Rektoren-Chef

Höhere Zahlungen von Wirtschaft und Ländern

Interview | Rosa Winkler-Hermaden, 25. August 2011 12:54
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    apa-Foto: herbert neubauer

    "Derzeit ist es so, dass die Länder insbesondere die Fachhochschulen finanzieren oder zumindest sehr stark mitfinanzieren und an den Unis relativ geringe Beträge von Länderseite landen."

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    "Es gibt 1000 Studienangebote in Österreich, ich stimme dem absolut zu, dass hier ein Überangebot vorherrscht. Weniger könnte auch sehr viel mehr sein."

Sünkel spricht sich für eine Reduzierung von Studienangeboten aus - EU-Kommissar Hahn gegen Ausgleichsgelder

"Ich halte das Expertenpapier für ein sehr vernünftiges Konzept", sagt Hans Sünkel, Vorsitzender der Universitätenkonferenz. Er bezeichnet es als "Arbeitsauftrag" und hofft, dass es auch von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle als positiv empfunden wird. Eines jedoch fehlt Sünkel: Ein Plan für eine Überbrückungsfinanzierung durch den Bund bis die im Konzept vorgesehenen 790 Millionen Euro pro Jahr für die Universitäten umgesetzt werden können. "Ich hätte mir schon erwartet, dass hier eine stärkere Aussage platziert wird", sagt der Rektor.

Warum die Länder höhere Zahlungen leisten sollen und weshalb Studiengebühren zu einer sozialen Durchmischung führen würden, sagt Sünkel im Interview mit derStandard.at.

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derStandard.at: Experten haben Maßnahmen empfohlen, die das Abrutschen der Universitäten in die Mittelmäßigkeit verhindern sollen. Sind Sie zufrieden?

Sünkel: Ich bin überrascht, wie schnell die Expertengruppe diese 60 Seiten zustande gebracht hat. Ich bin durchaus zufrieden, weil dieses vorliegende Papier gut geeignet ist, auf Dauer weitere Entwicklungen für die Hochschullandschaft zu planen. Es gibt natürlich einige Themen, die man hinterfragen muss, ob sie überhaupt umsetzbar sind. Etwa die gesamte Finanzierungskulisse, die das Expertengremium hier vorschlägt - mit diesen 790 Millionen Euro pro Jahr.

derStandard.at: 790 Millionen Euro - das nähert sich an das an, was die Rektoren gefordert haben, die Bildungsmilliarde.

Sünkel: Wir müssen zwei Dinge unterscheiden. Zum einen haben wir schon seit mehr als einem Jahr mitgeteilt, dass die heimischen Universitäten ab 2013 pro Jahr 300 Millionen Euro aus Gründen der Indexanpassung brauchen. Da geht es um keine Qualitätssteigerungsmaßnahme, sondern dieses Geld brauchen wir nur, um die über die drei Jahre - 2010 bis 2012 - akkumulierte Teuerungsrate zu kompensieren. Zum zweiten haben wir gesagt, wenn wir uns in Österreich mittelfristig in jenem qualitativen Niveau bewegen wollen, in dem sich andere Universitäten befinden, mit denen wir gerne verglichen werden, braucht es einen budgetären Sprung. Dieser wiederum bildet sich finanziell in Form von circa einer Milliarde pro Jahr ab. Das kann man natürlich nicht von heute auf morgen machen, das kann wohl nur in Schritten gehen, idealerweise bis 2020. Diese angestrebte qualitative Verbesserung hat mit dem Inflationsausgleich gar nichts zu tun. 

derStandard.at: Sind 790 Millionen in Ihren Augen eine realistische Summe?

Sünkel: Das sind Potenziale, die die Expertengruppe darstellt. Potenziale, die aber erst abgewogen werden müssen. Und wie der Expertenrat uns wissen lässt, geht das nur durch sehr langwierige Verhandlungen, auch mit anderen Staaten Europas. Das ist eben so. Bis es dazu kommt, muss der Bund einspringen.

derStandard.at: Im Expertenbericht steht auch, dass die Länder die Infrastrukturkosten erhöhen sollen. Sehen Sie hier Chancen?

Sünkel: Hier spricht der Expertenrat von jährlich 100 Millionen Euro. Derzeit ist es so, dass die Länder insbesondere die Fachhochschulen finanzieren oder zumindest sehr stark mitfinanzieren und an den Unis relativ geringe Beträge von Länderseite landen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass die Länder stärker eingebunden werden und ein Betrag von 100 Millionen Euro würde mich persönlich nicht schrecken.

derStandard.at: Auch die Wirtschaft soll ihren Beitrag verdoppeln. 

Sünkel: Die Wirtschaft beteiligt sich laut Expertenbericht mit 110 Millionen Euro pro Jahr an den Universitäten und mit einem Bruchteil davon, nämlich mit 2,6 Millionen Euro, an den Fachhochschulen. Es überrascht mich, dass die Fachhochschulen angeblich so wenig Mittel von der Wirtschaft erhalten. Eine Erhöhung dieser Mittel aus der Wirtschaft erscheint mir durchaus möglich und ist anzustreben, weil neben den öffentlichen Mittel zur Finanzierung der Universitäten natürlich auch vermehrt private Mittel eingesetzt werden sollen.

derStandard.at: Die Rede ist auch von 500 Euro Studiengebühren pro Semester. Mit der derzeitigen Meinung, wie sie in der SPÖ vorherrscht, wird das aber nicht möglich sein?

Sünkel: Ich hoffe, dass die SPÖ endlich aus ihrer ideologischen Umklammerung herausfindet und einsieht, dass Studienbeiträge von 500 Euro, die indexangepasst jenem Betrag entsprechen, der 2001 eingeführt wurde, sinnvoll sind. Sinnvoll deshalb, weil beim jetzigen System - 2008 wurden die Studiengebühren faktisch abgeschafft - findet eine Querfinanzierung von den bildungsfernen Schichten hin zu den bildungsnahen Schichten statt. Das heißt von den weniger stark finanziell ausgestatteten Familien hin zu den besser ausgestatteten. Das kann man bitte nicht wirklich als sozial verträglich hinstellen. Ich kann das nicht, wenn die SPÖ das kann, ist das eine andere Sache. Ich hoffe daher auch, dass die SPÖ endlich einsieht, dass Studienbeiträge zur sozialen Durchmischung beitragen und nicht hinderlich sind. Allerdings füge ich auch hinzu - und zwar in jedem Interview, weil ich überzeugt davon bin - dass parallel dazu wirklich ein gut ausgebautes und sozial treffsicheres Stipendiensystem eingeführt wird. 

Im Expertenbericht ist außerdem angeführt, dass man dem deutschen Vorbild folgen könnte: nach Beendigung des Studiums bei Eintritt in den Beruf wären 50 Prozent der erhaltenen Studienbeiträge wieder zurückzuzahlen.

derStandard.at: Gerald Bast, der Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, hat gefordert, dass Universitäten Kredite aufnehmen sollen. Können Sie sich für diese Idee begeistern?

Sünkel: Ich habe es gelesen und war selbst überrascht von dieser Mitteilung in den Medien. Das ist seine private Meinung, die er in seiner Funktion als Rektor geäußert hat. Ich wäre als Rektor der TU Graz nicht bereit, Kredite aufzunehmen, das hätte ich auch nicht nötig. Es hätte eine Verschuldung zur Folge und das möchte ich mir als Rektor einer Universität nicht wirklich leisten wollen. 

derStandard.at: Wie steht es finanziell um die TU Graz?

Sünkel: Wir stehen ausgesprochen gut da. Die TU Graz hat sich in den letzten acht Jahren in allen Kenngrößen deutlich nach oben hin entwickelt. Wir stehen insbesondere im Drittmittelbereich exzellent da - mit über 57 Millionen Euro an Forschungserlösen. Das ist wirklich enorm viel. Das heißt im Klartext, wir haben derzeit eine Situation erreicht, die man in Europa anstrebt. Dass nämlich zwei Drittel des Gesamtbudgets einer Universität aus der öffentlichen Hand kommen und ein Drittel aus anderen Quellen.

Das soll aber bitte nicht heißen, dass wir nicht mehr Geld brauchen. Wir brauchen in der Tat mehr, und zwar aus zwei Gründen. Erstens, weil wir, was die Studierenden anlangt, von Jahr zu Jahr um durchschnittlich sechs Prozent steigen. Ich weiß nicht, wie es jetzt im Herbst ausschaut, wenn der deutsche Effekt noch zuschlägt. Zum zweiten brauchen wir dringend mehr Geld, weil wir finanziell hart am Wind segeln. Das heißt, wir können uns keine Rücklagen bilden. Und wenn das nicht geht, hat man keine Handlungsspielräume. 

derStandard.at: Ein Hilferuf, wie jener vom künftigen Rektor der Uni Wien, Heinz Engl, der sagt, man muss vielleicht Studienrichtungen streichen, ist nicht notwendig an Ihrer Uni?

Sünkel: Ich sehe bei uns keinen Bedarf, Studienrichtungen streichen zu müssen. Ich würde vielmehr versuchen zusätzliche finanzielle Mittel zu finden, bevor solche Maßnahmen notwendig werden.

derStandard.at: Die Experten finden, dass es in Österreich ein Überangebot an Studienrichtungen gibt. 

Sünkel: Im Bericht steht vieles drinnen, das ich schon innerhalb der letzten zwei Jahre hinausposaunt habe. Es gibt 1.000 Studienangebote in Österreich, ich stimme dem absolut zu, dass hier ein Überangebot vorherrscht. Weniger könnte auch sehr viel mehr sein.

derStandard.at: Auf welche Studiengänge soll man verzichten?

Sünkel: Das kann man nicht aus dem Ärmel herausschütteln, da muss man sich das gesamte Angebot anschauen, inklusive jenem der Fachhochschulen, idealerweise auch der Pädagogischen Hochschulen. Das muss man sich aber gründlich anschauen, das kann man mit gutem Gewissen ad hoc wohl nicht sagen.

derStandard.at: Die Experten sagen, dass 40 Prozent aller Studierenden an den Fachhochschulen ausgebildet werden sollen. Ist das wünschenswert?

Sünkel: Derzeit liegen die Fachhochschulen bei etwas mehr als 11 Prozent, an den Universitäten werden 89 Prozent ausgebildet. In der Schweiz und in Deutschland ist der Anteil der FH-Studenten viel höher, in Deutschland bei über dreißig Prozent. In diese Richtung soll es nach der Expertenmeinung auch bei uns gehen. Ich sehe das nicht negativ. 

derStandard.at: Obwohl Sie sich für die Universitäten einsetzen, haben Sie da nichts dagegen?

Sünkel: Wir können nicht einerseits Klagelieder singen, dass wir zu viele Studierende haben und gleichzeitig verhindern, dass das Überangebot von Studierenden an die Fachhochschulen geht. Das wäre ein Widerspruch in sich. Beide Institutionen haben ihre Berechtigung. Wir haben unterschiedliche Profile und müssen die noch weiter schärfen. 

derStandard.at: In ersten Reaktionen auf den Expertenbericht hat es geheißen, das Konzept sei "ÖVP-Polemik". Orientiert es sich an Ideen der ÖVP?

Sünkel: Ich halte das Expertenpapier für ein sehr vernünftiges Konzept. Gott sei Dank hat man drei Personen aus dem Ausland gebeten, die das Wissenschaftsministerium in dieser Sache sehr kompetent aus der Sicht von außen beraten. Es heißt nicht, dass man alle Empfehlungen eins zu eins umsetzen muss. Aber es ist ein Arbeitsauftrag an die Regierung, wirklich etwas zu tun, und zwar rasch. Es gibt eine Unterfinanzierung und Betreuungsverhältnisse, die schlecht sind im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz. Wir haben keine Studienplatzfinanzierung und haben Studienbeiträge, die de facto abgeschafft sind. Das sind Themen, die dringend behandelt und bald geregelt werden müssen.

derStandard.at: Rektor Gerald Bast hat über Wissenschaftsminister Töchterle gesagt, er könnte seinen Bonus verspielen, weil er sich immer und immer wieder vertrösten lässt, was die Finanzierungsfragen betrifft. Sehen Sie das auch so?

Sünkel: Es ist leichter gesagt, als getan. Die Verhandlungen budgetärerer Art finden nun mal im Herbst statt. Das wusste man schon vor einem Jahr. Natürlich wäre es uns lieber gewesen, wenn im Bundesfinanzrahmengesetz, das Ende April verabschiedet wurde, schon wesentlich mehr Mittel für die Universitäten drinnen gestanden wären. Das war nicht so. Der Bundesfinanzrahmen, der die nächsten Jahre abdeckt, wird wohl im nächsten Jahr aktualisiert werden, deutlich nach oben hin, falls es Minister Töchterle tatsächlich gelingen sollte, von Finanzministerin Maria Fekter wesentlich mehr Mittel herauszuschlagen.

derStandard.at: Laut Experten soll auch ein Anreizsystem geplant werden. Jene Universitäten, die sich an den Hochschulplan halten, sollen auch mehr Mittel bekommen. Ist das fair?

Sünkel: Leistungen von Unis und Fachhochschulen, die über das erwartete Maß hinausgehen, sollen mit einem Bonus versehen werden und nicht mit einem Malus. So könnte es wohl nicht sein, dass ich finanziell gekürzt werde, weil ich ohnehin mehr Drittmittel akquiriert habe.

derStandard.at: Was fehlt Ihnen beim Expertenbericht?

Sünkel: Mir fehlt eine Aussage in Bezug auf die Finanzierungskomponente der Universitäten aus dem öffentlichen Bereich. Die empfohlenen 790 Millionen Euro - das sind alles Mittel, die nicht direkt aus dem öffentlichen Bereich kommen, und somit nicht direkt aus dem Bundesbudget. Es gibt im Expertenbericht nur die eine Aussage, dass der Bund einspringen muss, bis die 790 Millionen aufgestellt sind, quasi eine Überbrückungsfinanzierung durch den Bund, bis es soweit ist. Das ist eine relativ zurückhaltende Aussage dieses Expertenteams. Ich hätte mir schon erwartet, dass hier eine stärkere Aussage in Bezug auf die Bundesfinanzierungskomponente platziert wird. 

Wenn es möglich ist, diese 790 Millionen in einigen Jahren zu realisieren, dann ist das ok. Aber bis es soweit ist, haben wir einen massiven Bedarf. Die Uni muss leben, wir können nicht so tun, als würde ohnehin im nächsten Jahr schon dieser Geldsegen auf uns prasseln, nein, wir müssen die Unis in der Zeit bis dahin natürlich auch adäquat versorgen, wir müssen die Uni weiterführen. Wir wissen, dass wir stärkere Studierendenströme kriegen, wir wissen dass die Inflation zuschlägt. Und wir müssen ausgeglichen budgetieren. 

derStandard.at: Ihre Amtszeit als Vorsitzender der Universitätenkonferenz neigt sich dem Ende zu. Wie ist Ihre Bilanz?

Sünkel: Meine Amtszeit war relativ kurz, nachdem meine Rektorenamtszeit an der TU Graz Ende September zu Ende geht, ist damit auch meine aktive Periode in der uniko vorbei. Innerhalb der letzten 21 Monate haben wir gemeinsam das Bewusstsein innerhalb der Bevölkerung schärfen können, dass eine Investition in Bildung und Forschung die beste ist, die der Staat tätigen kann. Ich habe auch versucht, auf die Schwächen des Universitätssystems deutlich hinzuweisen. Und wir haben das regelmäßig in den Medien dargestellt. Das Expertenpapier sagt nichts anderes. Seine Inhalte decken sich über weite Strecken mit mit meiner Position und jener meiner Kolleginnen und Kollegen.

Ich liebe Herausforderungen. Insofern ist es schade, dass meine Amtszeit zu Ende geht. Gerne hätte ich noch die Umsetzung der Gedanken, die dargestellt sind und hoffentlich auch von Minister Töchterle positiv empfunden werden, gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen vorangetrieben und den Hochschulplan, der hoffentlich bald das Licht der Welt erblickt, in die tägliche Praxis umgesetzt. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 25.8.2011)

HANS SÜNKEL (geboren 1948) studierte Vermessungswesen und ist seit Oktober 2003 Rektor der Technischen Universität Graz und seit 2010 Präsident der Universitätenkonferenz (uniko).

Weiterlesen: EU-Kommissar Johannes Hahn "Kein Geld aus EU-Strukturfonds für Studienplätze"

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smea_gol
30.08.2011 11:10

komisch.

tu graz bietet möglichkeit zum spenden an, weil ja so arm... vor kurzem im onlinestandard

tu graz geht kooperation mit fh joaaneum ein...

tu graz rektor sünkel sagt die tu graz hat bis jetzt keine geldsorgen.

hmmm, manchmal hat man echt das gefühl die rektorenkonferenz, die sich grossspurig universitätenkonferenz nennt, ist etwas auf der nudelsuppe dahergeschwommen.

Napalm Death
26.08.2011 12:48
Und wieder mal wird nur über "die Armen" gesprochen

Wann begreift man endlich, dass es nicht nur "die Armen" und "die Reichen" gibt. Finanziell sehr schwache Stundenten bekommen Unterstützungen in den verschiedensten Formen (Stipendien, Gebührenbefreiung, Wohnbeihilfe, etc.) (ich begrüße das!) und können so auch trotz Studiengebühren studieren.

Wirklich getroffen wird wiedereinmal der Mittelstand. Wer "zu viel" für ein Stipendium hat bekomment garkeine unterstützung sondern immer mehr Belastung. 1.000/Jahr sind verdammt viel Geld. Unzählige Studenten fallen aus dem Stipendiensystem heraus, nur ein Bruchteil davon fährt mit dem Porsche zur Uni. "Die Armen" triffts nicht, "die Reichen" könnens sich leisten. Der "Mittelstand" wird erneut belastet und in die Armut gedrängt!

daNinooo
26.08.2011 12:06
BILDUNG UND AUSBILDUNG IST NICHT DASSELBE!!!

und dass der liebe herr tu-rektor keine geldsorgen hat, ist auch nicht wirklich verwunderlich.
in die forschung investieren? schön und gut. nur in 20 jahren wird keiner mehr da sein, der forschung betreibt, weil die uniabgänger wesentlich weniger werden - und das niveau fallen wird.
ein abschlossenes studium kostet im schnitt 55.000 euro (dem staat) - und bringt mindestens das dreifache davon ein! hallo? volkswirtschaft?

es ist einfach eine farce. den pensionisten kriecht man in den a***, während die bildungspolitik nach dem motto "no-future" gehandhabt wird und alles auf dem rücken der studenten ausgetragen wird. studiengebühren, familienbeihilfenkürzungen aber schneller studieren. was soll das?

MartinB
26.08.2011 11:51
Laenderbeteiligung?

Bitte nicht. Ausser bei den Arztkosten an den Unispitaelern natuerlich. Weil dass dort 100% der Aerzte ueber die MEDUnis bezahlt werden (und damit die Hoehe des Wissenschaftsbudgets erhoehen) ist ein Budget-trick der endlich abgeschafft gehoert.

per verser
26.08.2011 11:14

dieser staat ist nicht mehr unser gemeinsames projekt. er ist das vehikel einer abgehobenen politikerklasse und der wirtschaftsbosse. es gibt ihn noch als verwaltungseinheit, die jedoch zunehmend in der eu aufgeht. österreich verschwindet ihm kontext dieser gesamteuropäischen entwicklung. auch bei der bildung zeigt es sich. wir dürfen gespannt sein, was das mt uns macht.

österreicherInnen dürfen wir nicht mehr sein, europäerInnen können wir nicht sein, weil das mit eu gleichgesetzt wird.

ist das das ende von "identität"? wird sie so auswechselbar und beliebig, wie die bonzen und bosse es wollen? ich glaube, dass dieser schuss nach hinten losgeht. vielleicht trifft er ja auch bonzen und bosse. es wäre nicht das falscheste.

Garfield2
26.08.2011 10:49
Suenkel ist ein guter Mann!

niki123
26.08.2011 10:40

peinliche spö. das finnische bildungssystem so loben, aber dann doch gegen zugangsbeschränkungen zu sein. scheinbar rosinenpickerei um den koalitionspartner zu ärgern.

Miss Känguru
26.08.2011 10:39

Die kurzsichtige Hauruckpolitik um die vorletzten NR-Wahl hat doch alles so viel schlimmer gemacht! Die Abschaffung der moderaten Gebühr und die 13. Familienbeihilfe waren Wahlkampfgags, die man sich nicht leisten konnte. Wenig später hat man leise (und höchst folgenreich für den einzelnen) die Familienbeihilfe umso radikaler wieder beschnitten. Und dass die Gebühr wieder eingeführt würde, war im internationalen Kontext betrachtet, sowieso unaufhaltsam - aber sie wird jetzt höher sein als zuvor... (vom Administrationsleergeld der Gesetzesumstellungen ganz zu schweigen) Schande über die Zuckerlpolitik mancher Parteien.

sonne-licht
 
26.08.2011 10:13
schnelle lösungen

bekennung der öster. wirtschaft zur hochschule
mit mehr bildungsgeld SOFORT
die schweizer wirtschaft hat 1 milliarde für die hochschulen über österreich 110 millionen das sagt schon alles das sind die fehlenden 780 millionen mit rücklage sogar ohne staatsschuldenberg zu belasten

möglichkeiten
- von der kammerumlage der wk abzweigen
- von jedem bürger 2 euro verlangen pro monat
- einfordung von ausgleichszahlungen von staaten
der fluchtstudenten - politiker handlungsbedarf?

wenn sich das keiner leisten will, sagt dieser inländer wenigstens, wieviel er für finanzierung und bildung in österreich solidarisch über hat

es immer auf den staat abzuwälzen ist kontraprduktiv
weils in anderen budgets dafür zu einschnitten kommt

sonne-licht
 
26.08.2011 10:07
immer die selben ausreden

es dauert jahre - warum?

meine uni steht ja gut da - aha die anderen unis können nicht mit ihrem budget haushalten

schuldig sind das land die die fh mehr gefördert werden - wer sagt das? vielleicht tun die mehr!

gerade in wels wird unsere fh durch ihre forschungsprojekte und beteiligung der ansässigen wirtschaft sehr unterstützt! warum geht das bei den unis in wien nicht?

des problem sind die unis die sich nicht weiterentwickelten für sich selbst zu sorgen, immer wieder blokade zugangsbeschränkungen/studiumsgebühren ihnen vom verhandelten hochschulbudget durch den schlüssel weniger zusteht!

durch nichtstun kommt eben kein geld herein nur warten auf bund das sie für ausgleichszahlungen
sorgen ist zu wenig!

Schreck
26.08.2011 11:05

Weil meine Uni in Wien kritische Lehre betreibt und nicht am Rockzipfel irgendwelcher Unternehmen hängen soll. Deswegen geht das auf der Uni in Wien nicht.

niki123
26.08.2011 11:10

ist das die uni in wien, wo eine online veranmeldung für ihre studenten eine große hürde ist?

Schreck
26.08.2011 22:35

ja, weil Wien kein Kuhdorf, wo sich solche Neuigkeiten in 5 Minuten herumgesprochen haben.

skyrock
26.08.2011 09:21
der Herr Bildungsexperte

scheint zu übersehen, dass Steuern primär von der Mittelrschicht bezahlt werden. Insofern wäre die Einführung von Studiengebühren eine zusätzliche Belastung der unteren Einkommen, wenn sie nicht gleichzeitig sozial abgefedert werden.

Der Vorteil von Studiengebühren wäre aber zweifellos die Mitbeteiligung ausländischer Studenten, deren zusätzliche Kosten derzeit vom österr. Steuerzahler aufgebracht werden.

der letzte leser
26.08.2011 10:12

Jetzt habe Ich ihnen versehentlich rot gegeben, allerdings stimmt es, dass Studiengebühren eine Belastung für wenig vermögende Studierende sind.

Sünkel behauptet, dass keine Studiengebühren eine Umverteilung von arm zu reich wären. Wie bereits in früheren Wortmeldungen hat er nicht ansatzweise begriffen, dass es auch Studenten ohne nennenswertes Vermögen gibt. Offenbar ist in den Ideologien gewisser Milieus der Hochschulzugang für die Unterschicht nicht mehr vorgesehen. Wähnen sich manche schon wieder im Ständestaat?

jcMaxwell
26.08.2011 09:46
falsch..

erstens, die studiengebühren sind nicht abgeschafft; zweitens, studenten aus dem (nicht-EU) ausland müssen sehr wohl höhere gebühren zahlen.

Artefix
26.08.2011 10:16
Dier sind aber eine kleine Minderheit

gegenüber EU-Studenten (v.a.Deutsche), während für viele 3. Welt und ehemlige OSteuropa Länder Befreiungen und Ermäßigungen gelten. Hereinkommen tun da nur peanuts ...

zickzack
26.08.2011 09:14
Geldsystem

Geldsystem

Das wirkliche Problem ist das Geldsystem an sich!!!
Durch es wird immer weniger Geld für alle dasein, bis wir uns für die letzten Kröten gegenseitig zerreissen!

Ein neues Geldsystem muß her, sobald wie möglich!!

Schaut euch das an!!!

http://wirbelung.wordpress.com/2011/08/26/195/

exile in mainstream
26.08.2011 09:10

sehr bezeichnend wie die sog. elite des landes sich zu bettlern entwickelte wenn es um die finanzierung ihrer eigenen arbeitsplätze geht. sie haben eben kein pfund mit dem sie wuchern können

Zorro4
26.08.2011 08:57
Wärs nicht besser die Unis in Österreich überhaupt zu schliesen??

Ganz ehrlich, unsere Studenten,Uni-Absolventen hinken im internationalen Vergleich so dermaßen nach, das es vielleicht besser wäre,den UNI-Betrieb vorerst auszusetzen und stattdessen hoch gebildete Ausländer zb aus dem asiatischen Raum zu holen. Die können nicht nur mehr, sind viel besser ausgebildet, sondern kosten auch viel weniger.
Ich denke da auch an die Sicherheit der Bevölkerung. Was bringt uns schon ein Arzt der nichts von Medizin versteht??Ein Politikwissenschaftsstudent der glaubt wir hätten noch eine Monarchie (schon erlebt) ??

Artefix
26.08.2011 10:22
Sie haben wenig Ahnung und

wollen hier nur polemisieren und provozieren. Machen Sie Ihre Arbeit und lassen Sie anderen deren Job machen. Ich könnte auch den ganzen tag über ÖBBler, Beamte, Polizisten und Billaregalschlichter wettern, weil die zuwenig für unser BIP tun, falls Sie vertsehen was ich meine, was ich leider sehr bezweifeln muss.

Repariertwaseuchkaputtmacht.
26.08.2011 09:28

Also ich denke dass unsere Med-Unis international gar nicht mal so schlecht sind..

dr.no3
26.08.2011 08:52
warum nicht erstmal alle kriege beenden

an denen man beteiligt ist
...

Ivan Fedorov
26.08.2011 08:44
das motto der uni-/bildungspolitik in österreich:

immer weniger, immer billiger, immer schlechter.

das nenn ich zukunftsweisend.

Reich sein muss sich lohnen!
26.08.2011 08:53

"für die Studenten immer teurer" haben sie vergessen.

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