Wer hat Angst vor dem bösen "Wolf“?

Regina Philipp
31. August 2011, 11:24
  • Ein Berührungspunkt, der Probleme bereiten kann: Die Haut an der Innenseite der Oberschenkel.
Foto: Markus Hein/www.pixelio.de
    foto: markus hein/www.pixelio.de

    Ein Berührungspunkt, der Probleme bereiten kann: Die Haut an der Innenseite der Oberschenkel.

    Foto: Markus Hein/www.pixelio.de

Vermutlich sind es ambitionierte Läufer, Radfahrer und adipöse Menschen, die sich davor fürchten - Sie sind im Wesentlichen von der schmerzhaften Intertrigo betroffen

„Der Ausdruck Wolf führt in die Irre und sollte im Zusammenhang mit der Intertrigo nicht verwendet werden", weiß Georg Stingl, Leiter der klinischen Abteilung für Immundermatologie und Infektiöse Hautkrankheiten am Wiener AKH. In der Tat hat der „Hautwolf" weder mit der Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes noch mit der Reinfektionstuberkulose Lupus vulgaris zu tun. Eine ernst zu nehmende Hauterkrankung ist die Intertrigo aber allemal.

„Überall dort wo Haut an Haut reibt, kann es zu einer Intertrigo kommen", beschreibt Stingl was diese schmerzhafte Hautirritation primär begünstigt. Bei weiblichen Läufern entsteht dieses „Wundreiben" typischerweise zwischen den Oberschenkeln und im Unterbrustbereich, bei Männern findet sich der „Hautwolf" bevorzugt im Bereich der Achselhöhlen und zwischen Scrotum und Oberschenkel. 

Physisches Trauma und Schwitzen

Die Intertrigo, auch als intertriginöses Ekzem bezeichnet, entsteht also in Folge von Reibung und spielt sich ausschließlich in den obersten Hautschichten ab. Manchmal löst sich die Epidermis wie bei einer Brandblase, oder aber wehrt sich gegen das physische Trauma, indem sie sich verdickt oder aber zu schuppen beginnt. Ein entzündlicher Prozess, der zu diesem Zeitpunkt noch auf mehr oder weniger „steriler" Haut stattfindet.

Die Angelegenheit ist unangenehm, aber harmlos, käme da nicht alsbald ein entscheidender Faktor hinzu: „Das weiß man bereits aus der Natur: Überall wo es feucht ist, wachsen die Schwammerln", so der Wiener Immundermatologe. Bekanntlich schwitzt es sich ja in Hautfalten ganz besonders leicht. Pilze freuen sich darüber, bieten das feuchtes Milieu und die irritierte vulnerable Haut doch einen optimalen Lebensraum. Aber nicht nur die Candida lässt sich in diesen Regionen gerne nieder, auch Bakterien wie der Staphylococcus aureus findet an solchen Orten besonderen Gefallen. 

Mit der Superinfektion nimmt die Intertrigo jedoch eine unangenehme Wendung. Die Wunde beginnt durch die Sekretion von Wundflüssigkeit zu nässen. Schmerzen, Brennen und starker Juckreiz nehmen zu. 

Risikofaktor Adipositas

Sportliche Betätigung ist aber nur ein Risikofaktor für die Entstehung von „Hautwölfen". Besonders gefährdet sind adipöse Menschen vom Typ „Michelinmännchen". Hier findet sich allerorts viel Haut auf Haut, von der exzessiven Schweißproduktion in den versteckten Körperregionen ganz zu schweigen. Dazu kommt: „Menschen mit schwerer Obesitas leiden oft unter dem metabolischen Syndrom. Neben der Neigung zu Diabetes und Fettstoffwechselerkrankungen ist auch die Abwehrbereitschaft, beziehungsweise die Funktionstüchtigkeit des Immunsystems der Haut vermindert", ergänzt Stingl.

„Nach dem Duschen sorgfältig Abtrocknen", lautet daher der erste Auftrag, den der Experte Patienten mit bestehender Intertrigo oder aber der Neigung dazu erteilt. Die Oberflächenbeschaffenheit bedrohter Haut lässt sich prophylaktisch mit verschiedenen wirkstofflosen Salbengrundlagen verbessern. Kortison oder Antimykotika als entzündungs- und pilzabtötende Arzneimittel sind dann zu einem späteren Zeitpunkt angebracht. „Feucht auf feucht und trocken auf trocken", bringt Stingl die Intertrigo-Therapie abschließend auf den Punkt. Konkret heißt das: eine sezernierende infizierte Intertrio wird feucht, sprich mit wasserhaltigen Cremen behandelt, während eine trockene Wunde salbig therapiert wird. 

Die allseits beliebte Zinkpaste ist bei sezernierenden Wunden jedenfalls kontraproduktiv und fördert im Gegenteil noch die sekundäre bakterielle Besiedelung. Zwar deckt sie die erosive Wunde wunderbar zu, die zurückgestaute Flüssigkeit ist jedoch ein Nährboden für Mikroorganismen. (derStandard.at, 31.08.2011)

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hier wird einem geholfen
http://www.bodyglide.com

Mit Bodyglide Anti-Chafe habe ich auch bereits gute Erfahrungen gemacht :-)

Das ist keine Krankheit!

sondern eine besondere Empfindlichkeit der Haut.

Alles gleich als krankhaft zu bezeichnen, zeigt die Bereitschaft, alles gleich mit Medikamenten behandeln zu wollen.

Braucht man nicht.
Bei "Wolf" hilft - ganz einfach - Silikoncreme. Allerdings nur bei Bedarf anwenden; grundsätzlich gilt: möglichst viel Luft an die Haut lassen. Baumwolle statt Kunststoffe tragen (außer bei Sport natürlich), zu Hause auch mal gar keine Kleidung an der Stelle tragen, nur sanfte Duschprodukte (Bio) verwenden. Gut abtrocknen: das wurde ja schon gesagt.
Kleidung mit biologischen Waschmitteln waschen - und bloß keine Weichspüler!!! Das gilt auch für die Bettwäsche (öfter waschen).

Hilfsmittel

Was hilft:

- Leggins (klassische Running-Tights) unter der Lauf-Hose tragen (kein Haut-auf-Haut-Kontakt)
- Baby-Puder

Salu2

Eh auch im Prinzip das, was Marathon Läufer machen. Oder Triathleten ... ;-)

nicht zu viel tanzen!

Vorbeugung

Mir hilft als Vorbeugung eine Hirschtalgcreme und Hosen im Sommer tragen.

Beim Radfahren habe ich noch nicht die Lösung, leider gibt es keine passenden Radfahrerhosen, alle sind zu klein. Anscheinend dürfen Übergewichtige keinen Sport machen.

Welche Kleidergröße hast du?

doppel D-Körbchen :-)

zu viel

25 verkehrt

super

Vielen Dank, hilft mir weiter. Werde ich mir zulegen.

Es gibt knielange Strumpfhosen, die das Wundreiben verrhindern.

melkfett

vor dem laufen auf gefährdete stellen hat mir noch immer geholfen.

Yvonne?
;)

Das Zeug hilft auch in einsamen Stunden hervorragend.

Genau diese entzündlichen Hautfalten und Lappen sind eines der grössten Folgeprobleme,

Wenn adipöse Menschen viel abnehmen....

Das Problem, von dem hier die Rede ist, sind aber doch die Fettwülste, die übereinander lagern.
Was die Lappen angeht, sollte man nie zu rasch abnehmen, damit die Haut eine Chance hat sich zurückzubilden. Ansonsten hilft halt nur mehr der Chirurg.

Haha mir fällt da eine Stelle aus Alf Poier's Mitsubischi ein - da zeigt er ein Bild vor mit dem Titel "Rotkäppchen und der böse Wolf".

Ich dachte, der "Wolf" sei seine Erfindung gewesen, wird aber offenbar wirklich so genannt.

Wolf ist schon ewig ein Begriff dafür. Der war schon bei Soldaten im Ersten Weltkrieg gefürchtet unter diesem Namen.

Wird eigentlich oft verwendet ...

wenns im "unterem Bereich" juckt ...

Die Frau auf dem Bild ist vermutlich keine Läuferin. :D

danke für das bild.

jetzt muss ich nochmal mittagessen gehen...

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