Salzburg-Graz gestrichen

Ex-ÖBB-Manager kritisiert Streckenkürzung

23. August 2011, 19:21
  • Artikelbild
    foto: apa

    Zwischen Graz und Salzburg verkehren nur mehr drei tägliche Garnituren. Zu wenig, sagt Günther Penetzdorfer.

Verkehrsberater spricht von "Fehlentwicklung"

Salzburg - Die Halbierung der Verbindung Graz-Salzburg von täglich sechs auf drei Züge sei eine "absolute Fehlentwicklung" für den inneralpinen Nahverkehr, kritisiert der Verkehrsberater Günther Penetzdorfer. Die regionale Funktion dieser Strecke dürfe nicht außer Acht gelassen werden. Die ÖBB argumentiert, die Verbindung werde ausgedünnt, weil zu wenige Fahrgäste das Angebot nutzen. Für den Ex-ÖBB-Manager Penetzdorfer eine haltlose Begründung: "Wenn das Angebot für die Zugstrecke Salzburg-Graz attraktiver wäre, wäre auch die Nachfrage größer." Es müsse ein qualitativ hochwertiges Angebot geschaffen werden, das vor allem von der räumlichen und zeitlichen Verfügbarkeit abhängig sei.

Als technische Lösung für die Verbindung Salzburg-Graz schlägt der Fahrplanexperte eine Fahrt mit Flügelzügen vor. Dabei soll der Zug von Salzburg nach Bischofshofen mit zwei Triebwagen gekoppelt fahren. Dort werde der Zug dann geteilt: Ein Zug fährt weiter nach Graz, der andere nach Wörgl. So könnte Wörgl wie bisher im Einstundentakt erreicht werden und Graz im Zweistundentakt. Gleichzeitig könnte mit einer erhöhten Seitenbeschleunigung und kürzeren Aufenthalten in den Bahnhöfen die Fahrtzeit nach Graz von vier Stunden auf dreieinhalb reduziert werden. Das würde die Strecke nicht nur für die Kunden attraktiver machen, sondern auch die Kosten um 30 Prozent reduzieren, betont Penetzdorfer. (ruep, DER STANDARD, Printausgabe, 24.8.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 106
1 2 3
revisor69
 
00
28.8.2011, 09:09
Es folgen weitere Kürzungen

Nachdem das inneralpine Kreuz (Verbindungen Graz, Linz, Salzburg) halbiert bzw. kräftig ausgedünnt wurden, folgt der nächste Streich über die Tauernbahn. Die ÖBB werden es schaffen, daß die Leute gleich mit dem Auto fahren, denn so sauber sind die ÖBB auch nicht, verbratens sie doch auch Atomstrom!

Aber eine Freude wird der Zielnetzplan 2025: Es werden nur mehr die Hauptbahnen (Westbahn und Südbahn) übrig bleiben, der Rest wird eingestellt oder an die Länder abgegeben. Vor der Schließung verbraten die ÖBB noch jede Menge unser wertvolles Steuergeld! Rechnungshof, wo bist Du? (Anmerkung: derzeit ist Prüfungsplanung)

Der Ferdl
01
25.8.2011, 08:14
Früher wars für den Reisenden Arbeiter am Besten in Graz zu wohnen...

Linz, Salzburg und Wien mit Öffis direkt erreichbar, beste Wohnqualität Österreichs.

Nu is schluss mit lustig.
Unendliche Fahrzeiten nach Linz und nun auch nach Salzburg, das macht kan Spaß mehr.

Saurer Apfel Wasserschädel Wien, ich komme ...

Ist mir unverständlich, unendlich viel Kohle in die Westbahn und die Semmeringstrecke zu blasen und dabei 2 weitere Alpentransversalen völlig in die Tonne zu treten.

Ska1988
00
25.8.2011, 07:03

Ich weiss nicht wie viel 90db sind, aber ich weiss wie laut Züge sein können keine Sorge.
Ich habe seit meiner Kindheit sowohl daheim als auch bei vielen Verwandten immer in direkter Nachbarschaft oder zumindest in Hörweite zu diversen Bahnstrecken gewohnt. Da waren sowohl Hauptstrecken als auch Nebenbahnen mit ungesicherten Eisenbahnkreuzungen (bei jeder muss der Tfz Signal geben) dabei.
Es gibt in Österreich viele Strecken auf denen in der Nacht Betriebssperre herrscht allerdings ist das natürlich nicht überall möglich da Güterzüge nunmal auch in der Nacht rollen müssen, da untertags einfach kein Platz ist.
Sie wollen mir ernshaft erzählen an der Eichenstrasse wo auch in der Nacht noch relativ viel Autoverkehr ist und die Strassenbahn

Ska1988
00
25.8.2011, 07:12

...durchdonnert ist die Bahn ihr grösstes Problem !?
Hörens mal genauer hin !!!
Und Apropos seit man den Güterbahnhof in Matzleinsdorf geschliffen hat und dort die neue Zugförderung gebaut hat, gibt es Richtung 12ten Lärmschutzwände...

Ska1988
00
25.8.2011, 07:15

Ich habe vergessen zu erwähnen:

Die 2 vorhergehenden Postings gingen an User: "Zbigniew Parys"

sepp schilehrer
16
24.8.2011, 14:55

Das perverse ist ja, dass der Kern langfristig mit seinen blöden ÓBB-Bussen auf dieser Strecke fahren will.

Wie blöd kann eine Verkehrspolitik sein, auf der einzigen STrecke, wo die Strasse nicht wirklich eine Alternative (B 320) darstellt, die Eisenbahn quasi einzustellen. Viel Spass im Intercity-Bus im Stau vor Wörschach oder Liezen...

Zuerst werden die Züge halbiert und in drei Jahren fährt kein Zug mehr.

Und unsere Zahnarzthelferin am Minister-Schreibtisch schaut tatenlos zu. Genau wie der Bürgermeister der WM-Stadt Schladming...

Bertel Mann
00
25.8.2011, 13:07
Dann wird eben die Westbahn diese tollen Strecken bedienen

Also was soll's

01052004
00
24.8.2011, 16:08

öbb bzw kern sponsored by asfinag and omv???

CEKA
02
24.8.2011, 13:56

wichtiger scheint der ÖBB-Führung zu sein ein neues Westbahnhofmonster hinzubauen das ab 2014 keiner mehr braucht, oder diverse überdimensionierte Löcher zu bohren! Etwas Geld für vernünftige Fernverkehrsverbindungen in die Hand zu nehmen ist da natürlich nicht mehr drinnen.
Mir scheint da hat die Baulobby (ist dort nicht der Gusi unter Vertrag?)und die Frau Infrastrukturministerin (und der ehemalige Infrastrukturminister Fei..) ganz schön was dazu beigetragen. Wo da nur wohl die Umwegrentabilität liegt - ein Schelm der da was Böses denkt .....

milchmann
05
24.8.2011, 14:00
Sie verstehen das falsch

Das ist kein bahnhof sondern ein Einkaufszentrum mit Gleisanschluss

Dilbert
12
24.8.2011, 12:34

Jeder Private darf sich in dieser Relation beweisen.

kbust
00
24.8.2011, 13:22

wohl eher eine Frage der Finanzierung um die Qualität der Verbindungen erst einmal aufzubauen.

Gerfried Leberbauer
01
24.8.2011, 12:11
Es gibt tatsächlich auch eine direkte Verbinung?

Immer wenn ich Salzburg - Graz gefahren bin, musste ich in Bischofshofen oder Selzthal oder irgendwo da in der Gegend umsteigen.
Wusste gar nicht, dass man die Strecke in einem durch fahren kann. Diese ÖBB, die sind auf zack!

Quim Barreiros
00
24.8.2011, 14:58

Das war früher - irgendwann in den 90er-Jahren. Derzeit gibt es alle 2 h eine direkte Verbindung.

Kontrahent1
10
24.8.2011, 12:20
Das ist wie bei Graz-Linz.

Die Diretissimaverbindung gabs um 6 Uhr früh, nahezu nicht erreichbar aus dem Umland, dann wurde sie ersatzlos mangels Auslastung gestrichen. Aber in Selzthal hat sich niemand darum gekümmert, wie voll der Bahnsteig zu anderen Zeiten von Umsteigern war.

AlexderK
08
24.8.2011, 11:43
Kein Wunder dass er ex-Manager ist...

Er hätte gute Ansätze und Ideen.

Jeder Bahnkunde ärgert sich über schlechtesten service, meist nicht funktionierende Klimaanlagen und von sbg nach Graz kann man locker drei mal rauchpause am Bahnhof machen.

Kein Wunder dass alle Auto fahren, ist zwar viel teurer aber der service gut (mein eigener) und statt 4 braucht man nur 2 1/2.

Die ÖBB geht ausschliesslich in die falsche Richtung.
Bald ist sie privatisierungsfähig und dann fährt bald gar nix mehr vernünftig. Schade.

armin delmenhorst
 
01
24.8.2011, 11:42
Vielleicht nimmt sich Hasselsteiner

darum an. Warum wird nicht eine attraktive Linie München - Graz bzw. weiter nach Süden angeboten.

Man kann nur hoffen, dass das Westbahn-Experiment glückt, denn dann werden sie sicher Ausschau nach anderen Strecken halten. Hoffe auch, dass er seine Mitarbeiter und nicht nur das Management ordentlich entlohnt. Wäre schade, wenn die Westbahn durch Sklavenverhältnisse wie wir sie z.N. im Handel und Gastro kennen, ins Gerede kommen würde.

Kann der Bahn nur nützen. Zudem muss die Strecke modernisiert werden - 4 Stunden ist ein Wahnsinn, wenn der Routenplaner für das Kfz 2:45 Std. auswirft.

50 Jahre Misswirtschaft bei der Schieneninfrastruktur werden nun sichtbar.

Quim Barreiros
00
24.8.2011, 15:01

Der Haselsteiner fährt dort nur, wenn es ihm irgendjemand zahlt. Nachdem die Einnahmen aus Fahrkarten offenbar nicht ausreichen, müssten Bund oder Länder etwas dazuzahlen. Prinzipiell wäre es denkbar, aber der Bund hat offenbar andere Prioritäten (ein paar Milliarden in den Brenner-Basistunnel zu stecken).

. g.bac
00
24.8.2011, 15:55
zwischen 53,5 und 64 milliarden euro

laut rechnungshofbericht.. nur so zur ergänzung

http://diepresse.com/home/wirt... Milliarden

eine zahl die im standard aber nicht so gerne genannt wird ;-) öffis kosten ja bekanntlich (fast) nix.

armin delmenhorst
 
02
25.8.2011, 10:02
Sie sollten aber schon

bedenken, dass eine moderne Bahn nur mit einer ordentlichen Infrastruktur machbar ist. Und die Südbahn ist nun mal noch aus der K.K. Zeit - wie bis auch die Westbahn - alle anderen Strecken auch. Umgekehrt, solche Investitionen halten dann ohnehin für Jahrzehnte oder gar ein Jahrhundert (Semmering).
Warum soll in Wien der Bund die Ubahnen zahlen, im Süden aber herrscht ein großer Aufschrei, wenn sie eine längst überfällige Investition tätigen. Das Problem ist ja, dass der Tunnel nicht schon vor Jahrzehnten gebaut wurde!!

Bei Autobahnen höre ich von diesen Kritikern nie ein Wort (Semmering, Bosruck, Tauerntunnel)

exilsteirer
01
25.8.2011, 12:15
Erhalt geht vor Erweiterung

auch hier sollte gelten, daß Substanzerhalt vor Neubau gehen soll. Die Strecke Linz-Selzthal ist fast baufällig, der Bosrucktunnel muß demnächst renoviert werden.
Semmeringtunnel, Koralmtunnel - gerne, aber wenn anderswo Strecken verfallen, stimmen die Prioritäten nicht mehr.

armin delmenhorst
 
00
25.8.2011, 12:22
Man sollte den Regimeparteien

diese Ausrede nicht gestatten. Das Problem ist ja, dass Jahrzehntte überhaupt nichts gemacht wurde, wie ja Ihr Beispiel der Selzthalbahn zeigt. Also, das liegt nicht daran, weil jetzt auf einmal der "böse Koralm-Tunnel" gebaut wird. Zudem kann man ihn ja zum Erhalt des Bestehenden zählen, weil er ja integraler Bestandteil einer modernen Südbahn ist.

grmblhmpft
10
24.8.2011, 11:12
Salzburg - Graz gestrichen

Hm, und in welcher Farbe?

Peter G
016
24.8.2011, 10:14
also zusammengefasst .....

Das Angebot ist schlecht, daher nutzen es wenig Kunden.

Weil wenige Kunden das Angebot nutzen, rentiert es sich nicht und das Angebot wird ausgedünnt.

Das Angebot ist ausgedünnt, also nutzen es noch weniger Kunden.

Weil das ausgedünnte Angebot noch weniger Kunden nutzen, .......

....am Ende gibt es weder Angebot, noch Kunden.

Was zuerst nicht mehr da sein wird, Angebot oder Kunde, spielt dann auch keine Rolle mehr.

01052004
00
24.8.2011, 16:10
oje herr kern,

erwischt...

kriegen wir zur aussöhnung jetzt noch mehr sinnlose inseratenkampagnen???

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 106
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.