Magnolie hemmt Knochenabbau

26. August 2011, 08:46

Wirkstoff der immergrünen Magnolie hemmt Osteoklastenproduktion

Bern - Ein Wirkstoff aus der Magnolie hemmt den Knochenabbau im menschlichen Körper: Dies haben Forschende des Instituts für Biochemie und Molekulare Medizin der Universität Bern und des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) «TransCure» herausgefunden. Ihre Studie erscheint heute im Journal «Chemistry & Biology».

Erstmals wurde ein pflanzlicher Wirkstoff identifiziert, der den Knochenabbau im menschlichen Körper stoppen kann. Wie ein Forscherteam um Jürg Gertsch vom Institut für Biochemie und Molekulare Medizin der Universität Bern und Mitglied des NFS «TransCure» herausgefunden hat, besitzt ein Molekül der Immergrünen Magnolie (Magnolia grandiflora) diese Wirkung. Ausgehend von diesem pflanzlichen Molekül haben die Forschenden einen synthetischen Wirkstoff entwickelt, um damit zelluläre Prozesse beim Knochenabbau genauer untersuchen zu können. Sie haben entdeckt, dass der Wirkstoff die Entstehung von Knochen abbauenden Zellen - der Osteoklasten - stoppt. Die Funktionsweise der Osteoklasten zu verstehen beziehungsweise deren Entstehung zu verhindern, ist für die Osteoporose-Therapie von grosser Bedeutung. Die Ergebnisse der Studie werden morgen Freitag in der Fachzeitschrift «Chemistry & Biology» veröffentlicht.

Die Magnolie ist das Vorbild

Osteoklasten werden schon seit längerem mit körpereigenen Cannabinoiden - den Endocannabinoiden - in Verbindung gebracht. Weniger bekannt als die Cannabinoide aus der Rauschdroge Cannabis, werden diese Endocannabinoide im Körper selber gebildet, zum Beispiel im Knochengewebe. Sie binden an bestimmten Zellen an sogenannte Cannabinoid-Rezeptoren an und regulieren so wichtige physiologische Prozesse wie das Wachstum oder den Abbau der Knochen. Bisher blieb jedoch unklar, wie der zugrundeliegende molekulare Mechanismus beim Knochenabbau funktioniert. Das Team um Jürg Gertsch hat nun herausgefunden, wie körpereigene Cannabinoide die Entstehung von humanen Osteoklasten fördern.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Cannabinoid-Rezeptor CB2. Die Cannabinoide aktivieren diese Rezeptoren auf undifferenzierten Immunzellen, worauf diese zu Knochen abbauenden Zellen reifen. Werden nun die CB2-Rezeptoren so beeinflusst, dass sie nicht aktiviert werden, können sich die Immunzellen auch nicht zu Osteoklasten weiterentwickeln: Dadurch wird die Knochen abbauende Wirkung gestoppt.

Potential für Leitsubstanz

Der neuartige Wirkstoff, der auf dem pflanzlichen Molekül der Immergrünen Magnolie basiert, hat gemäss Jürg Gertsch keine psychoaktive Wirkung - trotz seiner strukturellen Ähnlichkeit zu den Cannabinoiden aus Cannabis. "Die von uns synthetisierten Moleküle blockieren die Entstehung der Osteoklasten", erklärt Jürg Gertsch. "Sie haben damit das Potenzial, als Leitsubstanzen für neue Arzneimittel in der Behandlung von Osteoporose und Osteoarthritis zu dienen."  (red)

Abstract: 

Mechanisms of Osteoclastogenesis Inhibition by a Novel Class of Biphenyl-Type Cannabinoid CB2 Receptor Inverse Agonists, Chemistry & Biology 18, 1-12, August 26, 2011, Cell Press, in print.

Share if you care
4 Postings
Statt noch mehr Medikamente:

Richtig ernähren und bewegen.

Ernährung:
Ausreichend Wasser trinken. Nur naturbelassenes Salz (Meer-, Steinsalz) nehmen, das alle verwertbaren Mineralien enthält.
Nüsse, Samen, Vollgetreide - aber keine Kuhmilch! - sind gute Kalziumlieferanten. (Das Kalzium in Kuhmilch kann der Körper nicht verwerten: Kuhmilch ist generell schlecht zu verstoffwechseln.)

Bewegung:
Viel natürliche Bewegung in frischer Luft. Ausdauersport wie Radfahren, langsames Laufen, schnelles Gehen, Schwimmen. Regelmässig! - Kein Kraftsport, kein Fitnessstudio.

Medikamente meiden!

...anbei ein Lageplan aller Apotheken Österreichs, da auch versehentliches Annähern an selbige die Knochendichte reduzieren kann!

Genug Wasser und viel Bewegung sind wichtig

Von den meisten Mineralien (außer Natrium und Chlor) ist im Salz zuwenig. Und den Schwachsinn, daß Kuhmilch schlecht sei, haben sie vermutlich aus irgendeiner Esoterik- oder Veganer-Ecke.

Kann mna dem obigen Artikel entnehmen, daß die externe Zufuhr von Cannbinoiden Osteoporose fördern könnte?

Oder besteht da eher kein Zusammenhang.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.