Jugend und Politik

Die Vertreterin des vergessenen Drittels in Österreich

28. August 2011, 17:05
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    foto: asma aiad

    Batnigi: "Thema Jugend in Politik nicht angekommen."

Die BJV repräsentiert 2,9 Millionen junge Menschen, ist Sozialpartner und findet trotzdem wenig Gehör

Rodaina El Batnigi widerspricht allen gängigen Vorurteilen unserer Gesellschaft, die ihr auf den ersten Blick zugeschrieben werden könnten: Sie ist eine junge Frau, die sich schon immer von den Naturwissenschaften, vor allem von Physik und Chemie, angezogen gefühlt habe. Heute studiert sie Pharmazie. Sie ist, entgegen dem Klischee der politikverdrossenen Jugend, seit ihrem 14. Lebensjahr ehrenamtlich aktiv, sagt, sie brauche dieses gesellschaftliche Engagement wie die Luft zum Atmen.

Sie ist schlagfertig und wortgewandt, eine gebürtige Wienerin, die keine Verwechslungsprobleme mit Dativ- und Genitivkonstruktionen hat. Sie ist eine attraktive und modebewusste Frau, die sich für Frauenrechte und Feminismus einsetzt - und zwar in der Bundesjugendvertretung (BJV), dem Dachverband aller österreichischer Kinder- und Jugendorganisationen, der als Sozialpartner rund 2,9 Mio. junge Menschen unter 30 Jahren repräsentiert.

Als eine von vier Vorsitzenden ist Rodaina El Batnigi mit Kinderrechten, Antirassismus, Jugendarmut, Frauenpolitik und internationalen Angelegenheiten betraut. Zu diesen Themenfeldern setzt sie Positionspapiere auf, die davor in Arbeitsgruppen mit den Mitgliedern ausdiskutiert wurden. "Wir versuchen den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden." Das sei nicht so einfach: von den Pfadfindern über die Katholische Jugend bis zu allen politischen Vorfeldorganisationen - es müssen die Interessen unterschiedlichster Gruppierungen koordiniert werden. "Natürlich kommt es mal zu Reibereien, aber die Vielfältigkeit ist auch unsere Stärke."

Letztendlich scheitere es am "good will" der Bundesregierung, die den Service der Bundesjugendvertretung nicht nütze. "Wir haben Positionen, Expertise und wissen als direkte Vertreter der Kinder und Jugendlichen, wo der Schuh drückt."

Sie ärgere sich vor allem, wenn die politische Elite bei Themen wie Wehrpflicht oder Bildung die eigentlich Betroffenen nicht in die Diskussion einbinde. "Das meiste sind nur Alibi-Aktionen. Handshake, Foto, und das wäre dann Jugendarbeit." Sie kämpfe dafür, dass das Thema Jugend endlich als Querschnittsmaterie anerkannt und in allen Ressorts verankert werde.

Ein weiteres ihrer Anliegen ist, dass ehrenamtliche Tätigkeiten mehr Anerkennung bekommen, wie es beispielsweise in den USA schon längst der Fall ist. Fünfzig Prozent der Jugendlichen in Österreich würden sich freiwillig engagieren, aber das werde nicht gefördert - "ich opfere schließlich meine gesamte Freizeit". Hier fordert sie, dass die Rahmenbedingungen geändert werden und beispielsweise freie Tage für Freiwilli- gentätigkeiten eingerichtet werden.

Rodaina El Batnigi ist 22 Jahre alt und sprüht geradezu vor Elan und Tatendrang. Wenn sie von ihren Plänen spricht, überschlägt sich ihre Stimme vor Begeisterung. Im Oktober wird sie als Jugenddelegierte der Vereinten Nationen nach New York reisen und dort die Anliegen junger Menschen vertreten. Ihre Herkunftsorganisation ist die Muslimische Jugend Österreichs. Religion spiele eine wichtige Rolle in ihrem Leben, gebe ihr Kraft für ihre Vorhaben. Rodaina El Batnigi widerlegt noch ein Klischee: Sie ist eine moderne, emanzipierte Frau und trägt ein Kopftuch. (Katharina Mittelstaedt, STANDARD-Printausgabe, 29.9.2011)

BJV - Bundesjugendvertretung

Vorsitzteam: vier Vorsitzende aus unterschiedlichen Organisationen

Mitglieder: mehr als eine Million

Selbstverständnis: Vertreter aller Kinder und Jugendlicher, Chancengleichheit im Bildungssystem, Kinder- und Jugendschutz

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Posting 1 bis 25 von 1238
Buster Bluth
00
12.3.2012, 16:20

Na, Gott sei Dank wurde erwähnt, dass sie attraktiv und modisch ist. Sonst müsste ich doch glatt am Engagement und der Qualifikation der jungen Frau zweifeln.

(Achtung, Sarkasmus)

waldenoderlebenindenwäldern
 
10
17.10.2011, 19:00
Der religiöse Kampfstier Rijad

schmeißt sich mit seiner religiösen Phantasiewelt wieder ins Getümmel.Wie wär die Welt schöner ohne solche Gläubigen.Eins haben sie gemeinsam mit dem Hardcorehedonisten.sie erschaffen die Hölle auf Erden.

Serkan Abdel-Rahman
01
10.10.2011, 23:39
Sehr fleißig die Dame,...

.. hingegen zu diesen postern hier

http://kurier.at/nachricht... 274740.php

bravo.

Serkan Abdel-Rahman
00
28.9.2011, 17:57
Terroristin..

..ist sie zumindest nicht, wie die Ex-ÖH-Vorsitzende:

http://derstandard.at/131701871... gsschutzes

PZN
25
Unglaublich

Wie hinterwäldlerisch muss eigentlich die Interviewerin sein, wenn die Kopftuchtante für sie modern ist?

Rijad
12

Das weiß der fragende Hinterwäldler selbst am besten.

Übrigens an derstandard.at: Finden Sie das objektiv, meine Postings zu löschen, aber jenes, auf das sie sich bezogen ("... hinterwälderisch..."), nicht?

Long Dong Kong
00
31.8.2011, 22:32

Wie wäre es wenn die Vertreter dieser hochgradig bekannten Organisation auch demokratisch und mit der Beteiligung jener 2,9Mio ,die Vertreten werden sollten,gewählt werden würden?

aqualung
31
31.8.2011, 21:47
coole

ihr und ihren kollegInnen in der bundesjugendvertretung kann man nur viel durchhaltevermögen und erfolg wünschen!

Na Seas
52
31.8.2011, 15:22
also I find des leiwand...

dass eine junge engagierte Österreicherin, sich für die Belangen ihrer MitbürgerInnen einsetzt!

Gut so! Weiter so Frau Batnigi!

Jessica
13
31.8.2011, 15:35

Was meinst jetzt mit Belangen?

Rijad
01
31.8.2011, 18:35

Ich glaub er/sie meint Interessen der Jugend, wie Studiengebühren, politische Mitwirkung, usw. Mich würde es z.B. interessieren, welche Rolle die BJV bei der Begutachtung von Pensionsreformen hat. Ich wäre verwundert wenn ihre Position gleichberechtigt mit den Pensionistenvereinigungen wäre.

erdbär
00
Kaum eine Rolle

Die BJV ist aus mehreren Gründen nicht mit den Seniorenorganisationen zu vergleichen. Erstens mal hat sie einen jährlich rotierenden Vorsitz, während Kohl und Blecha schon lange Seniorenchefs sind und sich natürlch ganz anders in ihre Rolle einarbeiten konnten.
Zweitens ist die BJV eine "Dachorganisation" irrsinnig vieler Jugendorganisationen, darunter Landjugend, ÖH, AKS, Jugendrotkreuz und Blasmusikjugend und hat aufgrund dieser "aufgeblähtheit" schon nicht die nötige Schlagkraft. Viele Mitglieder der genannten Organisationen wiederum wissen gar nichts von der BJV.
Außerdem wurde die BJV erst vor 10 Jahren (per Gesetz!) eingerichtet, während es die Seniorenverbände schon seit Ewigkeiten (wie ihre Mitglieder, haha) gibt.

Rijad
00

Erklärt einiges. Danke für die Info. Nur versteh ich nicht, wie ein Dachverbandverein per eigenem Gesetz gegründet werden kann. Dachverbände sind nichts anderes als Vereine, deren Mitglieder Vereine sind, nach dem Vereinsgesetz, oder?

Jessica
00
31.8.2011, 19:08

Im Artikel steht aber nix davon, dass die Dame sich für so profane Dinge einsetzt, Na Seas.

Rijad
00
31.8.2011, 21:00

"Kinderrechte, Antirassismus, Jugendarmut, Frauenpolitik und internationale Angelegenheiten" sind keine profanen Dinge?

PZN
00

Der Teufel steckt wie immer im Detail, konkretes ist dem Gewäsch nicht zu entnehmen.

Rijad
01

Dazu war der Raum auch nicht gerade großzügig, noch hat die Autorin den Schwerpunkt darauf gelegt.

Tethys
03

Frauenpolitik? Frauenpolitik für muslimische Frauen z.B.? Wenn eine Frau, die sich für Frauenpolitik einsetzt und dabei - wie sie selbst meint - ein Symbol ihrer Religion trägt - wird sie sich dann für Frauenrechte im engen Rahmen der Religion einsetzen? Werden Frauenrechte in islamischen Ländern mit dem Argument der religiösen Schriften beschnitten und ignoriert - also aufgrund derselben Schriften, nach denen die Dame meint, ein Kopftuch tragen zu müssen? Welche "Frauenpolitik" darf man sich also erwarten?

Rijad
00

Ihre Meinung beruht auf bloßer Spekulation und Ihren Vorstellungen, die so kein Muslim teilen wird. Offenbar habe ich schlechte Augen, denn nirgends lese ich, dass sie sagt, sie trüge ein "Symbol ihrer Religion". Nur weil Sie eigene Vorstellungen auf andere projizieren, werden sie dadurch nicht zu deren.

Tethys
12

Ich fass es nicht: SIE waren derjenige, der meinte, das Kopftuch wäre ein religiöses Symbol und für das Recht auf Religionsausübung nötig.

Nun ist es plötzlich KEIN Symbol der Religion mehr - übrigens genau DAS, was ich Ihnen die ganze Zeit versuche klar zu machen, nämlich dass das Kopftuch nichts mit der Religion Islam zu tun hat.

WAS GENAU IST DAS KOPFTUCH ALSO IHRER MEINUNG NACH??

Rijad
51

Diese Phantasie! Wo hab ich den das Kopftuch als religiöses Symbol bezeichnet? Das müssen's mir schon zeigen.
Übrigens, Sie machen sich mit Ihrem 0-Wissen über den Islam zunehmend lächerlich. An Ihrer Stelle würde ich bei so viel Unwissen etwas demütiger sein, aber mit solchen religiösen Werten können's wahrscheinlich nichts anfangen. Was darauf folgt kann ich mir jetzt schon vorstellen.

Tethys
13

"Religiöse Werte"?

Dieselben Werte, die für Frauenunterdrückung, Homosexuellenhetze und Menschenrechtsverletzungen stehen?

Diese "religiösen Werte"? Warum sollte ich mir davon was abschneiden?

Rijad
41

Haha. Außer oberflächlichem FpöSprech fällt Ihnen sonst nichts ein? Verständlich, wenn man beim Fehlzitieren und Erfinden erwischt wird, muss natürlich ein Ablenkungsmanöver her.

Tethys
00

Ablenkungsmanöver wie der oft von Ihnen zitierte FPÖ-HInweis, auf dessen Fragwürdigkeit ich Sie bereits hingewiesen habe?

Rijad
20

Wenn Sie deren Propaganda aufgreifen, müssen's mit dem Vergleich leben.

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