Belgrad - Die harte Haltung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zum
Kosovo stößt in Serbien auf entschiedene Ablehnung. Die Führung des Landes könne
Merkels Forderungen "in diesem Moment absolut nicht akzeptieren", sagte der
serbische Botschafter in Berlin, Ivo Viskovic. Die serbischen Zeitungen
zitierten am Mittwoch übereinstimmend Mitarbeiter aus der Staats- und
Regierungsspitze: So harte Bedingungen für eine weitere EU-Annäherung des
Balkanlandes seien nicht erwartet worden.
Merkel hatte bei ihrem Besuch in Belgrad verlangt, Serbien solle seine
Unterstützung für die Serben im Nordkosovo beenden. Die heute noch existierenden
"parallelen Strukturen" in Verwaltung, Polizei, Justiz, Zoll und Bildung dort
müssten abgeschafft werden, sagte sie zu Staatspräsident Boris Tadiæ in Belgrad.
Die kosovarische Regierung müsse ihr Einflussgebiet auch auf den mehrheitlich
von Serben bewohnten Norden ausdehnen. Serbien dürfe nicht weiter die Teilnahme
des Kosovo an internationalen Treffen boykottieren. (dpa/DER STANDARD, Printausgabe, 25.8.2011)