Inzest-Verdacht

Sachwalter hat Überprüfungspflicht

26. August 2011 16:22
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    Foto: rudolf brandstaetter/dapd

    Beim Inzest-Verdacht in Oberösterreich wird über die Rolle der Sachwalterschaft debattiert.

Angesichts des aktuellen Falls in Oberösterreich stellt sich die Frage, wie tauglich das System Sachwalterschaft ist

In der Diskussion um den Inzestfall in Oberösterreich tauchen immer wieder Vorwürfe auf, wonach der Sachwalter, der die beiden Opfer vertritt, seine Pflichten vernachlässigt habe. Dabei gehört die Personensorge, also die Pflege und Versorgung seines Klienten oder seiner Klientin, zu den Aufgaben der Sachwalterschaft. 

Sachwalter muss Hilfe anbieten

Der Sachwalter ist nicht verpflichtet, sich persönlich um den behinderten oder kranken Menschen zu kümmern. Er oder sie muss jedoch mindestens einmal pro Monat persönlich Kontakt mit dem Betroffenen aufnehmen und sich um ärztliche und soziale Betreuung des Klienten kümmern. Weiter ist es die Aufgabe des Sachwalters oder der Sachwalterin, dem Klienten die Hilfe sozialer Einrichtungen anzubieten, wenn der Betroffene droht zu verwahrlosen. Die Entscheidung, dieses Angebot anzunehmen liegt jedoch letztlich beim Betroffenen.

Beobachtet ein Sachwalter im Umfeld des Klienten etwas Ungewöhnliches, das dessen Wohl gefährdet, hat er die Pflicht, in dieser Sache tätig zu werden. Bei unterlassener Hilfeleistung kann er, je nach Tatbestand, auch zur Verantwortung gezogen werden.

Sachwalter wird vom Pflegschaftsrichter bestimmt

Grundsätzlich kommen laut Justizministerium SachwalterInnen zum Einsatz, wenn sich Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen oder psychischen Erkrankungen nicht von sich aus um bestimmte Angelegenheiten kümmern können, ohne das Risiko einzugehen, benachteiligt zu werden. SachwalterInnen werden erst ab der Volljährigkeit eingesetzt, davor sind andere gesetzliche Vertreter, zum Beispiel die Eltern, für den behinderten oder psychisch kranken Menschen verantwortlich. 

Der Sachwalter wird vom zuständigen Bezirksgericht bestimmt. Sachwalter können sowohl nahestehende Personen als auch Außenstehende sein. In den meisten Fällen ist es ein Angehöriger oder Freund, hat die Pflegschaftssache spezielle Anforderung oder einen vorrangig rechtlichen Charakter, kommen auch Sachwaltervereine oder Rechtsanwälte in Frage. Bei der Entscheidung steht das Wohl des betroffenen Menschen im Vordergrund, sein Wunsch muss berücksichtigt werden. Bezahlt wird der Sachwalter üblicherweise mit fünf Prozent des Nettoeinkommens des Klienten, Pflegegeld fällt nicht darunter.

SachwalterIn in erster Linie gesetzliche Vertretung

Die hauptsächliche Aufgabe der Sachwalterschaft ist die gesetzliche Vertretung des Betroffenen. Der Rahmen dieser Vertretung wird individuell vom Pflegschaftsrichter festgelegt. Üblich sind die Vertretung vor Ämtern, Behörden und privaten Vertragspartnern, die Geltendmachung finanzieller Ansprüche und die Zustimmung zu medizinischen Behandlungen. Außerdem verwaltet er oder sie Einkünfte, Barvermögen oder Liegenschaften des Klienten. SachwalterInnen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet, auch der Familie des Betroffenen gegenüber.  In Österreich stehen derzeit über 52.000 Menschen unter Sachwalterschaft. (red, derStandard.at, 26.8.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 117
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senf & co
28.08.2011 17:13
Sachwalter Stundensatz € 1.744, ATS ca. 24.000.- auch das gibt es

Teil 2
Gemäß Abrechnungskopie hat das Notariat 4 Stunden in jenem Jahr für diese Causa gearbeitet. Diese 4 Stunden hochgerechnet auf die Honorarfoderung ergab oben angeführtes üppiges Honorar.
Meine Rechtsanwältin konnte das vorerst gar nicht glauben, dass das so ok ist. Und die Chuzpe – in der Begründung des Notariats an das Gericht für die Honorarforderung ist dann sinngemäß zu lesen, dass sich die Honorarforderung nach dem Nutzen für die Besachwalterte richtet. Na, Bankguthaben verwalten ist ja ein enormer Aufwand (Ironie). Und die Steueragenden hat das Notariat nicht einmal selber gemacht, sondern eine Steuerberatungskanzlei.

Mathias Steinlaus
 
01.09.2011 10:24
:-)

Ein Notar muß auch jahrzentelang Studieren und Praktikum machen. Dann muß er eben in der kurzen Zeit auch noch für Wohlstand sorgen und für die Pension was auf die Seite bringen. Sowas ist eben nicht billig ;-)

th004900
 
30.08.2011 22:07
Wenn der "senf & co" schon so bewandert ist, dann wird er sicher auch die §§ 266 und 276 ABGB kennen

Und wer weiß, welchen Aufwand eine Sachwalterschaft nach sich zieht, kann dann nur mehr den Kopf über den von ihm verzapften Blödsinn schütteln.

senf & co
08.09.2011 12:24
4 Stunden Arbeitszeit

Wenn Sie mein Posting sinnerfassend richtig gelesen haben, so können Sie meinen Ausführungen entnehmen, dass der SW höchstpersönlich in seiner Abrechnung 4 Stunden Arbeitszeit in einem Kalenderjahr aufgewendet hat. Daraus ergibt sich dann der angeführte üppige Stundensatz.
Schütteln Sie ruhig weiter Ihren Kopf, Sie werden die jurist. Realität von € 1.744,- Stundensatz nicht wegschütteln können. Diffamierungsversuche können die Realität nicht ändern.

senf & co
28.08.2011 17:12
Sachwalter Stundensatz € 1.744, ATS ca. 24.000.- auch das gibt es

Sachwalter kann ein sehr lukrativer Job sein: Stundensatz !!! € 1.744, macht ATS ca. 24.000 pro Stunde !! (ca. zwischen den Jahren 2004 und 2009), so machte das zumindest damals ein Notar, der als Sachwalter arbeitete. Das Pflegschaftsgericht, das ja die Notarhonorare genehmigen muss, hat nur einmal Einspruch gegen die Honorarforderungen des Notars erhoben.
Das Vermögen der Besachwalterten betrug ungefähr den Wert eines mittleren Einfamilienhauses (€ 220.000 – 250.000, Jahrespension geschätzt ca. € 30.000) Die Besachwalterte wurde rund um die Uhr in einem Pflegeheim betreut. In einer seiner Abrechnungen wurde auf der Kopie vergessen, das Stundenausmaß der Notarsleistung auszublenden.

bashor
27.08.2011 17:26
der sachwalter hat nix falsch gemacht...

... als guter österreicher hat er sicher mitbekommen, dass wegschauen die richtige methode ist, wenn man sich "da nicht einmischen will".

die gerichtsperson dagegen HAT im Rahmen einer Erstanhörung sich einen Eindruck über den Gesundheitszustand der betroffenen Person zu machen.

und übrigens: die autorität eines richters und die autorität eines sachwalters sind (am papier zumindest).

daher mein vorschlag an die zuständigen ministerialen damen und herren: vollzug von sachwalterschaftsangelegenheiten ausschließlich durch beamte besorgen lassen, die bei der bezirksverwaltungsbehörde angesiedelt sind und von einem fremden bg kontrolliert werden.

gerne beteilige ich mich an der legistik.

wenn sie möchten schreibe ich ihnen

bashor
27.08.2011 17:28
oje...

:)

Albert Wittwer
27.08.2011 14:03
geht durch die Weltpresse

gestern etwa prominent und mit Hinweis auf Kampusch und Fritzl im Corriere d.l.S. Was liest man sonst schon über Ö?

Und jetzt wird wieder mal die Strafdrohung verschärft? Und gleichzeitig beim Justizressort, den Sachwaltern, gespart?

Jax
27.08.2011 13:38
die Sachwalterschaft.....

in den Händen der Quotendamen der Bezirksgerichte:
ineffizient, unehrlich und kontraproduktiv und bei aufgezeigtem Fehlverhalten wird gemauert bs zuletzt.
Passt aber gut zur Korruptionsoase.

k_otin
27.08.2011 14:07

was genau wollten sie sagen?
was hat das mit quotendamen zu tun?

Jax
27.08.2011 13:34
die Sachwalterschaft.....

k_otin
27.08.2011 12:27

Ich wünschte mir, dass ein bisschen differenziert wird. Schwalter ist nicht gleich Sachwalter.
Da gibt es einerseits nahestehende Personen. Viele von denen machen das wunderbar, andere sind damit überfordert.
Da gibt es VereinssachwalterInnen (hauptamtliche und ehrenamtliche), die gut ausgebildet bzw. geschult sind und intensiv kontrolliert werden. Leider viel zu wenige, weil das Ministerium nicht ehr zahlt.
Da gibt es Rechtsanwälte und Notare, unter denen gibt es sehr gute und gewissenhafte und welche, denen die KlientInen egal sind.
Und dann gibt es noch "andere geeignete Personen", bei denen sich auch manchal die Frage stellt, wie geeignet sie sind.

Hier wird aber alles in einen Topf geworfen und gesagt: Sachwalter sind schlecht.

F.S.K
27.08.2011 15:04

mangelhaft kontrolliert werden aber alle von der gleichen stelle

k_otin
27.08.2011 16:10

ganz so ist das nicht, weil es zum beispiel in den sachwaltervereinen zusätzliche kontrollinstanzen gibt.

undsofort
27.08.2011 13:50
"Sachwalter sind schlecht."

Hier wird gesagt: Dieser Sachwalter arbeitete schlecht.

k_otin
27.08.2011 14:05

hier im forum stehen sachen wie: "der großteil der sachwalter is nur dazu da, groß abzukassieren und nix zu arbeiten" und ähnliches.

so stimmt das nicht.

philippe glatz1
29.08.2011 07:00
Der Kleinteil der Sachwalter arbeitet schlecht.

Ist Ihnen das lieber. Fakt ist, dass in vielen Fällen Sachwalter nur genau auf ihre Entlohnung schauen und nicht genau was in solchen und anderen Familien passiert. Was versuchen Sie denn hier schön zu reden?
Egal, die Realität spricht für sich.

undsofort
27.08.2011 14:25
Einen Ausreißer, oder auch zwei,

werden Sie in jedem Forum finden.

Die Diskussion hier ist in meinen Augen von großer Sachlichkeit geprägt, aber auch, klarerweise, von Wut und Enttäuschung über betrügerische oder inkompetente Vorgänge.

anton anton
27.08.2011 10:52
der grossteil der sachwalter is nur dazu da

gross abzukassieren und nix zu arbeiten

wini1
28.08.2011 21:14

genau so schauts aus!
€ 360;-- pro Jahr
2x wöchentlich in der Kanzlei
und und und...

OliM
27.08.2011 11:01

bin mir sicher, sie kennen sich gut aus

th004900
 
27.08.2011 10:47
Sachwalter sein ist eine undankbare Aufgabe

1. ist der Aufwand enorm
2. gibt es dafür regelmäßig nur eine als "symbolisch" zu bezeichnende Entlohnung (siehe § 276 ABGB)
3. ist der Sachwalter heftigen externen und internen Emotionen und Kritiken ausgesetzt
4. sind seine Verantwortung und Haftung groß

Wer schon beschäftigt sich - wie Kammern oder Gewerkschaften - mit Problemen und Anliegen von Sachwaltern? Wer schon sieht das viele Positive, das von Sachwaltern Minute für Minute geleistet wird und hack nicht nur auf Sachwaltern herum?

Auch ein Sachwalter hat ein Recht auf entsprechende Respektierung seiner Leistungen und angemessene Entlohnung und darf nicht zum "notwenigen Idealisten/Idioten" degradiert werden. Dies scheint sowohl der Gesellschaft als auch dem Staat fremd zu sein.

Richard Ebner
27.08.2011 11:31
Ich kenne persönlich einen Sachwalter, ...

... der hat sich saniert damit.
Laut Fahrtenbuch hat er seinen Schützling jeden Tag besucht (40 km), in Wirllichkeit nur einmal im Monat, das alleine waren ein paar Hundert EUR im Monat und das war erst der Anfang.

Tschuri Cazzino
 
27.08.2011 13:51
Eine Anzeige von Ihnen hätte genügt um dem Treiben ein Ende zu setzen.

Chocoholic
31.08.2011 18:02
DerErtrag richtet sich nach dem Vermögen.

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