Vertraulicher Bericht von UNO-Botschafter Prosor: Nur wenige Staaten werden dagegen stimmen
Jerusalem - Israel erwartet einem Medienbericht zufolge
breite Zustimmung bei der Abstimmung in der UNO-Generalversammlung
zur Aufnahme eines palästinensischen Staats bei den Vereinten
Nationen. Nur wenige Staaten würden im September gegen die
palästinensische Initiative stimmen, schrieb Israels UNO-Botschafter
Ron Prosor in einem vertraulichen Bericht an das israelische
Außenministerium, wie die Zeitung "Haaretz" am Sonntag berichtete.
Prosor hatte sich mit mehr als 60 anderen UNO-Botschaftern getroffen.
Nur die USA, Deutschland, Italien, Tschechien und die Niederlande
würden gegen den Antrag auf Aufnahme Palästinas stimmen, der am 20.
September UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon vorgelegt werden soll,
berichtete "Haaretz" unter Berufung auf einen Mitarbeiter des
israelischen Außenministeriums. 130 bis 140 der 193 UN-Mitglieder
würden für die Anerkennung der Unabhängigkeit eines
Palästinenserstaates stimmen. Allerdings muss der UNO-Sicherheitsrat
dem Beitritt jedes neuen Staates zustimmen. Die USA haben bereits
angekündigt, ihr Veto dagegen einzulegen.
PLO-Generalsekretär Yasser Abed Rabbo sagte, er sehe Fortschritte
bei der EU-Position in dieser Frage. Es gebe seitens der EU die
Bereitschaft, alle Schritte bei dem Aufnahmeantrag mit den
Palästinensern zu koordinieren. Die EU-Außenbeauftragte Catherine
Ashton hatte sich am Samstag zum Beginn eines dreitägigen Besuchs im
Westjordanland mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas getroffen. Sie
wollte sich dabei für die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Israel
einsetzen. (APA)