Last-Minute-Treffer sichert Linzer Triumph gegen FC Lustenau - Altach reüssiert auf der Hohen Warte - Eto'o trifft bei Debüt
Wien - Der LASK hat sich in der 10. Runde der Ersten Fußball-Liga auf Platz zwei
verbessert. Die Linzer feierten einen glücklichen
2:1-(0:0)-Heimerfolg über Abstiegskandidat FC Lustenau, der auch in der fünften
Auswärtspartie der Saison punktlos blieb und damit auf den letzten Tabellenplatz
abrutschte. Den entscheidenden Treffer erzielte Florian Templ nur fünf Minuten
nach seiner Einwechslung in der Nachspielzeit (92.). Es war der erste
LASK-Heimsieg über den FC Lustenau seit dem 2:0 am 23. Mai 2003.
Schiedsrichter Harald Ruiss verhängte in der Partie zwei diskussionswürdige Elfmeter. In der elften Minute ahndete er nach einem
Holzmann-Freistoß ein Handspiel in der LASK-Mauer, doch Lustenau-Stürmer David Witteveen scheiterte an
LASK-Keeper Thomas Mandl. Nach der Pause zeigte Ruiss dann nach einer Schwalbe von Daniel Kogler auf den Punkt. Diese Chance ließ sich Aigner
nicht entgehen und verwertete eiskalt zur Linzer Führung.
Etienne Eto'o, der kleine Bruder von Kameruns Superstar Samuel Eto'o, aber gab ab
der 68. Minute sein Debüt im Lustenau-Dress, und nicht einmal zwei Minuten
später traf er schon zum 1:1. Als sich die 1.600 Zuschauer im Linzer
Stadion schon mit der Punkteteilung abgefunden hatten, schlug dann noch Templ,
der eine Freistoßflanke mit einem sehenswerten Volleyschuss verwertete, zu.
Tabellenführer eingebremst
Tabellenführer WAC/St. Andrä hingegen, musste sich mit einem 1:1-(1:1)-Heimremis gegen den SKN St. Pölten begnügen. Der Vorsprung auf Verfolger LASK schrumpfte deshalb auf drei Punkte.
Daniel Segovia brachte die Niederösterreicher überraschend in Front (20.),
Michael Sollbauer (42.) rettete dem Leader aber noch einen
Punktgewinn.
Aufgrund der brütenden Hitze entwickelte sich zu Beginn eine schwache Partie.
Die St. Pöltener schienen bei den hohen Temperaturen etwas besser
zurechtzukommen und präsentierten sich frischer. Einen Fallmann-Schuss konnte
WAC-Goalie Dobnik nur kurz abwehren, und Segovia staubte im Rutschen zum 0:1
(20.) ab. Nach einer halben Stunde übernahmen aber die Hausherren das Geschehen
und wurden auch belohnt. Nach einer Berchtold-Flanke und einer
Jacobo-Kopfball-Verlängerung nahm sich der aufgerückte Sollbauer den Ball mit
der Brust herunter und traf genau ins lange Eck (42.).
Nach der Pause sahen die 2.650 Besucher in der Lavanttal-Arena eine flotte
Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Die Offensivbemühungen beider Mannschaften
blieben aber unbelohnt, bei der besten Möglichkeit traf WAC-Abwehrspieler
Berchtold per Kopf die Latte (60.).
Hartberg mit Rückenwind
Hartberg ist unten raus. Nach einem 1:1-Remis gegen Aufsteiger Blau-Weiß Linz gab der TSV Hartberg die "Rote Laterne" an den FC Lustenau
ab. Für die Hartberger war es
nach dem 2:0-Erfolg gegen den FC Lustenau die zweite Partie in Folge ohne
Niederlage, die sechstplatzierten Oberösterreicher sind gar schon vier Runden
unbesiegt. Lukas Mössner brachte die Steirer in Front (12.), Dominic Hassler
gelang der Ausgleich (55.).
Die Hausherren starteten deutlich agiler in die Partie und gingen auch
verdient in Führung. Der starke Adilovic flankte zur Mitte, Mössner setzte sich
am Fünfer in einem Getümmel gegen drei Linz-Abwehrspieler durch und vollendete
ohne Mühe zum 1:0 (12.). Mit der Führung im Rücken zogen sich die Steirer etwas
zurück, die Linzer hatten mehr Ballbesitz, gefährlicher waren aber trotzdem die
Hausherren. Wimleitner wehrte einen Adilovic-Schuss zur Ecke ab (36.), zudem
traf der komplett frei stehende Harrer den Ball schlecht und das Tor damit nicht
(43.).
Nach dem Seitenwechsel schafften die Gäste wie aus dem Nichts den Ausgleich.
Nach einer von Wimleitner eingeleiteten Aktion über mehrere Stationen
hatte der Ex-Sturm-Graz-Kicker Hassler keine Probleme, seinen dritten
Saisontreffer zu erzielen (55). Für den Aufsteiger wäre sogar noch mehr möglich
gewesen, ein Schuss von Huspek landete aber an der Latte (90.).
Offensive Lüftchen
Die Aufstiegsambitionen von Austria Lustenau haben den nächsten Dämpfer
erlitten. Die Vorarlberger kamen vor eigenem Publikum gegen SV
Grödig nicht über ein torloses Remis hinaus. Damit holten die Gäste aus Salzburg
erstmals bei der "Ländle"-Austria einen Zähler, nachdem sie zuvor im
Reichshofstadion viermal 1:2 verloren hatten. Auch das erste Saisonduell in
Grödig hatte ein 2:1 für den Favoriten gebracht.
Die Lustenauer blieben zwar auch im fünften Heimspiel (zwei Siege, drei
Remis) ungeschlagen, doch Grödig knöpfte nach dem 2:1-Erfolg am Dienstagabend in
Altach dem nächsten Vorarlberger Aufstiegskandidaten wichtige Punkte ab.
Altacher Aufwind
Aufstiegskandidat Altach hingegen hat im abschließenden Match Runde einen verdienten 1:0-(0:0)-Sieg bei der Vienna
gefeiert. Damit holte das Team von Adi Hütter, das zuletzt bei BW Linz (0:2) und
daheim gegen Grödig (1:2) verloren hatte, wieder Punkte und verbesserte sich auf
den dritten Tabellenplatz. Der Rückstand auf Tabellenführer WAC/St. Andrä wurde
auf vier Zähler verkürzt.
Das Goldtor für die Gäste erzielte Christoph Schösswendter, der in Minute 64
eine Vorisek-Freistoßflanke mit dem Kopf verwertete. Die Vienna, die zuletzt
dreimal en suite ungeschlagen geblieben war, ist damit seit dem Aufstieg weiter
sieglos gegen Altach (vier Remis, fünf Niederlagen) und fiel auf Rang sieben
zurück. Der Vorsprung auf die Abstiegsregion beträgt noch fünf Punkte.
Dass die 1.900 Zuschauer nicht mehr Treffer auf der Hohen Warte zu sehen
bekamen, lag vor allem an Schiedsrichter Andreas Heiss. Dieser hätte in der 26.
Minute eigentlich auf Elfmeter für Altach entscheiden müssen, nachdem Dospel
nach einem Fehler den durchbrechenden Ademi nur noch mit Einsatz seiner Hände
hatte stoppen können. In der 44. Minute aberkannte er einen Kopfball-Treffer von
Netzer nach Vorisek-Freistoß wegen angeblichen Foulspiels. Und auch nach der
Pause gab er einen Ademi-Treffer nicht, weil sein Assistent eine Abseitsstellung
gesehen haben wollte (77.).
Die Vienna, der die Ausfälle der verletzten Mannschaftsstützen Djokic und
Markovic schwer zu schaffen machten, beendete das Match nach dem Gelb-Rot
Ausschluss von Markus Lackner (75.) mit nur zehn Mann. Für unschöne Szenen
abseits des Feldes sorgten mitgereiste Fans der Altacher, die den Ordner-Dienst der Döblinger zu einem
Feuerlöscheinsatz zwangen, weil es unter der Tribüne des Gästesektors zu brennen
begonnen hatte.(APA/red)
Ergebnisse Erste Liga - 10. Runde, Freitag, 26.08.201:
- LASK Linz - FC Lustenau 2:1 (0:0). Stadion der Stadt Linz, 1.600 Zuschauer, SR
Harald Ruiss.
Torfolge: 1:0 (57.) Aigner (Foulelfer), 1:1 (70.) Eto'o, 2:1 (92.) Templ
LASK: Mandl - Barry, Aufhauser, Wimmer, Schellander - Kogler, Hamdemir (71.
Luiz Henrique), Winkler, Freudenthaler (79. Hart) - Aigner, Unverdorben (87.
Templ)
Lustenau: Durakovic - Bolter, Mimm, Buchner, Simma (62. Rupp) - Ritzmaier,
Rieß, Freitag, Holzmann - Zellhofer (68. Eto'o), Witteveen
Gelbe Karten: Kogler, Winkler bzw. Rieß, Ritzmaier, Holzmann
-
RZ WAC/St. Andrä - SKN St. Pölten 1:1 (1:1). Wolfsberg, 2.650, SR Lechner.
Torfolge: 0:1 (20.) Segovia, 1:1 (42.) Sollbauer
WAC: Dobnik - Berchtold, Jochum, Sollbauer, Baldauf - Kerhe (76. Zakany),
Messner, Cemernjak (65. Kreuz), Jacobo - Falk, Topcagic (69. Gotal)
St. Pölten: Riegler - Speiser, Popp, Rödl, Zwierschitz - Ambichl, Fallmann,
Becirovic, Gruberbauer (59. Fertl) - Schibany (69. Kozelsky), Segovia (88.
Kotynski)
Gelbe Karten: Keine bzw. Speiser, Popp, Becirovic, Ambichl
-
TSV Hartberg - Blau-Weiß Linz 1:1 (1:0). Hartberg, 1.100, SR Gangl.
Torfolge: 1:0 (12.) Mössner, 1:1 (55.) Hassler
Hartberg: Rindler - Atan (65. Tauschmann), Miljatovic, Zivny, Strobl -
Kobylik, Prietl, Adilovic, Harrer (57. Roßmann) - Bytyci (77. Schober), Mössner
Linz: Wimleitner - Bubenik, Knabel, Koll, Rabl - Hartl, Piesinger, Nikolov,
Höltschl (65. Arapovic), Huspek (90. Miksits) - Hassler (74. Poljanec)
Gelbe Karten: Atan, Tauschmann bzw. Bubenik, Hassler, Hartl
-
Austria Lustenau - SV Grödig 0:0. Lustenau, Reichshofstadion, 3.000 Zuschauer,
SR Oliver Drachta.
A. Lustenau: Kofler - Stückler, Pöllhuber, Kampel, Soares - Dürr,
Zwischenbrugger (56. Karatay) - Boller, Roth, Krajic (92. Leitgeb) - Honeck (65.
Rotter)
Grödig: Schranz - Lainer, Maier, Cabrera, Lenko - Schubert (79. Sobkova),
Hopfer (53. Riedl), Krammer, Salamon - Öbster (57. Jana) - Jukic
Gelb-Rote Karte: Soares (77./wiederholtes Foulspiel)
Gelbe Karten: Karatay bzw. Hopfer, Öbster, Jukic
-
Vienna - SCR Altach 0:1 (0:0). Wien, Stadion Hohe Warte, 1.900 Zuschauer, SR
Andreas Heiss.
Tor: 1:0 (64.) Schösswendter
Vienna: Traby - Salvatore, Beciri, Dospel, Rathfuss - Mattes (70. Gökcek),
Kerschbaumer, Lackner, M. Toth, Kröpfl (74. Kienzl) - Mair
Altach: Kobras - Lienhart, Schösswendter, Sereinig, H. Erbek - Seeger,
Vorisek, Guem, Netzer - Ademi (92. Kloser), Tomi
Gelb-Rote Karte: Lackner (75./wiederholtes Foulspiel)
Gelbe Karten: Kerschbaumer bzw. Vorisek, Guem, Erbek