Telekom-Affäre erreicht Regierungskreise

25. August 2011, 10:20
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    foto: apa-foto: ots/telekom austria/a. bieniek

    Der frühere Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach (l.) übergibt am 22. November 2004 an den damaligen Telekom Austria-Generaldirektor Heinz Sundt das 'Gütesiegel für Verkehrssicherheit' in der Unternehmenszentrale von Telekom Austria in Wien

Prochaska: Geldflüsse an Gorbach und BZÖ - Telekom-Chef Ametsreiter sieht sich als Aufdecker

Der frühere Telekom-Manager Gernot Schieszler, der in der Telekom-Affäre eine Schlüsselrolle spielt und sich der Justiz als Kronzeuge zur Verfügung gestellt hat, hat der Staatsanwaltschaft "mehr gesagt als bisher veröffentlicht wurde". Das sagte Schieszlers Anwalt Stefan Prochaska am Mittwochabend in der "ZiB 2" des ORF-Fernsehens. Prochaska wiederholte auch die in der Korruptionsaffäre von Schieszler erhobenen Vorwürfe.

So soll der frühere Verkehrsminister Hubert Gorbach (FPÖ/BZÖ) die Universaldiensteverordnung im Sinne der Telekom Austria geändert haben. Als Gegenleistung soll die Telekom Gorbach nach seiner Ministerzeit 264.000 Euro bezahlt haben. Ob Gorbach das Geld tatsächlich bekommen habe, wisse Schieszler nicht, sagte sein Anwalt. Es sei aber "eine Dame" bezahlt worden, die das Geld möglicherweise weitergegeben habe. Gorbach soll die Vorwürfe bei seiner Einvernahme vehement bestritten haben, berichtet das Magazin "News".

Geldfluss

Prochaska sagte auch, dass 600.000 Euro von der Telekom Austria über eine dem BZÖ und der FPÖ nahestehende Werbeagentur an das BZÖ geflossen seien. Auch bei der Vergabe des Polizeifunk-Auftrages soll unter der schwarz-blauen Regierung eine Gruppe rund um die Telekom bevorzugt worden sein, von der Telekom sollen dafür später über den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly mehr als 1 Mio. Euro geflossen sein.

Der jetzige Telekom-Chef Hannes Ametsreiter, der von vermuteten Kursmanipulationen selbst profitiert hatte, zweifelt dennoch nicht daran, dass er der richtige Mann an der Telekom-Spitze ist, wenn es um die Aufklärung geht. Er selbst habe den 400 Seiten starken Bericht an die Staatsanwaltschaft übergeben, der zur Aufdeckung des Valora-Falles beitragen werde, sagte Ametsreiter im "Morgenjournal" des ORF-Radio. "Es gibt hier ein Management-Team im Unternehmen, das weder die Informationen hatte noch involviert war", sagte Ametsreiter, der stets betont hat, mit den Manipulationen nichts zu tun gehabt zu haben. Er sei froh, dass es nun Geständnisse gebe, denn damit gebe es Täter und die Möglichkeit, in Summe 18 Mio. Euro zurückzufordern, so Ametsreiter. (APA)

Andreas W
01
25.8.2011, 15:00
Und die anderen???

Wenn schon bei der Telekom darartige Missstaende offenbart werden, moechte ich mir gar nicht vorstellen, was bei anderen (ehemaligen) verstaatlichten Milliardenunternehmen wie zB der OMV so alles gelaufen ist! Wieviele Millionen sind von da in den Taschen der blau/orange - schwarzen Verbrecher gelandet?

Wo sind die Millionen-Bestechungsgelder und Provisionen vom Eurofighte-Deal endgueltig gelandet, glaubt doch keiner, dass ueber 20 Millionen bei einem einzigen nichtstuenden unnuetzen Lobbyisten verblieben sind?

Liebe Finanz, wie waer's anstatt den kleinen ehrlichen Steuerzahlern auf die Nerven zu gehen, mal bei ehemaligen Politikern und deren unzaehligen Alibifirmen nachzupruefen, woher die Umsaetze und vor allem Gewinne tatsaechlich stam

onlooker
01
25.8.2011, 13:15
je länger der sch*ssel aus amt und würden ist,

desto mehr schmutz kommt an die oberfläche, und dass dürfte momentan weniger als die spitze eines eisberges zu sein

Michael B
00
25.8.2011, 14:04
Schüssel sitzt noch immer im Parlament,

aber es funktioniert nicht mehr so, wie er und seine Gesellen es sich gedacht haben...

onlooker
00
25.8.2011, 15:11
mE hat das ganze system gehabt,

da werden noch ganz andere dinge ans licht kommen, es sind die fallenden dominosteine, die immer mehr löcher aufreissen, und natürlich haben die beamten mitgespielt, wäre der schüssel noch eine weitere legislativperiode im amt gewesen, wir wären noch fester im griff der övpbzö gewesen, eigentlich unglaublich, und wieviel firmen noch noch veräussert worden wäre, hätte den meischis noch mehr "wos woar mei leistung" lustschreie ausgestossen, es war ja ein schachzug, die polizei zu reduzieren, damit hatten natürlich die gangster frei bahn, gerade die besten, wurden in die pension geschickt, folge die gendarmen wurden zur polizei übergeführt, unfd wir hatten polizisten die "learning by doing", praktizierten,

fuz
 
01
25.8.2011, 13:09
Sumpfblüten

Welche Sumpfblüten werden da wohl noch aufgehen? Auch in die blau/orange ASFInAG-Zeit sollte man ein bißchen hineinleuchten, in welcher sich die Lobbyisten beim "Staat" die passenden Gesetze, Verordnungen, Grenzwert-Festlegungen quasi schnitzen lassen konnten.

llcoolk1
00
25.8.2011, 14:59
Der Sumpf ist noch viel tiefer

Leider geht bei der Diskussion etwas verloren, vor einigen Jahren war Schieszler, damals noch Finanzbereichsleiter, an einem Personalleasingunternehmen beteiligt, welche die MA an die TA verleast hat. Diese Geschichte wurde vor Jahren schon in derPresse aufgedeckt, jedoch nicht für brisant befunden.

Bromosel
02
25.8.2011, 11:14
Ha,

schon wieder die Ehrlichen und Anständigen!

FaymannsBoss
03
25.8.2011, 10:50
Das ist die Elite unserer Gesellschaft?

Wie soll man da noch von Otto Normalbürger Ehrlichkeit und Anständigkeit erwarten? Kein Wunder, dass die Jugend, die mit solchen Menschen als "Vorbildern" aufwächst keinerlei Skrupel oder gar Respekt vor irgendetwas hat!

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