Kommentar von Eric Frey

Fekters falscher "Wir auch"-Kurs

Kommentar | Eric Frey, 25. August 2011, 19:28

Österreich sollte anders als Finnland auf Garantien für Griechen-Kredite verzichten

Auf den ersten Blick hat Finanzministerin Maria Fekter in der Frage von Sicherheiten für die Griechenland-Hilfe eine solide, vernünftige Position eingenommen: Eigentlich lehnt Österreich die finnische Forderung nach Garantien ab und hält es für einen politischen und finanziellen Unsinn. Aber wenn den Finnen dies zugestanden wird, weil ihre Regierung mit den "Wahren Finnen" eine besonders starke rechtspopulistische Opposition im Genick hat, dann muss das Strache-geplagte Österreich auch darauf bestehen.

Und das lässt sich laut Fekter auf eine Weise bewerkstelligen, die mehr Fairness nach Europa bringt: Die Privilegien, die sich die großen Eurostaaten bei der Beteiligung der Banken am Griechenland-Paket herausgeschlagen haben, sollten ein wenig auf die Kleinen aufgeteilt werden, deren Banken viel weniger Hellas-Kredite in ihren Büchern haben und von dem Modell daher kaum profitieren.

So weit, so überzeugend. Aber diese Position lässt sich weder in der Öffentlichkeit noch in der politischen Debatte gut kommunizieren. Was dort hängenbleibt, sind die Meldungen, dass nach Finnland auch Österreich auf Garantien pocht - und damit eine Lawine in Gang setzt, die möglicherweise das gesamte Hilfspaket unter sich begraben wird. Das wäre eine Katastrophe, für den Euro, für die EU und dadurch auch für Österreich.

Dieses Risiko sind die mageren Vorteile der geforderten Sicherheiten nicht wert. Diese bedeuten ja nichts anderes, als dass Athen Geld dafür hergeben müsste, um Geld zu erhalten. Eine Besicherung von Hilfskrediten mit griechischen Vermögenswerten wäre noch schlechter, denn das würde die gesamte Privatisierung - ein Kernstück der Budgetsanierung - infrage stellen.

Fekter könnte auch argumentieren, dass man eigentlich Finnland von diesem Kurs abbringen sollte. Und dazu kann Österreichs "Wir auch"-Haltung etwas beitragen. Denn als einmalige Extrawurst wären die Garantien für die Eurozone noch verkraftbar, als allgemeines Prinzip aber nicht.

Allerdings hat Finnland gute Karten in der Hand. Die Möglichkeit einer Kreditsicherung wurde den Finnen beim letzten Euro-Gipfel schriftlich eingeräumt. Angesichts des wachsenden Drucks der Partnerstaaten kann sich Premier Jyrki Katainen auf diesen Beschluss berufen. Ob die eingeräumten Sicherungen im Falle eines griechischen Staatsbankrotts dann tatsächlich verwertet werden können, ist dabei eine andere Frage. Ein so gieriges Verhalten könnte selbst den Finnen zu peinlich werden.

Wichtiger als der ungewisse finanzielle Vorteil einer Kreditbesicherung ist daher die Sicherung der Reputation. Fekter sollte den Finnen die Rolle des bösen Buben ruhig allein überlassen und selbst als gute Europäerin auftreten. Im Vergleich zu vielen anderen Euroländern, wie etwa Estland und die Slowakei, kann sich Österreich die Griechenland-Hilfe problemlos leisten und braucht keine Nachlässe. Gerade weil Fekter bereits aufgezeigt hat, wäre ein formeller Verzicht auf Sicherheiten eine Geste, die in anderen EU-Hauptstädten und auch an den Finanzmärkten gut ankommen würde.

Und was würde H.-C. Strache dazu sagen? Der FPÖ-Chef wird sich auch durch Sicherheiten nicht von seinen Dauerattacken auf die Eurohilfe abbringen lassen. Die einzig richtige Antwort ist eine prinzipientreue Haltung, die keinen Raum für Populismen lässt. Dazu hat Fekter jetzt die Chance. (DER STANDARD; Print-Ausgabe, 26.8.2011)

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Posting 1 bis 25 von 93
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Bluestone
00
26.8.2011, 20:12

Die Begründung, wir sind dagegen, weil Strache und Fekter dafür sind, muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.
Ich würde ja noch einsehen, wenn man damit den armen,armen Griechen helfen wollte-aber darum geht es bei der Begründung ja gar nicht.

Bluestone
00
26.8.2011, 20:12

Die Begründung, wir sind dagegen, weil Strache und Fekter dafür sind, muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.
Ich würde ja noch einsehen, wenn man damit den armen,armen Griechen helfen wollte-aber darum geht es bei der Begründung ja gar nicht.

Igor Gassner
00
26.8.2011, 18:29
Unser geld unsere Bedingungen

das ist Urdemokratisch

Arbeiterführer Kuhaltinger
 
01
26.8.2011, 16:39
Verachtenswert

einfach verachtenswert. Frey hätte am 20.April 45 sicher noch vom Endsieg geträumt.

Santino Corleone
00
4.10.2011, 09:02
Soweit ich weiss ist er Jude

sie Witzbold

LinksSchreiber
00
26.8.2011, 14:08
" Die einzig richtige Antwort ist eine prinzipientreue Haltung, die keinen Raum für Populismen lässt." Was ist "der Populismus"? Das böse, böse empirische Individuum Herr "Strache" oder andere empirische Individuen, welch die bösen populistischen

Rechtsparteien als Personen vertreten?

Ist "der Populismus nicht vielmehr selbst so etwas wie ein Prinzip, eine Form des Denkens und der Argumentation Herr Frey? Wenn der Populismus ein Prinzip ist, dann kann "Prinzipientreue" an sich kein Mittel gegen den Populismus sein. So stellt sich die Frage: Was für ein Prinzip wird das wohl sein, der Populismus?

Es ist der krude Empirismus/Pragmatismus, der jede radikal egalitäre Position als linken Extremismus zu denunzieren tendiert, und der sich bloß am Gegebenen zu orientieren vorgibt.

Was machen Sie, Herr Frey, wenn Sie die Gegebenheit, dass die Finnen die Rechten im Rücken haben, als Prämisse eines Arguments anerkennen: "So weit, so überzeugend." Das ist das Grund-Prinzip des Populismus.

speckerl
00
26.8.2011, 13:14
Soso,

Österreich kann sich das Hilfspaket also problemlos leisten. Interessant.

Febobo
00
26.8.2011, 16:45
Na klar,

denn solange sich der Speckerl seinen Speck noch leisten kann, solange hat er zuviel Geld. Geld, das rechtmäßig unseren Banken gehört, Sie haben es sich ja nur geliehen. Fakt.

Reich sein muss sich lohnen!
00
26.8.2011, 15:14

Ja, wir haben uns aufgrund der Griechenland Pleite immerhin hunderte Millionen € an Zinszahlungen erspart.

.MS.
10
26.8.2011, 12:43
Extrawurst Union

Solange sich ständig irgendein Land ein Extrawürstel herausholt kann man jedendenfalls nicht wirklich von einem "Geeinten Europa" sprechen.
Vereinbarungen müssen für alle oder für keinen gelten - sonst haben nationalistische Populisten immer leichtes Spiel und können das eigene Land als über den Tisch gezogen darstellen.

zeitfuchs
01
26.8.2011, 13:15
da geht es nicht um Extrawürstel,

sondern um viel Geld. Solange das einvernehmlich geschaffene Regelwerk eine Besicherung von Krediten vorsieht, sollte man diese Bestimmungen auch nutzen. Andernfalls erst gar nicht ins Regelwerk aufnehmen. Frau Fekter hat recht.

Roter Baron
00
26.8.2011, 12:41
na eh

wenn man von den heimischen banken
für die geborgten steuerzahler-milliarden
schon keine garantien verlangt
warum dann für ausländische.

roter baron

Benjamin Klein
00
26.8.2011, 12:39
schaffen wir das Geld doch ab !

kehren wir zurück zum Tauschhandel
und zur Sklaverei (wer nicht zahlen kann wird selbst zum Pfand, und muß abarbeiten was er schuldig ist und was er braucht um zu leben)

Entfesselter Prometheus
04
26.8.2011, 11:58
Wollt ihr den totalen Euro?

Kredite ohne Sicherheiten, am besten für den nackten Bankrotteur, der seit Jahren beweist, dass er nicht wirtschaften kann, kein System hat und auch nicht willens ist Änderungen zu tätigen. Das alles in einem System, in dem Totalverschuldung systemimmanent ist.

Ja, das macht wirklich absolut Sinn. Wie konnte man nicht schon früher darauf kommen.

Reich sein muss sich lohnen!
00
26.8.2011, 13:00
Nichts verstanden...

Sie haben da was entscheidendes nicht verstanden:
Wir sind die Sicherheit für die Griechenland-Kredite.

Entfesselter Prometheus
00
26.8.2011, 13:06
Das "Alternativlos-too big too fail" - Vollkaskosystem der Superreichen mit dem kleinen Steuerzahler als Bürgen für "eigentlich eh alles" ist mir klar.

Dass es dafür aber auch noch Apologeten außerhalb der dazugehörigen Schicht gibt, ist mehr als unverständlich.

Kreuz und Quer ist nicht schwer
10
26.8.2011, 12:22

nette Ansicht.

Darin kommt die Unzulänglichkeit der Freiheitsbeweise so richtig zu Tage.

Auf der einen Seite schimpfen wir "Freiheit" aber nur für jene, die auch den Griff zum Gelde kennen und es sich richten.

Ist eigentlich eine Frechheit, aber was will man von der Dummheit schon erwarten

Entfesselter Prometheus
10
26.8.2011, 12:38
Wer ist wir? Wer schimpft Freiheit?

Was hat das mit dem Euro zu tun oder mit der Verschuldung Griechenlands oder mit der Tatsache, dass wir das zu bezahlen haben? Was faseln Sie da?

Machen Sie sich mit den Determinanten des Geldsystems vertraut, dann können Sie auch ganz ideologiefrei mitdiskutieren ohne lächerliche, inhaltsleere Parolen zu verbreiten.

Kreuz und Quer ist nicht schwer
00
26.8.2011, 16:27

sie haben ja eine feine Art. Nur weil sie von nichts eine Ahnung haben, müssen sie nicht gleich ausfallend werden.

Wo liegt denn Ihr Problem - zu heiß heute? Zu viel Drogen? Oder glaubens, dass sie ein bisserl etwas verstanden haben und wollen deshalb gleich bei mir den Buckel runter rutschen.

Senoor
17
26.8.2011, 11:11
Sehe ich nicht so!

In diesem Fall muss ich Fekter recht geben: in einer Union hat es keine Extrawürstel für einige gut verhandelnde Staaten zu geben. Das ruiniert langfristig die EU. Dass die Rettung Griechlands daran scheitert, dass Ö sich nicht anders behandeln lassen will als Finnland, ist ja wohl nicht glaubhaft. Wieso sollten die Sicherheiten im Fall eines Staatsbankrotts nicht verwertet werden können? Was hat das mit Gier zu tun, wenns vorher zugesichert wird? Wieso sollten sich die Finnen als böse ansehen? Die Finnen sind vermutlich froh , dass die rechte Partei dies verhandelt hat. Folglich ist zu erwarten, dass die Ösis ebenfalls rechts wählen, wenn diese Partei "ihr" Geld besser verteidigt. Das wäre fatal. Also finde ich Fekters Reaktion richtig.

Moralapostel
 
21
26.8.2011, 11:19
Teil ihrer Reaktion ist eh richtig

Finnlands Extrawuersteln darf man nicht durchgehen lassen. Falsch ist aber selber Extrawuersteln zu verlangen. Richtiger waere gewesen einen Deal, der nach monatelangem Tauziehen trotz unterscheidlicher Grundsatzpositionen in Europa zustande kam, nicht fahrlaessig zu gefaehrden. Wir stehen zu knapp vor dem Abgrund.

Moralapostel
 
32
26.8.2011, 10:53
Mehr als locker leistbar

200 Mio Euro bringt uns die griechenlandkrise an Zinsnachlass, zig Mio haben wir schon an den "Hilfskrediten" and Griechenland verdient, unsere Banken koennen ihre verbliebenen GR-Anleihen behalten und verdienen praechtig an deren (dank Rettungspakte praktisch rieikolosen) Zinsen und viel wichtiger: unsere Wirtschaft profitiert an den Exporten nach Griechenland... Finnland & Co gefaehrden das alles. Fekters Groscherlzaehlerei schadet letztlich uns selbst!

Anton D.
00
26.8.2011, 12:58
Pure Schönfärberei!

Offenbar gehören Sie nicht zu den geplagten Steuerzahlern oder können sichs über Steuerhinterziehung richten.

Promille Prolet
02
26.8.2011, 13:34
Ja wenn das so ist...

Gut daß Sie uns das noch rechtzeitig vor der Lohnrunde sagen. Das ist ja sehr erfreulich.

Ich rechne dann also diesmal mit keinen Durchhalte- und Abspeckparolen, sondern mit einer gerechten Aufteilung der tollen Gewinne aus Griechenland...

Nestor1979
11
26.8.2011, 11:44
Sind Sie von der Caritas?

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