Umverteilung

"Jetzt müssen wir etwas auf die Reihe bringen"

28. August 2011, 17:33
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    grafik: der standard

    Faymann und Leitner (re.) im Kampf um die Akzeptanz für neue Steuern.

Niederösterreichs SPÖ-Chef Sepp Leitner versucht, seine Partei für die Wiedereinführung von Vermögenssteuern auf Kurs zu bringen - Eine aktuelle Umfrage für den STANDARD zeigt, dass das nur bedingt mehrheitsfähig ist

St. Pölten / Linz - Niederösterreich hat den Ruf, das Land der Bremser zu sein - und das wurmt den Landesparteichef der Sozialdemokraten, Sepp Leitner. Er sitzt als Landeshauptmannstellvertreter in der Landesregierung von Erwin Pröll, dem es seit Jahrzehnten mehr oder weniger gut gelingt, der von der ÖVP betriebenen Bundespolitik seinen Stempel aufzudrücken. "Die ÖVP sagt Nein, Nein, Nein, wenn es um die Besteuerung von Vermögen geht - aber es gibt viele Gruppen, die die Forderung nach Vermögensbesteuerung tragen, das geht weit über die Sozialdemokratie hinaus", sagt Leitner im Gespräch mit dem STANDARD.

Deshalb will Leitner ein Volksbegehren für die Einführung von Vermögenssteuern auf die Beine stellen - und die ersten parteiinternen Reaktionen auf diesen Vorschlag geben ihm durchaus Mut: "Die Debatte gewinnt an Schwung - und wir haben das durchaus notwendig. Es ist doch so: In den vergangenen Jahren mit der Finanz- und Wirtschaftskrise hat die SPÖ immer die richtige Analyse gehabt. Es kommt aber darauf an, etwas zu verändern: Jetzt müssen wir etwas auf die Reihe bringen."

Leitner stellt sich damit in eine Reihe mit roten Landesparteivorsitzenden, die von der Bundespartei mehr Engagement in Fragen der Umverteilung fordern.

In einem Gespräch mit dem STANDARD hatte Leitners oberösterreichischer Kollege Josef Ackerl höhere Vermögenssteuern gefordert, für eine Reichensteuer macht sich seine Landes-SPÖ seit längerer Zeit stark. Der Kärntner SPÖ-Chef Peter Kaiser ist für eine Vermögenssteuer, die bei etwa 750.000 Euro oder auch erst bei einer Million einsetzt. Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller will vor allem auf Grund und Boden zugreifen, weil der keine Kapitalflucht ins Ausland auslösen kann. Und die Bundesgeschäftsführer der SPÖ, Laura Rudas und Günther Kräuter, haben sich ebenfalls mehrfach für Vermögenssteuern ausgesprochen.

Die Jusos sind sowieso begeistert, wenn es um höhere Steuern für Reiche geht, auch wenn sie erst am Freitag steirische Funktionäre mit Funktionsverbot belegt haben, die auf Facebook angekündigt hatten, Reiche "von Angesicht zu Angesicht" zu schlachten und ihren Reichtum zu stehlen.

Weniger Begeisterung für die roten Umverteilungsideen kommen in einer aktuellen Market-Umfrage für den STANDARD zutage, dokumentiert in der mit Leitner, Rudas und Faymann illustrierten Grafik oben:

  • Höhere Steuern auf Finanzvermögen werden von zwei Dritteln der Befragten abgelehnt - und zwar quer durch alle Alters- und Bildungsschichten. Auch Sozialdemokraten sind eher vorsichtig bei der Bewertung dieses Vorschlags, am ehesten sind dafür noch Anhänger der Freiheitlichen zu gewinnen.
  • Auch die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer wird von einer 64-Prozent-Mehrheit für eine eher schlechte Idee gehalten, nur 29 Prozent sind dafür. Allerdings sind hier die deklarierten SPÖ-Wähler und erst recht die Anhänger der Grünen viel eher für eine Wiedereinführung als bei anderen Steuerarten.
  • Ähnlich ist es mit dem Vorschlag, höhere Steuern auf Grundbesitz einzuheben. Auch dieses politische Ziel der SPÖ findet in keiner Bevölkerungsgruppe eine Mehrheit, wird aber von großen Gruppen roter und grüner Wähler sowie von der städtischen Bevölkerung eher akzeptiert.

Market-Chef Werner Beutelmeyer: "Ich wäre an der Stelle der SPÖ sehr vorsichtig - das Wort 'Vermögenssteuer' löst in Österreich auch bei denen Ängste aus, die gar kein Vermögen haben. Wenn man sagt, man will 'Reiche' besteuern, wird das viel eher akzeptiert."

Auch Leitner räumt ein, dass es um die richtige Formulierung des Anliegens gehen wird, wenn sein Volksbegehren ein Erfolg werden soll: Wenn man etwa Vermögens- und Erbschaftssteuern mit einer Zweckbindng für die Pflegesicherung verbinde, wäre wohl eine Mehrheit der Bevölkerung dafür.

Man müsse den Leuten die Angst nehmen: "Da gibt's so polemische Diskussionen um Häuslbauer. Und es muss klar sein, dass es bei einer Vermögensbesteuerung nicht um einen Schmuckkastlparagrafen geht, sondern um wirklich große Vermögen jenseits einer Million", sagt Leitner.

Die STANDARD-Umfrage zeigt auch, welche Steuerideen gut ankommen: Höhere Krankenversicherungsbeiträge für Besserverdienende und Steuern auf Alkohol und Tabak werden akzeptiert, Spritsteuern dagegen gar nicht. (Conrad Seidl, STANDARD-Printausgabe, 29.8.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1343
nie wieder
00
30.8.2011, 06:57
jeder hat seine Feindbilder......

..was den einem die Ausländer, dem anderen die Leistungsunwilligen, sind dem anderen die "Reichen". Kasperliade, sondergleichen in diesem LAnd!

nie wieder
00
30.8.2011, 06:47
wenn ich mir die Schautafel so anschaue....

...eigentlich grundvernünftige Vorschlage, die die Leute da machen. Problem: die Poltiker sind zu feig es anzupacken.

Arbeiterführer Kuhaltinger
 
00
30.8.2011, 06:28
Gehirnwäsche

und wo bleiben die Vorschläge für eine milliardeneinsparende Staatsstruktur? 90% sind für die Abschaffung des Bundesländer, 70% sind für die Kürzung von Beamtenpensionen auf ASVG Niveau....na wo sind denn DIESE Vorschläge?

wuestenfuchs
00
31.8.2011, 00:42

wo sind die quellen für ihre zahlen?

das ist fix
10
29.8.2011, 17:38
Ökonomische Gleichschaltung

“Der Edle strebt nach Harmonie, nicht nach Gleichheit. Der Gemeine strebt nach Gleichheit, nicht nach Harmonie.”

das ist fix
01
29.8.2011, 17:11

Die SPÖ will offensichtlich den Verwaltungsapparat noch mehr aufblasen bzw. eine Steuerschnüffeltruppe schaffen.
Werner Doralt zur Vermögenssteuer: "Sie ist mit dem heutigen Apparat der Finanzverwaltung gar nicht exekutierbar, weil wir die Beamten nicht haben. Man müsste entsprechende Einrichtungen in der Finanzverwaltung neu aufbauen. Die Alternative wäre, dass man die Vermögenssteuer zu einer Selbstbemessungsabgabe macht. Dann frage ich mich aber, was wollen wir alles besteuern. Wollen wir den Schmuck besteuern, den Ehering, das Diamantendiadem? Ich nehme an ja. Was ist mit dem PKW, der fünf Jahre alt ist. Wer soll das schätzen? Das ist sehr schwer durchführbar, alleine deswegen halte ich das für sehr unrealistisch."

Chocoholic
01
29.8.2011, 17:37
... Und vor allem so besteuern, dass man das diamantendiadem nach zwei Jahren verkaufen muss,

Damit man sich die Steuer leisten kann. Denn nur wer reich genug ist, sich die Steuer leisten zu können sollte Vermögen haben dürfen.

das ist fix
01
29.8.2011, 16:50

Sepp L. ist in seinem eigentlichen Revier=NÖ-Landespolitik, grandios gescheitert - er hat in NÖ jene Bedeutung die die VP in Wien hat - also keine.

Was macht er? Er tut sich Steuerneuerfinder hervor.

Er sollte einmal ein ein Gespräch mit seinem Parteifreund Lacina führen, die Gründe für das Abschaffen der Substanzsteuer sind noch immer vorhanden.

Ein Demokrat fordert!
11
29.8.2011, 16:23
jammern jammern jammern.

wohin ich schaue kaufen die Leute teure Kleider, teure Autos, uvm. Die Einkaufszentren und Geschäfte schreiben Milliarden Umsätzte. UND ein (fast) jeder Österreicher lebt im Luxus und macht 1 mal im Jahr Urlaub.
Kapitalismus? Welch schöne Erfindung. Getrieben von den Medien und tief im Unterbewusstein verankert. Welch Macht.

So sehen es unsere Politiker. NUR die Wirklichkeit sieht viel viel anders aus.

Radlerwahn68
02
29.8.2011, 16:21

passt schon! die "kleinen arbeitnehmer" ohne vermögen können sich gegen keine erhöhung wehren! daher ist dieser vorschlag nur zu begrüßen! auch wenn die ganzen schwarzen günstlinge und döblinger inzüchtler jetzt groß aufschreien. soll doch ein volksbegehren kommen. oder soll österreich in geiselhaft von ein paar wenigen kurrupten reichen,die es sich richten können, bleiben?

enzo77
21
29.8.2011, 17:39
voll daneben ihr beitrag

die partein wollen ein wenig auf sich aufmerksam machen. ja wir nehmen den reichen etwas weg und sie würstl steigen voll darauf ein.
genau wegen leuten wie ihnen haben wir solche politiker die unser land regieren.

Reinkarnation eines Passivopfers
01
29.8.2011, 17:54
Glaubst diese seltsame Umfrage ohne Angaben?

WO wurde gefragt?
WIEVIELE wurden gefragt?

Da habens in der Opernpause 3 Leute interviewt...und das nennt sich dann ´Statistik´

WER wäre denn sonst gegen die Reichensteuer?

Klaus Bergmaier
01
29.8.2011, 23:21
Genau.

Außerdem ist das nicht der Punkt. Denn wenn du eine Umfrage machst, wer gegen die Mehrwertsteuer ist, werden wahrscheinlich auch 95% der ÖsterreicherInnen dagegen sein. Kein zahlt gerne eine Steuer. Aber die Politik hat nicht nur Dinge zu organisieren, die alle gern machen, sondern Dinge dir richtig und wichtig für das Gemeinwohl sind!

Reinkarnation eines Passivopfers
00
30.8.2011, 03:45
Dann erklär mir mal warum soviele Leute gegen Reichensteuer sein sollten.

Klaus Bergmaier
00
31.8.2011, 01:59
?

Warum attackierst Du mich? Ich habe Dir Recht gegeben!

minski
00
29.8.2011, 16:07
Schuldenfalle Sozialversicherung: http://derstandard.at/131302540... uldenfalle

Die Neoliberalen haben das gesamte Versicherungs-und Steuersystem auf den Kopf gestellt! Die Sozialversicherungen werden immer mehr zum Ruin!

Margit Schratzenstaller-Eingschenkt:
http://www.youtube.com/watch?v=BxaOCNG9PjE

Die Umverteilung erfolgt großteils durch Arbeitseinkommen. Die Abgabenbelastung nimmt, entgegen den internationalen Trends, nur in Österreich so zu. Kleine Arbeitseinkommen werden am höchsten belastet! 40% bezahlen zwar keine Lohnsteuern weil sie zu wenig verdienen, doch bereits ab 375 Euro/ monatl. Geringfügigkeitsgrenze wird man für das das gesamte Einkommen voll sozialversicherungspflichtig!
Die Grenzbelastungen beim Übergang im unteren und mittleren Bereich sind auch ein immenses beschäftigungspolitisches Problem!

erkelteter tiger
31
29.8.2011, 15:51
für wie dumm hält der standard seine leser?

umfrage: wollt ihr, dass der scheußliche sozialismus eure hart erarbeiteten spareinlagen höher besteuert?

antwort: nein!

das hat ja schon züge von trotteligen övp-generalsekretären

politisch verfolgt
13
29.8.2011, 16:02
wer sozialismus ablehnt

muß ein intelligenter mensch sein.

das ist fix
01
29.8.2011, 17:18
apropos intelligenz

mittlerweile haben wir östlich von wien die intelligentere regierung

http://www.welt.de/wirtschaf... gehen.html

politisch verfolgt
01
30.8.2011, 01:04
das ist schon länger so

für erneuerungsideen kann man eigentlich nur mehr auf osteuropa hoffen.

Ohr O Pax
00
29.8.2011, 15:57
Sozialismus ist überhaupt nicht scheusslich

es ist nur die Welt nicht so einfach, als dass sie auch unser Bundeskanzler verstehen konnte. Ich habe kein Problem mit dem Sozialismus sondern mit seinen derzeitigen Reprasentanten.

das ist fix
11
29.8.2011, 16:54
Sozialismus ist eine Katastrophe

Vor 25 Jahren hätte man ihnen eine Reise 100 km östlich von Wien empfehlen können, da gab es den Sozialismus in Realität in Europa noch.

Klaus Bergmaier
11
29.8.2011, 23:23
Das war alles Möglich dort,...

...aber sicher kein Szialismus. Auch kein Kommunismus. Es war eine Diktatur ähnlich wie hier in Raiffeisen-Pröllistan. Wer aufmuckt, kriegt Schwierigkeiten der übelsten Sorte.

das ist fix
00

ein sehr eigenartiges geschichtsbild haben sie
diese staaten bzw. dieser block hat sich selbst als sozialistisch bezeichnet und die einheitsparteien habe alle kommunistisch geheißen
(hoffentlich sind sie unter 20 jahre alt, da könnte man so ein geschichtsbild noch "verstehen")

random25
01
29.8.2011, 15:37

rot-schwarz spielen uns gegeneinander aus um zu mobilisieren

die umfragewerte müssen wieder im keller sein

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