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Es waren immerhin beinahe 15 Monate, die Naoto Kan als Premier in Tokio durchgehalten hat. Für einen Politiker mit dem Charisma eines Hydranten, den selbst seine Frau nach eigenem Bekunden nicht noch einmal ehelichen würde, ist das gar nicht so schlecht. In dieser Amtszeit ist der Ministerpräsident aber auch zu einer Art Metapher geworden: Kan symbolisiert, was Japan nicht kann.
Nachdem schon sein Vorgänger Yukio Hatoyama den historischen Sieg der Demokratischen Partei über die jahrzehntelang regierenden Liberaldemokraten ungenützt ließ, setzte Kan den seltsam unentschlossenen, machtvergessenen Kurs fort. Und selbst als die Großkatastrophe von Fukushima über das Land hereinbrach, zog er es vor, zu reagieren statt zu agieren. Wie einst die Öffnung durch die US-Kanonenbootpolitik scheint Japans Elite auch dieses Ereignis über sich ergehen zu lassen und aussitzen zu wollen.
Dabei wären gerade jetzt mutige Entscheidungen gefragt, die gegebenenfalls auch den mächtigen Ministerialbürokraten und Wirtschaftskapitänen missfallen mögen. Nach Fukushima fährt Japan das größte Wiederaufbauprogramm seit dem Zweiten Weltkrieg. Daraus muss die nächste Regierung Impulse gegen die allgegenwärtige Stagnation im Land ziehen - wirtschaftlich wie gesellschaftspolitisch.
Ob Kans Nachfolger das schaffen kann? Zweifel sind angebracht. Wahrscheinlicher ist, dass das gleiche alte Problem künftig den Namen eines neuen Premiers trägt. (DER STANDARD, Printausgabe, 27.8.2011)
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es kann eben nicht in jedem land so tolle führungspersönlichkeiten geben, die sich selbstlosest um katastrophen wie jahrhunderhochwasser, kreditblase und eurorettungsschirm kümmern.
wären nicht all die japanischen namen, könnte man meinen, hier gings um ein land viel weniger weit weg.
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