Minenfelder ohne Aufzeichnungen angelegt - Eigene Soldaten irrtümlich getötet
Istanbul - Der kürzlich zurückgetretene Generalstabschef der türkischen Armee hat nach Medienberichte schwerwiegende Fehler und Missstände bei den Streitkräften im Kampf gegen die kurdischen PKK-Rebellen eingeräumt. In einer internen Rede vor seinem Rücktritt Ende Juli habe General Isik Kosaner gesagt, die Zustände bei der Armee seien „eine Schande“, berichteten mehrere Zeitungen am Mittwoch übereinstimmend. Die Rede soll von einem Zuhörer aufgezeichnet und ins Internet gestellt worden sein.
In der Rede berichtete Kosaner den Meldungen zufolge, die Armee habe im Kurdengebiet Minenfelder angelegt, ohne festzuhalten, wo die Sprengsätze genau vergraben wurden. Soldaten seien von der eigenen Truppe erschossen worden, Offiziere hätten ihre Einheiten in Gefechten gegen die PKK im Stich gelassen. Umständliche Befehlswege und ein Mangel an Koordination hätten rasche Antworten auf PKK-Angriffe verhindert. „Unglaubliche Geständnisse“, lautete die Schlagzeile der Zeitung „Zaman". Die von der Türkei und vom Westen als Terrororganisation eingestufte Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) kämpft seit 1984 gegen die türkische Armee; in dem Konflikt sind mehrere zehntausend Menschen ums Leben gekommen. (APA)