Nachdem Demonstrationen am Freitag mit einem Toten und 1400 Festnahmen endeten
Santiago de Chile - Nach massiven Demonstrationen, die am Freitag mit
einem Toten und rund 1400 Festnahmen endeten, hatte Chiles konservativer
Präsident Sebastián Piñera eingelenkt und zum Gespräch über eine
eventuelle Reform des Erziehungssystems eingeladen. Die chilenische
Studentenbewegung hat den Aufruf zu einem direkten Dialog angenommen -
ein erstes Treffen im Palacio de la Moneda, dem Regierungssitz in
Santiago de Chile, ist bereits für Dienstag geplant, meldete Radio
Cooperativa.
Zum Abschluss eines zweitägigen Generalstreiks war es in der Hauptstadt
am Freitag erneut zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Ein
16-jähriger wurde in Santiago von einem Polizisten unter bisher
ungeklärten Umständen erschossen, Piñera hat eine Untersuchung
angekündigt. Es war das erste Todesopfer seit Beginn der
Demonstrationen. In Santiago de Chile und anderen Städten gingen nach
Schätzung der Regierung 175.000 Menschen auf die Straße, während die
Gewerkschaft die Zahl der Demonstranten auf 600.000 bezifferte.
Studenten, Schüler und Lehrer fordern seit Mai eine Reform des
Erziehungssystems, unter anderem um die hohen Gebühren für die
Studiengänge abzuschaffen. Ein Studium in Chile kann bis zu 40.000 Euro
kosten. Laut OECD ist studieren nirgends auf der Welt so teuer wie in
Chile. (red, STANDARD-Printausgabe, 29.8.2011)