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Seoul/Pusan - Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Aids-Erreger ist im asiatisch-pazifischen Raum in den vergangenen Jahren um 20 Prozent zurückgegangen. Doch die Fortschritte im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit sind nach Angaben des UN-Aidsprogramms (UNAIDS) durch fehlende Geldmittel in Gefahr. Außerdem sei die Prävention bei Hochrisikogruppen wie Prostituierten und Fixern unzureichend. Man befinde sich daher an einem "Scheideweg", berichtete UNAIDS am Freitag zum Auftakt des 10. internationalen Kongresses zu Aids in der Region Asien-Pazifik (ICAAP) in der südkoreanischen Küstenstadt Pusan.
30 Jahre nach dem ersten Bericht über die bisher unheilbare Krankheit betonte UNAIDS, dass es in der Region beeindruckende Erfolge gegeben habe. Die Zahl von neuen HIV-Infektionen sei zwischen 2001 und 2009 um ein Fünftel auf etwa 360.000 zurückgegangen. Zudem sei seit 2006 der Zugang zu lebensverlängernden antiretroviralen Therapien um das Dreifache gestiegen.
"Trotzdem haben die meisten Länder in der Region noch einen langen Weg vor sich, bevor die universalen Ziele für die HIV-Prävention, Behandlung, Pflege und Unterstützung erreicht werden", warnte UNAIDS. Vor allem sei die finanzielle Unterstützung durch einheimische and internationale Quellen unzureichend.
Neuinfektionen auf Null senken
Der Programmdirektor Michel Sidibe bekräftige das Ziel der UN, Neuinfektionen auf Null zu senken. "Um auf null neue HIV-Infektionen in Asien und Pazifik zu kommen, bedarf es nationaler Antworten, die sich auf die Wissenschaften stützen", forderte er in Pusan.
Als Ziel hat UNAIDS vor Augen, weltweit die Neuinfektionen bis 2015 auf Null zu bringen. 34 Millionen Menschen leben mit dem Aidserreger HIV. Davon befanden sich laut UNAIDS bis 2009 zwischen 4,5 und 5,5 Millionen Infizierte in Asien-Pazifik. Diese Zahl sei seit 2005 relativ konstant geblieben.
Die Mehrheit der Menschen mit HIV in der Region lebt den Angaben zufolge in Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Malaysia, Burma, Nepal, Pakistan, Papua-Neuguinea, Thailand und Vietnam.
Erweiterte Präventionsprogramme
Besonders in Kambodscha, Burma und Thailand sei die Infektionsrate deutlich reduziert worden. Die Präventionsprogramme für Menschen, die Sex kauften und verkauften, seien erweitert worden. "Kambodscha ist eines von nur acht Ländern in der Welt, die antiretrovirale Therapie für mehr als 80 Prozent der bedürftigen Menschen anbieten." Über 60 Prozent der HIV-Infizierten in der Region dagegen hätten bis Ende 2009 keinen Zugang zu der Behandlungsform gehabt.
In Pusan wollen bis zum nächsten Dienstag rund 4.000 Fachleute und Gemeindevertreter aus mehr als 50 Ländern über gemeinsame Schritte gegen Aids beraten. Auch wollen sie Erfahrungen bei der Behandlung, Prävention und Pflege austauschen. (APA)
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