwiebel in neutralen Öl rösten, eine kleine Sellerie, gorb in Würfel geschnitten dazu, rösten, gutes Roggenbrot dazu, rösten, mit Gemüsesuppe (wenn selbstgemacht:starker Karotten, Pastinaken, Lauch-Anteil) aufgießen. Wenn es gar ist mit Kürbiskernöl und Majoran toppen. Letztens acuh wilden Thymian probiert, auch sehr toll.
braucht man fürs mahlen von himbeerkernen eine eigene mühle? oder geht das mit der mohnmühle oder der flockenquetsche?
eine himbeerkernmühle, das wär doch echt was für meine sammlung der nur-einmal-im-jahr-benutzten-küchengeräte!
die hat restlverwertung nämlich als lieblingshobby.
aber ich weiss nicht, ob sie so ein buch dann nicht doch krumm nimmt - wie übrigens jede/r potentielle beschenkte... ich würd mich jedenfalls wundern, wenn mir jemand sowas offeriert ;-)
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