Schmied zu Unizugang

"Dynamischer Topf", um auf Nachfrage zu reagieren

26. August 2011, 13:34
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    foto: apa/pfarrhofer

    Ja zu Zugangsregelungen, Nein zu Zugangsbeschränkungen und zu Studiengebühren.

SP-Ministerin fordert "Offensivstrategie" für Universitäten

Wien - Keine Studiengebühren und keine Zugangsbeschränkungen, aber ein Ja zu Zugangsregelungen betonen SP-Klubomann Josef Cap und Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) unisono bei einer Pressekonferenz als Reaktion auf das von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) präsentierte Expertenpapier zum Hochschulplan.

Doch die Position der Sozialdemokraten in der Hochschulpolitik bleibt weitgehend unverändert. Cap wiederholt das Mantra der SP-Bildungspolitik, Chancengleichheit müsse bewahrt werden, es dürfen keine weiteren sozialen Barrieren geschaffen werden. "500 Euro Studiengebühren (Anm: Vorschlag im Expertenpapier) sind zuviel", meint Cap.

Zugangsregelung, keine Beschränkungen

Über die Frage, welche Kapazitäten die Unis derzeit haben und wie man "in Folge strategisch ansetzt", komme man bei der Erstellung des Hochschulplans jedoch nicht umhin, so Schmied. "Ziel der Bundesregierung war immer: Wir wollen mehr Absolventen", so Schmied, "und dafür braucht es keine Defensiv-, sondern eine Offensivstrategie".

Schmied stellt sich einen "dynamischen Topf" vor, mittels dem man auf Angebot und Nachfrage im Studienangebot reagieren kann. Sollte beispielsweise erhöhter Bedarf an wirtschaftswissenschaftlichen Studien bestehen "muss man auch über einen neuen Universitätsstandort diskutieren". Auch das Setzen "neuer Schwerpunkte" als Reaktion auf überlaufene Studien sei nicht ausgeschlossen. Die SPÖ sei gegen Zugangsbeschränkungen, aber für Zugangsregelungen wie der ab Herbst startenden neuen Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP), die es nach dem Wintersemester "zu evaluieren gilt", erläutert Cap.

Forderung nach Ausgleichzahlungen

Die Forderungen der Experten nach Ausgleichszahlungen für deutsche Studierende unterstützt die SPÖ. "Wir können nicht die ungelösten Probleme des deutschen Hochschulsektors lösen, geschweige denn sie finanzieren", so der SP-Klubobmann zum hohen Anteil deutscher Studenten vor allem an Unis in Salzburg und Innsbruck. In Form eines Ausgleichsfonds seien da "bis zu 280 Millionen Euro netto drin".

Schmied will hier jedoch zwischen "Numerus Clausus Flüchtlingen" und jenen ausländischen Studenten, die beispielsweise in Form von Auslandssemestern kommen, differenzieren. Sie fordert ein klares Konzept zur Studienplatzfinanzierung "als Basis für Verhandlungen zu Ausgleichszahlungen". Erst wenn man wisse, wie viel ein Studienplatz koste, könne man in auch auf europäischer Ebene geführte Verhandlungen eintreten.

EU-Kommission bremst

Obwohl weder aus Deutschland noch aus der EU bisher positive Signale bezüglich Ausgleichzahlungen für ausländische Studenten gekommen sind, hält Schmied an dieser Forderung fest. "Ich verlasse mich hier auf EU-Kommissar Hahn." Dieser hatte zwar im Standard-Interview gesagt, dass es kein Geld aus EU-Strukturfonds geben werde, aber darauf hingewiesen, dass auch andere kleinere EU-Länder wie Belgien mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.

Auch die Europäischen Kommission lehnt Ausgleichzahlungen an Österreich in Höhe von 280 Millionen Euro  ab. Man wolle Mobilität fördern und keine neuen Hürden schaffen, heißt es aus Brüssel.

Kein formeller Antrag aus Österreich

"Die Kommission ist sich der Situation in Österreich (und im frankophonen Belgien) in Hinblick auf die hohe Zahl hereinkommender Studenten bewusst", betonte der Sprecher. "Aber die Situation scheint sich derzeit nicht in einer großen Anzahl anderer Mitgliedstaaten zu wiederholen, also ist es zu diesem Zeitpunkt nicht einleuchtend, dass eine Antwort auf EU-Ebene erforderlich wäre. Bilaterale Abkommen könnten angemessener sein, wenn es nötig ist."

Die EU-Kommission habe keinen formellen Antrag aus Österreich für einen Ausgleichsfonds erhalten, betonte Abbott. Die Kommission sehe, dass die Studenten-Zuströme in bestimmten Fächern "ein heikles Thema" seien und wolle Lösungen finden, ohne dass dies notwendigerweise eine Antwort der EU sein müsse. 

Erstellung des Hochschulplans wichtig

Zur Erstellung des Hochschulplans fordert Schmied "tiefergehende Gespräche zwischen Regierung, Rektoren und Studierendenvertretern". Das Expertenpapier, so Cap, solle "nur als Grundlage" verstanden werden, auf der man aufbaut. "Auch Experten sind nur Menschen mit Meinungen, mit denen man nicht immer übereinstimmen muss." (mte, APA, derStandard.at. 26.8.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 35
1 2
Kondratjew -Zyklus
 
00
28.8.2011, 19:05
Ich finde, man sollte die Universitäten genauso finanzieren wie Claudia Schmied damals die Kommunalkredit Austria : mit eine Milliardenpleite.

http://www.bmukk.gv.at/ministeri... /index.xml

Fritz Meyer
03
28.8.2011, 07:44
Der Kernaspekt ist immer derselbe...

"Die Hochschulen benötigen mehr Geld!"

und

"Wie kann die Politik heute davon ablenken?"

potz
00
27.8.2011, 18:38
nüchtern zur PK - das muss doch drinnen sein

man sollte wieder von den mindest-alko geboten vor pressekonferenzen abkommen. das ist sicher nicht gut fuer die gesundheit, und es tut dem waehler im hirn weh, wenn man das ergebnis lesen muss:

'sicher keine zugangsbeschraenkungen, stattdessen: zugangsregelungen.'

prost.

Gert Bachmann
 
01
28.8.2011, 13:18
Differenzierung Regel/Beschränkung durchaus stimmig

Zur illustration zwei Beispiele:
beispiel für "Zugangsregeln /Beschränkungen"
UBahn:
Regel: WIE fährt man mit der U-Bahn
Beschränkung: NUR sondsoviel Leute dürfen pro Tag fahren...
Uni:
Regel. WIE und wann meldet man sich wo an, was ist dafür zu tun, welche Informationen
NUR dann wenn die Regel als Auschlußkriterium MISSBRAUCHT wird, wie die VP das will, wird die Regel zur
Beschränkung: NUR so viele, wenn nicht verschärfen wir ausschließende Regeln...

...das wäre bewußte irreführung und Heuchelei, und dessen bezichtige ich VP, Töchterle und Uniko, der Expertenbericht ist ein echtes Gefälligkeitsgutachten, so wie die Rechtfertigung der AAA Ratings für die Immobilengiftpapiere der jüngsten Krise durch Business School ProfessorInnen

potz
00

jetzt haben sie mich ueberrumpelt.

wie kann es eine zugangsregel geben, die nicht gleichzeitig auch ausschlusskriterium ist?

oder meinen sie die studieneingangsphase: regel, resourcenfresser aber völlig irrelevant ... dann muss ich ihnen zum zynismus mit feiner klinge gratulieren.

Kondratjew -Zyklus
 
10
28.8.2011, 19:06
Jetzt haben Sie sich aber das Claudia-Schmied-Stipendium für Schwachsinnigkeiten ehrlich verdient.

smea_gol
00
29.8.2011, 11:20

und sie das wolfgang-schüssel-eierbären zertifikat.

Kondratjew -Zyklus
 
00
29.8.2011, 17:17
Niemand ist mir auch annähern so zuwider wie Wolfgang "Ich bin ein Klosterschüler" Schüssel.

Gert Bachmann
 
01
29.8.2011, 04:02
danke für die Blumen :-)

- mach lächerlich, wogegen Du keine Argumente mehr hast, schlage zu, wenn Dir voraussichtlich nicht recht gegeben wird -

Kondratjew -Zyklus
 
10
29.8.2011, 05:10
Ist schon gut ist.

Fisch Suppe
00
29.8.2011, 12:16

Also wenn die REGEL in den Studieneingangsphasen lautet, die Zahl der Prüfungsantritte zu reduzieren, dann verwandeln sich diese Prüfungen zu Aufnahmsprüfungen. Und das sind dann nichts anderes als BESCHRÄNKUNGEN.

Kondratjew -Zyklus
 
00
29.8.2011, 17:18
Herr Bachmann wollte doch nur Plattheiten absondern.

potz
00
27.8.2011, 18:38
nüchtern zur PK - das muss doch drinnen sein

man sollte wieder von den mindest-alko geboten vor pressekonferenzen abkommen. das ist sicher nicht gut fuer die gesundheit, und es tut dem waehler im hirn weh, wenn man das ergebnis lesen muss:

'sicher keine zugangsbeschraenkungen, stattdessen: zugangsregelungen.'

prost.

Harald Nowak
01
27.8.2011, 16:59
Warum ist...

...das ein "Mantra"? Die Wahrung von Chancengleichheit und Verhinderung von sozialen Barrieren ist ein sinnvolles (aus Sicht des Gemeinwesens und auch der Wissenschaft) und wünschenswertes (aus Sicht des Einzelnen) Ziel, kein "Mantra".

Gert Bachmann
 
01
27.8.2011, 17:39
Mantra gegen Gemeinwesenentsorgung und egoismus

wikipedia "Bestimmte Kombinationen von Mantren sind auch als Beschwörungsformeln, etwa gegen Schlangen, Dämonen oder andere negative Kräfte, in Gebrauch"

Insofern macht hier - wenn auch so nicht intendiert - Mantra als Abwehr der Dämonen der perfiden Elitenegozentrik- Denke und Polemik der Gemeinwesenzerstörer und Investmentheuschrecken durchaus Sinn ;-))

Herta Firnbergs Weg war visionär und gut -
wieder die Totalkommerzialisierung und drohende Privatisierung (schlechter Gesamtbetrieb, Überbetonung der Renditenbringer) der Universitäten

- keine Studiengebüren (auch wenn halb Europa vor dem Geldadel kniet)
- Schluss mit investmentbanking mit Universitätsglobalbudgets
- sofortige Garantie von indexangepassten Uniglobalbudgets

96%
01
27.8.2011, 13:57
bildungsemissionshandel

wer unser system kennt, weiß, dass ausgleichszahlungen keine der benötigten studienplätze schaffen werden. und ehrlich gesagt soll sich das dt. bildungssytem selbst um genügend studienplätze kümmern und sich nicht einfach freikaufen können.

sonne-licht
 
00
27.8.2011, 11:09
cap/schmied

haben sie den expertenbericht überhaupt gelesen geschweige den verstanden?

schon langsam wird mir klar aus welchen familien die ganzen pisa-fälle herkommen!

Harald Nowak
10
27.8.2011, 16:55
Aus der....

...ihren wie mir scheint - wemma schon so niveaulos sein müssen.

zauberlehrling85
00
27.8.2011, 12:18

ich habs gelesen. man muss es nicht lesen. es ist nur eine aneinanderreihung der ÖVP-Vorschläge aus den letzten Monaten. von Objektivität keine Spur!

Gert Bachmann
 
02
27.8.2011, 12:11
nun ohne cap/schmied vorgreifen zu wollen

Diesen Bericht hat man in 30 min gründlichst gelesen, sich geärgert und ungläubig nochmals gelesen!
Und da immer gefragt wird, woher das Geld kommen soll, siehe:
http://derstandard.at/131302531... och-teurer
"Für 45 Millionen Tonnen (CO2 Ausstoßüberschuß)hat Österreich, dies ist bekannt, bereits budgetäre Vorkehrungen getroffen und in der laufenden Haushaltsperiode 500 Millionen Euro dafür reserviert."
Das sind Folgekosten der Versäumnisse der privaten Industriellen, die Ö selbstverständlich blechen soll?! Pädagogisch falsch!
Bei den Universitäten soll per Gebühr die Zukunft "aus pädagogischen Gründen" besteuert werden?
Dieser Weg ist falsch.
Stellen wir uns bewußt zu den vortschrittlicheren Ländern.

Gert Bachmann
 
12
27.8.2011, 09:00
Nein sagen Bürgerpflicht, Strukturbereinigung konstruktiv, aber nicht kosenneutral

Studiengebühren währen eine doppelt eingehobene Bildungssteuer welche Unterschicht und Mittelstand träfe und den Universitätszugang erschwerte, die im Exoertenbericht geortete soziale Folgenlosigkeit eine haarsträubende Unlogik.
Universitätsstudien sind kein "kostenloses Geschenk" an Einzelpersonen sondern die überhaupt sinnvollste Investition die ein Staat im investmentwürgegriff tätigen kann.
Wenn Unis dennoch kaputtgespart und dann per Gebühren und privaten investitionen kommerzialisiert werden, ist die Uniprivatisierung die logische Folge solcher Verantwortungslosigkeit.
Dazu NEIN zu sagen, ist Bürgerpflicht.
Die UG02 (ein gescheitertes neoliberales Experiment) verschuldete Reparaturbedürftigkeit - dazu JA -, kostet jetzt eben Geld.

CL
00
26.8.2011, 20:47
Im Sinne der KOSTENWAHRHEIT sollte sich die EU etwas einfallen lassen!

Zitat: "Wir können nicht die ungelösten Probleme des deutschen Hochschulsektors lösen, geschweige denn sie finanzieren", so der SP-Klubobmann zum hohen Anteil deutscher Studenten vor allem an Unis in Salzburg und Innsbruck. In Form eines Ausgleichsfonds seien da "bis zu 280 Millionen Euro netto drin".
Die Europäischen Kommission lehnt Ausgleichzahlungen an Österreich ab. Man wolle Mobilität fördern und keine neuen Hürden schaffen, heißt es aus Brüssel."

Einfach nur "nein" sagen und blockieren - da machen es sich die Herrschaften zu leicht; es kann ja nicht sein, dass der Rest der deutschen Studenten auf Österreich ausweicht ohne auch nur den geringsten Cent dafür zu bezahlen. Ok, auch Österreicher studieren in Deutschland, aber nicht in di

CL
00
26.8.2011, 20:48

Fortsetzung:
in dieser Größenordnung (relativ gesehen).

Thomas Niederklapfer
00
26.8.2011, 19:59
Es gibt eine ganz einfache Lösung

Die Schulausbildung der Oberstufe verlängern auf 6 Jahre und an der Uni eine Altersuntergrenze einführen.

Got Your Nose!
00
26.8.2011, 17:31

ich könnte mir auch noch ein paar euphemismen für zugangsbeschränkungen überlegen.

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