Digital Wallet

Visa vs Google: Kampf um die digitale Geldbörse

Bericht | 26. August 2011, 13:07
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    Kreditkarten- und Barzahlung ist out

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    Digital Wallet ist in

Digital Wallets sollen Kreditkartenbezahlung in Geschäften ersetzten

Im Mai haben sowohl Visa als auch Google unabhängig voneinander ihre Pläne für eine digitale Geldbörse bekannt gegeben, eine App die Kreditkarten- und andere relevante Informationen auf dem Smartphone speichert, um damit über das Telefon zu bezahlen.

Near Field Communication

Dafür wird ein Near Field Communication (NFC) Modul benötigt, das über kurze Distanzen drahtlos kommuniziert. Anstatt eine Kreditkarte durch ein Terminal zu ziehen, kann man das Telefon einfach an die Kassa halten und bezahlt damit.

Google Wallet noch diesen Sommer

Visa und Google sind nicht die einzigen Firmen, die eine digitale Geldbörse planen, aber sie dürften die ersten sein, die ihre Apps vorstellen. Google soll die Google Wallet bereits Ende dieses Sommers vorstellen, Visa will seine, bisher noch namenlose, Geldbörsen-App im Herbst der Öffentlichkeit präsentieren.

Ähnliche Strategien

Bill Gadja, Vorsitzender von Visa Mobile, sagt gegenüber cnet, dass er Google nicht unbedingt als Konkurrenz sieht, aber die Ähnlichkeiten in den Strategien der beiden Firmen sind auffällig.

Zum einen, haben beide ihre Applikationen offen konzipiert, das heißt, dass man sie mit jeder Kreditkarte verknüpfen kann und zum zweiten wollen beide durch lokalisierte Werbung in den Apps Geld verdienen.

Geld durch Werbung

Während Visa weiterhin Transaktionsgebühren verlangen möchte, will Google, wie gewohnt, nur durch Werbung Einnahmen erzielen. Geplant sind Hinweise, wenn jemand in einem Geschäft einkauft, wo es gerade in seiner Nähe günstige Angebote gibt.

Bill Gadja erklärt cnet: „Wir sehen die Transaktionen in Echtzeit. So können Kunden Hinweise über Angebote in der Nähe des Händlers bekommen."

Zusammenarbeit statt Konkurrenz

Doch Google und Visa sind nicht nur Konkurrenten. Es ist durchaus möglich das Google Visas payWave Technologie in seine Applikation übernimmt. Wenn Google Wallet vorgestellt wird, wird zwar das PayPass System von Mastercard integriert sein, aber laut Gadja steht Visa ebenfalls in Verhandlungen mit Google.

Visa fährt mehrgleisig

Visa bereits mit anderen Unternehmen bei einer digitalen Geldbörse zusammen. Isis ist ein Joint Venture zwischen den Netzbetreibern AT&T, Verizon und T-Mobile und den Kreditkartenunternehmen Visa, Mastercard, American Express und Discover. Isis soll 2012 starten und Visa kann sich vorstellen sowohl mit Isis, als auch mit Google zusammenzuarbeiten und eine eigene digitale Geldbörse zu entwickeln.

Gadja erwartet, dass sich zu Beginn viele Anbieter am digitalen Geldbörsen-Markt tummeln werden, es aber nach einiger Zeit nur noch zwei, drei größere Anbieter geben wird. Bei Visa möchte man sich scheinbar von Beginn an breit aufstellen um am Ende einer dieser Anbieter zu sein.

Vorteile für Visa

Ein großer Vorteil von Visa gegenüber Google ist die Bekanntheit am Finanzmarkt und das Vertrauen, dass Kunden dem Unternehmen entgegenbringen. Bei einer Studie in den USA wurde Visa von den Befragten als vertrauenswürdigstes Unternehmen für mobile Zahlungsvorgänge angegeben, Google war am Ende der Liste.

Ein weiterer Punkt, der für Visa spricht, ist, dass Kreditkarten über Banken bezogen werden und eine digitale Geldbörse könnte für die Geldinstitute eine interessante Möglichkeit sein, ihr Online-Banking-Portfolio aufzustocken.

Vorteile für Google

Für Google spricht der Umstand, dass man als Erster eine digitale Geldbörse auf den Markt bringt, die NFC unterstützt und mit dem hauseigenen mobilen Betriebssystem Android ist auch die Verbreitung gewährleistet.

Dass zurzeit kaum Geräte NFC unterstützen, das Nexus S ist das einzige Android-Smartphone, kann zum Problem für die digitalen Geldbörsen werden. Zwar sollen im Laufe des nächsten Jahres einige Modelle mit NFC auf den Markt kommen, aber ob die geringe Verbreitung für einen Erfolg der Applikationen ausreicht ist fraglich.

Apple als Konkurrent?

Zur Konkurrenz für Google und Visa im Bereich der digitalen Geldbörsen könnte Apple werden, da das nächste iPhone die NFC-Technologie eingebaut haben soll und die Applikation mit den hauseigenen iTunes und App-Store leicht verknüpft werden könnte.

Fraglich ist auch, ob die Konsumenten das Angebot annehmen werden oder ob sie Sicherheitsbedenken haben sensible Bankdaten auf dem Mobiltelefon zu speichern. (soc)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 44
1 2
Sheldon
00

ich gebe sicher Google nicht meine Kontodaten - ich bleibe bei meiner Visa

Roland Schweiger1
00
27.8.2011, 13:13
Quargel ...

Also ich hatte schon von PayPal die Nase voll - so ein absolut unnötiges System was mehr Ärger macht als es Komfortgewinn bringen soll. VISA soll bei den Karten bleiben - selbst dieses "verified by VISA" funktioniert nicht immer richtig. Bei win2day hatte ich 3 Anläufe gebraucht bis es dann irgend wann einmal endlich funktionierte.

. g.bac
00
29.8.2011, 08:42
solange die banken zu unfähig (oder unwillig) sind

geldtransaktionen ähnlich simpel ablaufen zu lassen wie paypal ist das system schon ganz passabel.

die gebühren sind natürlich äusserst grosszügig bemessen, aber zb., dass man überwiesenes geld im streitfall sperren lassen kann und ggf. wieder zurückholen, versuch sowas mal bei deiner bank mit einem ausländischen partner.

Pyotr Alexeyevich
01
27.8.2011, 07:37

Visa schafft's doch nicht mal, dieses "Verified by Visa" System im Internet zu etablieren.

gomaxgo
 
00
26.8.2011, 22:43
alter hut

das gibts in thailand schon seit etwa 3 jahren und zwar wenigstens in jeden 7-11 laden und jetzt kommen die "cleveren" amis und wollen uns das als neu vormachen, hae hae, es darf gelacht werden.

Gambler
00
26.8.2011, 22:28
das wird bei mir noch länger dauern bis ich das benutze

bin erst vor kurzem wieder von der bankomatkarte auf bargeld umgestiegen.

rapidfans.at
00
29.8.2011, 09:52
privatkonkurs?

jassl11
00
26.8.2011, 23:23

schwarzgeld?

Gambler
00
26.8.2011, 23:30
nein euro

Fairy Tail
00
27.8.2011, 13:28

Also Buntgeld. =)

loundy
 
00
26.8.2011, 18:46
oh, ein punkt noch:

wisst ihr was die drei rechtfertigungen sind warum einige hunderttausende in diesem land noch einen job haben:

1) lieferung einräumen
2) putzen
3) kassieren und geld rückgeben

1+2 wird durch online-handel abgedeckt und einen wirklichen grund für einen lokalen supermarkt gibt es bald kaum mehr, tankstellen und kleinläden für z.b. den liter milch, den ich vergessen habe, gibt's ja noch.

3 wird jetzt mit elektronischen geldbörsen und rfid-chips ersetzt.

die sicherheitsbedenken werden der gemütlichkeit weichen, kauf ich bei einem automaten kann ich das dann auch 24/7 machen, also vorteilhafter.

das heisst nicht dass wir den fortschritt aufhalten sollen, es heisst nur dass wir uns darauf einstellen sollten.

jassl11
00
26.8.2011, 23:25

sinnlos jobs sollten durch andere ersetzt werden. passt schon.

loundy
 
01
27.8.2011, 00:23
yep. absolut.

aber sehen sie irgendwen der sich überlegt dass diese leute, die dann nicht mehr in ihrer bisherigen funktion gebraucht werden, vielleicht zu was anderem ausgebildet werden damit sie nicht nach 20 jahren job im "den stell ich nicht mehr ein" alter ohne zusatzqualifikationen bis zur mindestpension am ams rumhängen...?

es ist schon heute ein wahnsinn dass mitglieder der spezies, die den mond besucht und leute wie van gogh und michelangelo hervorgebracht hat, aufgaben vollbringen die längst automatisiert sein könnten wenn wir bloss einen plan hätten was wir dann mit den leuten machen...

und durch den rasanten fortschritt in technik und produktion werden derer immer mehr.

und wohin das ignorieren führt sehen wir ja in england...

Ecofen
00
26.8.2011, 23:19

ohne hier zu weit off topic zu gehen:

ich denke regierungen und die parteien von denen sie gebildet werden, werden in in ihren anstrengungen und möglichkeiten ein land zu führen überschätzt.

die (jüngere) geschichte lehrt uns, dass die wahre macht in händen der grossen arbeitgeber und wirtschafttreibenden, sowie im internationalen geld- und wertpapier- handel liegt.

die, die sich heute politiker nennen, sind verwalter keine visionäre.

Meine antwort lautet also: Nein ich sehe keine anstrengungen.

loundy
 
00
27.8.2011, 00:19
da geb ich ihnen recht.

und leider gibt's dazu wenig weiter zu sagen als sich aufzuregen darüber dass das ein korrupter sauhaufen ist und es wohl erst zu griechischen, englischen oder französischen zuständen kommen werden wird müssen bevor sich was ändert.

Ecofen
00
26.8.2011, 20:25

"es heisst nur dass wir uns darauf einstellen sollten."

Da haben Sie recht. Mammutjäger gibts auch nicht mehr viele.

loundy
 
00
26.8.2011, 21:17
absolut richtig, nur...

sehen sie irgendwelche anstrengungen die hunderttausenden einzelhandelsverkäufer, die in den nächsten jahrzehnten von rfid-chips, online-handel und elektronischem zahlungsverkehr ersetzt werden, weiterzuqualifizieren oder in irgendeiner anderen form darauf vorzubereiten...?

lebenslange bildung wäre die lösung aber ausser bei politiker-sonntagsreden existiert die nicht weil die strukturen dafür schlichtweg nicht flexibel und nicht breit genug gefächert sind.

oder kennen sie eine abendschule, die erst nach dem billa-ladenschluss aufmacht und gratis-kinderbetreuung anbietet...?

aber ja, was solls, wir zahlen eh so wenig abgaben, die kömma locker erhöhen um diese selbstgebastelten sozialfälle dann durchzufüttern.

Woodpecker
00
27.8.2011, 15:40
Online-Handel und die letzte Meile

Das wird manche professionelle Ausbeuter (Lieferdienste, die "freie Subunternehmer" beschäftigen) ja wachsen lassen. Sinnlose Fahrten mit klapprigen Lieferwagen zu Kunden, die ohnehin tagsüber nicht zuhause sind, inbegriffen. Und wenn man dann doch zuhause ist und auf eine Lieferung wartet, steckt bestenfalls eine Benachrichtigung im Briefkasten.
Nein, "alles online" ist eine Illusion - was bisher der Greißler war, ist dann das Depot (ungekühltes Lager, oft unkundige unterbezahlte Hilfskräfte mit deutlich weniger Lohn als die Kassen- und Regalkraft im Supermarkt, natürlich auch als "freie Subunternehmer") und noch mehr Waren werden vergammeln.

loundy
 
00
27.8.2011, 15:47
ah, okay...

das heisst wenn nur 50% an den online-handel gehen ist es ja kein problem mehr...

Woodpecker
00
27.8.2011, 16:37
Bequemlichkeit und Kosten -2.

Daß die Strukturen des Einzelhandels durch die Onlineverkäufe etwas durchgeschüttelt werden, ist ja wohl klar.
Wie sind die Kosten für Umwelt und Mobilität bei Onlinekauf und -Lieferung im Vergleich zum Kauf in Fachmärkten oder Lebensmittelhandel?
Ist die Freiheit, etwas oder die Katze im Sack jederzeit bestellen zu können, dann aber die Lieferung an irgendeinem Hinterhof oder bei einem der wenigen verbliebenen weit entfernten Postämter zu deren Öffnungszeiten abholen zu müssen, wirklich immer das Nonplusultra?
Wie sind die Umweltkosten wenn ich zum Fachhändler im Einkaufszentrum fahre, dort auch gleich den Wocheneinkauf erledige, alles mitnehme und selbst den Zeitpunkt und die Fahrtroute bestimme, im Vergleich zur Online-"Selbstabholung"?

Woodpecker
00
27.8.2011, 16:27
Bequemlichkeit und deren Kosten

Für manche Artikel ist der Online-Handel ja ein Segen. Vor allem, wenn es sich um Artikel handelt, die ansonst schwer zu finden sind, und die nicht verderben können.
Bonus: sie sollen auch noch in das Postfach passen.
Alles Größere/Verderbliche sollte je nachdem
- an Paketstationen oder Depots in der Nähe des Empfängers hinterlegt werden mit Benachrichtigung, oder verbindliche Terminvereinbarung für Vor-Ort-Lieferung
- Verderbliche Güter müssen in einem gekühlten "Depot" gelagert werden, das kann auch ein Supermarkt oder Greißler mit Zusatznutzen übernehmen :)
- Fahrräder, Schränke etc., die sperrig sind und nur zerlegt transportiert werden, können durch "Fachspeditionen" der Fachhändler/Möbelhäuser geliefert/zusammengebaut werden

loundy
 
00
27.8.2011, 16:49
richtig. richtig. richtig. und richtig.

z.b. ist es ja in der heutigen zeit absolut sinnlos irgendwo in einem media-markt 100m2 dazu einzusetzen dvd's oder cd's zu lagern wenn ich den song/movie online vorhören und bestellen kann.

aber was wäre z.b. wenn sich wieder richtige fachhändler etablieren würden die z.b. ein paar prozent draufschlagen, dafür aber durch kompetente beratung punkten und einem helfen das zu bestellen dass man auch brauchen kann.

jetzt ehrlich, sprechen sie einen der fachverkäufer im media-markt an, die eigentlich nur regalschlichter sind und ihnen das kärtchen vorlesen...?

ich wäre bereit hier ein paar prozent mehr zu zahlen wenn ich den service einer ordentlichen beratung bekomme, das hab ich beim ersten verhinderten fehlkauf schon wieder drinnen.

loundy
 
01
26.8.2011, 18:40
uhuh! ab zum patentamt.

ich weiss, ich weiss, nfc ist schon draussen, also kann ich's nimma patentieren.

aber ich hab von apple gelernt und patentier mir die handbewegung mit der man das handy über den sensor hält, hihi.

Woodpecker
00
27.8.2011, 15:43
NFC gibt es schon viel länger

... die "Stechuhren" mit den Chipkarten praktizieren das lang genug.
Ist allerdings nur halbe Kommunikation, da die Chips keine Eingabemöglichkeit besitzen und man ggf. doch die Tasten am Terminal benützen muß.

loundy
 
00
27.8.2011, 15:50
yep, gibt es...

die greisler, tischler, sattler sind auch nicht von einem tag auf den anderen verschwunden.

es geht schlichtweg darum dass die automatisierung wahnsinnig schnell voranschreitet, wir aber immer noch so tun als ob sich nichts strukturell verändert und ein bildungssystem, welches immer noch davon ausgeht dass sie einen beruf lernen und diesen einen leben lang beibehalten können, nicht reformieren und an die geänderten umstände anpassen.

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