Sozialproteste im Zeichen der Terroranschläge

Ben Segenreich aus Tel Aviv, 28. August 2011, 18:41

Neue Demonstrationen gegen zu hohe Kosten - Erste Risse in Protestbewegung - Ashton in Jerusalem

Nach den tödlichen Terroranschlägen in Südisrael und dem Schlagabtausch mit radikalen Palästinensergruppen im Gazastreifen versuchten die Organisatoren der Sozialproteste erstmals wieder, die Aufmerksamkeit auf ihre Anliegen zurückzulenken. Zu Kundgebungen in mehreren Städten erschienen am Samstagabend insgesamt knapp 20.000 Menschen, weniger als ein Zehntel der Masse, die man noch Ende Juli mobilisiert hatte. Aus Respekt für die Anschlagsopfer und aus Solidarität mit den Mitbürgern, die durch die Raketensalven gefährdet waren, waren die Demonstrationen eingestellt worden.

Während die Medien darüber spekulierten, ob die ursprüngliche Begeisterung schon verpufft sei, versuchten die Protestführer, ihre Enttäuschung zu verbergen. Die Kundgebungen seien diesmal nicht größer geplant gewesen, hieß es, doch für kommendes Wochenende bereite man einen "Marsch der Million" vor. "Dieser Protest wird jedenfalls nicht aufhören", rief Itzik Schmuli, der Vorsitzende der Studentenunion, "und wir werden keine Ruhe geben, ehe wir hier echte Lösungen sehen."

Ein Grund für den Schwungverlust könnte auch in den wachsenden Rissen innerhalb der Bewegung liegen. So ist man sich uneins darüber, ob man mit einer von Premier Benjamin Netanjahu eingesetzten Reformkommission zusammenarbeiten soll, und in den Peripherie-Städten wird beanstandet, dass die Tel Aviver Zelt-Aktivisten in der Führung überrepräsentiert seien.

Netanjahu selbst verwies am Sonntag auf schon eingeleitete Reformen und betonte, dass er trotz der angespannten Sicherheitslage und der internationalen Wirtschaftskrise "unsere Verantwortung für eine soziale Korrektur in Israel" nicht vernachlässige.

Berichte, wonach Israel der Stationierung zusätzlicher ägyptischer Truppen im Sinai und damit einer Änderung des Friedensvertrags mit Ägypten zugestimmt habe, bestätigten sich nicht. Es gebe von Ägypten kein offizielles Ansuchen, hieß es, und Netanjahu teilte mit, der Vertrag würde bestimmt nicht ohne vorherige Kabinettsdebatte geändert werden. Nach den Anschlägen hatten die Ägypter zur Bekämpfung von bewaffneten Beduinen und Islamisten rund 1000 zusätzliche Soldaten in den Sinai geschickt.

Am Wochenende ist die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in der Region eingetroffen. Die EU unternehme "jede Anstrengung, um eine Wiederaufnahme von Verhandlungen zu ermöglichen", erklärte Ashton im Vorfeld, doch der Besuch fand kaum Beachtung. (Ben Segenreich aus Tel Aviv, STANDARD-Printausgabe, 29.8.2011)

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20 Postings
soseies
12
29.8.2011, 10:56

nun wäre es an der zeit für netanjahu sich bei der raketenschießenden hamas-splittergruppe zu bedanken, dafür das sie es ihm ermöglichen von den anderen problemen in israel abzulenken und dafür das die demonstrationen teils eingestellt, teils rapide an teilnehmern eingebüßt haben und ich glaube nicht, weil sich für die bürger in israel schon vieles zum guten gewendet hat....

77 88
10
29.8.2011, 02:06
Demos sind super...

... aber wäre es nicht an der Zeit, mit der Regierung zu verhandeln? Noch dazu, wenn man bedenkt, dass Israel eine Deomokratie ist. Bei den nächsten Wahlen kann ja sowieso ordentlich abgerechnet werden mit der Regierung!

pago1
312
28.8.2011, 20:05
palästina in die uno

aaistda
30
29.8.2011, 01:43
NEIN!!!

Stephan Schaefer
 
11
29.8.2011, 15:44
DOCH!

aaistda
00
29.8.2011, 23:19

Niemand will die Zerstörung eines Landes oder die ausrottung einer Bevölkerung, außer die Hamas. Solange diese Gaza kontrolliert kann es keinen Frieden geben und darf es keinen palästinensischen Staat geben!!!

Hubert Ungeist
 
00
Na da kennen sie die rechten Parteien nicht

selbst Liebermann hat als Transportminister für die Deportatoin der P. Stimmung gemacht.

Stephan Schaefer
 
00
30.8.2011, 01:59

Falsch! Solange Israel "Siedlungen" baut, kann es keinenj Frieden geben. Ich wuenscheIhnen, dass irgendjemand auf Ihrem Boden eine "Siedlung" baut, damit Sie verstehen was ich meine!

aaistda
10
29.8.2011, 16:24

Nein ,du willst das 6 Millionen Menschen sterben und ein ganzes Land zerstört wird!free Gaza from Hamas

revach
110
28.8.2011, 19:45
na bitte

der netanjahu hat endlich seinen krieg bekommen, hat ja auch 2 mal in der Woche gesagt es werden neue Wohnungen in den besetzten gebieten gebaut, er wusste genau das er so einen krieg bekommt damit er nicht auf die Demonstranten eingehen muss...

NONE
14
28.8.2011, 21:33

Er instrumentalisiert also die Demonstranten.

Tja, da kann man nur zynisch sagen, die Israeli haben nun genau die Regierung die sie gewählt hatten.

"Able Danger"
16
28.8.2011, 19:43
Für die Regierung

waren die Anschläge sehr praktisch....

bad religion
08
28.8.2011, 19:17

Da haben die ultrarechten in Gaza wieder mal die rechten Kapperlträger in Israel gerettet.

Reinkarnation eines Passivopfers
00
29.8.2011, 15:40
Wer weiß, wer weiß...

Die CIA ist ja auch vor Ort

Adam Markus
23
28.8.2011, 20:51

Man hilft sich halt aus. So wie hier auch.

bixente uhudla
 
12
28.8.2011, 20:51

nicht zum ersten mal...aber wenn wunderts,davon profitieren beide,hamas und das netanyahu-kabinett

NONE
00
28.8.2011, 21:33

Leider wahr.

Ernst Guevara
31
28.8.2011, 18:59
wenn es

in einer sozialen bewegung widersprüche gibt und darüber gestritten wird, so ist das ganz normal und bedeutet noch lange nicht, dass "risse" durch die bewegung gehen. herr segenreich möchte scheinbar absichtlich probleme herbeireden, weil er selbst ein problem mit der protestbewegung hat.

NONE
00
28.8.2011, 21:34

Ich stimme zu.

Medial ist dies aber tatsächlich abgeflaut.

vrbovan
01
29.8.2011, 12:38

Medial war die Protestbewegung stets übertrieben
und es war in vorhinein klar, dass sie abflauen wird.

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