Wowereit: Katholische Thesen gehören nicht in die Neuzeit

26. August 2011, 16:24

Berliner Bürgermeister hat Verständnis für Proteste bei Papstbesuch - Ratzinger jedoch "herzlich willkommen"

Berlin/München - Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat "großes Verständnis" für die am Rande des Staatsbesuchs von Papst Benedikt XVI. im September angekündigten Proteste gegen die Sexuallehre der katholischen Kirche.

"Ich verstehe, und das ist auch in Ordnung, dass Bürgerinnen und Bürger den Papstbesuch benutzen, um hier darauf aufmerksam zu machen, dass die katholische Kirche mit ihrer Lehre Thesen vertritt, die weit in die zurückliegenden Jahrtausende gehören, aber nicht in die Neuzeit", sagte Wowereit der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

"Insofern habe ich großes Verständnis dafür, immer vorausgesetzt, dass diese Proteste im friedlichen und demokratischen Rahmen passieren. Damit muss die katholische Kirche leben. Das widerspricht auch nicht einer Gastfreundschaft, die wir bei einem Staatsbesuch zeigen sollen", sagte Wowereit.

"Herzlich willkommen"

Auf die Nachfrage, ob er damit nicht indirekt zu Demonstrationen gegen den Besuch des Papstes aufruft, sagte Wowereit: "Nein, das tue ich nicht." Berlin freue sich auf den Besuch Benedikts XVI. "Er ist in der Hauptstadt herzlich willkommen."

Wowereit wird den Papst am 22. September treffen. Vor der Messe im Olympiastadion will sich Benedikt XVI. dort in Begleitung von Wowereit in das Goldene Buch der Stadt eintragen. "Ich nehme an, dass der Papst informiert wird, wenn es ihn interessiert, dass ich mit einem Freund zusammenlebe", sagte Wowereit, der sich zu seiner Homosexualität offen bekennt.

Er werde den Papst gebührend wie einen Staatsgast empfangen. "Der Regierende Bürgermeister ist der Regierende Bürgermeister dieser Stadt - und das bedeutet, dass er Staatsgäste so behandelt, wie sie protokollarisch und auch von der Gastfreundschaft zu behandeln sind. Das bedeutet, dass meine persönliche Lebensweise nicht die vorderste Rolle spielen darf - und sollte."

CSU warnt vor Intoleranz

Der bayerische CSU-Politiker Thomas Goppel übte Kritik an Wowereits Haltung. "Großes Verständnis" für die Proteste seien eine "ungewöhnliche" Empfehlung, kritisierte der frühere bayerische Wissenschaftsminister am Freitag. Der Papst komme als Staatsoberhaupt zu einem Staatsbesuch. "Da er ein Staatsoberhaupt ist, hat der Regierende Bürgermeister von Berlin sich da herauszuhalten."

Goppel warnte anlässlich der angekündigten Proteste gegen den Papst auch vor religiöser Intoleranz. Er verwies auf die Unterdrückung der Religionsfreiheit in der DDR und während des NS-Regimes: "Wenn wir bedenken, was in unserer deutschen Geschichte mit Blick auf die Religionen gesündigt worden ist, dann sollten wir nicht der katholischen Kirche etwas aufladen, was wir schon mehrfach in der Vergangenheit bereut haben." Goppel ist Vorsitzender des Gesprächskreises Christsoziale Katholiken in der CSU.

Der Papst besucht Deutschland vom 22. bis 25. September. Stationen neben Berlin sind Erfurt, das thüringische Eichsfeld und Freiburg. In der Hauptstadt planen zahlreiche Verbände und Initiativen Proteste, darunter eine große Demonstration während der Rede des Pontifex im Bundestag. Sie richten sich vor allem gegen die restriktive Haltung des Papstes bei Kondomen, die Ablehnung der Abtreibung sowie die "Diskriminierung" homosexueller Menschen. (APA)

Kommentar posten
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cantanto
10
22.9.2011, 14:47
Also der Wowi-Bär auch ein Bilderberger?

Wie kann er diesen Sith-Lord "herzlich willkommen" heißen.

Der Herr Ratzinger ist Oberhaupt der größten und mächtigsten kriminellen Organisation, die es seit neuer Zeitrechnung gibt!

Gerhard Schwarz6
 
18
19.9.2011, 21:32

Korrekt und anständig ist diese klare Aussage Wowereits.
diametral im Gegensatz etwa zur Haltung jenes österreichischen bundeskanzlers, der zu Verhandlungen über Schulfragen mit einem Kardinal antanzte.

Säure- und hitzebeständiges Archaebakterium
02
19.9.2011, 19:19
Milde und Versöhnung gegenüber den Holocaustleugnern!

Strenge und Unnachgiebigkeit gegenüber wiederverheirateten Geschiedenen!

So ist's recht, Ratzi...

Panini
02
17.9.2011, 18:56
wie sang dr. ringsgwandl ...

... doch bereits vor vielen jahren, als ratzl-spatzl noch nicht in weiß gehüllt war? -> "Vor kurzem sagt der Ratzinger, was ist sexuell heut Sache,

vögln, sagt er, darf ich nur, wenn ich ein Kind wem mache.

Aber sakra, sag ich, Ratzl-Spatzl, is das denn dein Ernst,

wenn du das so selten machst, is's klar, daß du das nie lernst."

Da hilft nur Lagavulin!
02
Das Konkordat sofort auf der ganzen Welt kündigen. Das ist keine Staatsbesuch sondern ein Vereinspräsident kommt nach Detuschland. Ende der Debatte!

readymate
02
29.8.2011, 23:17
Der Bischof von Rom

verflucht 6 mit Kondom.

"Wer fegelt mit Gummi," so spricht dieser Hirt,
"wird auf der Stelle - exkommuniziert!"

.

tignosa
00
19.9.2011, 19:56
was, so leicht ist das mit dem Exkommuniziert- werden?

her mit der Bannbulle!

das ist fix
62
29.8.2011, 14:40

Wowereit betreibt das typische Politikerherumeiern, wenn er ablehnt, was Herr Ratzinger sagt, dann soll den EMpfang jemand anderer machen.

tignosa
13
19.9.2011, 19:57
nein, es ist umgekehrt

Ratzi hat ein Problem mit dem, was "gut so" (Wowereit) ist. Wenns ihm nicht passt, soll er bleiben, wo er ist.

4simo
05
30.8.2011, 21:25
?

warum?
er hat einen job und in diesem stellung zu beziehen
alle nichtkatholiken müssen immer wieder mit der publikation der ideen eines "papstes" leben, dann muß dieser wohl auch mit menschen leben, die in anderer weise leben wollen.

mit 160 durchs ortsgebiet - geblitzt!
21
29.8.2011, 09:58
hoffentlich wird der Papst nicht getortet

readymate
02
29.8.2011, 10:38
"geoblatet",

wenn's standesgemäß zugehen soll...!

.

Fitzpatrik O'Brain
 
14
29.8.2011, 09:21

Ich bin praktizierender Katholik, stehe aber sehr kritisch zur Sexuallehre der Kirche und habe daher vollstes Verständnis für die Haltung des Homosexuellen Wowereit. Wir leben nicht mehr im Mittelalter und jeder Mensch sollte Kritik an Religionen üben können, noch dazu wo Wowereit hier nicht pauschal über Katholiken geurteilt oder diese gar verunglimpft hat.

Lichtfreak
00
20.9.2011, 13:23
Ich bin praktizierender Katholik

wie kann man etwas praktizieren, hinter dem man nicht vollumfänglich stehen kann?

Immerhin geht es um Gott!

tignosa
00
19.9.2011, 19:58
ist Wowereit katholisch?

Lichtfreak
00
20.9.2011, 13:26

wieso?

tignosa
00
21.9.2011, 18:30
das galt wuckeli

mittlerweile hab ich eine antwort gefunden. Wowereit ist tatsächlich katholisch. Ob nur am Taufschein oder richtig, weiß ich nicht, ebenso nicht, ob er römisch-, griechisch-, oder altkatholisch ist

meineMeinung1969
00
Kritik ist ok.

Die Regeln der Kirche sind für Katholiken trotzdem zu befolgen. Ein Fussballer kann die Regeln auch nicht einfach ändern, wenn sie ihm nicht gefallen - dann muss er halt mit dem Fussballspielen aufhören. Und ein Katholik kann ja aus der Kirche austreten, wenn ihm die Regeln nicht gefallen. Es steht jedem frei, auch ohne Kirche an Gott zu glauben.

mM

Floaschkas
02
17.9.2011, 18:36

Der ständige Vergleich der Kirche mit einem Fußballverein - zwecks Verteidigung der Kirche und ihrer Regeln gegen interne Kritiker ....
.... sagt viel darüber aus, wie tief dieser Verein hinsichtlich des Bewußtseins seiner Inhalte gesunken ist.

wie heisst es so schön: leer - leerer - Oberlehrer!

wuckeli
10
28.8.2011, 18:19
Sagt der Katholik Wowereit.

AlliGator
11
28.8.2011, 14:59

Trennung von Kirche und Staat - das können eben nur die Franzosen richtig...

Jambala Magdalena
41
28.8.2011, 14:58

Politiker sollten Religionen nicht kommentieren, weil Religion ist eine Privatsache. Wowereit hat vermutlich auch viele Gläubige beleidigt, die das ganz anders sehen. Aber es ist Wahlkampf, also kann man Gläubige beleidigen, die eh nicht zu seiner Klientel zählen.

cantanto
00
22.9.2011, 14:49
Wenn Religion eine Privatsache ist,

was macht der Sith-Lord dann im Bundestag?

Lichtfreak
00
20.9.2011, 13:27
Privatsache?

Konkordat?

4simo
03
30.8.2011, 21:27

leider mischen sich die vertreter der religion sehr gerne in die politik ein
daher gehört daher klar stellung bezogen

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