Hochschulplan

Zugangsregeln verhindern drohendes Mittelmaß

Interview | Lisa Aigner, 24. August 2011, 10:59
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    Schenker-Wicki mit Töchterle bei der Präsentation der Empfehlungen.

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    "Es gibt das Problem, dass an verschiedenen Orten so viele Studierende ins System drängen, dass ein Großteil der universitären Ressourcen für die Lehre verwendet werden muss".

Andrea Schenker-Wicki hat bei den Hochschulplan-Empfehlungen mitgearbeitet und erklärt, wieso es die Schweizer Unis leichter haben

"Er kommt aus den Bergen und Bergler haben ja bekanntlich harte Köpfe", sagt Andrea Schenker-Wicki über Wissenschaftsminister Töchterle. Sie glaubt, dass er Studiengebühren und Zugangsregeln einführen kann. Schenker-Wicki ist Mitglied jener Expertengruppe, die Empfehlungen für den Hochschulplan entwickelt hat. Die Schweizerin glaubt, dass neue Führungsstrukturen, Zugangsregeln und Studiengebühren den Hochschulstandort Österreich wieder attraktiver machen werden.

***

derStandard.at: Sie haben sich eingehend mit dem österreichischen Hochschulsystem auseinandergesetzt. Was ist ihr grundlegender Befund?

Schenker-Wicki: Österreich hat ganz große Stärken und große Traditionen in vielen Fächern. Das Land hat hervorragende Wissenschafter und macht 1a-Forschung an vielen Universitäten sowie außeruniversitären Einrichtungen. Es gibt aber das Problem, dass an verschiedenen Orten so viele Studierende ins System drängen, dass ein Großteil der universitären Ressourcen für die Lehre verwendet werden muss, sodass für die Forschung nicht mehr viel übrigbleibt. Dies ist der Fall, weil die Universitäten in vielen Fächern alle Studierenden aufnehmen müssen, die kommen, auch wenn sie ihnen weder genügend Infrastruktur noch die notwendige Betreuung anbieten können. Dies macht nicht nur die Studierenden unzufrieden, sondern deprimiert auch die Lehrenden, die ja eigentlich - und da spreche ich aus Erfahrung als Universitätsprofessorin - den jungen Menschen möglichst viel aus ihrem Fach weitergeben und das Beste aus diesen jungen Menschen herausholen möchten.

Wenn nun eine Universität oder eine Fakultät den größten Teil ihrer Ressourcen für die Lehre einsetzen muss, fehlen ihr Ressourcen für die Forschung. Da die Forschung aber wesentlich zum Selbstverständnis einer Universität beiträgt und sich die Reputation einer Universität zu einem großen Teil über die Forschung aufbaut, droht hier der Universität ein wichtiger Pfeiler wegzubrechen. Dies führt dann in letzter Konsequenz dazu, dass es immer schwieriger wird, gute Nachwuchskräfte zu halten oder international rennommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu berufen, weil die Arbeitsbedingungen nicht attraktiv genug sind und eine wissenschaftliche Profilierung nicht möglich ist. Wenn in Österreich am bestehenden System nichts geändert wird, dann drohen die Universitäten in die Mittelmäßigkeit abzudriften. Das ist nicht unser Befund, sondern dies haben uns alle Stakeholder, mit denen wir im Verlaufe der letzten Monate gesprochen haben, unisono gesagt.

derStandard.at: In Ihrem Bericht fordern Sie Zugangsregeln. Welche Methode würden Sie empfehlen?

Schenker-Wicki: Wir fordern keine Zusgangsregeln, wir empfehlen diese. Wie diese genau ausgestaltet werden sollen, würden wir den Universitäten überlassen. Ich persönlich würde ein nicht allzu komplexes System auf die Beine stellen, weil es ja auch noch mit einem vernünftigen Aufwand administriert werden muss. Was wir aber skeptisch sehen, ist die Studieneingangsphase, wie sie jetzt gehandhabt wird. Unseres Erachtens wäre es besser, einen Entscheid, ob eine Studentin oder ein Student zugelassen ist, vor Beginn eines Studiums zu fällen, damit anschliessend studiert werden kann und keine wertvolle Lebenszeit verloren geht. Ich persönlich würde, falls notwendig, einen Mix vorsehen: zum Beispiel Maturanote und Eignungsprüfung kombiniert, damit die Tagesverfassung etwas weniger entscheidend ist oder auch eine Kombination mit einem entsprechenden Interview.

derStandard.at: Glauben Sie, dass viele von Ihren Vorschlägen auch umgesetzt werden?

Schenker-Wicki: Das ist vor allem eine politische Frage, die ich so nicht beantworten kann. Ich traue es aber Ihrem Bundesminister Töchterle durchaus zu, dass er etwas bewegen kann. Er kommt aus den Bergen und Bergler haben ja bekanntlich harte Köpfe. Es braucht zwar sicherlich viel Überzeugungskraft und auch Durchhaltewillen, aber der Bundesminister möchte ja das Beste für Ihr Land und Ihre Hochschulen und er möchte vor allem, dass die jungen Menschen so gut wie möglich ausgebildet werden, damit diese jungen Menschen helfen, den Wohlstand und die hohe Lebensqualität in Österreich zu erhalten. Dass dies ein ganz wichtiges Anliegen ist, führt uns die Haushaltskrise in der EU und in den USA gerade jetzt ganz deutlich vor Augen. Wie lange eine Umsetzung dauert, und welche unserer Vorschläge tatsächlich auch umgesetzt werden, kann ich Ihnen natürlich nicht sagen. Es kommt aber immer wieder vor, dass die Zeit für eine Änderung plötzlich reif ist und dann kann es ganz schnell gehen. Und es könnte auch sein, dass sich die Prioritäten in der Politik ändern und auch dann sieht alles anders aus. Ich denke hier zum Beispiel an zusätzliche Investitionen in die Bildung, wie wir dies ganz am Anfang unseres Berichtes angesprochen haben.

derStandard.at: In der Schweiz stehen die Universitäten wesentlich besser da, aber es gibt kaum Zugangsbeschränkungen. Was macht die Schweiz besser?

Schenker-Wicki: Wir haben wesentlich weniger Studierende als Sie in Österreich haben. Wir haben an den Universitäten rund 131.000 Studierende, zusätzlich an den Fachhochschulen und Pädagogischen Schulen nochmals 75.000. Das macht insgesamt 206.000 im Gegensatz zu Österreich, wo es an den Universitäten 255.000 und an den Fachhochschulen etwa 36.000 Studierende gibt. Außerdem haben wir mehr Geld im System, sodass insgesamt die Betreuungsverhältnisse und die gesamte Ausstattung, die wir zur Verfügung stellen können, besser ist. Unser System hat noch Kapazitäten, natürlich nicht überall. So gibt es zum Beispiel bei uns in den medizinischen Fächern eine Zugangsbeschränkung. Des Weiteren dürfen wir auch einen Teil unserer Masterstudierenden aussuchen und auch die PhD werden an unserer Fakultät nach relativ strengen Kriterien ausgewählt. Der Zustrom aus dem Ausland hält sich zurzeit in Grenzen, nicht zuletzt auch deshalb, weil ein Studium in der Schweiz aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten eine sehr teure Sache ist.

derStandard.at: Gibt es in der Schweiz eine ähnliche Debatte um das Uni-Budget? Hier drohen Rektoren damit, Studienrichtungen schließen zu müssen, wenn nicht bald mehr Geld zur Verfügung gestellt wird.

Schenker-Wicki: Es gibt natürlich immer wieder Debatten ums Geld, aber so wie die Debatte in Österreich geführt wird, findet diese bei uns nicht statt. Wir verfügen über ganz andere Finanzierungsstrukturen als Österreich. Wir haben ein Dreisäulenprinzip: den größte Teil bezahlt der Träger, das heißt die Kantone. Ein weiterer Teil kommt vom Bund und ein dritter Teil von den anderen Kantonen, als sogenannter horizontaler Finanzausgleich. Dies funktioniert so, dass ein Kanton für die Ausbildung seiner Studierenden einen angemessenen Preis zahlt, sofern die Studierenden in einem anderen Kanton studieren. Das ist übrigens auch das System, das wir für die EU-Debatte vorschlagen. Unser Dreisäulenprinzip hat sich sehr bewährt, weil es relativ stabil ist. Zusätzlich haben wir in der Schweiz sehr viel mehr private Drittmittel von Seiten der Wirtschaft im System. Die Universitäten werden zu 16 Prozent die Fachhochschulen zu 20 Prozent von der Wirtschaft finanziert. Tendenz steigend. Es gibt für mich übrigens keinen Grund, warum eine vermehrte Einbindung der Privatwirtschaft nicht auch in Österreich funktionieren sollte.

derStandard.at: Glauben Sie, dass man in Österreich bei der Qualität der Unis wirklich einen großen Sprung machen kann, wenn man die Budgets erhöht und Zugangsregeln einführt?

Schenker-Wicki: Und die Governance neu konzipiert! Von heute auf morgen wird dies nicht gehen, aber es ist unseres Erachtens der richtige Hebel. Damit setzt man sich selbst verstärkende Prozesse in Bewegung, die dann plötzlich die gewünschte Dynamik entwickeln können. Das funktioniert in etwa so, dass sie gute Arbeitsbedingungen für talentierte Forscherinnen und Forscher schaffen, die Reputation aufbauen. Dies führt dann dazu, dass die Arbeitsplätze noch attraktiver werden, was wiederum neue gute Leute anzieht und auch für die Studierenden ein optimales Umfeld schafft. Zusätzlich haben Sie in Österreich den Vorteil, dass die Lebensqualität in ihrem Land sehr hoch ist. Dies spielt bei Berufungen oder Verhandlungen auch immer eine wichtige Rolle. Die Voraussetzungen wären also in dieser Hinsicht ideal.

derStandard.at: Wie viel Zeit haben Sie in dieses Projekt investiert?

Schenker-Wicki: Das kann ich nicht sagen, jedenfalls viel Zeit. Wir haben in der Gruppe und auch mit den Stakeholdern unzählige Gespräche und Diskussionen geführt und das Projekt hat mich bis in meine Träume verfolgt. Insgesamt war es eines der herausforderndsten und spannendsten Projekte, die ich je durchgeführt habe. Ich habe sehr viel über Ihr Land gelernt und es war nicht nur mir, sondern auch meinen beiden Kollegen, eine grosse Ehre, am Projekt Hochschulplan mitzuarbeiten. (derStandard.at, 24.8.2011)

ANDREA SCHENKER-WICKI (52) ist Professorin für Betriebswirtschaftslehre im Bereich "Performance Management" an der Universität Zürich. Sie ist Leiterin des MBA-Programms.

Kommentar posten
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Gert Bachmann
 
01
29.8.2011, 04:43
Präzisierung: Mittelmaß an der Uni Folge der "Exzellenz"

Noch eine Präzisierung: Mittelmaß ist an der Uni sicher keine Folge von zu vielen, "niveaulosen" Studierenden. Die Studierenden haben alle die Matura abgelegt und eine Mindestqualifikation bewiesen.
Anders bei den ProfessorInnen die nur noch Publikationen wollen.
Mittelmaß und schlechte Noten sind an der Uni ausschließlich ein Armutszeugnis für Qualität und Betreuungsverhältnisse der Lehre. Eine Lehre, die bewußt hinter dem Begriff "moderne Forschungsuniversität hintangestellt wurde und auch im Expertenbericht als Kostentreiber bedauert wird, dem nur mit Reduktion und Verlangen von Geld statt Ausbau beizukommen sei.
An der Evaluierung der Lehre/Lehrebeauftragten (aus gutem Grund geheim) will sich hier kein Rektor die Finger verbrennen.

Gert Bachmann
 
01
27.8.2011, 13:06
Ein wenig Exzellenten und Experten- Psychologie

Wenn es etwas gibt, das soziopathisch veranlagte Menschen oder Sozioparasiten differentialdiagnostisch kennzeichnet, dann ist es das Bedürfnis, für nachkommende Generationen immer restriktivere Regeln aufzustellen, welche für die Soziopathen selbst nicht galten.
So wird die persönliche Unzufriedenheit über die mangelnde Würdigung des erkrankten Ego in sadistischer Weise an einen großen Personenkreis transportiert:
"Mein Leben war hart, ich bin in meinem Egotrip nicht ausrechend respektiert worden, deswegen sorge ich dafür, daß die anderen auch leiden müssen."
oder:
"Mein Wohlstand baut zwar auf anderer Leute Arbeit/Leichen auf, aber damit es keiner merkt , mach ichs allen schwer und belohne die Speichellecker als "Excellente". </ironie>

Garfield2
00
26.8.2011, 11:13
Die Schweiz hat viele Probleme nicht weil sie nicht bei der EU ist und Bildung dort was wert ist!

Wir hatten das ja auch schon, wie jetzt in der Schweiz eingefuehrt, dass jeder Deutsche einen Studienplatz in Deutschland nachweisen muss, bevor er/sie zu uns kommt.

Zusaetzlich muss man in der Schweiz Studiengebuehren zahlen, wenn auch nicht viel. An der ETH zB sind es ugf 500 Euro/Semester. Da wird das Studium dann gleich was wert und EU-Auslaender beteiligen sich an den Kosten.

Und Schenker-Wicki hat es richtig angesprochen, die hohen Lebenserhaltungskosten in der Schweiz + Studiengebuehren machen fuer einen Deutschen das Studium dort mal locker 3x so teuer als in Oesterreich.

Um nicht immer auf den Deutschen herumzureiten, der groesste Unterschied liegt einfach darin, dass man in der Schweiz Geld in die Hand nimmt fuer die Unis!

Maximilia
 
01
26.8.2011, 09:17
Studiengebühren & Zugangsbeschränkungen

Zugangsbeschränkungen gibt es ohnehin schon seit man denken kann, die jammern sich den Rachen voll, statt sie was arbeiten, wie andere auch - ´man kommt in diese Lehrveranstaltungen (LV) ohne hin nicht rein, da können sich 100.000 Studenten melden. Die LV sind auf eine Teilnehmeranzahl von ca. 25 -35 (max.) beschränkt.

Also soviel zu unseren Experten, die sollten vielleicht nocheinmal eine Prüfung im "Wie sieht das Studium praktisch aus", ablegen.

Eine Schweizerin als Expertin, -:) die sind ja nicht einmal bei der EU dabei und müssen gar keine dieser Anforderungen erfüllen- also was soll das !

Wie wäre es, wenn wir auch nur Studierende (Deutsche etc..) aus dem Ausland mit Numerus clausus aufnehmen, dann haben wir viele Probleme gelöst

Carlos Clementin
02
25.8.2011, 12:37
Die Jobaussichten des Studiums

sollte dann aber so hoch sein, dass man mit einem Job auch die Studiengebühren locker wieder hereinarbeiten kann.
Derzeit ist es aber so, dass großteiles nicht mal durch den Zeitaufwand verlorene Einkommensverlust mehr ausgeglichen werden kann.
Ich spreche nicht nur vom Jus BWL und sonstigen Massenstudien.

Daher einfaches Mittel: Zeigen sie den Schülern vor Wahl einer Mittelschule oder Facharbeiterausbildung, was der Facharbeiter , Handwerker, und was dann ein Uniabsolvent verdienen wird (nicht die vitamin B-Pöstchen der Reichen zeigen).
Die Zahl der Gymnasiasten und somit Studenten wird drastisch sinken.

Verbatim
01
25.8.2011, 12:02

Wir können froh sein wenn die Breite Masse überhaupt Mittelmaß erreicht bzw. ist ....

La Balance
00
25.8.2011, 10:29

Sie fordern Zugangsregeln und überlassen das "WIE" den Universitäten! Wie lange sollen sie noch herum tümpeln ohne einer passenden Lösung? Es geht ja bei dieser Problematik um das WIE. Wenn schon das Wort erhoben wird, dann mit einem passablen Lösungsvorschlag - wie es gemacht werden könnte, wo qualitative Verbesserungen beobachtbar waren, Forschung und Lehre besser vereinbar sind,....

Quasselmodo
23
25.8.2011, 10:01
Grandiose Argumentation

Damit diejenigen, die in ihrer aktuellen Situation sicher unter die Kategorie finanzielle Underdogs fallen (eben die Studenten), auch "ordentlich" und "motiviert" agieren, muss man ihnen noch was wegnehmen.
Mit dem abgepressten Geldtröpfchen werden dann die jahrzehntelang zugrundegesparten Unis gerettet.

hejasverige
 
11
25.8.2011, 09:09
Studiengebühren im Kontext...

Warum in Österreich so viele Menschen gegen Studiengebühren wettern, ist mir eigentlich nicht ganz begreiflich.

Wer ist denn eigenlich noch _gegen_ Studiengebühren? Nicht die Unis, nicht die Manche Studenten, die dogmatisch den "freien Unizugang" fordern. Wir müssen uns eben auch überlegen, wie wir unser Unisystem finanzieren können.

500 Euro pro Semester scheinen mir für Studenten ein akzeptabler Kompromiss zu sein - wenn im Gegenzug die Qualität der Ausbildung entsprechend angehoben wird. Das passiert vmtl. ohnehin, wenn Studiengebühren mit Studienplatzbeschränkungen gekoppelt werden.

Ich spreche hier nicht von der Bildung machtgeiler Eliten wie an k€50/Jahr Unis in den USA, sondern von einer gezielten Anhebung des Ausildungsniveaus.

Gert Bachmann
 
01
28.8.2011, 03:25

warum: weil wir in Ö viel Steuern, u.a. dafür, zahlen, weil besteuern von Menschen in Ausbildung ohne verdienst Unsinn ist.

Lehrlinge etwa bekommen ein Gehalt, verdienen als Professionisten oft mehr ... nur der nymbus "unnötiger akademiker" führt zu dieser Perversion, der Kommerzialisieriúng im deutsch angloamerikanischen Raum nachzueifern ist dumm

was so an Geld zustande käme wäre ist 1% des nötigen, bei hypothetischen Ausgleichsstipendien ergibt sich ein Nullsummenspiel mit hohem Verwaltungsaufwand, also u.U. sogar ein minus

wenn: wenn das Wörtchen wenn nicht wär: es gibt keine gute Betreuung, es gibt kein gutes Stipendiensystem, der so oft von der VP zitierte Leistungsträger Mittelstand, den es zu entlasten gälte wird erneut gemolken

wizenstain
01
25.8.2011, 06:38
Zugangsregeln und Studiengebühren den Hochschulstandort Österreich wieder attraktiver machen

der hochschulstandort Österreich ist attraktiv - woher kommt sonst die nachfrage?

sonne-licht
 
10
25.8.2011, 08:26
attraktiv?

die studenten in österreich kommen aus schichten die kein auslandsstudium machen,
da ihre kenntnisse und flexibilität nicht ausreichend sind,
sie es lieber in kauf nehmen ohne studiengebühren billig auf staatskosten zu studieren als vorher schon etwas zu investieren,
egal wie gut die matura abgeschlossen studieren darf ohne weiteren aufwand,
es bei uns keinen numerus clausus gibt

jedem sollte klar sein beim unistudium sind auch vom studenten beiträge zu leisten und damit meine ich nicht nur anwesenheitspflicht und konsum!

wer will den schon solchen nachwuchs wie kurz, rudas oder pelinka wieter in österreich sehen?

sobalds am tropf sitzen, vertrettens nur ihren wirtschaftlichen eigennutz ohne lösungsbereitschaft

Gurkenhobel
00
28.8.2011, 10:48
http://derstandard.at/plink/131... id22648602

lesen.
btw: Das Fräulein Ruds hat von Anfang bis Ende ihres Studiums Studiengebühren bezahlt! d.h. sie wäre uns NICHT erspart geblieben, egal wie, weil sie eben einflußreiche bis wohlhabende Verwandte hat

Gert Bachmann
 
01
28.8.2011, 03:36
Sie wissen wenig und haben viele Vorurteile

falsch bei uns machen sehr viele ihr Doktorat im Ausland,
uns allen sollte klar sein wie mies die Betreuungsverhältnisse bei uns derzeit sind und das die VP die Unis kaputtgespart hat, und das Gebühren für null Leistung krasser Unfug sind, denn die in die uni zu investierenden Steuergelder werden für SPÖVP genehme Prestigeprojekte umgepolt (Banken Eurofighter, Tunnels, Carboncredits)
Gebühren gibt es gerechtfertigterweise nur für Spezzialleistung, also gute Betreuung und gute Universitätsversorgung durch Staat oder private Geldgeber, Gebühren für nix? Luftsteuer? Existenzberechtigungssteuer? Finden Sie, daß Sie zuwenig Steuer zahlen?

X Y
00
25.8.2011, 07:36
Sie

meint ja nicht die deutschen Numerus clausus Flüchtlinge.

MundMs
22
24.8.2011, 21:40
Was macht diese Dame zur Expertin?

Sie ist Professorin für BWL in der Schweiz.

Sie weiß wie Betriebe geführt werden und hat Ahnung von Problemen, die kleine Länder mit Unifinanzierung haben.

Die Universität ist aber kein Betrieb, sondern eine gesellschaftliche Institution. Ihr liegt also eine vollkommen andere Eigenlogik zu Grunde. Natürlich fällt dieser Person nichts anderes ein als die Leistung der Uni von denen, die die Leistung erhalten zu bezahlen (alles andere wäre betrieblicher Selbstmord).

Als Schweizerin hat diese Frau allerdings keine Erfahrung mit dem EU-Recht bezogen auf universitäre Finanzierung, weswegen ihr Wissen von schweizerischen Lösungen bezüglich Finanzierung keine Relevanz für die Problemlösung in Ö besitzt.

BrainDrainer
21
25.8.2011, 09:20

Was macht Sie eigentlich zum Experten?
Sollten Sie Rektor an einer österreichischen Universität sein, kennen Sie die Probleme sicher eher im Detail.
In (fast) allen anderen Fällen ist Ihre Aburteilung dieser Dame (ob man mit Ihr übereinstimmt oder nicht tut nichts zur Sache) anmaßend und unwürdig.

MundMs
00
25.8.2011, 13:49
nein ich bin kein Experte

aber ich habe Gründe genannt, warum auf die Expertise dieser Dame verzichtet werden kann.

Sie hingegen haben kein einziges Argument genannt, warum eine Aburteilung dieser Dame meinerseits anmaßend sei (immerhin war es eine argumentierte Feststellung und keine Beschuldigung)

ein kleiner Tip... vielleicht haben Experten die Weisheit doch nicht mit Löffeln gefressen?:
http://www.youtube.com/watch?v=FQZnJRcIggk

MundMs
11
24.8.2011, 21:49
das heißt alleine die Kenntnis des Problems macht diese Frau schon zur Expertin

Auch wenn sie keinerlei Erfahrung mit den Zuständen in Österreich hat.

Das heißt nach dieser Logik ist beinahe jede/r österreichische StudentIn mindestens so viel Experte wie sie, diese würden sogar für weniger Geld ihre Expertise zur Verfügung stellen, also wie man in diesen Kreisen so schön sagt, eine WIN-WIN Situation: Mehr Wissen für weniger Geld.

Noch eine abschließende Bemerkung zu dem Zahlenkarussell der letzten Tage:

In der Schweiz studieren 131.000 auf Unis
In Österreich 106.000, da wir ja seit gestern wissen, dass 100.000 nur einen Tag studieren (also garnicht studieren) (206-100=106)

Denn wer als StudentIn nicht auf die Uni geht, nimmt kein Lehrangebot oder Platzangebot in Anspruch, kostet der Uni also eigentlich nichts.

X Y
00
25.8.2011, 07:43
Das weiß die Uni aber erst viel zu spät

Der Platz muss ja trotzdem geschaffen werden, was Geld kostet. Wenn dann die Hälfte nicht zur VO kommt, besteht trotzdem die Möglichkeit, dass sie irgendwann zur Prüfung antanzen.
Probleme haben manche überforderten Studien. Wenn Sie behaupten, die haben eigentlich gar nicht zu viele Studenten, stimmt das halt leider überhaupt nicht.

keep cool1
 
02
24.8.2011, 20:35
Weniger ist oft mehr!

Mehr Klasse als Masse, das 3-Säulenprinzip. das Recht der Universitäten, sich ihre Studenten selbst auszusuchen (was in unseren FH's ohnehin längst praktiziert wird) und nicht mehr Bewerber aufnehmen, als Studienkapazitäten und Lehre verkraftet. Beeindruckend logisch!
Österreich sollte öfters internationale Experten am Beispiel Andrea Schenker-Wicki einladen - statt im eigenen komplexen parteipolitischen Sumpf und Hick-Hack zu schmoren und zu stagnieren!

xes
00
24.8.2011, 18:31

Na dann keine Zugangsregeln, damit wir endlich wieder das Mittelmaß erreichen.

mittelmass
00
24.8.2011, 18:18

Das Mittelmaß ist gewollt - in der Schule und auf der Uni. Wäre ja noch schöner, wenn sich in den Bildungseinrichtungen plötzlich Ehrgeizler mit Gestaltungswillen entwickeln würden - das Gefüge aus Duckmäusertum und Phlegma wäre stark irritiert.

Tdjodorov
00
24.8.2011, 17:35
Ein Hoch auf das Mittelmaß!

Eliten bilden sich automatisch.

Kelbo
11
24.8.2011, 16:36

Die Schweiz ist der Blutegel Europas. Die picken sich die Rosinen wie sie wollen und gehen keine Verpflichtungen ein. Die beschränken die Uni gegen Ausländer und haben damit keine Deutschen-Flut.

Tipps von dieser "Expertin" sind so überflüssig wie ein Kropf!

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