Abchasen wählen Pro-Russland-Kandidaten zum Präsidenten

27. August 2011, 14:38
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    grafik: dapd

Neuer Präsident erreichte rund 55 Prozent - Georgien verlor 2008 Kontrolle über abtrünnige Republik - Nato protestiert gegen Wahlen

Suchumi/Moskau - In der von Georgien abtrünnigen Region Abchasien hat bei der Präsidentenwahl der Kandidat Alexander Ankwab nach Angaben der Wahlkommission gewonnen. Der 58 Jahre alte prorussische Interimspräsident habe nach Auszählung aller Wahlzettel 54,86 Prozent der Stimmen erhalten. Das teilte die Wahlkommission in der abchasischen Hauptstadt Suchumi am Schwarzen Meer am Samstag mit. Der russische Präsident Dmitri Medwedew gratulierte Ankwab zu seinem Sieg.

Unabhängige Beobachter sprachen mit Ausnahme kleinerer Mängel von einer insgesamt fairen und freien Wahl nach demokratischen Grundsätzen. Nach Behördenangaben verlief die Abstimmung ohne Zwischenfälle. Georgien hatte im August 2008 nach dem Südkaukasuskrieg gegen Russland die Kontrolle über Abchasien sowie sein abtrünniges Gebiet Südossetien komplett verloren. Die Führung in Tiflis kritisierte die Abstimmung als unrechtmäßig. Auch die Nato protestiert gegen die Wahlen in Abchasien: "Das Abhalten von solchen Wahlen trägt nicht zu einem friedlichen und dauerhaften Ausgleich der Lage in Georgien bei", erklärte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Samstag in Brüssel. Die westliche Allianz unterstütze die Souveränität und Integrität Georgiens. Georgien strebt in die EU und in die NATO.

Auch die EU und die USA lehnen eine Anerkennung der Unabhängigkeit von Abchasien ab. Russland hingegen hatte das frühere sowjetische Ferienparadies mit Palmenstränden und bergigen Landschaften 2008 nach dem Krieg als unabhängiges Land anerkannt. Diesem Schritt folgten international nur wenige Länder. Die Abstimmung war nötig geworden, weil Präsident Sergej Bagapsch nach einer Lungenoperation im Mai in Moskau gestorben war.

Bei dem Urnengang kam Premierminister Sergej Schamba auf 21,04 Prozent sowie der Oppositionskandidat Raul Chadschimba auf 19,83 Prozent der Stimmen, wie Wahlleiter Batal Tabagua mitteilte. Die Wahlbeteiligung gab er mit 71,92 Prozent unter den etwa 144.000 Berechtigten an. Schamba galt aus russischer Sicht also Favorit - er hatte mit Abstand die stärkste Wahlwerbung und die größten Plakate. Die Abchasen legen aber trotz ihrer starken finanziellen und militärischen Abhängigkeit von Russland traditionell Wert auf eigenständige politische Entscheidungen. In der Region sind zum Schutz vor möglichen neuen Angriffen aus Georgien Schätzungen zufolge 5.000 russische Soldaten stationiert.

Ankwab sagte in einer ersten Reaktion, dass Russland weiter strategischer Partner des Landes bleibe. Er hatte als Vizepräsident in den vergangenen drei Monaten nach dem Tod von Bagapsch vorübergehend die Amtsgeschäfte geführt. Ankwab versprach im Wahlkampf vor allem eine Besserung der medizinischen Versorgung, einen Wiederaufbau der Landwirtschaft und des Tourismus.

Abchasien ist immer noch von dem blutigen Konflikt mit Georgien, unmittelbar nach dem Zerfall der Sowjetunion, schwer gezeichnet. In einem Gespräch mit der Deutschen-Presse-Agentur hatte Ankwab wenige Tage vor der Wahl gesagt, dass die Trennung von Georgien unumkehrbar sei. Abchasien werde weiter um internationale Anerkennung ringen. (APA)

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cremeflöte
 
22
30.8.2011, 14:32
ein bisschen geschichte

Als am 25. Mai 1918 die Georgische Demokratische Republik ausgerufen wurde, war Abchasien autonomer Bestandteil dieser Republik, und zwar aus Gründen der langen historischen Verbundenheit und aus der Erkenntnis heraus, dass man allein gegen die Bolschewiken machtlos sein würde.
Der Autonomiestatus wurde per Abkommen mit dem Abchasischen Volksrat vom 8. Juni 1918 fixiert.
Nachdem der Volksrat in einer demokratischen Wahl von den abchasischen Wählern neu zusammengesetzt worden war, bestätigte er in einer Resolution vom 20.März 1919 die Zugehörigkeit zu Georgien.
In der Georgischen Verfassung von 1921 wird in Artikel 107 die Autonmie Abchasiens als integraler Bestandteil Georgiens verbrieft.

Red Core
11
30.8.2011, 21:56

da haben sie aber was übersehen das schon in diesem zeitraum die abchasen sich gegen die georgier werten in sämtlichen bauern aufständen.

cremeflöte
 
12
31.8.2011, 07:41
hm

Sie meinen wohl die großen Aufstände im 19. Jahrhundert in ganz Georgien gegen das zaristische Regime.

Aber, Sie haben natürlich Recht: Auch zur Zeit der Gründung der Demokratischen Republik Georgien hat es innerhalb der abchasischen Bevölkerung Bestrebungen gegeben, die volle Selbständigkeit zu erlangen. Es hat den Versuch eines Regierungsumsturzes mit russischer Hilfe gegeben (Stichwort: General Denilkin).

UMSO BEMERKENSWERTER, dass sich die abchasische Bevölkerung in einer demokratischen Wahl anschließend mit großer Mehrheit für die Kräfte entschieden hat, die die historische Verbindung mit Georgien weiterführen wollten!!!!!

Red Core
22
31.8.2011, 07:58
UMSO BEMERKENSWERTER, dass sich die abchasische Bevölkerung in einer demokratischen Wahl anschließend mit großer Mehrheit für die Kräfte entschieden hat, die die historische Verbindung mit Georgien weiterführen wollten!!!!!

die abchasen hatten im jahre 1918 gegen georgien rebelliert in sämtlichen bauernaufständen und später sowieso die gesamte bevölkerung von abchasien waren gegen georgien.ausser später als die sowjetunion gegründet wurde hatte man beschlossen abchasien zur georgien dazu zu gliedern.

cremeflöte
 
22
31.8.2011, 08:12
falsch

nicht DIE Abchasen. Sondern ein gewisses Lager innerhalb der Abchasen.
Und wie man an den demokratischen Wahlen 1919 klar sehen konnte, war die Mehrheit der Abchasen für Georgien.

Red Core
02
31.8.2011, 21:19

des glaub ich net lesen sie nochmal nach das in diesem zeitabschnitt sämtliche abchasen einen aufstand gegen georgien hatten.

Raptor Jesus
00
10.12.2011, 05:39
Gib ihm Zwit und am Ende kommt sowas wie: "In Wahrheit gibt es keine Abchasen und Südosseten. Alles ein Konstrukt russischer Imperialisten"

cremeflöte
 
22
30.8.2011, 14:54
geschichte II

Nachdem die Bolschewiken 1921 Georgien eingenommen hatten, kam es zunächst zur Ausrufung sowohl einer georgischen als auch einer abchasischen SSR. Aber schon im Dezember 1921 beschlossen beide Sowjets die Union. 1925 trat die abchasische offiziell der georgischen SSR bei. Und am 11. Februar 1931 nahm der abchasische Sowjet die Bezeichnung "Abchasische autonome Sowjetrepublik innerhalb der Georgischen SSR" an.

Diese Bezeichnung findet sich auch in der "Stalin-Verfassung" von 1936.

cremeflöte
 
22
30.8.2011, 15:10
geschichte III

Dann wird es garstig.
Der sowjetische Geheimdienst NKWD betreibt in Abchasien 1936 ein brutales und blutiges Regime. Der politische Führer Nestor Lakoba wird ermordet, seine Familie verfolgt, seine Mitstreiter zu Tode gefoltert. Die abchasische Intelligenzia wird vernichtet und damit das Gedächtnis der gemeinsamen georgisch-abchasischen Geschichte und Kultur.

Es kommt allerdings nicht zu Deportationen (anders als in den Regionen des Nordkaukasus).

Die abchasische Sprache wird unterdrückt. 1937 werden kyrillische Buchstaben eingeführt.

In den Schulen darf fortan nur noch georgisch und russisch unterrichtet werden.

cremeflöte
 
22
30.8.2011, 15:26
geschichte IV

Im Bewusstsein der Abchasen bildet sich nun die Legende, die bösen Georgier seien an der Misere Schuld. Dies war der Nährboden für antigeorgische Vorurteile und nationalistischen Extremismus.
Zudem schien es den Georgiern besser zu gehen. Sie wurden wohlhabender und bekamen die besseren Pöstchen.
Dies blieb so bis in die 1950er Jahre. Dann allerdings entwickelte sich wieder abchasische Kultur, Wissenschaft und Kunst. Treibende Kraft war die Suchumi State University. Eine neue Intelligenzia entstand, freilich eine antigeorgische.
Es wurde abchasische Sprache und Geschichte an den abchasischen Schulen gelehrt.
Nun bildeten ethnische Abchasen (20 % der Gesamtbevölkerung) allein die nationale Elite.

cremeflöte
 
22
30.8.2011, 15:40
geschichte V

Die Situation war also äußerst kompliziert, als es zum Zusammenbruch der Sowjetunion kam. Die Verbindungen der einzelnen Ethnien, Lager und Führungen waren suboptimal. Die politische Kultur unterentwickelt. Es musste aber keineswegs zum Konflikt kommen.
Dass er kam, lag an interessierten Kreisen, die u. a. in Russland zu suchen sind. Einer der Scharfmacher war übrigens ein englischer Geschichtsprofressor, der mit einer Abchasin verheiratet ist.

Es gibt einen Aufsatz von Scholl-Latour über den Bürgerkrieg in den frühen 90er Jahren, in dem er sich wundert, dass Russland einerseits muslimische Minderheiten bekämpft, und andererseits solche in Abchasien militärisch unterstützt.

Raptor Jesus
11
Unglaublich, was du alles in die Gänge setzt, nur um Anspruch auf einen Landstrich zu erheben, was dir nicht gehört!

Hast du auch sämtliche Wikipedia-Einträge in umgeschrieben, damit keiner dein Geschichtsrevision auf Wahrheitsgehalt überprüfen kann?

cremeflöte
 
42
29.8.2011, 13:16
der artikelschreiber hat keine ahnung

wären die wahlen allgemein und frei gewesen, hätten auch alle wählen dürfen. die menschen aus gali durften aber nicht. und dann sind da noch eine halbe Million Flüchtlinge, die auch gerne über die Geschicke ihrer Heimat mitbestimmt hätten.

die russischen soldaten in abchasien (es sind weit mehr als die genannten 5000) sind zum schutz russischer imperialer interessen dort und bilden ein besatzungsregime.

schutz vor "neuen" georgischen angriffen???
georgien hat abchasien nicht angegriffen. vielmehr war es so, dass russische truppen im verein mit separatistischen milizen den konflikt um zchinwali zu einem angriff auf kerngeorgien genutz haben.

es ist schon traurig, was für einen stuss man in einer "qualitäts"zeitung zu lesen bekommt

Red Core
34
29.8.2011, 23:52

das einzige besatzungsregime das in abchasien sattioniert war waren die georgier und nicht die russen es gibt unzählige beweise dafür das georgien den krieg begonnen hat wen sogar die amis das schon sagen und den krawattenwilli klar gemacht haben das er lieber süd ossetien nicht angreiffen solte er aber es trotzdem gemacht hat.

Stani83
34
29.8.2011, 15:21
Sorry aber wer angefangen hat geht eindeutig aus einem Untersuchungsbericht hervor, also bitte

cremeflöte
 
52
30.8.2011, 07:57
simplicissimus

was mich so richtig auf die Palme bringt, ist, dass sich absolute Nichtswisser mit Verve in die Diskussion einbringen müssen.

Der (nicht ganz unumstrittene) Bericht der EU-Faktenfindungskommission unter Heidi Tagliavini wurde in den deutschsprachigen Medien lautstark mit "Georgien angefangen verbreitet". "Spiegel" fing an, und zwar schon vor Veröffentlichung des Berichts, und alle anderen haben dann abgeschriben.

Keiner von den Zeitungsfritzen hat den Bericht wirklich gelesen.

Darin steht tatsächlich, dass Georgien am 7. August den ersten Schuss abgegeben hat (was stimmen kann), darin steht aber auch, dass dem viele Gewalttätigkeiten durch die Gegenseite vorausgegangen sind.

cremeflöte
 
42
30.8.2011, 08:03
kriegsschuld

Die Frage, wer Schuld ist an der kurzen Eskalation des viele Jahre vorher begonenen Konfliktes, klärt der Bericht nicht. Sie ist auch kaum zu beantworten.
Ist der derjenige Schuld, der auf eigenem Grund und Boden den ersten Schuss abgibt, oder ist derjenige Schuld, der in fremden Besitz eingedrungen ist und damit den (berechtigten) Zorn des Besitzers provoziert hat?

Tatsache ist, das Russland die Sezessionsbewegung in der Region Zchinwali erweckt, gefördert und finanziell sowie militärisch unterstützt hat.

Tatsache ist, dass russische Truppen in den abtrünnigen Gebieten stationiert waren, um die die Zentralregierung in Tbilisi nicht gebeten hatte!

Red Core
35
30.8.2011, 08:18

also hauptsächlich waren dort internationale truppen der UNO stationiert und nur wenige waren davon russen so an die vielleicht hundert und nicht mehr was aber danach geschah wear seltsam die anderen UNO truppen hatten das land verlassen und dan kamm der angriff aus tbilisi von irgendwelchen provokationen war nichts zu sehen.und ausserdem wen da welche militärische unterstützung in zchinwali waren dan nur dan weil georgien viele tschetschenischen terroristen asyl und militärische hilfe zugesagt hatte kurz gesagt die haben sehr viele waffen an die tschetschenen verkauft und da gibt es beweise dafür und bestätigungen sie brauchen nur zu googeln.

cremeflöte
 
32
30.8.2011, 08:27
quatsch

es waren GUS-Truppen unter russischem Kommando und ein paar UNO-Beobachter (auch deutsche) an der Grenze. Die UNO-Mission wurde auf russisches Betreiben hin nicht verlängert.
Die Provokationen sind dokumentiert. Lesen Sie doch mal den Tagliavinibericht!

Wegen angeblicher tschetschenischer Terroristen wollte Russland bereits zu Schewardnadse-Zeiten nach Georgien einmarschieren. Georgien konnte das nur verhindern, indem man der GUS beitrat und russische Truppen im Land zuließ.

cremeflöte
 
32
30.8.2011, 08:10
russland=besatzungsmacht

Der EU-Bericht macht klar, dass alle Aktionen außerhalb von Zchinwali durch rusische Truppen oder separatistische Milizen illegal waren.
Das heißt, die sinnlose Zerstörung der georgischen Stadt Gori war genauso ein Verbrechen wie die Zerstörung des Hafens Poti, der Eisenbahnanlagen, der Straßen, der Fernmeldeeinrichtungen etc.

Das heißt im aktuellen Bezug, die militärischen Aktionen in Abchasien waren ein Verbrechen, denn dieses Gebiet wurde von den regulären georgischen Truppen im August 2008 gar nicht angerührt!

Und bis heute befinden sich viele russische Besatzungstruppen dort, und verstoßen damit gegen das 6-Punkte-Abkommen (Sarkozy-Medwedew-Abkommen)

Red Core
21
30.8.2011, 17:57

das ist der EU bericht dem glaubt kein schwein es wurden dort militärische einrichtungen angegriffen aber der westen sagt wie immer was anderes.und es waren sehr wohl georgische truppen in abchasien habe nähmlich sehr viele dokumentationen darüber gesehen keine ahnung voher sie was anderes gehört haben.und bis heute befindet sich dort noch die russischen befreiungstruppen den wen es besatzungstruppen wären wäre wohl die bevölkerung dort dagegen und nicht dafür.

cremeflöte
 
10
31.8.2011, 07:50
der tagliavini-bericht

überzeugt nicht 100 %, aber allein deshalb, weil er zu wenig auf die historischen Hintergründe des georgisch-russischen Konfliktes eingeht und zu wenig die russischen imperialen Ziele im Kaukasus beleuchtet.

Im August 2008 wurde Abchasien NICHT von den georgischen Truppen angegriffen. Im Kodori-Tal, wo ethnische Georgier leben, waren allerdings georgische Polizisten stationiert. Die hatten sich lange vorher (allerdings ohne abchasisch-russische "Erlaubnis" ) dort festgesetzt. Georgische Polizisten auf georgischem Grund und Boden.

Die russischen Soldaten werden selbst von den fanatischsten Abchasen nicht als "Befreier", sondern als notwendiges Übel betrachtet.

Red Core
11
31.8.2011, 08:06

erstens ist abchasien kein georgischer grund und boden zweitens euronews sowie viele andere nachrichtensender haben berichtet das dort sehr wohl georgische truppen stationiert waren wens sogar die amerikaner zugegeben haben also.

cremeflöte
 
10
31.8.2011, 08:15
falsch bleibt falsch

zu ihren grundweg falschen aussagen habe ich bereits alles nitwendige gesagt.

Red Core
11
31.8.2011, 21:20

und zu ihren möchte gern richtige aussagen habe ich auch einiges dazu beigetragen^^

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