Erfolgsmodell Mensch

Bevölkerung steigt auf 7.000.000.000

29. August 2011, 13:35
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    foto: apa

    Die Bevölkerungsexperten haben oft schon die Erfahrung gemacht, dass ihre Prognosen von der Wirklichkeit überholt werden. Deshalb wird erwartet, dass es schneller geht.

Innerhalb von bloß zwölf Jahren stieg die Bevölkerungszahl von sechs auf sieben Milliarden Menschen an

Wien - Am 12. Oktober 1999 kam in Sarajevo ein kleiner Bub zur Welt. Der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan begrüßte ihn symbolisch als sechsmilliardsten Erdbewohner. Keine zwölf Jahre später wartet bereits der siebenmilliardste Mensch auf seine Geburt. Nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit wird er in einem der beiden einwohnerreichsten Staaten Indien oder China zur Welt kommen.

Möglicherweise ist er aber auch schon da: Denn keine Statistik ist so genau, dass man einen exakten Termin ausrechnen könnte. Die Vereinten Nationen haben sich auf den 31. Oktober als mutmaßlichen Geburtstag festgelegt - ein Datum von eher symbolischem Wert. Die Bevölkerungsexperten haben oft schon die Erfahrung gemacht, dass ihre Prognosen von der Wirklichkeit überholt werden. Deshalb wird erwartet, dass es schneller geht.

Enorme Beschleunigung

Im Lauf der Menschheitsgeschichte hat sich das Wachstumstempo enorm gesteigert: Zu Christi Geburt gab es etwa 300 Millionen Menschen. Erst kurz nach 1800 wurde dann die erste Milliarde erreicht. Jetzt kam allein im noch jungen 21. Jahrhundert schon wieder eine Milliarde hinzu. Mit weiteren Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung ist man inzwischen ähnlich vorsichtig wie bei längerfristigen Wettervorhersagen.

"Der globale Ausblick ist durch eine Vielzahl von Unsicherheiten schwierig", gibt der Bevölkerungswissenschaftler David Bloom von der Harvard School of Public Health zu. "Dazu zählen Infektionskrankheiten, Krieg, der wissenschaftliche Fortschritt, politische Änderungen und unsere Fähigkeit zur globalen Zusammenarbeit." Allgemein wird aber erwartet, dass sich das Bevölkerungswachstum abschwächt: Die UN-Prognosen fürs Jahr 2050 reichen von acht bis 10,5 Milliarden.

Interkontinentales Ungleichgewicht

Sicher ist, dass sich die Gewichte zwischen den Kontinenten verschieben werden. Getrieben wird das Wachstum von den hohen Geburtenraten in Asien und Afrika. Bald wird Indien (derzeit: 1,2 Milliarden) China (1,3 Milliarden) als bevölkerungsreichstes Land der Welt ablösen. Allein in Nigeria, das mit 162 Millionen heute schon die meisten Einwohner Afrikas hat, soll die Zahl bis zur Jahrhundertmitte auf fast eine Drei-Viertel-Milliarde zunehmen.

Ein anderes Beispiel: Derzeit haben die Industrienation Deutschland und das Entwicklungsland Äthiopien beide etwas mehr als 80 Millionen Einwohner. In 40 Jahren jedoch wird es voraussichtlich 174 Millionen Äthiopier geben, aber nur noch 72 Millionen Deutsche. Und die werden im Durchschnitt auch deutlich älter sein als heute.

Dies bedeutet auch, dass sich die Machtverhältnisse zwischen den Kontinenten verschieben werden. Länder wie China, Indien oder Brasilien (193 Millionen) gewinnen jetzt schon an Einfluss. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte dieser Tage nicht nur mit Blick auf die Euro-Krise: "In einer Welt von sieben Milliarden Menschen müssen wir 500 Millionen Europäer zusammenhalten." Wohlstand und Werte seien sonst kaum zu retten.

Ökologische Folgen

Mit der schieren Zahl an Menschen wächst auch der Bedarf an Land, an Lebensmitteln, an Energie. Befürchtet wird, dass der Kampf um die vorhandenen Ressourcen immer härter wird. Viele halten es zum Beispiel für möglich, dass es zwischen Nachbarstaaten künftig Kriege ums Wasser geben wird.

Die Umweltorganisation WWF hat ausgerechnet, dass man 2050 eigentlich drei Planeten Erde brauchen wird, wenn sich an unseren Gewohnheiten nichts ändert. "Wir müssen in den kommenden 40 Jahren die gleiche Menge an Lebensmitteln herstellen wie in den letzten 8.000 Jahren", sagt WWF-Experte Jason Clay. Zudem wird, vor allem in den großen Industrienationen, immer noch viel zu viel weggeschmissen.

100 Milliarden

Optimisten verweisen darauf, dass sich die zahlreichen apokalyptischen Voraussagen über die Folgen des Bevölkerungswachstums bisher noch nie bewahrheitet hätten. Tatsache ist, dass sich die Dinge durch technische und medizinische Errungenschaften oft positiver entwickelt haben als befürchtet - nicht nur wegen der Erfindung von Pille und Präservativ, auch wegen der besseren Verwertungskette in der Landwirtschaft.

Und selbst der aktuelle Bevölkerungsrekord bekommt eine andere Dimension, wenn man vergleicht, wie viele Menschen die Erde insgesamt schon ausgehalten hat: Geschätzt wird, dass es seit dem ersten Auftauchen des Homo Sapiens schon mehr als 100 Milliarden menschliche Wesen gab. Was sind da schon die sieben Milliarden von heute. (APA/red, derStandard.at, 29.8.2011)

Kommentar posten
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living reef
00
16.9.2011, 12:14
wieviele abermilliarden ameisen gibt es?

linzergutmensch
00
14.9.2011, 14:53
erfolgsgeschichte??

Land der Frauen
00
"Wir Europäer" sollten uns mit dieser Vitalität anfreunden:

http://www.youtube.com/watch?v=Y... st_related

Johannes Benn
00
30.8.2011, 17:31
.

aus dem ungleichen bevoelkerungswachstum resultiert ein starker migrationsdruck, der aus ideologischen gruenden vor allem auf europa eingeht. dadruch ist die biodiversitaet des menschen in gefahr

pox vobiscum
01
30.8.2011, 20:07

Immer diese Bioinvasoren aber auch...

Kowosch
 
02
30.8.2011, 20:26

... sagten schon die Neanderthaler.

Ich glaube ja, der Herr Benn trauert eigentlich nur diesen nach!

fahrenheit 451
00
30.8.2011, 21:07

warum? der neanderthaler hat doch seine genetischen spuren hinterlassen.

Kowosch
 
10
30.8.2011, 23:39
Ja, aber halt nur Spuren!

Herr Benn hätte ihn sicher gerne als einizig wahre und wirklich "reine" europäische Unterart bzw. dann eines Tages gar Art bewahrt. Im Sinne der Biodiversität der Hominini halt.

Aber aus Afrika kam dann ja diese scheinbar so harmlos kleine Gruppe an Wirtschaftsmigranten der Homo sapiens sapiens, die mit ihrer höheren Geburtenrate schließlich die Vormacht in Europa und Asien übernommen haben... Und die europäischen Männer haben die auch noch verführt! (Ob die sapiens-Männer auch so auf die Neanderthaler-Frauen standen, könnte ja wegen der mtDNA-Daten angezweifelt werden, obwohl es da auch wieder Ergebnisse vom X-Chromosom gibt die darauf hindeuten, daß sie es und folglich "es" taten. Sowas mag der Benn aber gar nicht...)

fahrenheit 451
00
31.8.2011, 00:12

naja, der neanderthaler ist aber auch aus afrika gekommen. im waldviertel vom baum ist er sicher nicht gefallen.

Kowosch
 
00
31.8.2011, 12:18

Na, der hat sich wohl aus Homo erectus in Europa und Asien entwickelt, in Afrika offenbar aber nicht. Diese Gruppen von Homo erectus sind selbst aber wiederum aus Afrika gekommen.

Aber natürlich geht es mir genau darum: Zu zeigen, daß Migration ein evolutionär normaler Vorgang in der Menschheitsgeschichte war - und darum Leute wie der Herr Benn oben, die offenbar von sowas wie "reinen, abgegrenzten Rassen" phantasieren, auch naturwissenschaftlich daneben liegen. Die Genetik also als Argument in seinem Sinne politisch zu mißbrauchen, geht daneben.

Johannes Benn
00
31.8.2011, 14:16
.

evolutionaer normal heißt nicht dass das auch gut ist. evolutionaer normal sind zum beispiel rassismus, genozid, mord, betrug. und was hilft es denn neanderthalern zu wissen es sei evolutionaer normal dass sie aussterben mussten, vielleicht gewaltsam, keiner weiß es, oder was hilft es den san in suedafrika zu wissen es sei evolutionaer normal dass sie (wohl großteils gewaltsam) aus fast ganz afrika von den bantu vetrieben wurden, was hilft es den indianern amerikas zu wissen es sei evolutionaer normal dass man ihnen ihre kultur, ihr land oder einen großteil ihrer menschen genommen hat

Kowosch
 
01
31.8.2011, 14:52

Ja, genau: Biologistische Argumente sind da verfehlt.
Und nun erklären Sie mir doch bitte, was Sie dann damit meinten:

"aus dem ungleichen bevoelkerungswachstum resultiert ein starker migrationsdruck, der aus ideologischen gruenden vor allem auf europa eingeht. dadruch ist die biodiversitaet des menschen in gefahr"

1) Was meinen Sie mit Biodiversität?

2) Warum ist die Ihrer Meinung nach vorteilhaft?

3) Wieviel genetische Variabilität ist denn für Sie noch tolerabel - bzw. wo ist der cut-off zwischen Inzuchtpopulationen und genetisch unterschiedlichen Populationen, die evtl. auf die Gesamtspezies gesehen einen Vorteil bieten könnten, falls mal wieder ein "Killerpathogen" die Runde durch die Menschheit macht?

Johannes Benn
00
31.8.2011, 15:02
.

ad1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Biod... sit%C3%A4t
ich halte die definition im ersten satz des wiki artikels fuer sinnvoll
ad2)
warum ich diversitaet fuer wichtig halte deckt sich mit den motiven von wwf anhaengern die den panda und sibirischen tiger vorm aussterben bewahren wollen, oder mit leuten die es bedauern wenn sprachen aussterben
ad3)
das thema inzucht laesst sich vermute ich schon mit geringem aufwand komplett vermeiden, solange cousins/cousinen ersten grades keine kinder bekommen und ein abgelegenes bergdorf nicht ueber generationen nur intern heiratet gibt es in dieser hinsicht keine probleme.

fahrenheit 451
00
31.8.2011, 14:13

naja da gibts streitpunkte. zumindest gibt es in bereich israel libanon sinai neanderthalerfunde. soviel weiter ist es dann nimmer bis kairo. ;) vielleicht ist er ja auch nicht in ostafrika entstanden (dort buddeln ja fast alle rum) sondern wie der letzte artenfund in nordwest/westafrika (da graben nur paar übermotivierte franzosen). so genau wird sich das wohl nie einreihen lassen. erbgut nachverfolgen lässt sich ja nimmer =)

aber genetik ist nicht wirklich für oder gegen migration zu verwenden. da gebe ich ihnen recht. andererseits vermute ich aber das herr benn nicht unbedingt den genetischen unterschied sondern die unterschiedliche regionale reaktion auf viren und bakterien gemeint hat. nur dank flugreisen ist das wurst.

Kowosch
 
01
31.8.2011, 14:46

Ja, und im Kongobecken hat eigentlich noch nie jemand gegraben; mal abgesehen davon, daß dort Klima und Vegetation /Boden wohl weniger gut der Konservierung gedient hätten.

Erbgut-Nachverfolgen - um was, den Ursprung des Neanderthalers zu klären? Was man ja nicht findet, sind Spuren von N.-Gen-Varianten in heutigen afrikanischen Populationen. Wobei hier natürlich auch eine kleine Zahl von N.-Einmischung schlichtweg verloren gegangen sein könnte.

"nicht unbedingt den genetischen unterschied sondern die unterschiedliche regionale reaktion auf viren und bakterien" - soweit sie dann den Menschen betreffen, sind dies aber gerade (auch) genetische Unterschiede!

fahrenheit 451
00
31.8.2011, 16:36

dafür gibts grün. im kongobecken dürfte man sogar noch einige nicht dokumentierte tierarten finden. ;)

Zeppr
01
30.8.2011, 11:50
Doomsday Argument

http://de.wikipedia.org/wiki/Doom... y-Argument
nachdem wir noch 9120 Jahre zu leben haben :)

peter schmidt
 
01
30.8.2011, 13:36
und woher kommt die grundannahme das es eine fixe Zahl gibt von menschen die jemals geboren werden werden?

und wenn es eine solche annahme gibt warum bezieht sich die auf eine einzige tierart (den menschen) und nicht auf die gesamtzahl aller lebewesen?

Sebastian Jacobs
12
30.8.2011, 13:07
simple Arithmetik

Eventuell ist 9120 etwas zu hoch angesetzt.

http://www.youtube.com/watch?v=F-QA2rkpBSY

Ist wirklich sehr interessant und es lohnt sich alle 8 Teile anzusehen.
Wurde gestern von einem anderen poster darauf aufmerksam gemacht.

anyuser
 
00
17.10.2011, 08:56
unterstufenmathematik

wird zur anti-menschen propaganda

ob es das war was der vortragende erklären wollte ?

Sebastian Jacobs
00
17.10.2011, 10:16

ich denke dem Vortragenden ging es eher darum, aufzuzeigen, dass jeder der unterstufen-mathematik beherrscht selber auf den Ernst der Lage kommen kann...er pflegt ja auch einen recht trockenen Zugang dazu..

pox vobiscum
00
31.8.2011, 21:48

Das ist wirklich gut.
Sehr gut.

Puritsche
 
01
31.8.2011, 16:09

Bei solch einem Titel: "The most important video you'll ever see!", kann ich gar nicht anders als sofort auf "stop" zu klicken.

Sebastian Jacobs
01
31.8.2011, 16:24

Es ist nicht der Titel, es ist der Inhalt...hören sie dem alten Mann mal ein paar Minuten zu und sie werden automatisch die anderen Teile auch noch ansehen wollen.

TheBassplayer
12
30.8.2011, 13:20

zählt meiner meinung nach zu den wenigen "wirklich brauchbaren" videos auf youtube!

dieser vortrag wurde weltweit insgesamt 1600 mal auf diversen universitäten gehalten! also da sollte schon was drann sein ;)

mein leben hat dieser vortrag verändert bzw. die sicht meiner dinge!

lg

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