10.000 Euro Preisgeld an Regisseure Christer Lundahl und Martina Seitl
Salzburg - Die Sieger des "Young Directors Project" 2011 der Salzburger Festspiele heißen Christer Lundahl und Martina Seitl. Die Regisseure setzten sich gegen vier weitere Theatergruppen durch und bekommen den von Montblanc gestifteten Young Directors Award für ihre Inszenierung "Symphony of a Missing Room". Diese Auszeichnung ist mit 10.000 Euro und einem exklusiven Max-Reinhardt-Füllfederhalter dotiert.
Die Jury, bestehend aus den Schauspielern Klaus Maria Brandauer und Birgit Minichmayr, dem Galeristen Thaddäus Ropac, der Kulturjournalistin Andrea Schurian und Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, begründete ihre Entscheidung mit der "hohen Qualität der Gedanken und Konzeption. (...) Die poetische Führung und Verführung in Fantasiewelten und eigene Innenräume wird zum Gesamterlebnis."
Lundahl und Seitl haben in ihrer Performance die Zuschauer in kleine Gruppen geteilt und durch das Museum der Moderne geführt. Dabei suggerieren via Kopfhörer eingespielte Sounds endlose Hallen, Grotten, Heizräume oder stark frequentierte Foyers. Menschen laufen und stampfen und erzeugen Geräusche und vermitteln den Eindruck von Ereignissen, die optisch nicht stattfinden. Dann gibt es weiße Augenbinden, der Fokus des Sinnlichen wird auf die Berührung fremder Hände gelenkt.
Die Stimme im Ohr malt Bilder und konfrontiert mit dem eigenen Innenleben - Christer Lundhal und Martina Seitl haben nicht eigentlich Theater gemacht, sondern eine Art Meditationsanleitung gegeben und Selbsterfahrung theatralisch inszeniert.
Konfliktfrei lief die Kür zum Sieger des "Young Directors"-Awards 2011 aber keineswegs. Für Diskussionen hat besonders der Umgang der Jury-Mitglieder Brandauer und Rabl-Stadler mit zwei der fünf Produktionen gesorgt. Beide Juroren waren vorzeitig gegangen, Rabl-Stadler soll sich sogar lautstark und abwertend geäußert haben. Thomas Oberender, Schauspielchef der Festspiele und inhaltlich für das YDP letztverantwortlich, sagte, er verstehe, dass diese Vorgangsweise für die Künstler kränkend gewesen sei. Aber: "Auch das Verlassen einer Vorstellung ist eine Art von Bewertung." Der Wettbewerb sei also regulär. (APA)