Wissenschaftsminister Töchterle will "Transferbörsen" für Zusammenarbeit mit Klein- und Mittelbetrieben an Hochschulen
Alpbach - Die Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft hat sich
bereits am Eröffnungstag der diesjährigen Alpacher Technologiegespräche als
einer der Schwerpunkt etabliert. Dem Engagement von jungen Unternehmen im
Forschungsbereich will Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle nun auch
durch einen neuen Preis eine Bühne bieten, wie er heute, Donnerstag, bei einer
Pressekonferenz erklärte. Der "Phönix" soll im Herbst erstmals ausgeschrieben
werden. Gemeinsam betonten Infrastrukturministerin Doris Bures und Töchterle
auch die Priorität der Ausbildung von "guten Köpfen".
In drei Kategorien - für junge Unternehmen, für Frauen als innovative
Unternehmerinnen und als Junior-Preis für Newcomer - soll der "Phönix -
Gründungen mit Zukunft" ausgeschrieben und im Frühjahr 2012 erstmals verliehen
werden. Erfreulich sei, dass die Anzahl der Firmenneugründungen von Akademikern
stetig wachse. Gerade im im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe müssten
allerdings Kooperationen mit den Hochschulen angestrebt werden. "Kleinere
Betriebe brauchen für ihre Innovationen Unterstützung von Außen - eine
Hochschule kann hier mit Ressourcen dienen", so Töchterle. Diese
"Transferbörsen" gelte es an allen Hochschulen auszubauen.
Ihre eigene Initiative für die Steigerung der Forschungsausgaben durch
Großbetriebe hatte Bures bereits vor der gemeinsamen Pressekonferenz in den
Morgenstunden vorgestellt. Gemeinsam betonten dann die beiden mit Wissenschafts-
und Forschungsagenden befassten Ressortchefs allerdings die große Bedeutung der
Nachwuchsförderung: "Wir brauchen die guten Köpfe", so Bures und Töchterle
unisono. Junge Menschen, vor allem Frauen, müsse man aktiv für Studien mit
Zukunftschancen begeistern, so Bures. "Wir benötigen nicht weniger gut
ausgebildete Menschen, sondern mehr."
Nicht ganz so einig dürften die Regierungsparteien auf dem Weg dahin sein,
obwohl die beiden Minister die Reizthemen Hochschulzugang und Studiengebühren am
Donnerstag vermieden. Töchterle betonte, "das Entscheidende ist nicht, wie viele
sich auf der Universität tummeln, sondern wie viele mit Abschluss aus der Uni
herauskommen". Für die Erhöhung der Absolventenzahl müsse vor allem die
Verbindlichkeit des Studiums erhöht werden. Gleichzeitig verwies der Minister
erneut auf den von den Experten geforderten Ausbau des FH-Sektors. "Ja, wir
brauchen mehr Absolventen guter Schulen", so Töchterle. "Das müssen aber nicht
alles universitäre Abschlüsse sein." (APA)