TU-Rektor Sünkel: "Wunderschöne Brücke mit zwei tragfähigen Pfeilern"
Alpbach - Universitäten und Fachhochschulen rücken näher
zusammen - zumindest in der Steiermark. Die Rektoren der TU Graz und
der FH Joanneum, Hans Sünkel bzw. Karl Peter Pfeiffer haben
Mittwochmittag am Rande des "Forum Alpbach" ein Kooperationsabkommen
unterfertigt. Die Zusammenarbeit umfasst die Bereiche Lehre,
Forschung und Infrastruktur und hat den ausdrücklichen Segen von
Bundes- und Landespolitik.
Umstieg leichter möglich
Die Kooperation ermöglicht etwa den einfacheren Umstieg auf ein
Masterprogramm oder den Besuch von Wahlfächern der jeweils anderen
Einrichtung, bringt gemeinsame Weiterbildungsmöglichkeiten für die
Lehrenden und soll den gemeinsamen Antrag für Forschungsprojekte
ermöglichen. Abstimmen will man sich auch bei der Anschaffung und
Nutzung neuer Infrastruktur.
Dass solch eine enge Zusammenarbeit keine Selbstverständlichkeit
ist, betonte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP). Er selbst
habe als Rektor in Innsbruck die Erfahrung gemacht, dass oft aus
"unedlen Motiven" wie Angst oder Neid die "unglaublich sinnvolle"
Kooperation vermieden worden sei. Immerhin habe er es geschafft, mit
der Einführung der Hochschulkonferenz eine bessere Abstimmung der
Einrichtungen in Tirol zu erreichen.
Auf Augenhöhe zu Unis
Die steirische Wissenschaftslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder
(ÖVP) meinte, die FH sei nun nach 15 Jahren erwachsen geworden und
könne sich so auf Augenhöhe zu den Unis öffnen. Sünkel betonte ebenso
wie Edlinger-Ploder, dass durch das gemeinsame Vorgehen auch
international ein stärkeres Auftreten machbar werde. Durch das
Bündeln der Kompetenzen werde eine kritische Masse erreicht, die es
ermögliche, selbstbewusst in den internationalen Wettbewerb zu
treten.
Letztlich handle es sich um ein "einzigartiges" Projekt, um eine
"wunderschöne Brücke mit zwei tragfähigen Pfeilern", schwärmte der
TU-Rektor. Auch Pfeiffer sprach von einem "Erfolgserlebnis". Die
beiden Hochschulen könnten sich ausgezeichnet ergänzen. Die
Berührungspunkte seien sehr groß, von Luftfahrt über Maschinenbau bis
zu Health Care Engineering. (APA)