Gloria und andere Schüler befinden sich im Streik für ein bessere Bildungssystem
Santiago de Chile - In Chile wächst die Sorge um eine 19-jährige Schülerin, die seit 35 Tagen aus Protest gegen die Bildungspolitik der Regierung im Hungerstreik ist. Die Gymnasiastin Gloria Negrete aus Buin, einem Vorort der Hauptstadt Santiago de Chile, hat seit Beginn ihres Hungerstreiks zwölf Kilo verloren, weigert sich aber weiterhin, außer Wasser etwas zu sich zu nehmen. Sollte die an Asthma leidende Schülerin ihren Protest fortsetzen, drohten ihr bleibende Schäden an Nieren und Nervensystem, warnte der stellvertretende Gesundheitsminister Luis Castillo am Montag. Nach Angaben des Krankenhauses ist der Zustand des Mädchens aber "nicht kritisch".
Gloria und eine weitere Handvoll Schüler befinden sich seit mehr als einem Monat im Hungerstreik, um die Forderungen der Studenten nach einer erschwinglicheren Bildung zu unterstützen. Dutzende schlossen sich inzwischen ihrer Aktion an. In Chile demonstrieren Schüler, Lehrer und Studenten seit Monaten für eine stärkere finanzielle Beteiligung des Staates an der Bildung sowie für eine bessere Ausstattung der staatlichen Schulen. Für Mittwoch und Donnerstag rief die wichtigste Gewerkschaft des Landes, CUT, zu einem 48-stündigen Generalstreik auf. (APA)